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2014, das Jahr der iBeacons?

    2014, das Jahr der iBeacons?
Das Jahr der iBeacons?(Foto © Creativa - Fotolia.com)

Im Juni stellte Apple mit iBeacon eine alternative Übertragungstechnologie basierend auf Bluetooth Low Energy vor. Mancher hält iBeacon für eine NFC-Alternative und sieht gleich die neue Mobile-Payment-Generation. Wird 2014 das Jahr der iBeacons?

Es war nur eine einzige Folie ,die Apple während der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni diesen Jahres zeigte. Trotzdem oder gerade deshalb erhitzen sich seit dem die Gemüter wenn es um iBeacons geht. Oft ist von nichts Geringerem die Rede als vom NFC-Killer. Die Einsatzmöglichkeiten für iBeacon sind jedenfalls vielfältig, doch welche davon werden für 2014 ein Thema sein?

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In dieser Folie präsentierte Apple die iBeacons (Screenshot: Apple)

iBeacons als Mobile Payment Alternative

Früh mehrten sich die Stimmen, Apple könne mit iBeacon ein eigenes Mobile Payment System bringen. Aus technologischer Sicht ist das verlockend. Apples iBeacon liegt Blutetooth Low Energy (BLE) zu Grunde, ein Protokoll zur Datenübertragung, welches von vielen Smartphones (auch Android) verstanden wird und wenig Strom verbraucht. Auch sind die Bluetooth-Transmitter günstig in der Herstellung. Mehr noch: jedes neuere iOS Gerät kann sich in ein solches iBeacon verwandeln. Aus technischer Sicht ließen sich Kassensysteme leicht um diese Technik erweitern: Das Smartphone würde dann zum Bezahlen genutzt werden.

Trotzdem darf bezweifelt werden, dass Apple auf Grundlage dieser Technologie mit einem eigenen Mobile Payment System kommen wird. Mobile Payment ist ein komplexes Thema, welches in jedem Land mehr oder weniger unterschiedlich funktioniert.Es gibt viel Regulierung bei zu wenigen Kontrollmöglichkeiten für Apple. Mobile Payment ist eben nicht nur die technische Abwicklung und die Anbindung an Kassensysteme.

Allerdings könnte ein anderer Großer Spieler sich diesem Thema versuchen anzunehmen: PayPal. PayPals Kerngeschäft ist das Abwickeln von Bezahlungen. NFC als Technologie ist für PayPal nicht attraktiv, da bereits alle großen Kreditkartenherausgeber eigene Lösungen haben und nun die Mobilfunkanbieter den Markt mit dem Start der mobilen Wallets im kommenden Jahr zusätzlich bearbeiten werden. Daher setzt PayPal auf Alternativen wie dem PayPal Beacon. Es könnte auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Apple und PayPal hinauslaufen. Apple könnte mit PayPal im Mobile Payment Markt einsteigen. PayPal regelt den Zahlungsverkehr, Apple kümmert sich um die Verbreitung beim Kunden.

Einsatzbeispiel für Paypal Beacon. (Screenshot: Paypal)
Einsatzbeispiel für Paypal Beacon. (Screenshot: Paypal)

Aber auch PayPal muss Hürden nehmen, die Integration von auf Bluetooth basierenden Beacons in die bestehende Kassenlandschaft ist ein langer mühsamer Weg mit vielen ungeklärten Fragen.

Wahrscheinlichkeit von Mobile Payment Lösungen auf Basis von iBeacons: 50 Prozent

iBeacons als Ersatz für NFC

iBeacons sind kein Ersatz für NFC, so wenig wie Bluetooth ein Ersatz für WLAN ist. NFC ist zwar in Deutschland noch vergleichsweise wenig verbreitet, aber man kann davon ausgehen, dass im kommenden Jahr NFC die Hauptrolle beim Mobile Payment spielen wird.

