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Porträt

Kaffee? Dieses Startup macht Tchibo und Jacobs Konkurrenz

    Kaffee? Dieses Startup macht Tchibo und Jacobs Konkurrenz

Leere Nische im E-Commerce: ein Portal für Kaffeeliebhaber (Screenshot: Roast Market)

Burda hat ein Näschen für erfolgreiche E-Commerce-Startups. Nun beteiligt sich das Verlagshaus an dem Kaffeeanbieter Roast Market. Zeit für ein Porträt des Startups.

Burda ist bei dem Kaffeeportal Roast Market eingestiegen. Dabei ist Roast Market für Burda kein Unbekannter: Die letzten zwei Jahre habe man den Nischenanbieter über ein „Media-for-Revenue-Modell“ bereits unterstützt.

Doch in wen genau investiert Burda da? Roast Market ist eine Online-Plattform, auf der deutsche und internationale Kaffeesorten sowie Zubehör angeboten werden. Der Kunde findet in dem Online-Portal etwa 1.000 Produkte rund um das Thema Kaffee von 47 Marken. Der Onlinehandel ging im März 2015 live und besetzt eine wachsende Nische auf dem deutschen Lebensmittelmarkt.

5 Milliarden Euro Umsatzpotenzial

Rund fünf Milliarden Euro wurden 2016 im Kaffeemarkt umgesetzt. Dem Kaffeereport 2016 von Tchibo zufolge trinkt rund die Hälfte der Kaffeetrinker in Deutschland täglich zwei oder drei Tassen am Tag. Und Wiebke Reineke, zuständig für die Verkaufsförderung und PR beim Kaffeeautomatenhersteller Jura in Deutschland, bestätigt: „Im Office solltet ihr pro Mitarbeiter drei Tassen am Tag rechnen.“ Der Bedarf ist also riesig und niemals endend. Und beschränkt sich nicht nur auf Privatpersonen, sondern auch auf Bars, Cafés und Unternehmen. Das fanden auch Boris Häfele (32) und Philip Müller (32) und haben daher 2015 ihren Kaffeehandel im Netz eröffnet.

Startseite Roast Market (Screenshot: Roast Market)

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Umfangreiche Konkurrenz

Nun konkurrieren sie im Profi-Bereich für B2B mit Anbietern wie dem Tchibo-Coffee-Service, Jacobs Coffee-Kitchen oder dem Osnabrücker Spezialist für professionelle Kaffee- und Wasserversorgung Coffee Plus. Und im B2C-Geschäft mit der Kaffeezentrale, dem Online-Shopping-Portal für Espressionisten,  dem feinen Coffee-Circle, Tchibo mit seinen bekannten Kaffeewelten oder Nespresso mit seinem Internet-Vertrieb. Jeder dieser Anbieter hat sein USP: Tchibo setzt auf große und günstige Auswahl. Nespresso steht für Luxus-Genuss – bei Maschinen und Kaffeesorten. Das Berliner Startup Coffee-Circle wiederum ist eine echte Alternative zum Massenkaffee, denn es setzt auf biologisch angebaute Bohnen und schonende Röstung. Dafür zahlt es seinen Kaffeebauern sehr hohe Abnahmepreise, die es ihnen ermöglichen, den Kaffee weiterhin in ihren Waldgärten anzupflanzen und sorgfältig von Hand zu ernten.

Der USP von Roast Market

Und wo platziert sich Roast Market? „Am Anfang stand neben dem Wunsch nach Eigenständigkeit die Erkenntnis, dass in Deutschland ein ‚klassischer Retailer‘ für Kaffeeprodukte fehlt“ erläutern die Gründer ihre Idee, wie die FAZ schreibt. Und man wolle mit Roast Market eine Marke aufbauen und „echten Mehrwert“ schaffen. Ach ja, sagen sie das nicht alle?!

