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Kitchensurfing: Zu Besuch beim Airbnb für Köche

Kitchensurfing: Zu Besuch beim Airbnb für Köche

Hunger? Dann holt euch doch einen Miet-Koch ins Haus. In New York geht das schon per . Zu Besuch bei Kitchensurfing – einem typischen Startup des Big .

Kitchensurfing: Zu Besuch beim Airbnb für Köche

Kitchensurfing vermittelt Köche an hungrige New-Yorker. (Foto: Kitchensurfing)

Kitchensurfing: Mehr als ein Unternehmen, das Köche vermittelt

Zwischen Tischtennisplatte, Vier-Gewinnt-Spiel und BBQ-Grill. Das Team von Kitchensurfing. (Foto: Kitchensurfing)
Zwischen Tischtennisplatte, Vier-Gewinnt-Spiel und BBQ-Grill. Das Team von Kitchensurfing. (Foto: Kitchensurfing)

Um es vorweg zu nehmen: Ich bin nicht besonders häufig von Startup-Ideen überzeugt. Ein „Wow, ich glaube, die Geschichte könnte echt groß werden!“ kommt mir im Jahr weniger als fünfmal über die Lippen – oder in die Tastatur. Im Jahr 2014 ist es eigentlich nur zweimal passiert. Völlig überzeugt hat mich das Konzept hinter Tinnitracks, das ich auf der IFA kennengelernt habe. Darüber hinaus gab es ein Startup, das vor allem in New York bombastisch funktionieren könnte und mittlerweile auch kann: Kitchensurfing. Kurz: Bestell einen Koch zu dir nach Hause, der für dich und deine Freunde kocht. Kein Einkaufen, keine Zeit in der Küche, der Chef übernimmt sogar den Abwasch.

„Die Köche bei Kitchensurfing kochen, waschen ab und hinterlassen die Küche so, wie sie sie vorgefunden haben – in vielen Fällen sogar sauberer.“

Startups sind nicht nur im Silicon Valley in aller Munde. New York muss sich bei dem Thema nicht mehr hinter der Westküste verstecken und schafft es seit einigen Jahren. zahlreiche kreative Köpfe mit Unternehmergeist in die Stadt zu holen. Borahm „Bo“ Cho von Kitchensurfing, einem der coolsten im Bereich Food, hat vor einiger Zeit bei einem Event für junge Unternehmen die Stadt und ihre Eigenheiten erklärt. Der bleibende Eindruck hat mich in das Kitchensurfing-Haus in Brooklyn gebracht. Zwischen Tischtennisplatte, Vier-Gewinnt-Spiel und BBQ-Grill hauen hier viele fleißige Finger in die Tastaturen der iMacs.

„Also ein für Köche“ – das ist mein erster Deutungsversuch von Kitchensurfing. Bo, Hamburger mit koreanischen Wurzeln und neben Chris Muscarella einer der beiden Gründer des Startups mit mittlerweile 40 Mitarbeitern, schmunzelt. Das sei nicht das erste Mal, dass er diesen Vergleich höre – und doch stecke viel mehr dahinter als ein Unternehmen, das Köche vermittelt.

New York oder das Valley?

Kitchensurfing-Gründer Bohram Cho. (Foto: Kitchensurfing)
Kitchensurfing-Gründer Bohram Cho. (Foto: Kitchensurfing)

Für Kitchensurfing ist die Frage nach dem Valley oder New York ein No-Brainer. Das Konzept ist geradezu auf den Big Apple maßgeschneidert. Die Mieten sind hoch, die Küchen klein, New Yorker gehen deutlich häufiger auswärts essen als der Rest der Amerikaner (und der Welt). Daher sind die Leute es auch gewohnt, etwas mehr für die tägliche Nahrungsaufnahme zu bezahlen. Und: Geld ist vorhanden, vor allem in Manhattan. Wer hier wohnt, ist bereit, für ein richtig gutes Essen auch richtig viel auf den Tisch zu legen. All das ergibt die ideale Location für Kitchensurfing.

Eine ungewohnte Erfahrung ist es schon, einen echten Koch bei sich zu Hause zu haben. Und den kann man sich auch noch aussuchen – fast wie bei einem Zimmer oder einer Wohnung bei Airbnb. Dabei kommt es auf Bewertungen, angebotene Gerichte und Sympathie an. Das Bewertungssystem ist ähnlich der Plattform für Bed and Breakfast, was meine Gedanken hinter dem Deutungsversuch bestärkt hat. Wenn man Glück hat, biete sogar der Koch aus dem Liebligsrestaurant seinen freien Tagen auf Kitchensurfing an, erzählt Bo.