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iBeacons als Ersatz für NFC? Wohl kaum (Bild: © Artur Marciniec - Fotolia.com)

Die Gründe sind vielfältig: Zum einen drängen sehr viele Anbieter in den Markt und es gibt einen Standard, der von den Kreditkartengesellschaften, wie den Mobilfunkanbietern gleichermaßen unterstützt wird. Zum anderen gibt es heute schon fast 40.000 NFC-fähige Kassen-Terminals. Prozentual ist das mit rund 5 Prozent zwar noch nicht viel, aber im Vergleich zu Kassenterminals die iBeacons unterstützen – Null – ein Vorsprung.  Anders als iBeacon kommt NFC völlig ohne eigene Stromversorgung aus, was einen beliebigen Einsatz der NFC-Chips zu lässt. Die Anwendungsgebiete von NFC und iBeacons mögen sich überschneiden, aber die Unterschiede sind zu groß, als dass ein iBeacon als Ersatz für NFC gelten dürfte.

iBeacon als Ersatz zu NFC: 0 Prozent

iBeacons als Marketing-Instrument

Wahrscheinlich werden in den kommenden Monaten mehrere amerikanische Geschäfte in Form von Pilotprojekten iBeacons als Marketing-Instrumente einsetzen. So kann der Kunde beim Betreten des Ladens direkt über Angebote informiert oder durch Indoor-Navigation gezielt zu Produkten gelotst werden. Da sich iBeacons ganz leicht für die Indoor-Navigation einsetzen lassen, bietet das natürlich gerade für große Warenhäuser neue Möglichkeiten. Auch um zum Beispiel die Käuferströme an Kassen zu verteilen, um so den Ablauf reibungsloser zu gestalten.

In den letzten Wochen gab es zu diesem Thema einige Ankündigungen und es ist sehr wahrscheinlich, dass wir in den nächsten 12 Monaten sehr viel mehr dazu hören werden.

Wahrscheinlichkeit des Einsatzes von iBeacons als Marketing-Instrument: 100 Prozent

iBeacons als Indoor-Navigation

Da das Smartphone die genaue Entfernung zum iBeacon kennt, lassen sich iBeacons auch als Indoor-Navigationslösung nutzen und eignen sich so hervorragend zum Einsatz in Museen oder der U-Bahn. So könnten Museums-Führungen komfortabel mit dem Smartphone erledigt werden. Überall dort, wo es kein GPS-Signal gibt, können die Beacons zum Einsatz kommen. Sogar Navigationssysteme könnten in Tunneln von den iBeacons profitieren und so eine genauere Positionsbestimmung zulassen.

Wahrscheinlichkeit des Einsatzes von iBeacons als Indoor-Navigation: 75 Prozent

2014 – Das Jahr der iBeacons?

Zweifelsohne werden wir im nächsten zwölf Monaten einige Bereiche erleben, in denen iBeacons zum Einsatz kommen. Als Mobile-Payment-Alternative oder gar Alternative zu NFC sehe ich Apples iBeacon 2014 indes nicht. Trotzdem denke ich, dass iBeacons in große wie kleine Geschäften einziehen werden. iBeacons sind günstig und bieten die Möglichkeit, Nutzer gezielt auf ihren Smartphones anzusprechen. Fernab von den Marketing-Möglichkeiten der iBeacons lassen sich selbige sehr universell einsetzen. Egal ob nun Heimautomation, Indoor-Navigation oder Ortungsgerät für verlegte Gegenstände, sind die Einsatzmöglichkeiten der iBeacons sehr vielfältig.

Ja, 2014 wird das Jahr der iBeacons.

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4 Reaktionen
sebs
sebs

@Bruno
Und das ist dann wohl die bescheidenste Lösung von allen.

Mal stelle sich das mal bei MacDonalds, Starbucks, Aldi und Co. vor wo sich viel Kunden auf engen Raum stauen. Da sucht dann der Kassierer eine halbe Stunde nach dem Kunden. ;-)
* Wenigstens bräuchte Starbucks dann nicht mehr nach dem Namen fragen, den sie auf die Becher kritzeln. * :-P

Auch wenn diese Kassensysteme diese Läden nicht als Zielgruppe haben, sollten doch auch diese Anwendungsfälle abgedeckt werden.

Eine andere Lösung welche ich bei einem Anbieter aus den USA gesehen habe war, dass die die Reichweite zwischen Smartphone und Beacon gemessen haben und nur wer sehr nah dran war, und sogar das Smartphone auf die Theke legen musste, wurde als aktueller Kunde erkannt.

Aber je nach Batteriestand des Beacons, nach Smartphone (unterschiedliche iPhones, Androids) und sich vielleicht im Verkaufsraum leicht ändernde Verhältnisse, ging die Entfernungsmessung in diese Hose.
D.h. dass doch der ein oder andere Nutzer mehr oder weniger als potentieller aktueller Käufer erkannt wurde, bzw. manchmal auch keiner.