Konkret lassen die Gründer von Roast Market gegenüber gruenderkueche.de  verlauten, dass sie „das umfassendste Angebot für Kaffeekunden anbieten wollen. Das heißt: sowohl lokale Röstereien und Supermarkt-Produkte (Illy, Lavazza, Segafredo) als auch italienische Kultmarken für alle Zubereitungsarten (Espressomaschinen, Vollautomaten, Filterkaffee-, Pad- und Kapselmaschinen). Hinzu kommt ein umfangreiches Zubehörportfolio, sodass alles zum Thema Kaffee bei uns gekauft werden kann.“  Also eine Art Amazon für Kaffeetrinker. Ein Blick auf das Online-Angebot der Website zeigt: Roast Market ist offizieller Vertriebspartner aller bekannten Kaffeemarken. Aber: Als Retailer handelt Roast Market ausschließlich mit Drittmarken. Vom Portal, auf dem andere Anbieter ihre Ware feilbieten, ist noch nichts zu spüren. Und so konkurriert Roast Market derzeit wohl eher mit Amazon Fresh als mit Amazon an sich.

Roast Market als echter Marktplatz? Derzeit noch nicht

Aber es liegen sicher noch Pläne in der Schublade. Ganz dem Trend der Zeit verbunden, einen Marktplatz zu gründen, haben Boris Häfele und Philip Müller eine Vision: Sie wollen ein Marktplatz für Kaffee werden. Umsetzen wollen Sie diese Pläne mit Venture-Kapital, vor allem von Unternehmen, die sich engagieren und einen weiteren Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leisten können. Wie beispielsweise Burda. Mit dem „Media-for-Revenue-Modell“ wurde in den verschiedenen Burda-Print-Magazinen per Anzeige auf Roast Market  aufmerksam gemacht. Im Gegenzug erhielt Burda eine Umsatzbeteiligung. Über die Höhe schwiegen sich die beiden Unternehmen aus. Doch die Erfolgserwartungen von Burda müssen wohl erfüllt worden sein, da Burda nun weiteres Geld in Form einer Beteiligung in das Startup steckt. „Die bisherige Zusammenarbeit hat gezeigt, dass unsere Zeitschriften das E-Commerce-Angebot deutlich befeuern. Die Partnerschaft funktioniert für beide Seiten hervorragend“ sagte Burda-News-Geschäftsführer Burkhard Graßmann.

Das „Media-for-Revenue-Modell“ läuft indessen weiter, wie Burda gegenüber t3n bestätigte. Die Beteiligung ist in der TEC GmbH verortet, der von Burkhard Graßmann und Hubert Jakob aufgebauten Unternehmenseinheit für das strategische Neugeschäft rund um Burdas Printmarken. Geschäftsführer der „The Enabling Company“ (TEC) ist Hubert Jakob.

Doch Burda ist nicht der einzige Investor: Im Jahr 2016 konnte Roast Market ein Finanzierungsvolumen von deutlich über einer Million Euro zusammensammeln. Damit soll weiter in die Bereiche Produkt, Service und Brand investiert werden, um das Unternehmen für weitere Marketingkanäle vorzubereiten. „Die Business-Angel-Finanzierung gibt uns die Möglichkeit, echte Expertise im Company-Building und ein relevantes Netzwerk zu gewinnen. Sie ist damit für Gründer eine oft unterschätzte, unkomplizierte Alternative zu VC-Finanzierungen“ sagte Philip Müller gegenüber Startup Valley News.

Es ist also genug Geld da, um fortlaufend die Werbekanäle SEA, SEO und E-Mail zu optimieren. TV ist seltsamerweise bislang und offiziell noch nicht eingeplant, obwohl hier schnell eine große Reichweite erzielt werden könnte – und Kaffeetrinker ja auch 40+ sein können. Verschenktes Potenzial also, doch mit der neuen Finanzierungsrunde ist es sicher nur noch eine Frage der Zeit, bis auch dieser Werbekanal genutzt wird. Und auch der Aufbau des Marktplatzes, der im Namen Roast Market ja schon versprochen ist, dürfte weiter vorangetrieben werden.

