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Digitale Gesellschaft

Jobvernichtung durch Digitalisierung: Das Geschäft mit der Panikmache

    Jobvernichtung durch Digitalisierung: Das Geschäft mit der Panikmache
(Grafik: Shutterstock)

Es gilt unter Experten als unbestritten: Der technologische Fortschritt schafft unter dem Strich mehr Arbeitsplätze als er vernichtet. Und trotzdem findet man in allen etablierten Medien Artikel-Überschriften die suggerieren, dass Millionen Jobs wegfallen werden. Dies obwohl Experten meist im selben Artikel konträre Aussagen machen. Anscheinend verkauft sich Panik besser als Aufbruchsstimmung. Doch genau davon benötigen wir dringend mehr in der Diskussion um die Arbeit von morgen meint Alain Veuve in seiner Transformation-Kolumne.

Beispiele

Die Beispiele für solche Panikmache sind zahlreich. Ich picke 3 raus.

  • Interview mit Erik Brynjolfsson in der NZZ vom 09.01.2016, Titel: „Millionen Arbeitsplätze verschwinden“. Aussage im Gespräch von Brynjolfsson: „Aber man muss auch genauso stark betonen, dass wir wohl auch Dutzende Millionen neue Jobs schaffen werden. Das ist ein historisches Muster.“
  • Artikel über Klaus Schwab, Direktor des WEF, im Blick (die Schweizerische Bild) vom 18.01.2016: „Vierte industrielle Revolution kostet fünf Millionen Jobs“ Im Artikel heißt es jedoch, dass auch 2 Millionen neue Jobs geschaffen würden. Zudem entpuppt sich die „erwähnte“ Studie des WEF als relative simple Umfrage, bei der die Teilnehmer angeben, dass eine Kompensation stattfinden wird.
  • Interview mit Thimotheus Höttges in der Zeit vom 30.12.2015. Der erste Satz im (unglaublich unglücklichen Anriss) lautet: „Der Telekom-Chef erwartet durch die Digitalisierung weniger Arbeitsplätze.“ Im Interview sind die Antworten aber ganz anders: „Vielleicht hilft ein Blick in die Geschichtsbücher: Die Strumpfstrickmaschine wurde im 16. Jahrhundert von der englischen Königin bekämpft, weil man Angst vor Massenarbeitslosigkeit hatte. Von den Webstühlen bis zur Dampfmaschine, bei allem hieß es, das sei Teufelszeug. Es hat jedoch bei industriellen Quantensprüngen immer auch einen positiven Beschäftigungseffekt gegeben.“

Mehr Arbeitsplätze – warum?

Man muss kein Experte sein, um zu erkennen, dass der technologische Fortschritt mittelfristig mehr Arbeit schafft. Das ist, wie Brynjolfsson sagt, ein historisches Muster. Warum das so ist, ist recht simpel: Neue Technologie schafft neue Möglichkeiten. Neue Möglichkeiten schaffen neue Bedürfnisse und Probleme. Und neue Bedürfnisse und Probleme schaffen neue Arbeit. Spiel es durch, du wirst immer wieder darauf kommen. Solange wir uns durch Technologie mehr neue Möglichkeiten schaffen, als wir bestehende Probleme lösen, wird es mehr Arbeit geben.

(Foto: Starship Technologies)
Mittelfristig schafft technologischer Fortschritt Arbeitsplätze. (Foto: Starship Technologies)

Dass die Arbeit dabei nicht die gleiche bleibt, ist selbstredend.“

Dass die Arbeit dabei nicht die gleiche bleibt, ist selbstredend. Unsere Gesellschaft hat damit ein Problem, weil sie bisher nicht in der Lage war, eine wirklich generationenübergreifende Wahrnehmung zu entwickeln (Das allgemein längere Leben und die beschleunigte technologische Entwicklung wird das künftigen Generationen übrigens ganz erheblich erleichtern). Es gibt zwar ein Wissen um Veränderungen in der Vergangenheit – das tägliche Bewusstsein fehlt aber. Und logischerweise gibt es daher dadurch keine Antizipation auf die Zukunft.