Zusätzlich musste der Kunde in der Lösung des US-Abueters einen dreistelligen PIN angeben, der ihm auf dem iPad des Kassensystems gezeigt wurde, oder durch den Kassierer mitgeteilt wurde.

Aber sieht das alles in allem nach einer komfortablen Bezahllösung aus?
Da sind Lösungen wie Mastercard PayPass mittels NFC doch viel komfortabler.

Für mich bleiben die Beacons daher wirklich nur eine Möglichkeit kontextsensitiv Daten zu laden, wie z.B. Testergebnisse von Digi-Cams wenn ich im Elektromarkt davor stehe.

Ich würde mich noch über mehr Diskussionen bzgl. der Beacons freuen, weil ich ehrlich gesagt, sowohl bei t3n, als auch woanders einfach nur das Marketingsgewäsch vorgesetzt bekomme, wo ein wenig die Realität ausgeblendet wird.

Antworten
Bruno Missoni
Bruno Missoni

@sebs

"Jetzt muss irgendwie eine Identifikation stattfinden, in der festgestellt wird was ich gekauft habe und was ich zahlen muss. Ich muss also irgendwie sagen können dass der jetzige Einkauf, der gerade kassiert wird meiner ist."

Stimme dir zu
Und genau das Problem kann man sich in einem Video zum Einsatz der PayPal Lösung bei Orderbird anschauen

http://www.gruenderszene.de/allgemein/orderbird-paypal-koop

Identifikation per Hingucken ...
Besonders imponiert hat mir die Idee, dass ich auf dem Handy den Rechnungsbetrag nicht mehr bestätige. Bezahlen wird so schon wirklich eine Vertrauenssache.

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ramasgoz
ramasgoz

Ich bin sicher, es wird das Jahr der ibeacons sein. Sie kommen, um Technologien wie NFC und WiFi zu ersetzen, sind komplementär.
Um sebs Kommentar ergänzen und dazu beitragen mehr Informationen:
http://blog.innoquant.com/2013/12/discovering-estimote-ibeacons/

Antworten
sebs
sebs

Ich weiß nicht ob die Beacons nicht deutlich überschätzt werden.

Die senden einfach nur ständig ein Signal aus, dessen Signalstärke man, wie bei einem WLAN-Access-Point, ungefähr messen kann.
Zusätzlich werden bis zu 3 feste Werte (eine ID + 2 Integerwerte) gesendet und die Reichweite ist begrenzt, aber höher als bei NFC

Den Rest muss die jeweilige App machen.

Ich kann mir also bei Leibe nicht vorstellen, wie es das mobile Bezahlen revolutionieren soll.
Beispiel:
Meine Smartphone App erkennt einen Beacon an der Kasse. Der versendet immer die gleiche ID an alle Personen die in der Nähe der Kasse stehen.
Ich verbinde mich nun über die App des Kaufhauses mit dem Server des Kaufhauses um zu bezahlen.
Jetzt muss irgendwie eine Identifikation stattfinden, in der festgestellt wird was ich gekauft habe und was ich zahlen muss. Ich muss also irgendwie sagen können dass der jetzige Einkauf, der gerade kassiert wird meiner ist.
Und dann könnte ich über die App bezahlen.

Ganz schön kompliziert, da ist es doch einfacher aktive NFC Tags zu scannen, die eine unterschiedliche ID für jede Transaktion haben und die Transaktion sofort eindeutig definieren oder das fotografieren von QR-Codes. Aber beides hat sich auch nicht durchgesetzt.

Zusätzlich kann ich sagen dass die Qualität der Indoor-Navgiation sehr von Anzahl der Beacons im Raum abhängt. Am besten sollte alle zwei Meter so ein Beacon vorhanden sein.
Dann könnte man, wieder in einer Extra-App, die Dämpfungswert des Signale erfassen und dadurch die eigene Lokation ungefähr feststellen.

So schön wie hier oft gesagt, oder in der Hochglanzprospekten gezeigt wird, ist die Beacon Welt nicht.
Am besten eignet sich das wirklich noch für kontextsensitive Informationen. D.h. bin ich in der Nähe eines Beacons, könnten ich mir im Geschäft oder auch woanders wieder durch eine Extra-App zusätzliche Informationen laden.

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