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Jahresrückblick E-Commerce: Diese Themen haben den Online-Handel 2015 bewegt

Jahresrückblick E-Commerce: Diese Themen haben den Online-Handel 2015 bewegt

Unser Jahresrückblick zeigt: 2015 hatte Höhen und Tiefen: Vom ewigen Poststreik über eBay-Ausfälle bis zu den Amazon-Filialen. Jochen G. Fuchs fasst die interessantesten Entwicklungen zusammen und kommentiert sie.

Jahresrückblick E-Commerce: Diese Themen haben den Online-Handel 2015 bewegt

(Foto: Geekwire)

Mobile-Payment-Startups in Deutschland: Die letzte Schnarchnase macht das Licht aus

(Foto: Yapital)
Ein Jahresrückblick E-Commerce kommt am Thema Mobile Payment nicht vorbei. (Foto: Yapital)

Payfriendz, Gini Pay und wie sie heißen: In Deutschland sind sie alle nicht mehr mit einem Endkunden-getriebenen Geschäftsmodell am Start. Wenige Startups sind noch übrig oder relevant: Cringle beispielsweise – oder Lendstar. Noch schlimmer sieht es im Bereich des Mobile-Payment-Markts aus, der Zahlungen im Handel abwickeln will: Das bisher einzige anbieterunabhängige Startup, das eine ansatzweise bundesweite Verbreitung vorweisen konnte, schließt im Januar seine Pforten für Endkunden: Die Otto-Tochter Yapital, die immerhin in nahezu jedem Rewe in Deutschland verfügbar war.

Der deutsche Durchschnittskonsument sieht aktuell noch keinen Mehrwert und keinen Sinn im mobilen Bezahlen. Das ist in großen Teilen der absoluten Einfallslosigkeit der spezialisierten Anbieter im Bereich des Proximity-Payments, also der Zahlungen am Point-of-Sale, zuzuschreiben, für die „Bezahlen“ ein Killer-Feature dargestellt hat. Und: Die Anbieter scheitern auch an anderen Faktoren: Im Falle von Yapital ist das Ende auch einem Komplettversagen der Schulungsinfrastruktur für die Handelspartner anzurechnen, was dazu geführt hat, dass noch nicht mal enthusiastische Early-Adopter Lust auf mobiles Bezahlen bekommen haben. Wobei für mich noch unklar ist, ob man einer nicht vorhandenen Infrastruktur ein „Versagen“ vorwerfen kann.

Vielleicht schließt sich aber auch die ganze Branche mit ihrem Urteil dem scheidenden Opentabs-Gründer Dirk Röder an, der kürzlich für die hinter ihm verbleibende Gastrolösung mit Bezahlfunktion konstatiert hat: „Der deutsche Markt ist schlicht noch nicht reif für diese Lösung“.

eBay verunsichert Händler durch technische Instabilität

eBay stößt seine Tochter „eBay Enterprise“ ab. (Foto: eBay)
eBay kämpft mit technischen Problemen, Händler beklagen Verluste. (Foto: eBay)

Die technische Stabilität des Onlinemarktplatzes als ein Trauerspiel zu bezeichnen, wäre vermutlich noch freundlich. Zumindest hat sich dieser Eindruck in den vergangenen Wochen gefestigt, als die Plattform ein ums andere Mal entweder gleich global oder räumlich und zeitlich begrenzt nicht mehr erreichbar war.

Auch kurz vor der Adventzeit, mitten im trafficstarken Vorweihnachtsgeschäft, konnten Kunden nicht mehr bei eBay-Händlern einkaufen oder auf deren Angebote zurückgreifen. Zumindest kommunizierte eBay größtenteils transparent und schnell – wenn auch nicht immer mit zutreffenden Zeitangaben.

Good Luck und bitte mehr Qualitätssicherung in den Rechenzentren im nächsten Jahr, liebes .

Von wegen, der stationäre Handel ist tot: Amazon geht „offline“

Foto: Geekwire
Der Amazon-Books-Store in Seattle. (Foto: Geekwire)

Während andernorts das stationäre Massensterben gepredigt wird, rückt immer mehr in genau diese „Nische“. Nach Pop-up-Stores für Kindle-Hardware aller Art folgt ein vielbeachteter Pick-Point mit einem spezialisierten Service- und Vertriebskonzept am Campus einer US-Uni. Richtig spannend ist das Thema aber erst seit dem ersten „echten“ Laden: Eine Amazon-Buchhandlung in Seattle, die zeigt, wie sich Amazon Verzahnung von Online- und Offine-Welt vorstellt. Deutschlandchef Kleber ist schon mitten in Gedankenspielen über eine Berliner Amazon-Books-Filiale – was vermuten lässt, das das US-Konzept Anklang findet.

Sicher, Amazon hat strategische Beweggründe für den Offline-Start: Der hauseigene Verlag bekommt seine Bücher nicht in die klassischen Buchhandlungen. Deshalb würde ein hauseigenes Vertriebsnetz Amazon hier endgültig in Stellung bringen, um zukünftig auch den Print-Verlagsmarkt zu dominieren. Den digitalen Markt dominiert das US-Unternehmen schont, sowohl mit gedruckten Büchern als auch mit E-Books.

Trotzdem zeigt das Beispiel von Amazon, dass der stationäre Handel nicht zwingend tot ist.

CouchCommerce geht, NewStore kommt

(Screenshot: CouchCommerce)
(Screenshot: CouchCommerce)

Der M-Commerce-Spezialist CouchCommerce ist mittlerweile nicht mehr am Markt. Unmittelbar, nachdem t3n exklusiv über die Übernahme von CouchCommerce berichtet hat, ist aus Unternehmenskreisen noch zu vernehmen gewesen, dass CoucCommerce noch als eigenständiges Produkt bestehen bleiben soll.

Mittlerweile ist klar, dass das hannoversche Unternehmen komplett in NewStore aufgeht, einem Startup, an dem auch Demandware-Gründer Stefan Schambach beteiligt ist: NewStore ist eine neue, mobil-zentrierte, digitale Handelsplattform.

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