von , 25.05.2009

Jaiku-Gründer und Google-Entwickler Jyri Engeström: „Ein Fundament von Social Networks heutzutage sind Activity-Streams“

Diesmal im Video-Interview: der Finne Jyri Engeström. Er hat die Lifestreaming- und Microblogging-Plattform Jaiku im Februar 2006 zusammen mit seinem Partner Petteri Koponen gegründet. Im Gegensatz zu Twitter setzten die Finnen verstärkt auf Lifestreaming und Aggregierung von Inhalten, die User auf anderen Plattformen publiziert haben - also Features, die heute eher an Friendfeed erinnern. Im Oktober 2007 wurde das Startup vom kalifornischen Giganten Google geschluckt. Es wurde still um Jaiku. Engeström ging ins Google-Büro in Mountain View, seinen Mitgründer Koponen verschlug es zu Google nach London. Die Stille wurde im Januar 2009 unterbrochen, als die Veröffentlichung des Jaiku-Codes unter einer freien Lizenz bekanntgegeben wurde.

Trotz dieser Quasi-Einstellung des Jaiku-Betriebs misst man im Hause dem Thema immense Bedeutung zu - vor allem als Instrument, um in Echtzeit Informationen zu verbreiten und diese durchsuchen zu können. In London auf dem „Zeitgeist Europe“-Event sagte Google-Gründer Larry Page erst jüngst: „Menschen wollen Echtzeit und Twitter hat seinen Job gut gemacht - wir eher schlecht.“

Bei Google arbeitet Engeström seit 2007 als „Product Manager of Mobile and Social“. Als solcher war er unter anderem für „Google Profiles“ und „Google Latidude“ verantwortlich. Er setzt sich außerdem für einheitliche Standards ein, etwa OAuth oder OpenID. Auch für die verschiedenen Microblogging-Systeme fordert er einen Standard, um die Kommunikation zwischen diesen zu vereinheitlichen: „Es ist wichtig, an einem 'Bund' zwischen den verschiedenen Microblogging-Anbietern zu arbeiten, sodass die Benutzer entscheiden können, welche UI sie bevorzugen und dann und trotzdem miteinander kommunizieren können“. Einer E-Mail sei es schließlich auch egal, an welchen Anbieter sie geschickt wird, sagt Engeström weiter.

„Viele Leute benutzen Activity-Streams, sie nennen sie aber vielleicht nicht so. Ein Fundament von heutzutage sind Acitivy-Sreams“ - in diesem Punkt stimmt er mit unseren Interviewpartner Stowe Boyd überein, der ebenfalls das von ihm "Web of Flow" genannte Prinzip in Zukunft als elementare Struktur eines Social Networks sieht.

(Das für t3n führte Andreas Lenz)

Bildnachweis: Jyri Engeström von Timo Heuer, Lizenz: CC BY-NC-SA



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