Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Gadgets & Lifestyle

Gescheitertes Drohnen-Projekt auf Kickstarter: Was bei Zano wirklich schieflief [Update]

Gescheiterte Crowdfunding-Projekte wie die Mini-Drohne Zano unterliegen ab Juni nicht mehr dem PayPal-Käuferschutz. (Foto: Torquing Group/Kickstarter)

Es war damals die erfolgreichste Kickstarter-Kampagne in Europa, doch die 12.000 Unterstützer haben nie ihre Minidrohne erhalten. Jetzt hat ein Journalist die Gründe für das Scheitern recherchiert.

Update vom 21. Januar 2016: Umgerechnet knapp drei Millionen Euro hat das britische Drohnen-Startup Torquing Group offenbar in den Sand gesetzt. Weil die Drohne Zano bis zu ihrem Scheitern als erfolgreichstes europäisches Kickstarter-Projekt galt, ließ die Crowdfunding-Plattform den Journalisten Mark Harris die Hintergründe recherchieren. Der 13.000 Wörter umfassende Bericht ist jetzt erschienen und offenbart: Die Zano-Drohne scheiterte vor allem wegen der Inkompetenz der Macher, eine Böswilligkeit konnte Harris offenbar nicht entdecken. Einer der entscheidenden Fehler bei der Zano-Entwicklung war es Harris zufolge, dass im Sommer 2015 auf eine Testversion der Drohne verzichtet und stattdessen die Produktion gestartet wurde. „Ich glaube nicht, dass irgendeine größere Zeitspanne oder mehr Geld bei diesen Leuten zu einem Erfolg geführt hätten“, kritisiert Harris gegenüber dem Tech-Portal ArsTechnica. Allerdings hätten die Zano-Verantwortlichen – mit Ausnahme des früheren Gründers Ivan Reedman – nicht offiziell mit Harris reden wollen. Zwei ehemalige Mitarbeiter äußerten sich aber anonym und verstärkten den Verdacht des Journalisten, dass der Erfolg die Zano-Macher schlicht überfordert habe. Man sei einfach zu überheblich gewesen und habe sich in den ersten Monaten nach dem Ende der Kampagne schon wie die großen Gewinner gefühlt, meint einer der ehemaligen Entwickler.

Kickstarter engagiert Journalisten für Recherche

Das britische Drohnen-Startup Torquing Group holte sich vergangenes Jahr über Kickstarter mehr als 2,3 Millionen Pfund für seine Mini-Drohne Zano. Nach Verzögerungen und dem plötzlichen Ausstieg des CEOs haben die Hersteller im November offiziell das Projekt für gescheitert erklärt, die mehr als 12.000 Unterstützer warten vergeblich auf das Produkt. Dabei war Zano zu dem Zeitpunkt erfolgreichste Kickstarter-Kampagne im europäischen Raum.

Das Crowdfunding-Portal will die Misere jetzt aufdecken und hat dafür einen eigenen Journalisten engagiert. Der Tech-Journalist Mark Harris soll den Fall Zano für Kickstarter aufrollen. „Das Unternehmen will den Unterstützern die Informationen beschaffen, auf die sie Anspruch haben“, beschreibt Harris seinen ungewöhnlichen Auftrag. Er soll das Projekt vom Start bis zum Scheitern ausforschen und auch herausfinden, was mit den 2,3 Millionen Pfund passiert ist.

Trotz Millionen-Investitionen: Aus für die Mini-Drohne Zano. (Foto: Torquing Group/Kickstarter)
Warum scheiterte die Mini-Drohne Zano? Das lässt Kickstarter einen Journalisten beantworten. (Foto: Torquing Group/Kickstarter)
Anzeige

Bericht wird veröffentlicht

Harris soll durch seine Recherche weiters beantworten, welche Fehler sowohl die Torquing Group als auch Kickstarter selbst begangen haben. Die Arbeit soll Mitte Januar beendet sein. Die Erkenntnisse richten sich in erster Linie an alle, die Zano finanziell unterstützt hatten. Der Reporter will seine Investigativgeschichte aber auch öffentlich zugänglich machen. „Obwohl das Unternehmen mich zahlt, hat Kickstarter nicht das Recht, den Artikel zu ändern", betont Harris seine Unabhängigkeit.

Wie der gescheiterter Kickstarter-Fall Zano ausgeht, könnte auch für andere misslungene Projekte interessant werden. In den USA hat sich der Konsumentenschutz dieses Jahr erstmals mit einer nicht erfüllten Kampagne beschäftigt.

via medium.com

Finde einen Job, den du liebst

4 Reaktionen
Holger
Holger

"Umgerechnet knapp drei Milliarden Euro" oder "2,3 Millionen Pfund" - die Zahlen scheinen wohl nicht zu passen...

Jörn Brien

Es sind 3 Millionen, danke für den Hinweis - ist geändert :)

ThomsonIT
ThomsonIT

Wäre nicht die erste Kampagne bei der im Nachhinein heraus kommt, dass die verantwortlichen erstmal die eigenen Taschen gefüllt und eine Weltreise gemacht haben, bevor den zahlenden Kunden etwas geliefert wurde...

Da war bestimmt eine Menge Gier im Spiel. Wie immer bei solchen Summen!

Kickstarter soller effektiver betreuen
Kickstarter soller effektiver betreuen

Wird Kickstarter auch daraus lernen ?
Kickstarter sollte nur Lieferanten usw. für Waren oder gelieferte Leistungen (z.b. Lizenzen usw) bezahlen und erst wenn das Letzte Gerät beim Kunden im Postfach liegt wird die allerletzte Zahlung an den Kickstarter-Projekt überwiesen. Alle anderen Überweisungen nur an Lieferanten oder besser noch deren Finanzamt welches das Geld dann zuteilt. Gute Finanzämter ermöglichen das.
Davon abgesehen sollte klar sein das Kickstarter OPTIONAL Dienste und ehrliche Chinesische Fabriken kennt und benennt wo die Projekte dann besser benutzen statt nach der Arbeit einen Container Produkte in Nachtarbeit in Pakete zu verpacken und nach Europa weiterzuschicken damit Transport und Zeitverbrauch sich verdoppeln. Wer nicht will braucht ja nicht, aber je transparenter aller läuft desdo erfolgreicher werden Projekte weil sie ihre Designs wie auf einer Rutsche sukzessive realisiert und geliefert bekommen.
Da gibts zig Dinge wie EU-FCC-Genehmigungen usw. die man besser automatisiert von Kickstarter erledigen lässt...

Nur ein Beispiel:
Monate für Delaware (man suche "Delaware"):
http://www.golem.de/news/revolution-software-erfahrungen-eines-kickstarters-1304-98921.html
Tage für Delaware und das war sicher nicht dreitausend Jahre später nach Einführung der Internet-Verwaltung (man suche "2Wochen" und die erste Frage&Antwort nach dem ersten Ergebnis):
http://www.golem.de/news/revolution-software-erfahrungen-eines-kickstarters-1304-98921.html
Wegen solcher Anfänger-Entscheidungen dauert es dann halt einfach mal ein halbes Jahr länger...
Kickstarter sollte sowas boosten so wie jeder bei Formel-1 weiss wo die anderen sind und sich anstrengt. Oder Fußballvereine und alle ihre Fans genau wissen wie viel Punkte sie brauchen.

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Hinweis

Du hast gerade auf einen Provisions-Link geklickt und wirst in Sekunden weitergeleitet.

Bei Bestellung auf der Zielseite erhalten wir eine kleine Provision – dir entstehen keine Mehrkosten.


Weiter zum Angebot