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E-Commerce

Amazons Jeff Bezos hat einen neuen Titel: „Schlechtester Chef der Welt“

    Amazons Jeff Bezos hat einen neuen Titel: „Schlechtester Chef der Welt“

Jeff Besoz. (Foto: TimYang.net, Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Manche Titel schmeicheln einem: „Visionär“, „Vordenker“ oder einfach nur „Experte“. Nicht dazu gehört wohl: „Schlechtester Chef der Welt“. Diese vermeintliche Ehre gebührt aktuell Jeff Bezos.

Jeff Bezos gilt als einer der bekanntesten Köpfe im Internet-Business.  (Foto: TimYang.net, Lizenz: CC BY-SA 2.0)
Jeff Bezos gilt als einer der bekanntesten Köpfe im Internet-Business. (Foto: TimYang.net, Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Internetumfrage kürt Jeff Bezos zum „schlechtesten Chef der Welt“

Jeff Bezos ist wohl einer der bekanntesten Köpfe im Internet-Business. Der Mann hat den stationären Buchhandel fast in die Knie gezwungen und einen Milliarden-Konzern aus dem Nichts geschaffen. Mit seinen Amazon-Millionen baut er zudem nach und nach ein Imperium auf – zuletzt hat er beispielsweise die traditionsreiche und renommierte Washington Post für 250 Millionen US-Dollar übernommen. Bezos – Visionär, Internet-Milliardär und Verleger. Und: schlechtester Chef der Welt!

Zu dem Ergebnis kam eine Internetumfrage, die vom internationalen Gewerkschafterbund (ITUC) ins Leben gerufen wurde. Über 200.000 Menschen haben unter neun vorgeschlagenen Bossen gewählt: Darunter waren Wirtschaftsgrößen wie C. Douglas McMillon, CEO von Wal-Mart und Lee Kun-Hee, Chairman der Samsung Group. Auch zwei bekannte Banker standen zur Auswahl: Jamie Dimon, CEO von JP Morgan Chase und Loyd Blankfein, CEO von Goldmann Sachs – beides führende Köpfe der Finanzkrise. Doch all diese Top-Kapitalisten ließen die Wähler kalt. Der unangefochtene Sieger ist und bleibt vorerst Jeff Bezos. Deutsche Chefs standen nicht zur Auswahl.

Internetnutzer haben das Leiharbeiter-Problem nicht vergessen

„Jeff Bezos represents the inhumanity of employers who are promoting the American corporate model.“

Das wird auch und gerade daran liegen, dass Amazon in den letzten Monaten immer wieder ins Visier der Arbeitsschützer und Investigativ-Journalisten geraten ist. So sollen beispielsweise Leih- und Saison-Arbeiter in den Versandlagern unter teils unmenschlichen Arbeitsbedingungen geschuftet haben. Hierzulande kam die ARD-Reportage „Ausgeliefert! – Leiharbeiter bei Amazon“ sogar zu dem Schluss, dass die ausgebeuteten Menschen zusätzlich noch von Sicherheitsleuten mit Kontakt zur Nazi-Szene beaufsichtigt wurden.

Das alles ist vergleichsweise lange her und könnte in Zeiten des Internets schon fast als vergessen angesehen werden – rollt doch in digitalen Sphären jeden Monat ein neuer Shitstorm an. Hinzu kommt, dass Amazon längst reagiert hat und Konsequenzen aus dem Skandal zog. In den Köpfen der Menschen scheint dieser Fall jedoch nachzuhallen.

Jeff Bezos repräsentiert die „Unmenschlichkeit amerikanischer Unternehmen“

Amazon-Gründer Bezos hat kürzlich die Washington Post gekauft. (Foto: Dion Hinchcliffe / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)
Amazon-Gründer Bezos hat kürzlich die Washington Post gekauft. (Foto: Dion Hinchcliffe / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Jeff Bezos, der unter seinen direkten Mitarbeitern bei Amazon als schwierig und fordernd gilt, bekommt von der Präsidentin des ITUC keinen guten Stand attestiert: „Jeff Bezos represents the inhumanity of employers who are promoting the American corporate model.“ Da hilft es auch nichts, dass er die Washington Post in ein neues Zeitalter führen möchte – wovon auch und gerade die Redaktion profitieren dürfte. Denn sie wurde in den vergangenen Jahren – trotz hervorragender journalistischer Arbeit – nach und nach immer mehr verkleinert. Unter Bezos' Führung hält sie sich, trotz schwindender Einnahmen.

via www.sueddeutsche.de

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