Das könnte dich auch interessieren

Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Marketing

Kehrtwende: Google+ erlaubt offenbar bald Pseudonyme

    Kehrtwende: Google+ erlaubt offenbar bald Pseudonyme
#FLICKR#

Auf dem Web 2.0 Summit hat Googles Social-Chef Vic Gundotra laut mehrerer Quellen angekündigt, dass es künftig keinen Realnamenzwang mehr auf Google+ geben soll. Auch „andere Formen der Identität“ werden dann möglich sein. Die Pflicht zum Realnamen hatte zu vielen Diskussionen und der Abwanderung mancher Nutzer geführt und war vor allem eines: nicht durchsetzbar. Ob die kommende Regelung nun aber allgemeinen Beifall finden wird, steht auf einem anderen Blatt.

Mike Swift zitiert Vic Gundotras Aussagen zu dem Thema auf Twitter mit den Worten:

Google+ will soon support pseudonyms, moving away from strict real name ID policy

Weitere Quellen lassen sich auf Twitter zu diesem Zitat finden: JeromeA und Rafe zitieren Gundotra mit der vorsichtigen, aber dennoch wegweisenden Aussage:

We plan to support pseudonyms in the future.

Wie mir durch Thorben Groth auf Google+ bestätigt wurde, ist diese Aussage tatsächlich gefallen. Zunächst habe Vic Gundotra demnach zunächst die Realnamenpolitik verteidigt. Man habe eine positive Atmosphäre schaffen wollen. So hatten die Projektverantwortlichen für Google+ schon seit Wochen die umstrittene Regelung verteidigt. Mashable zitiert Gundotra mit den Worten, dass Google+ letztlich auch „andere Formen der Identität“ zulassen werde.

Vic Gundotra, hier auf der Google I/O 2010, hat angekündigt, dass auf Google+ „zukünftig“ Pseudonyme erlaubt sein werden. Wie genau das umgesetzt wird, ist noch nicht bekannt. (Foto: jolieodell / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Kritiker hatten zu Googles Regelung erklärt, dass es Menschen gebe, die aus gutem Grund nicht mit ihrem echten Namen auftreten wollten. Und auch denen müsse die Nutzung von Google+ ermöglicht werden.

Nicht zuletzt stellt sich die Frage: Wie würde Google seine bisherige Vorgabe in der Praxis überprüfen und durchsetzen wollen? Zumal Google selbst erklärte, es gehe um den „common name“, also den Namen, unter dem jemand allgemein bekannt sei. Das wiederum dürfte schwierig zu kontrollieren sein bei inzwischen 40 Millionen angemeldeten Nutzern.

Vic Gundotras Aussage enthält allerdings noch einen weiteren wichtigen Hinweis: Es wird nicht sofort einfach zugelassen, ein Pseudonym zu nutzen. Warum das der Fall ist und wozu Google noch Zeit braucht, ist aktuell nicht bekannt.

Bevor man sich über Googles Kehrtwende freut, sollte man also zunächst die tatsächliche Umsetzung abwarten.

Warum der Realnamenzwang nicht funktioniert

Lhamo Dondrub alias Tenzin Gyatso alias Dalai Lama (genauer gesagt: der 14. Dalai Lama...) (Foto: Joi / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Dass etwas passieren muss, ist aber auch klar. Denn zu welchen Problemen die bisherige Regelung führt, zeigt sich spätestens bei Prominenten. Warum darf sich Madonna einfach Madonna nennen? Wie prominent und bekannt muss man sein, um dieses Privileg zu bekommen?

Ein anderes Beispiel ist der Dalai Lama. Denn „Dalai Lama“ ist ja nicht sein Name, sondern sein Amt.

Sein religiöser Name ist laut Wikipedia Jetsun Jamphel Ngawang Lobsang Yeshe Tenzin Gyatso oder in Kurzform Tenzin Gyatso. Aber auch wenn das immerhin ein Name ist und nicht seine Amtsbezeichnung, ist sein Geburtsname Lhamo Dondrub.

Was wäre denn nun nach Googles Regeln der richtige Name? Der „common name“ ist sicher Dalai Lama. Nur ist das, wie gesagt, überhaupt gar kein Name. Tenzin Gyatso ist sein offizieller (religiöser) Name, aber den kennen sicher nur Experten und im Prinzip ist es ja kein Realname. Das wäre Lhamo Dondrub, nur... das geht natürlich auch überhaupt nicht.