Weil wir eben nur theoretisch wissen (aus Geschichtsbüchern), dass ein erheblicher Teil der Jobs in den letzten 100 Jahren weggefallen ist, fällt es uns schwer, uns vorzustellen, dass der Großteil der heutigen Berufe in 100 Jahren auch weg sein wird. Oder wir nehmen es zumindest als enorme Bedrohung war. Dass es den Kutscher oder den Hufschmied (fast) nicht mehr gibt, ist uns indes ziemlich egal.

Und komm mir bitte jetzt nicht damit, dass ja eventuell Arbeitsplätze weggefallen sind in den letzten 500 Jahren. Eine Kopfrechnung der allereinfachsten Art mit den Variablen Bevölkerungszahlen, Jahresarbeitszeit und Einkommen zeigt, dass enorm viele Jobs (mit dramatisch verbesserten Arbeitsbedingungen) entstanden sind.

Das falsche Signal

(Foto: Shutterstock)
Viele Medien senden ein falsches Signal, was den digitalen Wandel angeht. (Foto: Shutterstock)

Wenn ich etwas verkaufen will, ist Angst das effektivste Mittel. Wahrscheinlich ist es dieser simplen Wahrheit geschuldet, dass die Medien ihre Artikel zum digitalen Wandel vermehrt mit diesen Schreckensmeldungen überschreiben. Es gibt einen Klick-Krieg da draußen.

Wenn man aber bedenkt, dass diese ersten Eindrücke den meisten Menschen bleiben, richtet das meiner Meinung nach gerade gewaltigen Schaden an. Denn es heizt die gesellschaftliche Abwehrhaltung gegenüber dem Wandel an. Eines Wandels, Nota bene, der vom Menschen nicht aufgehalten werden kann, weil er nichts anderes als menschlich ist.

Gesellschaftlicher Umbruch

„Wir haben die erstmalige Chance, diese Veränderungen in der Gesellschaft aktiv zu gestalten.“

Noch nie in der Geschichte der westlichen Welt (denn um die geht es), war eine bevorstehende fundamentale Veränderung so absehbar. Wir haben die erstmalige Chance, diese Veränderungen in der Gesellschaft aktiv zu gestalten. Das geht jedoch nur, wenn sich Politik, Unternehmer und Bürger bewegen – aufeinander zu.

Das mag hart sein, weil es für jeden Einzelnen eventuell bedeutet, Liebgewonnenes zu verlieren. Zu Gunsten etwas Neuem, bislang Unbekanntem. Dass sich das jedoch lohnt, zeigt sich auch wieder im Blick zurück: Wer möchte noch in einer Welt wie der vor 50 Jahren leben? Niemand.

Wir müssen uns keine Sorgen sondern an die Arbeit machen!

„Alle, Politik, Unternehmer und Arbeitnehmer, müssen kurzfristig Abstriche machen, um mittelfristig Zugewinne erreichen zu können.“

Ich bin nicht besonders optimistisch, dass wir diese Chance der aktiven Gestaltung der Veränderung auch wahrnehmen. Zu verhärtet scheinen mir die Fronten. Unternehmer und Arbeitnehmer wollen die Politik in die Pflicht nehmen (die doch bitte mit Subventionen und Regulationen möglichst lange den Status Quo erhalten soll), die Politik sieht die Unternehmer in der Pflicht. Man kann nur hoffen, dass sich die Akteure nach einer Phase des „Stormings“ dann auch zusammenraufen und möglichst ganzheitliche Konzepte für den Wandel entwickeln.

