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Startups

Crowdfunding-Schwindel: US-Konsumentenschutz verfolgt erstmals ein nicht erfülltes Kickstarter-Projekt

Auf dieses Brettspiel warteten mehr als 1.200 Kickstarter-Unterstützer vergeblich. (Bild: Kickstarter)

Das Brettspiel „The Doom That Came to Atlantic City“ sollte eigentlich schon 2012 ausgeliefert werden, wurde jedoch nicht fertig. Weil der Betreiber der Kickstarter-Kampagne nicht zahlen kann, verlieren die Unterstützer ihren Einsatz.

Kickstarter-Geld für Privates ausgegeben

35.000 US-Dollar, so viel wollte Erik Chevalier eigentlich für sein Brettspiel „The Doom That Came to Atlantic City“ im März 2012 auf Kickstarter ursprünglich einsammeln. Erhalten hat er schließlich sogar 122.000 US-Dollar von 1.246 Unterstützern. Trotz der großzügigen Finanzierung hat der Spieleentwickler das Projekt nie fertig gestellt. Nach 14 Monaten informierte Chevalier seine Anhänger, dass die Kampagne gescheitert sei und sie ihren Einsatz - großteils 75 US-Dollar - zurückerstattet bekommen.

Das Geld kam jedoch nie bei den Unterstützern an, weshalb sich die Federal Trade Commission (FTC), der US-Konsumentenschutz, erstmals bei einer Crowdfunding-Kampagne einschaltete. Die Behörde ging dem Fall nach und untersuchte, was mit dem Budget tatsächlich passierte. Die ernüchternde Erkenntnis der FTC, die sie am Donnerstag mitteilte: Chevalier hat das Geld für persönliche Dinge ausgegeben.

Auf dieses Brettspiel warteten mehr als 1.200 Kickstarter-Unterstützer vergeblich. (Bild: Kickstarter)
Auf dieses Brettspiel warteten mehr als 1.200 Kickstarter-Unterstützer vergeblich. (Bild: Kickstarter)
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Unterstützer gehen leer aus

Der Konsumentenschutz forderte den Kampagnenbetreiber zu Rückzahlungen in Höhe von 111.793 US-Dollar auf. Trotz des Urteils der Behörde werden die Käufer des Brettspiels nicht mehr sehen. Denn Chevalier ist zahlungsunfähig und arbeitslos, weshalb die FTC die Forderung einstellen musste.

Auch wenn der erste Crowdfunding-Fall negativ für die Konsumenten ausging, will der Konsumentenschutz Betrug und Schwindel auf Kickstarter und ähnlichen Plattformen künftig stärker nachgehen

via www.npr.org

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4 Reaktionen
Jürgen Schulze

Man kann auch seine Investition verlieren!
Wer das nicht versteht, sollte halt lieber in Bier investieren.

Projekt-Management
Projekt-Management

Es ging nicht ums Vorschreiben sondern ums Kontrollieren.
Jedes Projekt sollte so transparent wie möglich arbeiten und die vorhandene Lernkurve aller anderen Projekte mitbenutzen können.
Es fehlen die Vorstufe des "Pre-Croudfundings" wo jemand Ideen hat und sich ein Team findet um einen Prototyp zu machen und dann noch die Vorstufe wo man einen Prototypen hat (weil man z.B. sich den "Bau eines Prototypen als Projektarbeit an der Uni" hat finanzieren lassen) und sich erst noch Produzenten usw. suchen will.
Stattdessen muss man eigentlich schon den Vertrag mit dem Produzenten haben um den exakten Preis nennen zu können. Bei der Auswahl des Produzenten und Verträgen usw. hilft Kickstarter anscheinend ja nicht, obwohl man das für die Preiskalkulation eigentlich wissen sollte. "20 Prototypen beim Produzenten fertigen lassen und Tests/Test-Systeme entwickeln" ist auch ein Zwischen-Schritt.
Wie gesagt: Wenn Du schon alles hast brauchst Du es nicht aber Kickstarter sollte den Cash verwalten und z.B. dem Produzenten überweisen und erst bei Zollübergabe des Containers mit den Waren dem Producer die Porto/Paket-Gebühren rüberschieben und erst zum Schluss den Gewinn.
Bei Spielen gibts halt ein paar Mücken nach jedem Level oder anderen überprüfbaren Zwischenschritten.

Die Leute investieren in Crowd-Systeme nach "401k" was hier wohl sowas wie Riester/Rürup entspricht. Die US-Steuer-Regeln besagen wohl zum Glück das jedes Crowd-Investment nur 5% des 401k-Vermögens oder so betragen darf. Denn wir wissen noch den Neuen Markt...

Das man bei Kickstarter keine Investments oder Linux-Treiber oder Landkarten crowded weil viele Projekte nur Vorbestellungen sind, ist halt deren Nachteil.

Projekt-Management
Projekt-Management

Kickstarter ist evtl nicht an der Optimierung der Durchführung der Projekte interessiert.
Selbstverständlich sollte sein:
- Projekte versichern sich gegenseitig durch ein paar Prozent Aufpreis.
- Zug-Um-Zug-Bezahlung für echte Leistungen bzw. echte Zwischen-Ergebnisse welche dann jeder andere weiterentwickeln darf
- Organisierungs-Hilfe für Produktion und Versand. Produkte werden wohl "schlauerweise" in China produziert. Dann nach USA verschifft, dort von fleissigen Crowdfunding-Projekt-Firma-Mitarbeitern verpackt und nach Europa verschifft...
Vermeidbare Kosten und vermeidbare Verzögerungen sind überall zu vermeiden... Genau dafür sollte Kickstarter sein Know-How einsetzen und nicht nur für den Betrieb einer (schnell nachprogrammierbaren) Webseite und das Einsammeln von Bezahlungen.

Amazon schaut beispielsweise, das Händler unter 1%-2% negative Bewertungen bei den 4 Bewertungs-Themen (Geschwindigkeit, Freundlichkeit, Beschreibungs-Übereinstimmung, Versandpreis oder was auch immer) haben.

Björn
Björn

Dann wäre Kickstarter eher eine art Inkubator, statt einer Finanzierungsplattform. Zumal die Projekte so unterschiedlich sind, dass Kickstarter nicht alle arten von Projekten Bedienen könnte, somit hätten viele Projekte also keine Möglichkeit mehr teilzunehmen Zumal nicht jedes Projekt erpicht darauf ist, sich vorschreiben zu lassen wo sie fertigen. Die ersten Prototypen werden für gewöhnlich selbst angefertigt. Siehe Boosted Boards.
In Deutschland mag sowas evtl. funktionieren, weil ohnehin alle lieber einen Plan und genaue Regeln vorgesetzt bekommen wie sie etwas zu machen haben, aber in den meisten anderen Teilen der Welt nimmt das ein Gründer dann doch lieber selbst in die Hand. :)
Letztlich sollte sich jemand der auf einer solchen Plattform investiert den Risiken bewusst sein. Und das ein Projekt dazu genutzt wird um die privaten Finanzen aufzufrischen kommt jetzt auch eher sehr selten vor.

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