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Nach Rücktritt bei Tor: Jacob Appelbaum weist Missbrauchsvorwürfe zurück

(Foto: Flickr)

Nach seinem Abgang beim Tor Project wurden heftige Vorwürfe gegen Jacob Appelbaum laut. Jetzt wehrt sich der Netzaktivist. Indes hat auch die Hackergruppe „Cult of the Dead Cows“ reagiert.

Jacob Appelbaum wehrt sich gegen die massiven Vorwürfe. (Foto: re:publica 2016 / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Jacob Appelbaum: „Die Vorwürfe sind falsch“

Erst waren es nur ein paar Tweets, dann eine ganze Website: Als am Freitag bekannt wurde, dass Jacob Appelbaum das Tor Project verlassen hat, verbreiteten sich im Netz unschöne Vorwürfe. Die Programmiererin Meredith Patterson warf dem Verschlüsselungsaktivisten Vergewaltigung vor, auch die Tor-Chefentwicklerin Andrea Shepard sprach von sexuellem Missbrauch. Auf einer Website tummelten sich weitere Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs, des Plagiats und der Manipulation.

„Vage Gerüchte und Schmier-Kampagnen gegen mich sind nichts Neues.“

Nun hat sich Appelbaum selbst zu Wort gemeldet – und die Anschuldigungen als „kalkulierte Attacke“ verurteilt. „Ich will mich deutlich ausdrücken: Die Vorwürfe des kriminellen sexuellen Fehlverhaltens gegen mich sind komplett falsch“, schreibt er auf „TwitLonger“. „Vage Gerüchte und Schmierkampagnen gegen mich sind nichts Neues.“ Nun seien die Anfeindungen aber so aggressiv geworden, dass er es für nötig halte, den Eindruck zu korrigieren. Er habe sogar Morddrohungen erhalten.

„Ich halte es für extrem schädlich, dass diese Charakter-Diffamierung eingesetzt wird“, schreibt er. Er sei bereit, rechtliche Schritte einzuleiten, um seinen Ruf gegenüber diesen „verleumderischen Anschuldigungen“ zu verteidigen. Gegenüber t3n.de äußerte sich auch seine Assistentin schriftlich: „Jakes Rechtsabteilung arbeitet an einer einstweiligen Verfügung gegen diese monströsen und falschen Anschuldigungen.“ Sie verweist außerdem darauf, dass kein verifizierbarer Fakt erwähnt werde, was es schwierig mache, den Vorwürfen im Einzelnen zu begegnen. Zudem seien die Ankläger „wenig überraschend“ nicht persönlich aufgetreten.

Appelbaum räumt in seinem Schreiben ein, dass er Menschen versehentlich verletzt oder brüskiert habe. Wann immer er sich dessen bewusst gewesen sei, habe er sich allerdings entschuldigt. Er versuche kontinuierlich, eine bessere Person zu werden.

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Neue Vorwürfe bekannt geworden

Seinen Aktivismus will er nicht aufgeben: Er werde weiter dafür kämpfen, öffentliche Prozesse transparent zu gestalten, und sich für Anonymität und Sicherheit im Web einsetzen. Seine Assistentin schreibt, die „Schmierkampagne“ habe Appelbaum hart getroffen, er wolle vorerst nicht mit Journalisten sprechen.

In der Zwischenzeit hat sich mit Nick Farr erstmals namentlich jemand mit Vorwürfen gemeldet. Auf „Medium“ hat er einen Beitrag verfasst, in dem er von Einschüchterungsversuchen durch Appelbaum berichtet. Ein Anwalt hat das Statement von Appelbaum hingegen auseinander genommen. Er hält beispielsweise die rechtliche Situation für schwierig. Außerdem interpretiert er trotz der klaren Worte Appelbaums, dass der Aktivist nicht direkt sage, dass die Anschuldigungen falsch seien.

Appelbaum hat sich einen Namen als Sicherheitsadvokat gemacht, er war unter anderem an den Snowden-Enthüllungen beteiligt. Nach seinem Rücktritt bei Tor will er sich nun auf seine Dissertation konzentrieren.

Update, 08. Juni: Nachdem Appelbaum das Tor Project verlassen hat, reagiert nun auch die Hackergruppe „Cult of the Dead Cow“ (CDC) und trennt sich von dem Aktivisten. In einem Statement heißt es: „Nachdem wir von den anonymen Missbrauchsvorwürfen erfahren sowie Geschichten von Personen gehört haben, die wir kennen und denen wir vertrauen, haben wir beschlossen, Jake aus unserer Herde auszuschließen.“ CDC sei für vieles bekannt; Menschen schlecht zu behandeln, gehöre aber nicht dazu.

„Es ist unsere Verantwortung, eine Gemeinschaft zu schaffen, in der sich Leute wohl damit fühlen, ihre Meinung zu sagen“, schreibt die Gruppe. CDC habe immer für die freie Meinungsäußerung eingestanden, die manchmal auch anonym erfolgen müsse. Das sei genau das, was auch Missbrauchsopfer oftmals benötigen. Menschen, die sich mit vollem Namen äußerten – so wie Nick Farr – verdienten Anerkennung und Unterstützung. Die Gruppe ruft Opfer dazu auf, rechtlich gegen Appelbaum vorzugehen.

 

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