Denn nichts ist schlimmer als einen Status Quo über lange Zeit künstlich zu erhalten, nur um dann an einen Punkt zu gelangen, in dem die Restrukturierungen unausweichlich sind. Und dann, weil angestaut, auch wirklich dramatisch große Veränderungen in kurzer Zeit passieren. Einen langsamen, geordneten Niedergang von „veralteten“ Berufen und Branchen verkraften wir relativ gut. Abrupte, krasse Veränderungen führen auf jeder Ebene zu größtmöglichen Problemen.

Darum würde es uns allen gut anstehen, differenziert über die Veränderungen und Herausforderungen zu diskutieren und eben auch zu berichten. Das hemmt die Frontenbildung und minimiert damit auf längere Frist den Aufwand, den der Wandel von uns Menschen abverlangt. Die Medien tun uns mit den reißerischen Artikeln gerade keinen Dienst.

Finde einen Job, den du liebst

13 Reaktionen
joerg.gastmann
joerg.gastmann

Der Autor hat das Thema leider nicht verstanden. Die negativen Auswirkungen der Automation auf den Arbeitsmarkt sind vielfältig.

Da wäre zunächst die Lohnkostenkonkurrenz. Automation wird immer leistungsfähiger und billiger. Folglich sinken die Löhne von immer mehr Mensche, die mit Technologien konkurrieren müssen.

Zweitens lässt er das Mismatch außer Acht. Die neuen Jobs sind zu schwierig für Normalsterbliche.

Drittens haben Länder wie Deutschland ihre Arbeitslosigkeit quasi exportiert, und zwar durch Produktivitätssteigerungen und die Subventionierung der eigenen Währung (die D-Mark) wäre nach oben geschossen.

Viertens ist es der Hauptzweck der Automation, Kosten zu senken, indem menschliche Arbeit wegrationalisiert wird.

Und schließlich hat der Autor nicht begriffen, dass wir erst am Anfang einer Entwicklung stehen,bei der es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Löhne und die Zahl der Arbeitsplätze weltweit so weit sinken, dass uns das ganze System um die Ohren fliegt. Das ist auch an der Entwicklung der weltweiten Vermögensverteilung ablesbar, die systembedingt nur eine Richtung kennt: Auseinander

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Smitty
Smitty

Offensichtlich ist der Autor weder Volkswirt, noch Sozialwissenschaftler. Der Blick in die Geschichte, um zukünftige Trends vorherzusagen, kostet vielen "Gläubigen" an der Börse Milliarden... es geht so weiter, weil es ja immer so ging.
Diese kommende, digitale Disruption wird sich drastisch unterscheiden: Es geht dieses Mal der qualifizierten Mitte an den Kragen: Sachbearbeiter in digitalisierbaren Berufen wie Bank, Versicherung, Verwaltung - und das kann die Grundfeste der Gesellschaft erschüttern. Die (noch) nicht kostendeckend digitalisierbaren Berufe (Friseur, Polizei, Kranken-/Altenpflege, handwerkliche Dienstleistungen, etc.) haben heute bereits ein deutlich geringeres Lohnniveau. Wenn - was eher unwahrscheinlich ist - auch die Zahl der Jobs nicht drastisch absinkt, das Lohnniveau wird es tun - die Spaltung wird wachsen. Schnell. Amerika 4.0 ... Es fehlen heute die sozialen Innovationen, um den Fotschritt der technischen Innovationen aufzufangen...

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Christian
Christian

So eine schön Rederei der Digitalisierung hilft aber auch nicht weiter. Jeder Umbruch hat Verlierer und Fakt ist das dieser Umbruch massiv wird. Ich bin mir sicher das viele Jobs verloren gehen und zukünftig nicht mehr benötigt werden. Ich bin mir auch sicher, dass viele neue Jobs entstehen werden. Nur der Weg von den Jobs die wegfallen zu den neuen Jobs die entstehen ist sehr sehr weit und diesen Weg schafft nicht jeder! Da muss man ehrlich sein und den aktiv Übergang gestallten und die Zeit ist knapp, da dieser Umbruch mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit auf uns zu rollt.

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Thomas
Thomas

Danke für den Artikel, aber deiner Argumentationsweise ist von Grund auf falsch. Der Argumentation, man hat in der Vergangenheit schon immer Angst gehabt und es ist doch noch nie was passiert ist schlichtweg eine naive Art zu argumentieren. Das Denkmuster eines Schweins im Stall "Oh, der Mensch kommt heute wieder und bringt mir etwas zu fressen. Vor dem brauche ich keine Angst haben, die letzten 150 Male waren ja auch positiv." ist auch nur so lange richtig, bis Schlachttag ist. Genau die gleiche Argumentation benutzen auch Klimaverleugner und ich halte die Art "es ist noch nie was passiert, warum sollte morgen was passieren" für falsch und sogar gefährlich. Gerd Gigarenzer beschreibt diesen Bias als Truthahn Illusion (https://de.wikipedia.org/wiki/Truthahn-Illusion)
Deine Meinung kann man ja vertreten, aber bitte argumentiere dann auch korrekt.

Inhaltlich stimme ich aber auch nicht überein, aber ich finde das Video einfach perfekt und besser kann ich es niemals schreiben: https://www.youtube.com/watch?v=7Pq-S557XQU

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Olaf Barheine
Olaf Barheine

Die Menschheit steht in den kommenden Jahrzehnten vor derart großen Herausforderungen, an Arbeit wird es da garantiert nicht mangeln!

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Smitty
Smitty

...die Frage ist nur, ob die Arbeit bezahlt wird und von wem. Die sozialen Scherben wegzukehren war noch nie ein tragfähiges Geschäftsmodell...

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Glaube an die Politik
Glaube an die Politik

"Man kann nur hoffen". Jaja. Du warst bei Rot-Grün wohl noch nicht dabei. Wir hoffen seit 15 Jahren auf DSL für alle. Partizipazions-Systeme kann man bis heute nicht realisieren. Usw.
http://www.golem.de/news/soziale-medien-wohlfuehlaktivismus-statt-debattenkultur-1601-118748.html

Welche Wahl hat Verbesserungen erbracht ?
- Arabischer Frühling ?
- Orangene Revolution in Ukraine ?
- Fall des Ostblocks ?
- Rot-Grün ?
- Rot-Rot-Grüner Sieg bei der letzten Bundestagswahl !

Hochpreis-Mietgebiete werden teilweise seit Jahrzehnten ROT regiert. Von Wohnbau für die vielen Startup-Jobs sehe ich aber nicht viel damit die Mieten endlich bezahlbar werden.
Ohne digitale Partizipations-Systeme (legal, konstruktiv, demokratisch, wirksam und kein Hate-Crap) wäre auch die die US-Präsidentenwahl ganz nett. Doof nur das Abmahnungen, Softwarepatente, Holdingketten-Subventionen, Rettungs-Pakete in Milliardenhöhe, TTIP, TISA, ACTA, IPRED2, SOPA,... usw. natürlich "viel wichtiger" und demokratie-fördernder fürs Volks-Wohl sind.

Probleme muss man an der Ursache bekämpfen. Nenn doch mal erfolgreiche Beispiele... und denk nach wieso es allen jährlich schlechter geht.

google: oxfam study
wikipedia: Supplemental_Nutrition_Assistance_Program
46 Millionen ! Aber es soll uns besser gehen ? Wie viel Prozent der Bevölkerung sind das ?

Asiaten freuen sich: Interview bei CNBC: Robo-Cars fahren in die Outlands oder Stapelboxen (weil kein Benzin drin ist, kann man die in jeder Position lagern) zum Aufladen und in der Stadt herum. Die freien Parkhäuser (also die Bau-Grundstücke) werden dann die neuen Giga-Tower. Denn in asiatischen Städten ist #1-Priorität, freie Grundstücke zu finden oder zu Giga-Towern zu konvertieren.

Das normale Auto wird angeblich 1 Stunde pro Tag bewegt und davon xx Minuten auch noch im Stau und kostete damals 300-400 DMark pro Monat.
Demnächst werden Cars geshared bzw. im Kleinbus Mitfährt und mit dem Wocheneinkauf im Kombi zurückfährt weil Handy-Apps das stressfrei schon unter rot-grün erreicht hätten wenn die Rechtsrisiken es nicht uninteressant machen würden. Rentner oder Leute die mal einzeln, mal mit Fußball-Gruppe, mal mit Klein/Groß-Familie fahren würden auch dynamisch ihr iCar mit der iWatch buchen.
D.h. wenn man Cars nur ein wenig shared und sie statt 1.5 Stunden von einer Person stattdessen 3 Stunden von 2 Personen pro Tag genutzt werden, hast Du nur noch halb so viele PKW nötig. D.g. die Autofirmen nur noch halb so viele Autos zu produzieren also nur noch halb so viele Mitarbeiter. Jetzt überleg noch mal wie viel Deiner Steuern Du für die letzte Auto-Firmen-Rettung ausgegeben hast.
Doof nur das wenn die E-Cars kommen, wirklich kaum noch jemand ein Benzin-Auto haben will. Da hilft keine Abwrackprämie mehr wenn man Tesla die $35k-Teslas aus der Hand reisst.

Oder Solarzellen: Mit Milliarden vom Volk gefördert. Trotz Vorsprung und Überlegenheit waren Chinesen billiger. Also mussten Solarfirmen gerettet werden oder sind insolvent gegangen und haben vielleicht Rechnungen und Löhne nicht gezahlt. WIESO WIESO WIESO ?
Die Mitarbeiter hätten doch die vielen (mehr als in Deutschland produziert wurden) Solarzellen aus China auf den Dächern festschrauben können ? Oder fliegen die Shaolin-Mäßig von selber auf die Dächer und benutzen (wollte ich schon vor 10 Jahren, wird bald ein Milliarden-Startup von Amerikanern) Ausfalt-Techniken wie bei den Solar-Panels für Satelliten, damit sie ohne Arbeiter aufgestellt werden können ? So schlau sind China-Solarzellen nun auch wieder nicht. Es hätte also keine Solarfirma eine Stunde weniger arbeiten brauchen. Aber halt was anderes... Nämlich draussen beim Kunden statt drinnen in der Fabrik-Halle. NULL Pleiten, NULL Jobverluste. JOB-VERLAGERUNG wie damals als alle Pferde-Stationen (Trinken, Essen, Hufe Warten, Sattel einstellen, Fuhrwerke warten und reparieren...) auf Benzin umstellten wenn sie schlau waren und eine Weile zweigleisig fuhren.

Was lernen wir: 1) Die Jobs entstehen woanders. 2) Die Regierung macht was sie immer gemacht hat. Schlaue neue Lösungen fehlen obwohl sie oft nur trivial wären.

Robo-Cars machen zigtausende Driver überflüssig.

Die Wirtschaft wächst seit der letzten Krise. Die Jobs werden aber schlechter. Siehe SNAP bei Wikipedia oben.
Ein Paketpacker bei Amazon ist halt weniger fachlich als ein gelernter Buchhändler im Ladengeschäft.

Die Presse verpasst praktisch immer die schleichende Erosion.
Wie auch hier kommentiert wurde, werden zigtausende Stellen (auch bei M$) gestrichen und nicht mehr ersetzt. Oder bei Bankern in Frankfurt.
Da fehlt Kaufkraft, aber viel wichtiger: Es fehlen auch Steuern.
Wegen Schuldenbremse in der Verfassung geht munter Schulden-Machen nicht mehr. Doch wo nix ist ist auch kein Geld.

