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iPhone OS 4: Das neue iPhone OS bringt Multitasking, Werbung, mehr Business-Features

hat am heutigen Donnerstag mit einer Präsentation vor Pressevertretern einen Ausblick auf die kommende Version des iPhone OS gegeben, das im Sommer für und touch und im Herbst fürs iPad erscheinen soll. Ein wichtiger Punkt auf der Featureliste: Multitasking. Allerdings wird dieses Feature anders umgesetzt, als bei anderen Smartphones. Weitere Verbesserungen betreffen die Sortierung der Apps, das Mailprogramm und generelle Business-Features. Zudem kündigte Apple sein Werbenetzwerk iAd an.

iPhone OS 4: Das neue iPhone OS bringt Multitasking, Werbung, mehr Business-Features

Multitasking

Scott Forstall, Senior Vice President of iPhone Software, erklärt die Hintergrund-APIs. Foto: Engadget

Ein großer, von Apple noch nicht behobener Kritikpunkt am iPhone OS war bisher das Thema Multitasking. Bis auf Apples eigene Apps konnte kein anderes Programm im Hintergrund weiterlaufen. Das soll sich mit dem iPhone OS 4 nun ändern - mit zwei Einschränkungen: Zum einen wird es dieses Feature nur auf dem iPhone 3GS und dem neuesten iPod touch geben und zum anderen ist es nicht so, dass nun künftig Programme einfach im Hintergrund weiterlaufen. Stattdessen bietet Apple im iPhone OS 4 dann sieben verschiedene Schnittstellen an, auf die Entwickler zurückgreifen können. Wer beispielsweise eine App hat, deren Ton weiterlaufen soll, nutzt dafür „background audio“. Weitere Schnittstellen gibt es unter anderem für Voice over IP (beispielsweise für eine App wie Skype) oder Location (beispielsweise für eine Navigations-App).

Mit dieser Einschränkung will Apple nach eigener Darstellung dafür sorgen, dass das Multitasking nicht die Akkulaufzeit stark verkürzt oder die Performance des Geräts spürbar verringert. Klingt auf den ersten Blick sinnvoll. Welche Haken und Ösen es dabei gibt, wird sich noch zeigen müssen.

Ein Doppelklick auf den Homebutton bringt am unteren Bildschirm eine scrollbare Leiste zum Vorschein, die alle laufenden Programme anzeigt. Foto: Engadget

iAd - Apples Werbenetzwerk für Reklame in Apps

Wie von vielen erwartet, kündigte Apple außerdem sein Werbenetzwerk "iAd" an. Betont wurde dabei, dass die in Apps eingeblendete sowohl interaktiv als auch emotional sein soll. Was von diesen Versprechungen am Ende übrig bleibt, muss man sehen. Gezeigt wurden in der Präsentation einige beispielhafte Anzeigen für Toy Story 3 oder auch Nike, die eher an eine komplette App als an eine Werbung erinnerten. Der Nutzer bekommt dabei im gerade genutzten Programm eine relativ kleine Grafik eingeblendet und startet die Werbung mit einem Fingertipp - das bis dahin genutzte Programm bleibt im Hintergrund aktiv.

Von den Einnahmen sollen 60 Prozent an den Entwickler der App gehen und 40 Prozent an Apple. Alle Anzeigen werden von Apple gehostet und ausgeliefert.

Auch wenn Google nicht direkt genannt wurde, gab es bei der iAd-Präsentation durchaus einen Seitenhieb auf die Suchmaschine und ihre Einnahmequelle Nr. 1. Denn Apple-CEO Steve Jobs erklärte, dass im stationären Internet zwar die Suchmaschinen die wichtigste Plattform seien. Im Mobilbereich aber verbrächten die Nutzer die meiste Zeit in Apps. Und dem Mobilbereich sagen Experten schließlich eine rosige bis goldene Zukunft voraus. Aber bekanntlich steht auch Google nach dem Kauf von AdMob vor dem Einstieg in diesen Bereich.

Nicht ganz klar ist zum jetzigen Zeitpunkt, wie die iAd-Werbung überhaupt gebucht wird und wer solche doch sehr aufwändig gemachten Anzeigen schalten wird.

Apple-CEO Steve Jobs erklärt das Werbenetzwerk iAd. Foto: Engadget

Mehr: Business, Mail, Ordner, Social Gaming

Einen eigenen Informationsblock bekam der „Enterprise“-Bereich in der Präsentation. So wurde nun die Datenverschlüsselung weiter vorangetrieben, so dass auch Mails und ihre Anhänge verschlüsselt werden können. Mail unterstützt künftig mehrere Exchange-Accounts und versteht sich mit Microsofts Exchange Server 2010 (bislang nur Exchange Server 2007).

Einige weitere dringend erwartete neue Features gibt es für das Mailprogramm zu vermelden. Eine „unified inbox“ sorgt nun dafür, dass man einen zusammengefassten Posteingang aller Mailkonten zu sehen bekommt. Und es gibt eine Anzeige für Mailkonversationen. Beides ist im Desktop-Mailclient von Apple ja schon seit Jahr und Tag vorhanden - nun auch mobil.

Zu den groß besprochenen Verbesserungen im iPhone OS 4 gehören auch die „Folders“, also Ordner für Apps. Bislang kann man seine Apps nur ordnen, in dem man sie auf verschiedene Screens verteilt. Nun lassen sich bis zu zwölf von ihnen auch zu einem Folder zusammenfassen.

Der Gaming-Bereich soll später im Jahr zudem um Social-Features erweitert werden, wie manche sie beispielsweise von Xbox Live kennen werden. So soll man hierüber beispielsweise Spielpartner finden und sich „Achievements“ erspielen können. Mit 50.000 von inzwischen 185.000 Titeln sind die Spiele inzwischen ein wichtiger Bereich im App Store.

Beispiel für einen „Folder“, der fünf Spiele enthält. Erzeugt werden sie, in dem man ein App-Icon auf ein anderes zieht - die beiden bilden dann die ersten Inhalte eines Folders. Foto: Engadget

Fazit

iPhone OS 4 bringt mit den Hintergrund-APIs einen wichtigen Fortschritt und beseitigt (voraussichtlich) einen zentralen Kritikpunkt am bisherigen OS. Erst die Praxis wird zeigen, wie gut Apples Lösung tatsächlich funktioniert. An vielen anderen Stellen werden das Betriebssystem und seine mitgelieferten Apps weiterentwickelt. Es bleiben allerdings Punkte auf der Wunschliste zurück, so beispielsweise Informationen auf dem Lockscreen über anstehende Termine anzeigen zu lassen. Und auch das interne Mitteilungssystem setzt offenbar weiterhin auf Fenster, die sich vor den Inhalt legen, während Palms Web OS und Android zeigen, wie es eleganter gehen kann.

Auf der anderen Seite ist die Killer-App des iPhones der App Store. 185.000 Programme sind hier verfügbar und vier Milliarden Downloads gab es bislang. Auch das ein Grund, warum bisher 50 Millionen iPhones und 35 Millionen iPod touch verkauft werden konnten. Auf diesen Erfolg will Apple nun mit seinem neuen Werbenetzwerk iAd aufbauen. Das könnte zum einen Entwicklern etwas einbringen, aber zum anderen natürlich Apple. Wie groß dieser neue Geschäftsbereich wird, ist noch nicht abzusehen. Das Potenzial ist allerdings enorm.

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