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Kickstarter versteckt gescheiterte Projekte vor Suchmaschinen

Die erfolgreiche Crowd-Funding-Plattform Kickstarter macht es Nutzern schwer, gescheiterte Projekte – also Projekte, die nicht die gewünschte Finanzierung erreicht haben – zu finden. Damit diese nicht-erfolgreichen Kickstarter-Projekte nicht von Suchmaschinen indexiert werden können, versieht Kickstarter offenbar die entsprechenden HTML-Seiten mit einem Noindex-Metatag. Verwerflich ist das sicher nicht, aber angesichts der Hype-Berichte der vergangenen Monate hinterlässt es doch einen leicht schalen Beigeschmack.

Kickstarter versteckt gescheiterte Projekte vor Suchmaschinen

Gescheiterte Kickstarter-Projekte: Keine Löschung

Auf den Kickstarter-Seiten selbst sind auf den ersten und zweiten Blick nur laufende und erfolgreiche Projekte zu finden, wie der US-Technik-Journalist Dan Misener in seinem Blog misener.org schreibt. Aber um eins klarzustellen: Die gescheiterten Projekte werden von nicht gelöscht. Die Links zu den Crowd-Funding-Kampagnen, die nicht genügend Investoren gefunden haben, funktionieren weiterhin, wie das Projekt Instaprint zeigt, das Ende April nur knapp die Hälfte des ambitionierten Ziels von 500.000 Dollar einstreichen konnte.

Erfolgreiche Kickstarter-Projekte seit 2009

Weiß man den genauen Namen eines gescheiterten Projekts, findet man es auch über die interne Kickstarter-Suche. Gibt man allerdings „Unsuccessful“ ein, taucht lediglich ein nicht-erfolgreiches Projekt auf. In sucht man solche Projekte anscheinend gleich ganz vergeblich. Die Erklärung: Dan Misener hat die Probe aufs Exempel gemacht und in jedem von ihm gefundenen „failed project“ einen Noindex-Metatag gefunden. Damit wird verhindert, dass die Suchmaschinen die Seiten in ihren Index aufnehmen. Auch die Links werden nicht gecrawlt, die Seite ist somit via Google & Co. faktisch unauffindbar.

Hälfte der Kickstarter-Projekte nicht erfolgreich

Es ist sicherlich nachvollziehbar, dass Kickstarter potenziellen Projektstartern und Investoren vor allem erfolgreiche Kampagnen präsentiert. Schließlich will die Crowd-Funding-Plattform, die 5 Prozent der Einnahmen erfolgreicher Projekte für sich verbucht, die Leute nicht abschrecken. Allerdings können Entwickler gerade in Sachen Präsentation auch einiges aus gescheiterten Projekten lernen. Und trotz so erfolgreicher Kickstarter-Projekte wie der Pebble-Uhr sollte nicht vergessen werden, dass rund die Hälfte aller eingereichten Projekte nicht die gewünschte Unterstützung erhalten. Insgesamt wurden laut New York Times (Infografik) seit der Kickstarter-Gründung vor 3 Jahren über 50.000 Projekte eingereicht.

Weiterführende Links zum Thema Kickstarter-Projekte:

Kickstarter hides failure - misener.org

Three Years of Kickstarter Projects - New York Times

E-Paper-Uhr Pebble: Mit 10 Mio. Dollar Crowdfunding zum Verkaufsschlager - t3n-News

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12 Antworten
  1. von Gründercoaches Deutschland via facebook am 25.05.2012 (12:30Uhr)

    Das sehen wir ähnlich. Ist Transparenz nicht das Zauberwort der Zeit? Eine gescheiterte Transaktion spricht doch auch für die erfolgreichen Projekte. Wäre ja schlimm wenn Investoren in welcher Größenordnung alles kaufen würden.

  2. von Patrick Levan via facebook am 25.05.2012 (12:30Uhr)

    Leichen sucht man bekanntlich immer im Keller...

  3. von Oliver Schlöbe via facebook am 25.05.2012 (12:34Uhr)

    Finde ich eigentlich nicht verwerflich. Wieso sollte ich ein Projekt über Google finden wollen, für das ich nicht mehr bieten kann, weil es entweder abgelaufen ist oder nicht zustande kam? Wäre ja in dem Sinne ein toter Link für den Nutzer.

  4. von Benedikt Spellmeyer am 25.05.2012 (12:50Uhr)

    Dem Link zum Original-Eintrag unter misener.org fehlt ein Doppelpunkt.

  5. von Jörn Brien am 25.05.2012 (13:18Uhr)

    @Oliver - die abgeschlossenen, erfolgreichen Projekte findet man noch bei Google
    @Benedikt - Danke für den Hinweis, ist ausgebessert, Link funktioniert

  6. von Olaf Chromik am 25.05.2012 (15:09Uhr)

    Eigentlich ist es doch recht spannend, sich an Hand von missglückten Projekten zu orientieren, daraus zu lernen und es selbst beim nächsten Mal besser zu machen.

    Für alle die genau so denken :-)

    http://www.baidu.com/s?wd=UNSUCCESSFUL%20site%3Akickstarter.com%20-activity

  7. von Bruno Jennrich via facebook am 29.05.2012 (08:33Uhr)

    ich hab zuerst gelesen "gescheite projekte"....

  8. von bob am 29.05.2012 (08:43Uhr)

    Ich kann ja akzeptieren, das die gescheiterten Projekte auf der Seite selber leichter auffindbar seien sollten. Aber das sie vor den Suchmaschinen "versteckt" werden, da hat der verantwortliche Webmaster mal ausnahmsweise seine Hausaufgaben gemacht und bewiesen, das er sein Handwerk versteht. Nichts ist störender als etwas zu suchen und nur halb verweste Leichen auszubuddeln.

  9. von Christian Peters via facebook am 29.05.2012 (09:02Uhr)

    Hattet ihr das nicht schon mal?

  10. von Chris Tian via facebook am 29.05.2012 (09:26Uhr)

    ja.. am 25. mai

  11. von Enno Peter am 29.05.2012 (09:50Uhr)

    @Olaf Chromik: Du hast recht. Von den gescheiterten Projekten kann man eine Menge lernen. Weiterer interessanter Aspekt:
    "dass rund die Hälfte aller eingereichten Projekte nicht die gewünschte Unterstützung erhalten. ": Ich finde es sehr erstaunlich, dass so viele Projekte erfolgreich finanziert werden! Das stellt doch das traditionelle Marketing auf den Kopf und ist wirklich ein beachtenswerter Trend, den einige Branchen noch fürchten werden.

  12. von Daniel am 18.06.2012 (11:02Uhr)

    Wer sagt denn, dass man über Google nur erfolgreiche Projekte finden möchte? Vielleicht habe ich ein Projekt gesehen und versuche es zu finden, ohne zu wissen, dass es mittlerweile nicht mehr erfolgreich ist. Oder ich will ein Projekt wieder auffinden, egal ob es seine Investition erreicht hat oder nicht.

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