Was so viele der Nutzer zu Wiederholungstätern werden lässt: Nicht nur, dass ein Profi hinter dem Herd steht, nein, die Köche bringen bei Kitchensurfing auch die Zutaten mit, sie kochen, waschen ab und hinterlassen die Küchen so, wie sie sie vorgefunden haben. „In vielen Fällen sogar sauberer“, lacht Bo, der unzählige Geschichten von Köchen und Bekochten zu erzählen weiß. Nur eine Küchen-Grundausrüstung, die brauche man.

Für 2015 hat Kitchensurfing sich viel vorgenommen

Der Dienst muss nicht  teuer sein, auf jeden Fall nicht im Vergleich zu den sonstigen Preisen in New York. (Foto: Kitchensurfing)
Der Dienst muss nicht teuer sein, auf jeden Fall nicht im Vergleich zu den sonstigen Preisen in New York. (Foto: Kitchensurfing)

Beinahe möchte man meinen, das klinge alles etwas zu schön, um wahr zu sein. Gibt es einen Haken? Nicht wirklich für die Kunden, wenn man von den für deutsche Augen etwas höheren Preisen absieht. Die werden übrigens von den Köchen festgesetzt. Kitchensurfing bekommt einen kleinen Prozentsatz von dem an den Koch bezahlten Betrag. Der Dienst muss jedoch nicht unbedingt teuer sein, auf jeden Fall nicht im Vergleich zu den sonstigen Preisen in New York.

„Das viele Testen klingt bei der Vielfalt der Köche nach einem absoluten Traumjob.“

Um einen gewissen Standard zu gewährleisten, müssen alle Köche den qualitativen Vorgaben von Kitchensurfing genügen. Dafür testet das Unternehmen jeden, der auf der Plattform seine Künste feil bieten will. Neben dem fachlichen Aspekt gibt es auch Schulungen im Umgang mit den Kunden und der Plattform – vielleicht auch fürs Abwaschen. Das viele Testen klingt bei der Vielfalt der Köche nach einem absoluten Traumjob. Auch da schmunzelt Bo. Wir einigen uns darauf, dass es ihn hätte schlimmer treffen können.

Im November hat das Unternehmen die 25-Dollar-Same-Day-Dinner vorgestellt und wurde vor einer Woche groß im TimeOut-Magazin gefeatured. Kitchensurfing macht von sich reden, so viel ist sicher. Dazu kommt, dass das Unternehmen 20 Millionen US-Dollar Funding erhalten hat. Das klingt erst mal viel und daher will ich natürlich wissen, wie Kitchensurfing für die Zukunft aufgestellt ist. Einige weitere Entwicklungen gibt es, verrät Bo. Für das Jahr 2015 habe man sich viel vorgenommen. Mehr verraten will er mir aber doch noch nicht und so verlasse ich das Kitchensurfing-Haus essenshungrig vom Reden über so viel leckeres Zeug – und wissenshungrig auf die nächsten Veränderungen der Plattform.

Solltet ihr jetzt übrigens auch Hunger bekommen haben: Kitchensurfing gibt es schon in Berlin – für alle anderen haben wir Lieferdienste unter die Lupe genommen.

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2 Antworten
  1. von culicoo am 24.02.2015 (19:19 Uhr)

    Kitchensurfing verlässt leider Berlin. Aber für alle, die Hunger gekriegt haben und gerne online einen Koch buchen möchten, steht in wenigen Wochen culicoo bereit. Unter http://www.culicoo.com könnt ihr euch ein erstes Bild von dem jungen Berliner Start-up verschaffen. t3n, ihr seid herzlich eingeladen - wir melden uns bei euch, sobald die ersten Köche online sind!

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  2. von Cook_in_Action am 15.12.2015 (23:38 Uhr)

    Seit über 10 Jahren bin ich jetzt im Ruhrgebiet Mietkoch und die Kollegen in New York sollen eine Sensation sein??? ;-)

    Auch in Deutschland gibt es natürlich Websites für die Vermittlung von Mietköchen. Ich wundere mich immer wieder, dass Köche, die zu Hause beim Kunden ein hochwertiges Menü zubereiten, heute noch etwas Besonderes sein sollen :-)

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