Drücke die Tasten ◄ ► für weitere Artikel  

Klarnamen: Google+ gesteht Fehler ein und ändert Vorgehensweise

Die Diskussion um die Klarnamen bei Google+ ist auch an den Verantwortlichen bei Google nicht spurlos vorbeigegangen. In einem Post bei Google+ gesteht Google nun den Fehler ein und kündigt zugleich eine sofortige Änderung der bisherigen Vorgehensweise an. Demnach sollen Accounts nicht mehr sofort gesperrt werden, wenn sie gegen die Bestimmungen von Google+ verstoßen. Nach einem Warnhinweis haben Nutzer jetzt 4 Tage Zeit zum Reagieren.

Klarnamen: Google+ gesteht Fehler ein und ändert Vorgehensweise

Klarnamen: Unklare Formulierung sorgt für Probleme und Ärger

Anonymität vs. Klarnamen-Zwang - Google+ reagiert erstmals auf die Debatte. (Foto: afroboof / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Eigentlich sollte die Wahl der Nutzernamen bei Google+ den goldenen Mittelweg beschreiten. Man wollte zwar Klarnamen einführen, aber auch Namen, unter denen Personen im echten Leben bekannt sind, sollten möglich sein. Es musste also nicht zwingend der Name aus dem Personalausweis benutzt werden. Damit positionierte sich zwischen Facebook mit einem klaren Klarnamen-Zwang und Twitter, bei dem jeder Name zulässig ist.

Eigentlich kein so schlechter Ansatz, aber in der Praxis ergaben sich Probleme. Einige Nutzer dehnten die Bestimmungen in den Augen von zu sehr und wurden dann gesperrt. Das sorgte natürlich bei den gesperrten Nutzern für Unmut, denn sie bekamen erst danach eine Nachricht über die Sperrung. Das eigentliche Problem liegt aber woanders: Statt es wie Facebook zu handhaben, wo die noch strengeren Namensregeln so gut wie gar nicht überprüft werden, schaute Google+ genau hin und handelte auch entsprechend mit Sperren.

Keine sofortigen Sperren nach Verletzung der Klarnamen-Regel

Die anhaltenden Diskussionen haben bei Google+ die Erkenntnis reifen lassen, dass die sofortige Sperrung nicht der richtige Weg ist, mit dem Problem umzugehen. Daher werden die Nutzer, deren Accounts gegen die Richtlinien verstoßen, jetzt zunächst verwarnt und bekommen dann vier Tage Zeit, ihren Accountnamen an die Bestimmungen anzupassen.

Das ist sicher ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber ein Ende der Diskussionen um die Klarnamen wird Google+ damit wohl kaum erreichen. Fragen wie beispielsweise:

  • Woher weiß Google+ was ein Klarname ist und was nicht?
  • Was ist mit Personen in Ländern, deren Regierungen politisch anders denkende Menschen verfolgen?
  • Warum sollte man einen über Jahre aufgebauten Nickname, mit dem man im Netz bekannter ist als mit dem Klarnamen, nicht benutzen dürfen?

Was haltet ihr von der Reaktion von Google+ auf die anhaltende Diskussion um Klarnamen?

Weiterführende Links zum Thema Google+ und Klarnamen:

Die offizielle t3n Google+ Page ist unter folgendem Link erreichbar:

Button t3n Google+ Page, unter diesem Link erreichbar

90 Shares bis jetzt – Dankeschön!

Bewerten
VN:F [1.9.22_1171]
6 Antworten
  1. von Tim Kraut am 13.08.2011 (23:55Uhr)

    Ist auf jeden Fall schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht wird es in Zukunft eine Möglichkeit geben, mit Google darüber zu diskutieren, ob der gewählte Name ein bekannter Nickname ist.

  2. von Google+ gewährt 4 Tage für Namensanpas… am 14.08.2011 (07:44Uhr)

    [...] t3n] ← Vorheriger Beitrag Bessere Akkulaufzeit für Smartphones durch “Lichtrecycling” [...]

  3. von Links der Woche 32/11 | ichimnetz.de am 15.08.2011 (13:29Uhr)

    [...] T3n.de: Klarnamen: Google+ gesteht Fehler ein und ändert Vorgehensweise [...]

  4. von Klarnamen: Kein echter Name, kein Google… am 29.08.2011 (11:44Uhr)

    [...] Klarnamen: Google+ gesteht Fehler ein und ändert Vorgehensweise - t3n News [...]

  5. von Google+ erlaubt jetzt auch Pseudonyme »… am 24.01.2012 (12:19Uhr)

    [...] Klarnamen: Google+ gesteht Fehler ein und ändert Vorgehensweise - t3n News [...]

  6. von Warum Google+ so verdammt clever ist »… am 30.10.2012 (16:33Uhr)

    [...] Problem: Google+ hatte einen schwachen Start. Facebook und andere Social Networks waren Mitte 2011 etabliert. Als Google+ an den Start ging, wurde es belächelt. "An Facebook kommt Google+ nicht heran", hieß es. "Google+ ist eine Geisterstadt", sagten viele - auch etablierte Medien. Die Strategie von Google zum Start seines eigenen sozialen Netzwerks war mit Sicherheit an vielen Stellen schlecht geplant und durchgeführt, und man hätte sich einiges an Trouble ersparen können. Ich erinnere an dieser Stelle nur an die völlig überflüssige Diskussion zum Thema "Klarnamen". [...]

Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Google+
Google+ für Android: Frisches Update bringt viele Wunschfeatures
Google+ für Android: Frisches Update bringt viele Wunschfeatures

Google+ für Android wird in den nächsten Tagen ein Update auf Version 4.1 erhalten, das viele Funktionen mit sich bringt, die sich viele Nutzer seit Langem wünschen – allen voran  einen... » weiterlesen

Social Login: Facebook dominiert vor Google+ und Yahoo [Infografik]
Social Login: Facebook dominiert vor Google+ und Yahoo [Infografik]

Beim Social Login kann Facebook weiter auf wichtigen Seiten zulegen, während Yahoo mehr und mehr Marktanteile verliert. Eine aktuelle Infografik verschafft euch einen Überblick über die... » weiterlesen

Google+ und Gmail: Mails an Nutzer schicken – ohne die E-Mail-Adresse zu kennen
Google+ und Gmail: Mails an Nutzer schicken – ohne die E-Mail-Adresse zu kennen

Google präsentiert eine neue Gmail-Funktion, die es Nutzern ermöglicht andere Nutzer anzuschreiben, ohne dass die E-Mail-Adresse bekannt ist. » weiterlesen

Kennst Du schon unser t3n Magazin?

t3n-Newsletter
Top-Themen der Woche für Web-Pioniere
Jetzt kostenlos
anmelden
Diesen Hinweis verbergen