Deshalb kann man aus meiner Sicht nur zu dem Schluss kommen: Der Zwang zu Realnamen ist mit der Wirklichkeit schlicht nicht vereinbar.

Finde einen Job, den du liebst zum Thema Android

7 Reaktionen
Uwe Wallner
Uwe Wallner

Ja, ganz genau! Der Realname-Zwang führte auch bei uns zur Abwanderung.
Ja, wir wussten vom Pseudonymverbot.
Ja, wir hofften, nicht aufzufallen.

Und JA: wir sind sehr glücklich auf dem ehemals verabscheuten facebook
gelandet.
Eine Reaktivierung auf Google können wir uns aus heutiger Perspektive nicht vorstellen.

Sagt "SalsaRadio in Bonn"
http://www.facebook.com/pages/SalsaRadio-in-Bonn/208005662599961

Antworten

Andreas
Andreas

Fassen wir zusammen: G+ ist ein Flop.

Antworten

Vincent
Vincent

Gut das Google auf die User hört und Punkte wie diesen dann daran anpasst!

Antworten

Rod
Rod

Freu mich zu hören. Anscheinend hat nicht mal Google die Macht sich gegen den Willen (vieler) User zu stellen. Ich sah das schon immer so, dass dies eine Entscheidung des Users sein MUSS.

Antworten

Ano
Ano

Eine "Verzweiflungstat" um an frische Ware ..ähh.. neue Benutzer zu kommen?

Antworten

Thomas Venugopal
Thomas Venugopal

Ganz sicher wird der Realname Voraussetzung sein um ein Pseudonym anzeigen lassen zu können. Ist auch absolut legitim.

Antworten

Pseudo nyme
Pseudo nyme

Rollen wären wichtiger. Darauf kommen die besten Programmierer aller Zeiten allerdings nicht.

Dann könnte der Grüne dem das Twittern "verboten" wurde, als Privatperson, als Grüner und als Grüner Abgeordneter posten und würde jeweils vorher seine Rolle auswählen "müssen" und es gäbe keinen Ärger mehr.
Oder Lagerfeld kann Postings als Fotograf oder als Modedesigner "markieren".
Oder Clooney als Promi, als Darfur-Retter oder als Schauspieler oder als Produzent oder als Regisseur. Usw.
Über bekannte CryptoMethoden kann man dann auch anonyme oder pseudo-anonyme Accounts etablieren wo nicht mal der chinesische Geheimdienst herausfinden kann, wer die Postings liefert. Das ist trivial wenn man sein Diplom nicht auf der Kirmes gewonnen hat.
Auch 2sign-Firmenaccounts oder SMS-TAN wären sinnvoll, wo ein Promi und sein Agent oder zwei Geschäftsführer Beiträge freischalten müssen um Account-Diebstahl und Unfug-Meldungen "Dalai Lama tritt zurück" "Papst ist schwanger" "FC Bayern München löst sich auf" u.ä. Unfug zu erschweren.
Musikgruppen müssen als Gruppe und auch als Individuen agieren können.
Vereinssprecher müssen ihre Beiträge vom Stellvertreter oder noch wem freischalten lassen.
... sowas wären sinnigere Strukturen als Raider heisst jetzt Twix sonst ändert sich nix. Oder Bündnis90 heisst die Die Grünen und die SED heisst PDS und dann Die Linke.
Und Positionen/"Pöstchen" müssen wandern können. Queen of England wechselt dann. Oder President of America oder Miss Universe oder UNO-Generalsekretär. Und die Ex-Inhaber stehen in einer Hall of Fame oder Timeline oder sowas zu diesem Posten/Rolle/Position.
Das viele Google+-Accounts wie vom Steuerberater als "Mandanten" von Praktikanten, Untergebenen oder Firmen geführt werden statt wirklich von Politikern die nicht mal eine SMS selber geschrieben kriegen und EMails ausdrucken lassen, sollte auch klar sein.
Da stecken gigantische Infrastrukturen von Beratern usw. dahinter, so das man mit zu simplen Strukturen wie "1 Account=1 Person=1 Rolle=1 Freundes&Bekanntenkreis" sofort an Grenzen stößt.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen