Trotz dieser Quasi-Einstellung des Jaiku-Betriebs misst man im Hause Google dem Thema Microblogging immense Bedeutung zu - vor allem als Instrument, um in Echtzeit Informationen zu verbreiten und diese durchsuchen zu können. In London auf dem „Zeitgeist Europe“-Event sagte Google-Gründer Larry Page erst jüngst: „Menschen wollen Echtzeit und Twitter hat seinen Job gut gemacht - wir eher schlecht.“
Bei Google arbeitet Engeström seit 2007 als „Product Manager of Mobile and Social“. Als solcher war er unter anderem für „Google Profiles“ und „Google Latidude“ verantwortlich. Er setzt sich außerdem für einheitliche Standards ein, etwa OAuth oder OpenID. Auch für die verschiedenen Microblogging-Systeme fordert er einen Standard, um die Kommunikation zwischen diesen zu vereinheitlichen: „Es ist wichtig, an einem 'Bund' zwischen den verschiedenen Microblogging-Anbietern zu arbeiten, sodass die Benutzer entscheiden können, welche UI sie bevorzugen und dann und trotzdem miteinander kommunizieren können“. Einer E-Mail sei es schließlich auch egal, an welchen Anbieter sie geschickt wird, sagt Engeström weiter.
„Viele Leute benutzen Activity-Streams, sie nennen sie aber vielleicht nicht so. Ein Fundament von Social Networks heutzutage sind Acitivy-Sreams“ - in diesem Punkt stimmt er mit unseren Interviewpartner Stowe Boyd überein, der ebenfalls das von ihm "Web of Flow" genannte Prinzip in Zukunft als elementare Struktur eines Social Networks sieht.
(Das Interview für t3n führte Andreas Lenz)
Bildnachweis: Jyri Engeström von Timo Heuer, Lizenz: CC BY-NC-SA




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