Kartellbeschwerde: Deutsche Verleger verbünden sich gegen Google

Die deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverleger gehen massiv gegen den Internetgiganten Google vor und haben jetzt eine offizielle Beschwerde beim Kartellamt eingereicht. Als Beschwerdegrund wird die Nicht-Beteiligung an den Werbeeinnahmen der Suchmaschine angeführt, die nach Ansicht der Verleger auch durch die „Snippets“ genannten Textauszüge auf den Suchergebnisseiten generiert werden.

Gegenüber tagesschau.de erklärte Google-Deutschland-Sprecher Kay Oberbeck, man wolle dem Kartellamt gerne die eigenen Produkte und Geschäftspratiken erklären, man sei aber auch davon überzeugt, „dass sie den deutschen und europäischen Gesetzen entsprechen“.

symbolbild google fadenkreuzEbenfalls Beschwerden eingereicht haben der Kartendienst Euro-Cities, der sich gegen die kostenlosen Maps zur Wehr setzt und die Microsoft-Tochter Ciao, die mit Teilen eines Vertrages aus der Zeit vor der Microsoft-Übernahme nicht mehr einverstanden ist.

Google wurde nun vom Bundeskartellamt aufgefordert, zu den Beschwerden Stellung zu nehmen. Erst danach werde entschieden, ob ein förmliches Verfahren eingeleitet wird.

Einen interessanten Aspekt greift der Blogger und Enterprise-2.0-Evangelist Frank Hamm auf. In einem offenen Brief an den Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) bittet er um eine Stellungnahme, zur Beteiligung an den Werbeeinnahmen der BDZV-Mitglieder, wenn diese Inhalte von Drittherstellern zitieren.

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6 Answers

  1. von gushiken 18.01.2010 (14:14Uhr) 1.

    Das ist doch lächerlich. Anstatt sich dem Internet anzupassen und ihre Geschäftsmodelle zu überarbeiten stemmen sich Verlage gegen Google. Als wenn das nun etwas an der Situation ändern würde.

    Das geht schon in die gleiche Richtung wie die Argumentation der Musikindustrie... "Durch das Filesharing haben wir x Millionen € Verlust gemacht". Ich würde mal behaupten das sie durch das Filesharing weniger Verluste als eher noch Gewinne erzielen. (Durch das herunterladen von Musik wird mehr Musik gehört, wer mehr Musik hört kauft sich auch eher und mehr CD's). Nur weil ein Album 100.000 mal heruntergeladen wurde, heisst es nicht das es 100.000 mal gekauft worden wäre!

    Wenn die Verlage nun Ihre Inhalte kostenpflichtig machen werden die Artikel halt weniger gelesen. Sie würden durch geschickte Werbung und ein moderneres Konzept sicherlich mehr Geld verdienen.

  2. von yoggi 18.01.2010 (14:47Uhr) 2.

    ... natürlich profitiert google von den Snippets - die machen die Suchergebnisse interessanter -> bessere Vermarktung der google-Seite -> mehr Werbeeinnahmen.
    Also haben die Verlage recht, google verdient Geld durch ihre Leistungen. ABER genauso verdienen die Verlage ja wohl an dem Traffic auf ihren Seiten, der durch die google-Suchergebnisse generiert wird. Vielleicht sollte google mal den Antrag stellen davon etwas ab haben zu wollen.

    Und was soll der Blödsinn mit dem Karten-Dienst? Die wollen sich doch nicht wirklich darüber beschweren, das jemand eine Dienstleistung kostenfrei anbietet. Komische Idee...

  3. von Bianca 18.01.2010 (20:52Uhr) 3.

    Meine Damen, meine Herren, nun ist es soweit: Die in die Ecke Verdrängten wollen sich wehren indem sie eine Kartellbeschwerde gegen Google einreichen.

    Trackback: http://chiliconcharme.posterous.com/kartellbeschwerde-deutscher-verleger-gegen-go

  4. von Roland 18.01.2010 (22:40Uhr) 4.

    Ich gebe gushiken recht. Die Musikindustrie hat auf ein veraltetes Modell gesetzt und auch die Verleger werden sich umstellen müssen. Offenbar hat aber niemand ein akkurates Mittel, die junge, netzafine Zielgruppe adequad zu bedienen. Seis drum, machen wir uns unsere eigene (bloggende) Medienwelt :)

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