Al Bundy und Peggy Bundy haben einen High-School-Abschluss. Beide dürfen studieren. Sie können aber auch auf den US-Fracking-Ölfeldern $100.000 pro Jahr verdienen. Das ist zusammengebrochen. Die gesamten Öl-Staaten haben auf Dauer mit $20-$50 oder so beim Ölpreis zu rechnen. Diese Branchen sind vorbei.
Das wäre bei Erscheinen des 35k-Tesla klar gewesen. Wieso ist es jetzt ? Die Auto-Hersteller haben die Abwrack-Prämie immer noch nicht zurückgezahlt. Aber es werden neue Verkaufsrekorde/Erst-Zulassungen verkündigt. Nur noch 30% der US-19-jährigen haben einen Führerschein. Neue Autos brauchen weniger Benzin. Evtl erodiert daher der gesättigte Benzin-Tank-Markt und keiner hat es vorhergesehen.
Weil man Strom nicht an der Tankstelle sondern am Supermarkt tanken wird, gibt es bald wohl ein "Tankstellensterben" und jeder (ausser mir) ist "völlig überraschend und vollkommen unerwartet"(R)(TM) überrascht und muss mit Milliarden den CO2-Produzenten, Klima-Wandel-Leugnern und Boni-Firmen helfen.

Wer Probleme lösen will, sollte erst mal dafür sorgen das die Informationsgesellschaft auch funktioniert. D.h. das die Presse VORHER informiert statt wie so oft erst hinterher zu berichten.
Viele Rauchmelder wirken vielleicht besser.

Die Zukunft ist vorbei. Besser wirds nicht mehr.
Schill-Partei und Piraten haben gezeigt wie Zukunft funktioniert. Die Grünen waren mal in Richtung esoterisch und haben sich jahrelang mit Realo vs. Fundi aufgehalten. Und das deutsche Internet basiert auf Rot-Grün und unsere UMTS-Preise auf deren UMTS-Versteigerung.
An Fußballtrainer-Wechseln erkennt man das neue Trainer oft keine Verbesserung erbringen. Dem Volk bleibt nur noch der Protest: Z.B. Trump oder Alternative Parteien. Oder damals Lordi beim Eurovision Song Contest oder die Stefan Raab Kandidaten für Eurovision Song Contest.

Gute Presse würde sich durch schriftliche Anfragen eine Basis bauen.
- Als damals in Asien die Flüchtlings-Krise war hätte man fragen müssen "Ist Deutschland/Bundesland.../... auf Flüchtlingszahlen wie in Asien vorbereitet ?"
- Jetzt müsste man alle DAX-Konzerne und Startups fragen ob sie locker durch die letzte Rezession wie damals NeueMarkt-Krash/NewConomyBubbleBurst, Immobilien-Crash und Banken-Crash und evtl auch noch Griechenland-Krise durchkommen werden oder trotz Zillionen-Bonis natürlich kalt überrascht werden und Milliarden-Subventionen wollen.
- Man sollte alle Politiker und Stromkonzerne und Auto-Konzerne fragen ob man auf den E-Boom vorbereitet ist oder die neuen vorgeschriebenen digitalen E-Stromzähler nur zur (wie im Ostblock die Mangel-Verwaltung) Rationierung des Stroms dienen sollen wenn der 35k-Tesla die Benzin-Autos vom Markt fegt so wie damals die Netbooks innerhalb 2 Jahren den Laptop-Markt massiv verkleinerten. Smartwatches, Tabletts, SmarTVs usw sind ja nur ZUSÄTZLICHE Geräte. Aber die Netbooks waren für viele dann Alternative zu den Laptops.
- Man sollte mal fragen WIESO der Ölpreis unten bleibt (neue Autos mit weniger Verbrauch?) und welche Auswirkungen das auf die Ölstaaten und die deutschen Marken-Firmen hat weil jetzt ja auch China stagniert. Qatar kann sich bald vielleicht keine WM mehr leisten und WM und Ölympia wechseln dann zwischen China und USA weil alle anderen Länder zu arm sind. Evtl kann Abramovich sich keine neuen Spieler leisten und lässt den Verein mit Schulden zurück obwohl das nicht nötig gewesen wäre. Wie die FIFA und England-Fußball-Bund und natürlich Champions-League und deren Vermarkter sowas wirksam verhindern will und mit ihren Boni haften wäre mal eine nette schriftliche Anfrage. Da wünscht man sich Vereine wie FC Bayern München welche ohne Subventionen und Werks-Sponsoren usw. durch reine Wirtschaftliche Leistung gut bezahlen und nicht auf Kosten anderer leben und auch dank Schuldenfreiheit ihre Zukunft nicht schon verkauft haben. Aber Cashburnertum ist wohl leider zu alltäglich geworden.
- Fragt rot-rot-grün und Gewerkschaften wieso es bei ihnen keine digitalen funktionierenden Partizipations-Methoden gibt um nicht wie manche Konkurrenten Hinterzimmer-Politik oder Parteitage ohne Berichterstattung zu haben.

