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Jobsuche der Zukunft: Gibt es bald keine Vorstellungsgespräche mehr?

Jobsuche der Zukunft: Gibt es bald keine Vorstellungsgespräche mehr?

Für viele Bewerber sind Vorstellungsgespräche der Horror, auch halten das persönliche Vorsprechen nicht immer für das perfekte Auswahlkriterium. Der E-Commerce-Riese Flipkart hat eine Idee, wie es bei der Jobsuche auch ohne gehen könnte.

Jobsuche der Zukunft: Gibt es bald keine Vorstellungsgespräche mehr?

Vorstellungsgespräch. (Foto: © Adam Gregor – Fotolia.com)

Neue Mitarbeiter ohne Vorstellungsgespräche finden

Roter Kopf, zittrige Hände, verschwitztes Hemd oder Bluse – die meisten Bewerber könnten sicher bei der Jobsuche auch ohne Vorstellungsgespräche gut leben. Die Personaler bei dem indischen E-Commerce-Riesen haben das Problem erkannt und suchen nach Wegen, wie sie auch ohne diesen bisher obligatorischen Termin die perfekten Anwärter für offene Stellen finden können.

Ob Firmen künftig wirklich auf Vorstellungsgespräche verzichten wollen? (Foto: Alan Cleaver / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Beim herkömmlichen Bewerbungsprozess komme es oft auf die Performance des Bewerbers an diesem einen Tag an, was oft nicht dessen Skills oder wahres Temperament widerspiegele, erklärt Flipkart-CTO Peeyush Ranjan. Daher arbeitet Flipkart jetzt mit dem Online-Learning-Anbieter Udacity zusammen. Die ersten drei Programmierer aus einem Android-Entwickler-Kurs wurden schon eingestellt – ohne, dass sie sich einem Vorstellungsgespräch stellen mussten. Weitere sollen folgen.

Verzicht auf Vorstellungsgespräche als Wettbewerbsvorteil

Der Verzicht auf Vorstellungsgespräche soll freilich nicht primär dazu dienen, es Bewerbern so angenehm wie möglich zu machen. Flipkart will durch diesen Schritt vielmehr die Bewerbungsprozesse verschlanken und sich so einen Vorsprung vor der Konkurrenz verschaffen. Darüber hinaus soll die Partnerschaft mit Udacity Flipkart im besten Fall mit genau auf die vakanten Stellen ausgebildeten IT-Profis versorgen. Udacity wiederum kann mit einer Art Jobgarantie für seine Kursteilnehmer werben.

Ob Unternehmen – außerhalb bestimmter IT-Bereiche wie bei Entwicklern oder Designern – wirklich auf einen direkten Erstkontakt mit einem potenziellen neuen Mitarbeiter verzichten können, ist allerdings fraglich. Vielleicht lässt sich aber wenigstens der Stellenwert des Vorstellungsgespräch im Bewerbungsprozess weiter reduzieren.

Solange es noch Vorstellungsgespräche gibt, hilft dir vielleicht der t3n-Artikel „Jede Geste zählt: Was du beim Vorstellungsgespräch mit deinen Händen machen solltest“ bei der Vorbereitung weiter.

via venturebeat.com

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7 Antworten
  1. von Workforce am 01.02.2016 (13:03 Uhr)

    Das Skillmatching an sich klappt ja schon nicht vernünftig.
    Tausende Zwangsbewerbungen müssen gefiltert werden usw.
    Als kleiner Programmierer sind die Rechtskosten leider zu hoch und den Firmen ist anscheinend egal das man immer schwerer Leute findet oder man findet gar nicht immer schwerer Leute und tut nur so damit das Überangebot an billiger Workforce stetig steigt.

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  2. von Boblike am 01.02.2016 (13:48 Uhr)

    Ich bin gerade selbst auf der Suche nach einer passenden Stelle (UI - Productdevelopment / UX - Research).

    Das tollste für mich sind doch Bewerbungsgespräche. Ich will im Gespräch als Bewerber selbst herausfinden ob ich zum Unternehmen passe oder nicht! Reden ist wichtig!

    Was mich am meisten nervt, sind die unzähligen Anforderungen die Unternehmen an die Bewerbung stellen.
    - Bitte individuelles Anschreiben + individuelles stellenbezogenes Motivationsschreiben (!)
    - Ihr Lebenslauf sollte für uns wie folgend Aufgebaut sein.....
    - Nennen Sie doch bitte "kurz" was Sie für unsere Stelle so besonders macht (max. 2000 Zeichen)
    - Absolut schwammige Stellenbeschreibungen damit sich viele Bewerber melden
    - Bewerberportal die mehrere Stunden benötigen um ausgefüllt zu werden

    Und für wen macht man das Ganze? Wenn man dann doch nur eine vorgefertigte E-Mail als Absage bekommt, ohne Begründung und ohne persönlichen Kontakt.

    Und genau das spiegelt nicht das Können eines Bewerbers wieder (vielleicht hat man ja mal einen schlechten Tag im Motivationsschreiben schreiben oder sogar einen Rechtschreibfehler - OMG! NOGO).
    Ich wäre froh es mal häufiger zu echten Gesprächen kommt.

    Der ganze Bewerbungsprozess ist ein Witz in Deutschland.

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  3. von Markus am 01.02.2016 (13:55 Uhr)

    Nachdem ich in meinen 14 Jahren Berufserfahrung festgestellt habe, dass die BioSkills in vielen Bereichen wichtiger sind als alle anderen Skills, wirkt dieser Artikel wie das Gegenteil. Langfristig hatte ich mehr Erfolg mit Kollegen, die Menschlich (=Bio) "besser" gepasst haben, als diejenigen die "bessere" Qualifikationen mitgebracht haben.

    ABER wie so oft fehlt hier die Differenzierung. Wenn ich nur eine Art funktionierenden HumanComputeNode haben möchte, dann mag der Artikel stimmen. Wenn ich aber Mitarbeiter suche, die auch mal über den Tellerrand hinausdenken und etwas wagen, dann ist es definitiv der falsche Weg.

    Wenn jetzt noch jemand auf die Idee kommt, wenn der Computer die Personen schon aussucht, dann soll er die gleich auch führen, dann freue ich mich auf die Zukunft.

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  4. von Christian am 01.02.2016 (14:11 Uhr)

    Wenn mich eine Firma einstellen möchte ohne Vorstellungsgespräch, ohne persönlichen Kontakt... da würde ich sehr misstrauisch werden. Ziemlich sicher sogar ablehnen bzw. zumindest den persönlichen Kontakt im Vorfeld einfordern. Trotzdem wäre die Vertrauensbasis bei mir bereits vor Beginn zerstört oder besser gesagt, sie wäre im Keim erstickt. Noch gesichtsloser und unsympathischer kann sich ein Unternehmen ja kaum geben. Auf der Suche nach Spitzenkräften als beliebige, austauschbare und "Menschen sind Kostenstellen"-Firma dazustehen, kann wohl kaum das Ziel eines Unternehmens sein.

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    • von Markus am 01.02.2016 (14:41 Uhr)

      Wie soll man da noch die seriösen Firmen von den anderen unterscheiden :-) Verdienen sie 7.000€ im Monat und registrieren sich bei jobs.firma ...

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  5. von Christian Brand am 01.02.2016 (17:00 Uhr)

    Einstellen ohne Vorstellungsgespräch ist bestimmt außergewöhnlich. Außergewöhnlich gute PR für das Unternehmen jedenfalls ;) Bin gespannt, ob das auch gut klappt und die die richtigen Leute finden!

    Full disclosure: Ich arbeite für den Jobmatcher Talents Connect, deshalb interessiert mich das Thema. Wir verfolgen das Ziel, dass beide Seiten – Bewerber und Unternehmen – nur "die richtigen (Bewerbungs-)Gespräche" führen. Wir wollen also z.B. Fehlbewerbungen verhindern, die viel Zeit kosten. Dafür haben wir ein Matching geschrieben, das die harten und weichen Faktoren rund um einen konkreten Job nicht nur auf die fachlichen Fähigkeiten eines Bewerbers matcht, sondern auch auf seine Persönlichkeit/seine Soft Skills. Das Ergebnis sind dann personalisierte Job-Empfehlungen.

    Aber: Auch die Unternehmen, die gute Erfahrungen mit unserem Matching gemacht haben, setzen weiterhin auf ein persönliches Vorstellungsgespräch ;)

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  6. von Marie Enkelmann am 02.02.2016 (12:04 Uhr)

    Auch wenn ich ebenfalls der Meinung bin, dass Bewerbungsprozesse in den meisten Fällen viel zu lange dauern, denke ich schon, dass ein persönliches Kennen lernen auf jeden Fall wichtig ist um das zwischenmenschliche zu klären. Den Prozess vor diesem Kennen lernen zu vereinfachen, in dem beispielsweise durch Matching Skills, Erfahrungen und Kompetenzen verglichen werden, ist auf jeden Fall zu empfehlen.

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