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Karriere

Karriere machen bei EU, UNO und Co.: IT-Experten händeringend gesucht

    Karriere machen bei EU, UNO und Co.: IT-Experten händeringend gesucht

(Foto: © finecki – Fotolia.com)

Karriere machen bei Organisationen wie der EU oder der UNO? Die Nachfrage nach IT-Kräften in solchen internationalen Organisationen ist hoch, doch die Bewerbungen sind langwierig und kompliziert. 50 Prozent der Bewerber scheitern an Formalfehlern. Nur wer sich auskennt, hat Chancen auf Erfolg.

Gurken, Juncker, Euro-Rettung: Arbeiten in der Europäischen Union kann spannend sein – und lukrativ. Immerhin 16.000 Euro im Monat plus Zulagen verdienen Spitzenbeamte in Brüssel – und müssen darauf sogar weniger Steuern zahlen als Bundesbürger.

Der Einstieg in eine Beamtenlaufbahn in Brüssel, Luxemburg oder Straßburg ist allerdings nicht leicht. Der Bewerbungsprozesse für die EU, die Vereinten Nationen und andere internationale Organisationen dauert bis zu zwei Jahre und geht streng nach Protokoll. In mehreren Verfahrensrunden wird aus zehntausenden Bewerbern ausgesiebt. Für IT-Fachkräfte kann sich der Aufwand trotzdem lohnen: Nicht nur, dass in den kommenden fünf Jahren ein Drittel der derzeitigen 55.000 EU-Mitarbeiter in Rente geht. Vor allem die fachliche Qualifikation ist gefragt.

„Die Nachfrage nach Experten im IT-Bereich ist in der Europäischen Union seit mehreren Jahren sehr hoch“, sagt Andreana Stankova, personalverantwortliche Sprecherin der Kommission. Egal, ob als Berufseinsteiger im Bereich der Sicherheit von Informationssystemen oder mit Arbeitserfahrung als Administration für IT-Infrastruktur: „Aufgrund der steigenden Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnik werden immer mehr IT-Experten in den unterschiedlichen EU-Institutionen gebraucht.“

Karriere bei der EU: Stellenpool des Auswärtigen Amts nutzen

Eine Karriere bei der EU-Kommission in Brüssel? Wer die Bewerbungsprozesse kennt, hat durchaus Chancen. (Foto: Lea Deuber)
Eine Karriere bei der EU-Kommission in Brüssel? Wer die Bewerbungsprozesse kennt, hat durchaus Chancen. (Foto: Lea Deuber)

Wer sich noch nicht entschieden hat, ob er sich bei der UN, EU oder einer anderen internationalen Organisation wie der WTO bewerben will, kann sich auf den Seiten der verschiedenen Institutionen informieren. Einen guten Überblick bietet die Seite des Auswärtigen Amts, mit Informationen zum Arbeiten in verschiedenen internationalen Organisationen und dem Auswärtigen Amt. Die wichtigsten Informationen zur Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), zum Europarat, der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE), den Vereinten Nationen (UN), der Europäische Union (EU) und der Weltbank findet ihr in dieser Tabelle:

Organisation
OSZE
OECD
Europarat
EBWE
UN
EU
Weltbank
Hauptsitz Wien Paris Straßburg London New York Brüssel Washington
Mitarbeiter 2.500 2.500 1.300 2.000 8.900 55.000 10.000
URI Link Link Link Link Link Link Link
Bewerbungsportal Link Link Link Link Link Link Link

Dazu gibt es einen Stellenpool, der nach Ländern, Sprachen und Fachbereichen sortiert werden kann. Grundsätzlich gilt bei Institutionen wie der EU oder der UN: Wer erst mal einen Fuß in die Tür kriegt, kann bleiben. Für Berufseinsteiger, die eine Karriere bei der EU anstreben, gibt es beispielsweise bezahlte Traineeships und bei der UN das „UN Young Professionals Programme“.

Das Eintrittstor: Der Concours

Wer in der EU verbeamtet werden will, muss den sogenannten „Concours“ durchlaufen, der vom Europäischen Amt für Personalauswahl (EPSO) durchgeführt wird. Das Auswahlverfahren dauert neun Monate, im vergangenen Jahr wurden bei einem Durchgang nur rund 200 der 27.000 Bewerber ausgewählt.

Der erste Schritt ist die Einrichtung eines Kontos auf der Seite des Amts. Ziel des Bewerbungsprozesses ist der Sprung auf die sogenannte Reserveliste. Für sie wurde der EU-Personalbedarf in den kommenden zwei Jahren berechnet und danach die Anzahl der Plätze ausgeschrieben. Welchen Job die erfolgreichen Bewerber anschließend machen sollen, steht zu dem Zeitpunkt noch nicht fest.

