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Klassentreffen der SEOs: SEO Campixx 2012 im Rückblick

Klassentreffen der SEOs: SEO Campixx 2012 im Rückblick

Klassentreffen der SEOs: SEO Campixx 2012 im Rückblick
Traditionelle abendliche Speisung

LinkBird 3.0

Nicolai Kuban und Bastian Bickelhaupt stellten in ihrer Session die neue Version 3.0 ihres Linkmanagement-Tools linkbird vor. Sie gewährten eine Woche vor Veröffentlichung einen exklusiven Einblick in die grundlegenden Möglichkeiten, die neuen Funktionen und Verbesserungen der Software. Es wurde dabei auf das integrierte Mailsystem, die Verwaltung von Kunden und Partnern sowie die umfangreichen Möglichkeiten der Planung und Auswertung eingegangen. Im Anschluss wurden verschiedene Funktionen diskutiert, näher erläutert aber auch Verbesserungsvorschläge aufgenommen, von denen wohl auch einige in den nächsten Updates mit aufgenommen werden.

SEOmoz Open Site Explorer

Parallel zum Vortrag von Nicolai Kuban stellte Michael Janssen im ersten Teil der Session den Open Site Explorer (OSE) von seomoz.org vor. Dabei konnte man vor allem viel über die verschiedenen Metriken des OSE erfahren. Insbesondere die Domain Authority und die Page Authority sind für ihn die beiden grundlegenden Metriken, um das Potential einer Webseite einzuschätzen. Was früher der Page Rank einer Seite war, ist für ihn heute die Kombination aus Page- und Domain Authority. Das OSE als Tool sei auch für den deutschen Markt gut geeignet. Laut Janssen sind momentan 6 Millionen deutschsprachige Seiten im OSE Index. Diese Datenbasis sei somit völlig ausreichend um Page Authority und die Domain Authority „gut“ zu berechnen. Er wies außerdem darauf hin, dass es momentan weit und breit keinen Anbieter gibt, welcher mit vergleichbaren Metriken arbeitet. Zwar gibt es in Deutschland Anbieter wie Sistrix oder Seolytics, die Metriken für Domains bereitstellen, aber berechnet sich deren Sichtbarkeitsindex anhand von Positionen von Keywords und deren Suchvolumen. Somit stellt der OSE eine alternative Bemessungsgrundlage für Domains dar.

Im zweiten Teil der Session wurde es dann ein wenig technischer. Michael Janssen, selbst leidenschaftlicher Programmierer, erklärte die Möglichkeiten und Grenzen der OSE API. Hier konnte man viele Anregungen und Ideen mitnehmen, zum Beispiel mit Hinblick darauf, wie man jene über die API gewonnenen Daten in eigenen Tools anwenden kann.

WordPress with Yoast

Joost de Valk ist der Entwickler des Wordpress Plugins „WordPress SEO“. Das Plugin erfreut sich innerhalb der Wordpress Community großer Beliebtheit, was die eindrucksvolle Zahl von über einer Millionen Downloads beweist. Der sympathische Holländer, der im Schnitt 20 Stunden in der Woche an seinem Plugin arbeitet, erklärte in seiner Session die Funktionen von „Wordpress SEO“.

So erfuhr man, dass sich das Plugin hervorragend eignet, um „Title“ und „Meta Description“ gezielt anzupassen und sehr genaue Indexierungs-Einstellungen für den eigenen Blog vorzunehmen. Außerdem beherrscht das Plugin auch das Canonical-Tag und eine Funktion um Breadcrumbs einzubinden.

Außerdem konnte man während der Session von Joost einige allgemeine Wordpress- und SEO-Tipps mitnehmen. Zum Beispiel riet er dazu, nicht blind jedem Wordpress-Plugin zu vertrauen, da manche Plugins nur für den Zweck des Missbrauchs, zum Beispiel als Malware oder um Backlinks zu generieren, programmiert wurden. Des Weiteren gab er den hilfreichen Ratschlag, im RSS-Feed einen Link zur eigenen Seite zu platzieren, um sich vor „Content Scrapping“ zu schützen. Selbstverständlich gibt es auch dafür eine Funktion in seinem Plugin.

Sehr unterhaltsam waren außerdem die vielen kleinen Anekdoten des Redners: Zum Beispiel würde Joost de Valk gern die Einstellung hinsichtlich der Meta Keywords entfernen, da sie aus SEO Sicht nicht wirklich relevant sind. Das würde aber dazu führen, dass er täglich 2000 Support-Emails mehr beantworten müsste.

