iPhone-Entwicklung: Das Märchen vom reichmachenden iPhone AppStore

Im Apple-eigenen Markt für iPhone-Anwendungen (dem „AppStore“) gibt es über 50.000 Applikationen für die bisher 40 Millionen verkauften iPhones und iPod Touches. In dieser Unmenge an Apps finden sich immer wieder von Apple perfekt in Szene gesetzte Beispiele, die zeigen sollen, wie man rasch mit der eigenen App Geld einnehmen kann. Doch dieser Schein trügt: Die meisten Entwickler verdienen mit ihrer kostenpflichtigen Anwendung nur wenig.

Innerhalb eines Monats etwa hat das Unternehmen Firemint mit „Flight Control“ 485.000 Dollar (rund 345.000 Euro) eingenommen, schreibt TechCrunch. Abseits der bezahlten Anwendungen kann man zudem mit freien Geld verdienen: Das auf mobile Werbung spezialisierte Unternehmen „AdWhirl“ bietet in vielen der Top-100-Apps Werbung an. Schaltende können nach eigenen Angaben bis zu 5.000 Dollar pro Tag verdienen. Es sind diese Erfolgsgeschichten, die die Mär vom über Nacht reichmachenden AppStore am Leben erhalten.

Der Goldrausch im AppStore

Der Hype um den AppStore erinnert an einen Goldrausch: Viele suchen, doch die Nuggets und damit das große Geld finden nur wenige. Beispielhaft zeigt Rick Strom, der mit vier Anwendungen in der Top-100-Liste des AppStores vertreten ist, wieviel er mit einer Platzierung auf Position 34 in der Kategorie „Social Networking“ verdient: gerade einmal 20 Euro pro Tag.

Ein anderes Problem sind illegale Kopien der iPhone-Apps. Der Spieleentwickler Miguel Sanchez-Grice hat die Zugriffsstatistiken für sein iPhone-Game "iCombot" ausgewertet und dabei von den neuen Zugriffen die Anzahl der gekauften Versionen abgezogen. Sein Ergebnis: Bis zu 82 Prozent der Nutzer spielen eine gecrackte Version, anstatt den Preis von 99 Cent zu bezahlen.

Manche Entwickler geben inzwischen auf. „Für mich macht es keinen Sinn, ein (kostenpflichtiges) Spiel anzubieten, für das niemand bezahlen will“, schreibt der Entwickler des Spiels „iCascade“. Trotz einer Vielzahl an positiven Reviews war das Spiel kein durchschlagender Erfolg: 72 Euro hat er verdient. Nun bietet er „iCascade“ gratis an.

Mit iPhone-Apps Geld verdienen: Mehr Glück als Verstand

Der österreichische iPhone-Entwickler und t3n-Leser Marcus Hofbauer meint ebenfalls, mit dem AppStore ließe sich für normale Entwickler kein Geld verdienen. Zwar habe er das Spiel "iPICROSS" bereits mehrere hundert Male zu je 99 Cent verkaufen können, „aber bei dem Preis, wovon noch ein Drittel an geht, bleibt da nicht viel übrig.“ Mit iPhone-Anwendungen ließe sich nur Geld verdienen, wenn man das notwendige Glück habe, meint Hofbauer und ergänzt: „Wenn man es auf eine Top-Liste im AppStore schafft oder in einem entsprechenden Blog kommt, dann kann es funktionieren.“

Ähnlich sieht es Simon Kahlaf in diesem Posting auf Flurry.com. Sein Erfolgrezept besteht aus der Mischung eines großartigen Konzepts und eines guten Benutzererlebnisses mit straffem Marketing und einem intelligenten Plan zur Verbreitung.

Ab 2:10 gibt Michael Schade, der Geschäftsführer von Fishlabs Entertainment, in diesem Video-Interview Tipps, um die eigene App erfolgreich zu platzieren:

Link: sevenload

Foto: William Hook - Attribution-Share Alike 2.0 Generic

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8 Answers

  1. von Kein Geld mit iPhone-Apps? 16.06.2009 (09:00Uhr) 1.

    [...] Mentalität scheint auch vor dem iPhone-Land nicht haltzumachen. Zumindest wenn man Timo Heuer auf T3N [...]

  2. von AppStore: Goldgrube oder Friedhof? : iPh… 09.07.2009 (00:16Uhr) 2.

    [...] sich noch weiter mit dem Thema befassen möchte findet beim t3n Magazin noch ein Video von Michael Schade von Fishlabs Entertainment. Dieser gibt in einem Interview einige [...]

