JamCamp 2011: Social Media Botschafter touren durch Deutschland

JamCamp 2011: Social Media Botschafter touren durch Deutschland

Sieben Tage lang zwischen München und Münster, mit Stationen bei Medien, Startups, Großkonzernen und Mittelständlern, aber auch Dienstleistern für Banken und die Bundeswehr, das war die JamCamp-Bustour 2011. Da t3n Medienpartner der Tour und der anschließenden Konferenz war, habe ich einen Teil der 2.500 Kilometer mit im Bus gesessen und möchte euch von meinen Erlebnissen berichten.

JamCamp 2011: Social Media gelebt, statt purer Theorie

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Der JamCamp-Bus ist das perfekte Transportmittel für Nerds. Es gibt nicht nur Kaffee, sondern auch WLAN und Strom ;-)

Was ist eigentlich der Sinn der Bustour und was hat es mit dem anschließenden JamCamp auf sich? Diese Frage habe ich in den letzten Tagen und Wochen immer wieder gehört und in der Tat war die Antwort nicht ganz einfach für mich. Ich hatte eine ungefähre Vorstellung davon, was mich in etwa erwarten würde, doch das tatsächlich Erlebte sah dann doch ganz anders aus. Das von IBM Deutschland unter der Federführung von Stefan Pfeiffer organisierte Event war für mich eine außergewöhnliche Erfahrung, weil es mal nicht um die pure Theorie, sondern ganz direkt um die Praxis ging.

Das fing schon mit dem Bus an. Es gab wie im Zug Vierersitzgruppen mit Tisch, zusätzlich noch eine Lounge am hinteren Ende und natürlich auch normale Zweiersitzreihen. Während der vielen Kilometer im Bus entstanden durch diese Anordnung zahlreiche Diskussionen rund um die Themen , Social Business, Enterprise 2.0, Knowledge-Management und andere verwandte Themen. Natürlich hatte jeder Busfahrer auch mindestens ein mobiles Device dabei, wobei der Trend klar in Richtung Zweit- oder gar Drittgerät ging. Da war es natürlich klasse, dass es im Bus eine Internetverbindung über WLAN gab. Die wurde dann in den ersten Tagen so reichlich gebraucht, dass das eigentlich für die komplette Zeit angedachte Datenvolumen schnell verbraucht war und aufgestockt werden musste. Bilduploads aus dem Bus waren ab da Tabu.

Video zur JamCamp-Bustour

Social Media bei der Bundeswehr

Meine erste Station war die BWI Informationstechnik GmbH, die wir auf dem militärisch genutzten Teil des Flughafens Köln-Bonn besuchten. Bei der BWI handelt es sich um einen IT-Dienstleister der Bundeswehr, der unter anderem auch für die Einführung interner und externer Social Media Tools verantwortlich ist. Bisher hatte ich die Bundeswehr im Social Web nicht wirklich wahrgenommen und aus meiner eigenen Erfahrung heraus wollte ich auch nicht so recht an den internen Einsatz glauben. Doch dann erfuhren wir, dass es in Teilen der Streitkräfte schon länger Wikis gibt und dass auch Facebook zumindest für die Rekrutierung schon eine kleine Rolle spielt.

Im Mittelpunkt der sehr offen geführten Diskussion standen dann aber doch die traditionellen Sichtweisen in der Bundeswehr, die eine Verbreitung von Social Media Tools für die interne, aber vor allem für die externe Kommunikation sehr stark einschränken. Schnell stand hier auch die Frage im Raum, ob Social Media überhaupt mit den streng hierarchischen Strukturen der Bundeswehr vereinbar ist. Kommunikation auf Augenhöhe, wie im Social Web vielfach üblich, ist bei der Bundeswehr natürlich kaum denkbar. Dazu kommt dann auch noch, dass es in weiten Bereichen bei der Bundeswehr eben auch um sehr sensibles Datenmaterial geht.

Dennoch lautete das Fazit: Will die Bundeswehr in Zukunft noch qualifiziertes Personal anziehen, muss sie sich mit den sozialen Diensten beschäftigen. Junge Menschen sind damit aufgewachsen und werden es kaum verstehen, wenn sie bei der Bundeswehr darauf komplett verzichten sollen. Verschärft wird das Problem noch mit der abgeschafften Wehrpflicht. Nach einem Vorbild der US Navy könnten speziell ausgearbeitete Social Media Guidelines dabei helfen, auf der einen Seite Ängste und Bedenken abzubauen und auf der anderen Seite Sicherheit und Vertrauen in das eigene Handeln aufzubauen.

Am Abend ging es für die Teilnehmer der Bustour dann zum Xing-Treffen der Content Management Gruppe nach Köln. In angenehmer Atmosphäre wurden hier Themen rund um Enterprise Content Management und Enterprise 2.0 diskutiert. Für die Teilnehmer der Bustour war das die dritte Tagesstation (die erste war bei United Prototype) und man merkte schnell, dass die Luft am Abend etwas raus war.

Auch Banken profitieren von Social Media

Am Freitag, dem für mich zweiten Tag der ersten Woche der JamCamp-Bustour, ging es morgens von Köln nach Münster zum GAD, dem Dienstleiser für die Volks- und Raiffeisenbanken. Meine natürlich sehr subjektive Erwartungshaltung, nämlich auf ein eher traditionell denkendes Unternehmen zu treffen, das sich hinter Sicherheitsbedenken einigelt, wurde auf angenehme Art und Weise widerlegt. Natürlich spielt die Sicherheit rund um sensible Daten der einzelnen Banken eine prägende Rolle, doch zumindest der GAD macht einen sehr modernen, ja fast schon futuristischen Eindruck.

Wir wurden sehr professionell empfangen und in eine offene Vortragslounge geführt, die mit allerlei technischen Spielereien einen hohen Unterhaltungswert für Nerds besitzt. Es gab nicht nur ein abgesichertes WLAN für alle Besucher, sondern auch eine kleine Twitterwall und einen Vorführraum für 3D-Technologie.

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Die JamCamp-Station beim GAD in Münster überraschte uns mit einem futuristischen 3D-Studio.

In einer sehr offen geführten Diskussionsrunde wurde beispielsweise um die Vorteile der Nutzung von Social Media durch die Mitarbeiter gesprochen. Als wichtigste Forderung lässt sich hier festhalten, dass Social Media Guidelines den Mitarbeitern nicht nur eine Hilfestellung bei der Nutzung von Facebook, Twitter, Google+ & Co. sein können, sondern dass sie einem Unternehmen auch gleichzeitig mehr Sicherheit bieten können. Eine hundertprozentige Absicherung gegen Fehler von Mitarbeitern kann es dagegen nicht geben. Aber das ist keine Grund sich gegen den SoMe-Einsatz zu entscheiden, denn Fehler passieren auch auf herkömmlichen Kommunikationskanälen wie Post, E-Mail, Telefon oder im direkten Kundengespräch.

Abgesehen von den bestehenden, aber beherrschbaren Risiken gibt es für beide Seiten auch einen Benefit. Während die Mitarbeiter sich mit ihrer persönlichen Expertise im Social Web, aber vor allem auch intern als Experten positionieren können, profitieren die Banken intern von einem besseren Informationsfluss und extern werden die Mitarbeiter zu Markenbotschaftern.

Auf der nächsten Seite geht es um die Probleme der Städte und Kommunen, um ein Weinfest 2.0 und die abschließende und sehr interessante Station bem Traditionsunternehmen BASF in Ludwigshafen. Außerdem findet ihr auf der zweiten Seite noch weiterführende Links und eine umfangreiche Bildergalerie.

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