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Marketing

Klarnamen: Kein echter Name, kein Google+, sagt Eric Schmidt

    Klarnamen: Kein echter Name, kein Google+, sagt Eric Schmidt
#FLICKR#

Die Debatte über die Klarnamen bei Google+ läuft ja schon seit mehreren Wochen und jetzt gibt es dazu auch ein erstes Statement von Ex-CEO Eric Schmidt. Der für seine durchaus kernigen Aussagen bekannte Vorgänger von Larry Page erklärte: Wer bei Google+ seinen echten Namen nicht verwenden will, solle Google+ eben nicht nutzen. Das dürfte die eh schon kontroverse Diskussion erneut anheizen.

Google+ braucht Klarnamen, sagt Eric Schmidt

Ex Google-CEO Eric Schmidt hält nichts von Pseudonymen. (Foto: jolieodell / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Auf einem TV Festival in Edinburgh stellte sich der ehemalige Google-Chef Eric Schmidt in einer Frage-und-Antwort-Runde den Fragen der Journalisten. Natürlich wurden ihm dabei auch Fragen zum aktuellen Hype-Thema Google+ gestellt. Auf die Frage eines Journalisten zur Diskussion der Klarnamen erklärte Schmidt zunächst, dass Google+ vorrangig ein Identitätsnetzwerk werden/sein solle. Daher sei es eben auch davon abhängig, dass die Nutzer ihren echten Namen benutzen. Auch für zukünftige mit Google+ verknüpfte Produkte, seien die Klarnamen sehr wichtig.

Ohne Klarnamen sollte man Google+ fernbleiben

Eric Schmidt belässt es aber nicht bei der Erklärung der Pflicht zum Klarnamen, er gibt denjenigen, die Google+ nicht mit ihrem echten Namen nutzen wollen auch gleich noch einen etwas poltrigen, für ihn aber nicht ganz untypischen Rat mit auf den Weg: „Wer bei Google+ seinen echten Namen nicht nutzen will, soll Google+ nicht nutzen“. Niemand sei gezwungen ein Profil bei Google+ unter seinem Klarnamen zu eröffnen, man könne Pseudonyme ja auch bei anderen Netzwerken nutzen. Hier die Zusammenfassung der Antwort von Eric Schmidt auf die Frage von Andy Carvin:

Regarding people who are concerned about their safety, he said G+ is completely optional. No one is forcing you to use it. It's obvious for people at risk if they use their real names, they shouldn't use G+. Regarding countries like Iran and Syria, people there have no expectation of privacy anyway due to their government's own policies, which implies (to me, at least) that Schmidt thinks there's no point of even trying to have a service that allows pseudonyms.

Auch wenn es keine exakten Zitate von Eric Schmidt sind, stellt sich schon die Frage, ob er Google+ damit einen Gefallen getan hat. Die gerade etwas abgeflaute Diskussion um Klarnamen vs. Pseudonyme dürfte damit jedenfalls in die nächste Runde gehen.

Eric Schmidt bevorzugt Klarnamen

Die Frage Klarname oder Pseudonym scheint für Eric Schmidt nur eine Antwort zuzulassen: Klarnamen. Ein weiteres von Carvin überliefertes Zitat verdeutlicht diese Einstellung: „Wir hätten ein besseres Internet, wenn wir genau wüssten, dass wir mit einer echten Person kommunizieren und nicht mit einem Hund oder einer gefakten Person“.

Warum das so sein soll, erklärt Eric Schmidt nicht.

Klarnamen vs. Pseudonyme – ein Kommentar:

Die Hintergründe zur Pflicht der Verwendung von Klarnamen bei Google+ sind wenig verwunderlich. Google will mit Google+ ein Netzwerk schaffen, bei dem sich Menschen mit ihrer realen Identität untereinander verknüpfen können. Das ist das gute Recht von Google, keine Frage. Und zunächst hat auch Eric Schmidt recht, wenn er darauf hinweist, dass die Nutzung von Google+ ja optional ist.

Klar ist aber auch, dass es für die Verwendung von Pseudonymen triftige Gründe gibt, so dass eine allumfassende Klarnamen-Pflicht im Internet kein Thema sein kann. Und genau hier liegt der Haken. Google hat schon damit begonnen Google+ mit den ersten seiner zahlreichen Dienste im Internet zu verknüpfen. Das wird in den nächsten Wochen und Monaten sicherlich eine der Hauptaufgaben bei der Weiterentwicklung sein. Die Frage, die sich mir dabei stellt ist: Sind all die Google-Dienste dann auch für Nicht-Nutzer von Google+ noch genauso nutzbar oder müssen sie deutliche Unterschiede hinnehmen?

Schon jetzt ist klar, dass Google+ auch einen großen Einfluss auf die Suche haben wird. Das wird sich in Zukunft noch steigern, denn Google+ hat ein ernsthaftes Interesse daran, sich auch für Unternehmen interessant zu machen. Die können dann ebenfalls profitieren, wenn gepostete Inhalte von den Google+ Nutzer verbreitet werden und für die Social Search relevanter werden.

Klar lässt sich jetzt auch wieder argumentieren, dass man die Google-Suche ja auch ohne soziale Komponente nutzen könne. Allerdings dürfte das ja erst der Anfang sein und man muss sich immer auch die riesige Verbreitung der vielen Google-Dienste vor Augen führen. Wer nutzt denn wirklich keinen einzigen Google-Dienst? Und wer würde denn wirklich auf alle verzichten wollen?

Die Aussage von Eric Schmidt, man solle einfach nicht bei Google+ mitmachen, wenn man seinen Klarnamen nicht verwenden möchte, mag aktuell noch realistisch sein. Wer heute noch nicht bei Google+ ist, hat keinen Nachteil. Sollte sich die skizzierte Verknüpfung der vielen Google-Dienste mit Google+ als Zentrum aber erfüllen, sind durchaus Nachteile für Klarnamenverweigerer zu erwarten.

Für eine abgeschottete Plattform wie Facebook sieht es schon anders aus. Zwar fließen auch hier Informationen in Richtung Bing, aber dennoch ist es sehr viel einfacher auf Facebook und die soziale Suche von Bing zu verzichten, als auf sämtliche Google-Dienste.

Was haltet ihr von der Aussage von Eric Schmidt und wie seht ihr die Zukunft von Google+? Wird es eine allumfassende Verknüpfung der vielen Dienste geben und ist dann eine nachteilsfreie Nichtnutzung von Google+ überhaupt noch möglich?

Weiterführende Informationen zum Thema Klarnamen bei Google+:

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15 Reaktionen
Mike
Mike

dann halt kein G+

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Dennis
Dennis

das google daten auch an geheimdienste wie die cia weitergibt ist ja bekannt, aber was meint ihr wohl, wenn die datenkrake sämtliche daten die gesammelt wurden a la mindmap verknüpft und genaue profile erstellt? der perfekte gläserne bürger! klarnamen sind nur ein weiterer weg hin zu einem überwachungsstaat. argumentiert wird natürlich nur immer mit den positiven aspekten und der durchschnittliche bürger glaubt das dann auch. immer fragen: wem nützt es? !

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dr. motte

angstbestimmte maßnahme! freiheit statt angst!

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Andreas
Andreas

Ich bin für Klarnamen. Aber es muss ja nicht der eigene sein ;-) Mein Vorschlag für eine kleine Revolte: Alle Google+ Benutzer benennen ihren Profilnamen für ein paar Tage z.B. in Eric Schmidt oder Larry Page um. Wie würden sie wohl darauf reagieren? Google+ könnte versuchen die Namen Eric Schmidt oder Larry Page als Pseudonyme herauszufiltern aber dann würden die wahren Klarnamenträger selbst nicht mehr bei Google+ dabeisein können (Außer Eric Schmidt und Larry Page benutzen in Zukunft selbst ein anderes Pseudonym)!

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erik
erik

...deswegen benutze ich auch Google plus nicht. Recht hat er, es ist ja kein Muss und daher lassen wirs einfach :-D

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Fjonan
Fjonan

Wie erfolgreich denkt Herr Schmidt eigentlich, wäre der Arabische Frühling gewesen, wenn Facebook auch auf Zwangsklarnamen gesetzt hätte? Es ist ein einfaches zu sagen "Ja dann benutze es halt nicht" wenn der Zeitpunkt, ab wann man garkeine soziale Wahl mehr hat garnicht so weit entfernt ist.

Ich trage doch im Alltag auch kein Schild um den Hals wo mein Name drauf steh, und trage bei jedem Laden, in den ich gehe, die Ankunftsuhrzeit, alle Sachen die ich angeschaut habe, jede Frage die ich zu meinem Begleiter gesagt habe als auch die Aufenthaltsdauer in einem "Besucherbuch" ein. Anonymität ist ein elemantarer, beschützenswerter Bestandteil des Internets.

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tanjahandl
tanjahandl

Ich kann die Vorzüge, die Schmidt im Klarnamenzwang erkennt, durchaus nachvollziehen. Allerdings gibt es auch Situationen, in denen Pseudonyme Leben retten können: Manche Berichte aus Krisengebieten wären gar nicht möglich, wenn die Betroffenen unter ihrem echten Namen auftreten müssten.

Deshalb ist mein persönlicher Standpunkt: Die Entscheidung sollte den Usern überlassen werden. Dass Google+ das nicht tut, hat einen einfachen Grund: Das Social Network, in dem der User nicht Ware, sondern Kunde ist, muss wohl erst erfunden werden.

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lineman
lineman

Wie immer finde ich im Grunde nicht, dass Klarnamen das Problem sind, denn es würde durchaus mehr Transparenz und weniger Anfeindungen geben, gerade in SocialNetworks. Wie immer liegt meiner Meinung nach das Problem eher im Businessmodell. Was genau ist der Grund für die Klarnamenpflicht? Personalisierte Werbung? Personalisierte Datensammelwut inkl. Tracking, Auswertung, Verkauf usw.?

Ich nehme nicht an, dass hier ritterliche oder soziale Gründe eine Rolle spielen!

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michael2.0
michael2.0

Wie erkennt Google plus, dass ich nicht meinen Klarnamen verwende, sofern der normal klingt?

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Sascha Fuchs

Ich sehe die Sache nicht unbedingt negativ. Es ist eben etwas anderes wenn ich unter einem Pseudonym einen Kommentar verfasse, als unter meinem realen Namen.

Auf Google+ geht es derzeit noch harmonisch zu, aber was passiert wenn das Netzwerk offen für alle ist? Je mehr Menschen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit das man unter dem Deckmantel der Anonymität (was einem das Pseudonym suggeriert weil man es beliebig wechseln kann) über die Strenge schlägt.

Jedoch Klarnamenzwang lässt sich zwar durchsetzen, nur ob der Name auch wirklich richtig ist wird Google in der Regel erst einmal gar nicht wissen.

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Kon kurrenz
Kon kurrenz

Man kann sehr selektiv die Dienste wählen und "sein Leben lang" z.b. nur Google Reader nutzen ohne einen google-Mail-Account zu haben.

Der Fehler von Google ist, das sie zwar den nächsten Evolutionären Halbschritt von Facebook weg, gemacht haben, aber den zweiten Halbschritt vergessen haben.
Man kann Leute in Gruppen also "Rollen" oder "Bedeutungen" oder "Schubladen" einsortieren. Bei Facebook sind alles Freunde. Gruppen gibt es vielleicht, aber sind dort so unbeliebt und unbekannt wie bei Unix-Admins.

Was bei Google+ fehlt ist, das man selber verschiedene Rollen annehmen kann. Und dann teilweise auch anonym oder pseudonym beispielsweise Kritik an Rösler verkünden kann, was man sich unter eigenem Namen sicher nicht trauen wird. Für Townhalls oder Umfragen zu Stuttgart21 reicht es ja, das man in Stuttgart wohnt und keiner der vielen bezahlten Poster ist. Sowas müsste google+ ermöglichen.
Oder man interessiert sich für Karl Lagerfelds Fotos aber nicht für seine Mode. Also müsste er bei google+ verschiedene getrennte Segmente aufmachen können.

Facebook hat geschlafen und legt langsam nach. Hoffentlich belebt Konkurrenz das Geschäft und Google muss auch nachlegen und das Konzept von Rollen (oder andere Lösungen) etablieren.

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Falk Hedemann

@CyBa: Nee, eher ein großer Fehler :D Ich habe das mal korrigiert und bedanke mich für den Hinweis ;-)

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CyBa

Kleiner Fehler:
In der Bildunterschrift schreibt Ihr: "Ex Google-CEO Eric Schmidt hält nichts von Klarnamen."

Denke aber eher, dass er nichts von Pseudonymen hält? :)

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Nur Google-Suche
Nur Google-Suche

Ich nutze nur die Google-Suche, andere Dienste aus dem Hause Google nutze ich bewusst nicht

(auf FF hat Google nicht direkt die Hand drauf)

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kp
kp

Mein Gott: ich habe evtl. all die Jahre mit Hunden kommuniziert?

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