  3. von Tanja 18.08.2009 (08:45Uhr) 3.

    Nachdem ich mich vor drei Monaten im Bereich iPhone Entwicklung selbständig gemacht habe, hab ich den Artikel natürlich mit Interesse gelesen.

    Es stimmt leider, dass der App Store in vielen Bereichen schlecht gemacht, unfair und irgendwie auch ein Glücksspiel ist. Trotzdem finde ich die unterschwellige Grundeinstellung des Artikels - jeder sollte im AppStore reich werden können - einfach nur falsch.

    Wenn es irgendeinen Bereich gibt, in dem einfach Jeder ohne viel Arbeit und Einsatz reich werden würde, wäre doch tierisch was faul. Sowas kann nicht gehen! Wer etwas anderes erwartet, wenn er sich auf irgendeinen Tätigkeitsbereich einlässt, erliegt doch der selben Illusion wie die Wallstreet-Zocker, über die jeder nur den Kopf schüttelt.

    Deshalb sehe ich es anders: der App Store ist eine super Möglichkeit für Leute aus dem IT-Umfeld, mit überschaubarem Aufwand ein eigenes Geschäft anzufangen. Wo kann man das sonst schon? Die 30%, die Apple als Provision einbehält, sind unglaublich günstig im Vergleich zum Unterhalt einem eigenen Abrechnungssystem mit Retourenmanagement und Inkasso bei nichtzahlenden Kunden.

    Arbeiten muss dann halt doch jeder für sich alleine. Und schneller Reichtum für mehr als eine Handvoll Leute war noch nie mehr als eine Illusion. Vielleicht rede ich ja in einem Jahr auch anders. Bisher fühlt sich das für mich aber immernoch nach der bisher besten Chance an, mich selbst und meine Ideen zu verwirklichen.

  4. von iPhone Apps 13.10.2009 (00:05Uhr) 4.

    Ich denke wenn man mit einem solchen App wirklich verdienen will muss man schon eine außerordentlich gute Idee haben. Der Alleinstellungsfaktor ist dabei sehr wichtig. Viele Apps ähneln sich. Zudem sollte man versuchen die Applikationen auf einschlägigen iPhone Webseiten und Magazinen bekannt zu machen. Im Apps Store gehen die meisten Applikationen im Nirvana unter!

  5. von MasterP 09.10.2010 (21:11Uhr) 6.

    Das mit den 30 % ist absolut in Ordnung. Zwar hat Apple keine großartigen Fixkosten und muss die Apps zum Beispiel nicht einkaufen um sie dann mit 30 % Marge weiterzuverkaufen, aber dafür sind sie auch in einer dominanten Position mit Unmengen an Traffic für den man als Anbieter nichts zu zahlen braucht. Vergleichen wir das einmal mit Amazon: Die nehmen bei Bücher 50 % weg! Und denen ist egal ob das Buch 50 Euro oder 5 Euro kostet. Dafür, dass sie alles andere als für große Nachfrage sorgen (wenn es das Buch bei Amazon nicht gibt, kaufe ich es eben woanders) und den Verlagen/Großhändlern nur geringe Stückzahlen abnehmen ist das richtig happig. Naja, trotzdem sind viele über Amazon reicher geworden und das ist bei iPhone Apps nichts anderes. Wer ein gutes Produkt anbietet und weiß wie er es vermarkten kann wird auch Erfolg haben. Wer glaubt irgendeine App programmieren und dann gleich Geld zählen zu können ist auf dem Holzweg. Und das mit dem Glück kann ich zwar verstehen, aber den Erfolg von iPhone Apps als reines Glück zu bezeichnen ist Schwachsinn. So gut kann die App nicht sein wenn es einige Leute runterladen und es das gewesen ist. Wenn sie wirklich gut wäre, würde man Freunden davon erzählen (wie oft ich das schon gemacht habe...) und sie im internet empfehlen usw. Wenn das die anderen auch machen verbreitet sie sich auch und die Entwicklung hat sich gelohnt.

  6. von Andreas Ploetzeneder 01.02.2011 (14:10Uhr) 7.

    iPhone Entwicklung. Wir entwickeln für das iPhone und denken schon dass man Geld verdienen kann, dafür. Man benötigt nur das passende Nebenbprodukt.

    Grüsse,

  7. von iphone entwicklung guru 27.04.2011 (06:09Uhr) 8.

    Apple in wissenschaftliche labs entwicklet wie bei google indexing neue mechanismen um die apps genauso wie webseiten nach qualitaet und inhalt in app market positionieren. Nicht nur anzahl von downloads wird die role spielen

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