Das World Wide Web feiert heute (13. März) seinen 20. Geburtstag. Im März 1989 hatte Tim Berners-Lee im Genfer Kernforschungszentrum CERN seine Ideen zu einem neuen Informations-Management aufgeschrieben. Es ging um eine digitale Bibliothek, die alle Forscher im Umfeld des CERN nutzen sollten. Niemand ahnte, dass damit der Grundstein für eine Technologie gelegt war, die schon wenige Jahre später viele Bereiche der Gesellschaft revolutionieren sollte. Im Gegenteil: Zunächst blieb das Papier unbeachtet in einer Schublade liegen.
Im Prinzip gibt es heute das World Wide Web, HTML-Seiten, Browser und alles was an Medien, Kultur, Kommunikation und Wirtschaft daraus entstanden ist nur aus einem Grund: Tim Berners-Lee hatte einige Monate nichts zu tun. So jedenfalls erklärte er es in einer Rede vor der Knight Foundation im September 2008.
1989 war der Teilchenbeschleuniger LEP fertiggestellt, aber die Arbeiten am Large Hadron Collider (LHC) hatten noch nicht begonnen. „In dieser Flautephase erlaubte mir mein Chef Mike Sendall an einem Nebenprojekt zu arbeiten - einem globalen Hypertextsystem, das ich 'World Wide Web' nannte“, erzählte Tim Berners-Lee.
Was uns heute selbstverständlich als eine Erfindung mit weitreichenden Folgen erscheint, die den Alltag für viele Menschen grundlegend verändert hat, neue Verbindungen zwischen ihnen schafft und alte Geschäftsmodelle ablöst, war zunächst nichts mehr als ein Papier - das man sich heute noch durchlesen kann. „Vage, aber hochinteressant“, schrieb Mike Sandall an den Text (auch das ist erhalten). Und dann passierte zunächst nichts.
1990 überarbeitete Tim Berners-Lee den Text, aber auch der verstaubte ohne weitere Folgen. Einen entscheidenden Schritt kam die Idee erst vorwärts, als Mike Sandall einen NeXT-Computer kaufte, ihn an Tim Berners-Lee gab und meinte: „Wenn Du diese Maschine hast, warum versuchst Du dann nicht einmal diese Hypertext-Sache darauf zu programmieren?“

















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