Macht die Presse das ? Oder sind alle mal wieder "vollkommen überrascht"(R)(TM) ? und wir müssen es wie immer bezahlen ?

Von unwirtschaftlichen Leuten erwartest Du wirksame funktionierende (und möglichst auch nachhaltige) Lösungen statt nur Pöstchenverteilung und Schuldenmacherei ? Na also...

Es gibt konstruktive Demokratie-Verbesserungs-Lösungen. Aber nicht wenn man dafür existenzvernichtet wird weil Kritik unerwünscht ist.
http://t3n.de/news/suchmaschine-netflix-674251/
(oder wohl auch Anti-Plagiatatoren-Wikis) haben bewiesen das Single-Man-Teams überlegene Software fürs welt-weite Wohl realisieren können. Aber lieber auf Verbesserungen bei Twitter oder Periscope warten oder PER ZETTEL!!! Anfragen an Zuckerberg stellen obwohl sein Hauptprofit oder Hauptumsatz-Quelle MOBILE ist.

In Deutschland waren die Neubauten weniger als alte Immobilen überarbeiten.
Stagnation und Sättigung hast Du also auch vergessen.
- Kanäle buddeln
- Eisenbahnen buddeln (Fundament buddeln, Eisenbahn verlegen)
- Autobahnen bauen (Fundament buddeln, Beton,... Autobahn planieren,...)
hatten zigtausende Beschäftigt.
Die USA haben dankenswerterweise detailliertere Job-Zahlen und die meisten produzierenden Branchen haben trotz leichtem Wachstums Zigtausende entlassen. Oder auch M$ hat 14.000 Stellen gestrichen obwohl Win10 aktuell frisch verkauft wird.
Die kleinen Geschäfte lernen (auch wegen der Presse) leider nicht das sie mehr Dienstleistungen und weniger Produkte/Waren verkaufen sollten. Auch weil Ebay/Amazon kein "TV aufbauen und anschliessen" anbieten und man für selbstgeschriebene TV-Einstell-Tools womöglich abgemahnt wird.

Und eine Liste neuer Jobs mit auskömmlicher Bezahlung sehe ich hier auch nicht.
Programmierer sind zu 49% ersetzbar laut ct-Bericht über ich glaube 700 Jobs. Förster und Juristen sind am wenigsten ersetzbar.

Dieser Text wäre viel kürzer, klarer und natürlich mit Quellen belegt wo/wenn man das constructive forum programmieren dürfte...
Dort würde man wirksam, knapp und effizient in allen Sprachen diskutieren weil woanders Trolle und Prolle, Hate, Rauschen, Bezahlposter (Neuer Job-Sorte so wie auch Abofallen-Call-Center-Mitarbeiter, Email-Beschwerden-mit-nichtssagenden-Antworten-"Support"-Mitarbeiter,...) usw. es uninteressant machen.
Aber für die aktuelle Davos-Forderung eines kostenminimalen digitalen Bildungs-Systems wurde man vor 10 Jahren ja auch gemobbed. Stattdessen werden für 100.000 Euros Schulen abgebaut welche dann von Feinden abgefackelt werden. Jede neue (Mädchen)Schule wäre besser mal ein 80-Euro-Tablett.
Aber lieber Lehrer-Pensionen bezahlen und wie Qualität der Bewerber loben... Daran erkennt man vielleicht am besten welche Länder besser werden.

Antworten
Thomas D.

Naja, ich bin da immer noch skeptisch. In der Summe gibt es sicherlich genug Arbeit, aber welche? Wird die von einem Amazon-Lagerarbeiter ausgeführt werden können, der durch einen Roboter ersetzt worden ist? Oder einem Taxifahrer (die mit Doktorgrad ausgeschlossen), der einem von Googles selbststeuernden Autos beruflich zum Opfer gefallen ist?

Hat mal irgendjemand ein Beispiel, was diese Leute machen sollen? Dass diese Menschen alle in der IT-Branche unterkommen und "Apps programmieren", wie Herr Brynjolfsson vorschlägt, halte ich für eine gewagte These und von "künstlerischem Schaffen" wird da auch kaum einer sein tägliches Brot verdienen können.

Der historische Vergleich hinkt da ziemlich, denn so leistungsfähig Maschinen auch sind und waren: Sie konnten nur relativ einfache Aufgaben erfüllen und mussten zudem gezielt für bestimmte Zwecke gebaut werden. Was jetzt kommt, ist flexibel und durchaus fähig selbst hochwertige Jobs, wie die eines Piloten zu ersetzen.

Antworten
Freizeitcafe.info

Technologischer Fortschritt schafft doch wirklich langfristig Arbeitsplätze. Schon jetzt entstehen doch ständig neue Jobs- oft Homeoffice-mäßig organisiert. Da kann man auch (noch) keinen Haushaltsroboter für beschäftigen.
Technik Archäologen und Co. werden doch gerade erst geboren - der Jobmarkt muss einfach kreativer werden und nicht nur auf die immense Technik schimpfen und diese verteufeln, sondern sie zu nutzen wissen. Mfg aus Bochum

Antworten
Oliver
Oliver

Ich denke, dass zwar Jobs entstehen, diese aber vielleicht schwierig zu besetzen sein werden. Digitale Jobs setzen hohe Bildung, technisches Verständnis und vor allem Interesse an Zusammenhängen vorraus. Da mangelt es u. U. sehr an Fachkräften. Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, waren die meisten an Hintergründen nicht interessiert und gaben nur auswendig gelernt. Heute haben viele nun Probleme umzusteigen, weil ihr Job nicht mehr verlangt wird und sie sich nicht vorstellen können, neu zu lernen.

Antworten
Ich
Ich

Inzwischen scheint halt keiner mehr ohne Clickbaits auszukommen, selbst der Kicker.... http://www.bildblog.de/75850/das-muss-man-sich-mal-vorstellen/

Antworten
Andreas

Danke für den Klartext. Ich bzw. wir als "Digitalarbeiter" sind es wirklich leid, immer wieder von diesen Pseudo-Horrorszenarien zu lesen.

Sicherlich ändert sich durch die Digitalisierung vieles. Aber diese Veränderung bedeutet sicherlich nicht massenhafter Arbeitsplatz-Abbau, so wie es viel zu oft dargestellt wird.

Antworten
Peter
Peter

Weitgehend d'accord.

Arbeit ansich ist keine Mangelware. Zu allen Zeiten gab und gibt es mehr Arbeit als Nachfrager. Das Problem ist weniger, dass es nichts zu tun gäbe in der Welt. Vielmehr ist es die Art und Weise, wie wir Arbeit heute größtenteils noch definieren. Nämlich als tariflich geregelte, sozialversicherungspflichtige Arbeit für einen Arbeitgeber, für den man sich sklavisch in deutscher Stalingrad-Mentalität aufarbeiten soll.

Antworten

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