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2 Reaktionen
kaffeeguru
kaffeeguru

Tchibo und Jacobs Konkurrenz ... ist sich nicht die ganz große Kunst. Ich habe jetzt schon eine Berichts > Prognosen von Roast Market gelesen, und kann diese Wunschträume in keinem Fall nachvollziehen.

So ist das Unternehmen seit gut zwei Jahren am Markt, bewegt sich aber immer noch in einer absoluten "Nische / Subzone" gegenüber den Anbietern Kaffeezentrale.de, Espresso-International.de und Aromatico.de. Deren Umsatzgröße bewegt sich lt. Internetrecherche bei rund EUR 4 - 10 Mio. . Diese entsprechend hohen Umsätze generieren auch die entsprechend hohe Umschlagshäufigkeit und gewährleisten damit die wirkliche Frische. Ich selbst kaufe nur und ausschließlich dort, wo Ware/n mit deutscher Deklaration und den konkreten MHD angeboten wird. Bei Rostmarket sehe ich dies nicht, bei der Sorte La Brasiliana Marfisa ist auf dem Foto das Datum vom 24.10.2015. Bei Bestellungen über Amazon habe ich bisher (zum Teil) auch ganz gute Erfahrungen gemacht.

Anstelle der 47 Marken finde ich auf der Webseite von Roast Market derzeit nur 41 Kaffee-Produzenten; und 39 davon gibt es bereits seit Jahren auf den Webseiten der vorgenannten Anbieter. Es ist für mich schwer vorstellbar dass Roast Market so jemals der exklusive Vertriebspartner für eine wesentlich Marke sein wird. Auch sind mir die Beschreibungen völlig zu steif, zu emotionslos, ohne Feuer, ohne Temperament, ohne Leidenschaft. Warum bitte?

"feinste und exquisite Kaffeebohnen" so habe ich bei dem Fernsehbericht "Ausgerechnet Kaffee" am 19.06.2017 von Daniel Assmann gehört, soll dem Bericht entsprechend nur aussagen dass die verwendeten Bohnen dort eingekauft werden, wo sie gerade am günstigsten sind - in Mittel- und Südamerika. Das geht auch deutlich besser; der Metzger um die Ecke schreibt doch auch, was in der Wurst drin ist.

Ich für meinen Teil kann absolut keinen "besonderen Stellen- oder Marktwert" von RM erkennen, werde aber weiterhin bei einer guten Tasse Kaffee die Geschehnisse von Burda und Rostmarket verfolgen. Evtl. verändert aber der zukünftige Fernsehspott meine Meinung.

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Arne

Danke für den Artikel. Es ist schon spannend zu sehen, wie die großen Magazine versuchen im Bereich Kaffee zu investieren. Natürlich am besten in diesem Internet. Am liebsten würden die doch allesamt eine bereits sehr viel größere Seite kaufen.

Die gibt es nur irgendwie nicht. Ein Marktplatz für Kaffeebohnen hat zwei große Probleme. Zum einen sind Kaffeebohnen ein Supermarkt-Mitnahmeprodukt zum anderen ein Luxus-Produkt mit dem Alleinstellungsmerkmal „Frische“. Die Frische wird von den genannten Industrieprodukten schon ab Haus nicht geliefert.

Das Amazon für Kaffeebohnen ist irgendwie auch Amazon – die haben allerdings ebenfalls Frische-Probleme.

Was natürlich auch entscheidend ist, ist ein Team mit Leidenschaft für guten Kaffee. Diese ist an den „Blogs“ und „Magazinen“ schnell erkenntlich. Bei den einen sind diese Seiten ein SEO-Marketing-Vehikel, bei den anderen, dass was am meisten Spaß an dem Job macht – sich mit Kaffee zu beschäftigen.

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