Karriere in der EU: Erst später wird der Lebenslauf wichtig

Tests für die Assessment-Center gibt es online. (Screenshot: europa.eu)
Tests für die Assessment-Center gibt es online. (Screenshot: europa.eu)

Nachdem der Bewerber das Konto angelegt hat, wird er zu einer Prüfung eingeladen, die in allen europäischen und einigen nicht-europäischen Ländern stattfindet. Die Tests bestehen aus computerbasierten Multiple-Choice-Tests mit Aufgaben zum Zahlenverständnis, sprachlogischem Denken, abstraktem Denken und situationsbezogenem Urteilsvermögen. Die besten Teilnehmer der Runde erhalten eine Einladung in ein Assessment-Center (Tests gibt es hier). Zu den Assessment-Centern werden meist zweieinhalb Mal mehr Kandidaten eingeladen als Plätze vorhanden sind. Hier müssen die Kandidaten an einer Gruppendiskussion teilnehmen, einen Vortrag halten, eine Fallstudie auswerten und sich in einem Vorstellungsgespräch bewähren.

Wer sich im Assessment-Center durchsetzt, schafft es auf die Reserveliste. Sie besteht ein Jahr, kann aber auch verlängert werden. In der Zeit können Personaler der europäischen Organe wie der Kommission mit diesen Kandidaten Stellen besetzen. Erst auf der Reserveliste werden der Lebenslauf und die Qualifikationen des Bewerbers wichtig. Vorher sind nur die Punkte aus dem Concours entscheidend.

Von der Reserveliste wird rekrutiert, bis die Liste leer ist. Wenn nur noch wenige Bewerber drauf stehen, wird sie geschlossen und man muss sich neu bewerben. Steht allerdings noch eine große Anzahl von Bewerbern am Ende eines Jahres auf der Liste, wird sie gegebenenfalls verlängert.

Einstiegsalter bei der UN: 40 Jahre

„Die Nachfrage nach IT-Experten ist in der EU seit Jahren sehr hoch.“

Wer sich nicht nur für EU-, sondern für Weltpolitik interessiert, ist bei den Vereinten Nationen richtig. Sie sind die größte internationale Organisation weltweit und bieten viele Einstiegsmöglichkeiten. Eine Bewerbung ist über das Karriereportal des Sekretariats der Vereinten Nationen für zeitlich befristete Stellen möglich. Hier muss ein Profil ausgefüllt werden, nach dem passende Kandidaten ausgesucht werden. Rekrutiert werden nur Staatsangehörige der Mitgliedsstaaten, die in diesem Jahr personell unterrepräsentiert sind. Ist ein Bewerben bei der EU durchaus auch mit wenig Erfahrung möglich, liegt das durchschnittliche Einstiegsalter bei den UN bei 40 Jahren.

Was Arbeitgeber wie die EU oder die UN von ihren Mitarbeitern erwarten, steht meist eindeutig in den Ausschreibungen und auf den Internetseiten der Organisationen. Egal, ob United Nations oder die EU: Bei Fragen zur Motivation ist Idealismus gefragt. Es mag manchen Bewerbern klischeehaft vorkommen, aber für die Einstellung ist das Grundvoraussetzung. Es werden Fragen gestellt wie: „Warum wollen Sie gerade für die EU arbeiten?“, „Welchen Beitrag möchten Sie leisten?“ und „Welche Motivation haben Sie für eine Tätigkeit bei der UN?“ Und: Die Arbeit in diesen Organisationen ist kein 9-to-5-Job. Bewerber müssen zeigen, dass sie an die Idee und die Arbeit der Organisationen glauben. Hinweise und Musterbeispiele für die Bewerbungen bietet das Auswärtige Amt auch hier.

Und jetzt seid ihr dran: Bei welcher internationalen Organisation würdet ihr gerne Karriere machen? Oder geht ihr doch lieber in die Privatwirtschaft?

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2 Reaktionen
nicolascr
nicolascr

Das wäre doch der ideale job für unsere IT-Experintin ANGIE!!

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Martin R. Krause
Martin R. Krause

Man sollte fairerweise erwähnen, das bei de UN streng nach Herkunftsland ausgesiebt wird, um Parität herzustellen und das Bewerber aus westlichen Ländern, bei denen Deutschland ohnehin schon überrepresentiet ist, kaum Chance habe.

Zudem ist die IT-Ausstattung und Verfahrensweisen noch schechter und mühseeliger als in in Großunternehmen. Technisch bieten sich daher für ITler wenig Perspektiven.

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