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Kindle-Hack: Protest-E-Mails an Jeff Bezos wegen Datenübertragung

Der Berliner Interface-Künstler Johannes P Osterhoff sorgt derzeit mit einer Protestaktion gegen die Daten-Praktiken bei Amazons Kindle-eReader für Aufsehen. Im Visier hat Osterhoff dabei die bei einigen eReader-Anbietern übliche Übertragung von eBook-Lese-Daten.

Kindle-Hack: Protest-E-Mails an Jeff Bezos wegen Datenübertragung

Kindle-Hack löst E-Mail-Flut aus

„Dear Jeff Bezos, I just read ‚Daemon‘ by Daniel Suarez until position 762. Sincerely, Johannes P Osterhoff“, heißt der aktuellste Eintrag auf der eigens eingerichteten Website Bezos.cc, darunter finden sich viele weitere solcher Texte. Demnach werden die Lese-Status-Updates zeitgleich auch an die E-Mail-Adresse von Jeff Bezos geschickt. Möglich macht dies ein Kindle-Hack, durch den die Daten statt an Amazons Datenspeicher eben an die E-Mail-Adresse und die Website geschickt werden. Mit der Aktion will Osterhoff nach eigenen Angaben ein Zeichen für Datenschutz in der digitalen Zeit setzen, wie Geek Wire schreibt.

Kindle-Hack: Künstler will mit E-Mail-Aktion auf Daten-Übertragung bei Amazons Kindle-eReader aufmerksam machen (c) bezos.cc

In einem Interview mit Rhizome.org begründete Osterhoff seine Protestaktion so: Vor nicht allzu langer Zeit sei es möglich gewesen, ein Buch ganz für sich allein zu lesen, mit Kindle-eReader und Whispersync-Synchronisierung sei das nun Vergangenheit. Wenn er seine Privatsphäre schon aufgeben müsse, so der Künstler, dann sollten seine Informationen gleich ganz oben landen – bei Jeff Bezos.

Um die automatischen Lesebenachrichtigungen zu versenden, hatte Osterhoff seinen Kindle-eReader einem Jailbreak unterzogen und ein PHP-Skript geschrieben und aufgespielt, das nun jedes Mal, wenn er ein Lesezeichen setzt, eine automatische E-Mail verschickt. Ob Jeff Bezos diese E-Mails liest, ist fraglich, schließlich ist nicht klar, ob es Osthoffs Nachrichten durch den Spam-Filter schaffen oder überhaupt in Bezos richtiges Postfach gelangen. Aber selbst, wenn das nicht der Fall ist, setzt die Aktion doch ein Zeichen für mehr Privatsphäre – nicht nur bei .

Allerdings hatte sich Amazon in Sachen eBooks schon vor ein paar Jahren einen Ausrutscher geleistet, als das Unternehmen Käufern der George Orwell-Werke "1984" und "Animal Farm" ihre E-Books bei der Synchronisation mit dem Amazon-Shop einfach gelöscht hatte.

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5 Antworten
  1. von goran am 07.02.2013 (17:40 Uhr)

    oder ... er schaltet whispersync aus.

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  2. von Sebastian am 07.02.2013 (18:03 Uhr)

    Schickt mal jemand bitte eine Anleitung an Herrn Osterhoff ( j.osterhoff - at - btk-fh.de ) und beschreibt ihm, wie Whispersync auszuschalten geht?

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  3. von Sören Nilsson am 07.02.2013 (20:04 Uhr)

    Er mag als Whispersync nicht, nutzt aber trotzdem ein Kindle?
    Whispersync ist doch fast das beste daran. Überall der gleiche Stand. Kein Verlust der Position bei Verlust des Geräts o.ä.
    Soll er halt Bücher kaufen.
    Ganz ganz blöde "Aktion" für Aufmerksamkeit.

    Und wie kann man über sowas neutral berichten?

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  4. von updates optimieren am 07.02.2013 (23:47 Uhr)

    Man könnte Whispersync auch so implementieren das die Geräte die Daten crypten und Amazon sie nur an die anderen Geräte bzw. Kindle-Programme durchreicht und nur die eigenen Geräte es dann decrypten können.

    Feedback oder Lesegeschwindigkeit (welches Kapital wird wie schnell gelesen, wird es in Reihenfolge gelesen oder punktuell) usw. kann man ja freiwillig erfassen. Die Frage ist ja eh, ob die Autoren mit diesem Wissen die Überarbeitungen ihrer Bücher optimieren.

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  5. von cas am 08.02.2013 (03:04 Uhr)

    Ganz einfach: Keinen Kindle kaufen! Es gibt ja genügend bessere reader (ich nehme das Wort Alternativen bewusst nicht in die Tastatur, denn sie sind wirklich auch besser)

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