Google Webmaster Tools

Welche Möglichkeiten bieten die Webmaster Tools von Google? Diese Frage beantworteten Eric Kubitz und Christoph Baur von der CONTENTmanufaktur GmbH. Dabei gingen sie auf vier Schwerpunkte ein: den Schnellcheck, das Monitoring, die Reports und den Schutz der Webseite. Im Mittelpunkt stand vor allem, welche Daten mir Google liefert, um meine Seite zu analysieren und entsprechende Reports zu erstellen. Weiter wurden Punkte angesprochen die man regelmäßig im Auge behalten sollte, wie die Hinweise auf Malware und Crawling-Fehler, das Verhältnis von eingereichten und bereits indexierten Seiten oder ausgewählte Statistiken monatlich zu sichern.

Get backlinks while you sleep

Für viel Andrang sorgte die Session von Marcell Sarközy, in der er über den automatisierten Linkaufbau referierte und dabei verschiedene Tools vorstellte. Diese wurden anhand einer Testauswertung einander gegenüber gestellt, wobei der Fokus besonders auf den Kosten und den dafür erhaltenen Ergebnissen lag. Die Auswertung ergab, dass es aktuell noch kein perfektes Linkaufbau-Tool gibt und akzeptable Ergebnisse nur mit der Kombination verschiedener Softwarepakete erzielt werden können. Natürlich wurde auch festgestellt, dass diese Art des Linkaufbaus in den meisten Fällen nicht nachhaltig ist und Shops und Firmen davon Abstand halten sollten.

SEO-Kennzahlen mit Google Docs abfragen

Einen interessanten Einblick in die Funktionen der Google Docs gewährte Andi Petzold von Hotel Hosting. In seinem Vortrag „SEO Kennzahlen mit Google Docs abfragen…“ ging er speziell auf die Möglichkeit ein, Google Docs als Onpage-SEO-Tool zu nutzen.

Ein Vorteil des Google hauseigenen Office-Paketes ist die leichte Bedienung, das Arbeiten in der Cloud und der kostenlose Zugang für jeden Google-Nutzer. Zwar ist der Einsatz mit Abfrage-Limits und anderen Einschränkungen verbunden, aber für kleine Projekte gut geeignet.

Ein weiterer Vorteil der Google Docs ist die Möglichkeit, eigene JavaScript Skripte einzubinden und somit Funktionen selbst zu definieren und die Funktionalität von Google Docs noch weiter zu steigern.

Mit einzelnen Befehlen lassen sich so Werte und Metriken von Seiten auslesen und in einer Tabelle gegliedert ausgeben. Unter anderem kann man mit den Google Docs die Meta-Daten, HTML-Überschriften, interne Link-Attribute, die robot.txt und sitemap.xml Dateien auslesen und analysieren.

Durch den Einsatz von APIs lassen sich weitere Daten einbinden. So ist es möglich, APIs von bekannten SEO-Tools wie Sistrix oder auch Analyse-Dienste wie Google Analytics einzubinden und weiter zu verarbeiten.

Für Nutzer, die nicht große und teure Suiten investieren können oder wollen, stellt Google Docs eine einfache und kostengünstige Alternative dar.

Linkaufbau: Trampelpfade

Einen interessanten und gut besuchten Vortrag wurde von Björn Tantau gehalten, Senior Consultant bei TRG. In diesem Vortrag wurde auf einzelne Methoden des Linkaufbaus eingegangen und gezeigt, wie man legal „follow“ Links bekommt und sich somit eine Autorität im Internet aufbauen kann. Grundlegend sollte man kreativ sein, um an Linkquellen zu kommen, die nicht offensichtlich von jedem genutzt werden. So kann man sich von seinen Mitbewerbern abheben und sich einen Vorteil erarbeiten.

Speziell ging Björn Tantau auf das Verfassen von Gastbeiträgen als eine Möglichkeit ein, natürliche Backlinks zu generieren. Als Gastautor kann man Seiten guten, einzigartigen Content liefern und wird mit einer Verlinkung belohnt. Durch das zusätzliche Einbindung eines „rel=author“ -Tags nebst Verweis auf das Google Plus Konto des Autors kann man Google deutlich machen, zu welchem Google Plus Konto und somit Autor der Artikel zu zugeordnet ist. Ergebnis: Der „Author Rank“ wird gestärkt. Die eindeutige Zuordnung des Autors zu einem Beitrag oder eines Autoren Profil einer Seite hat zur Folge, dass das Google Plus Profil prominent in den Suchergebnissen dargestellt wird.

 

Im weiteren Verlauf des Vortrags machte Björn Tantau einen Vergleich zu früheren und immer noch oft benutzten „Page Rank“, dem „Trust Rank“ und den in Zukunft immer wichtigeren „Author Rank“. So ist er der Meinung, dass es durch den Aufschwung von Google Plus immer wichtiger wird, sich im Internet eine Reputation zu erarbeiten um somit ein besseres Ranking in den organischen Suchergebnissen zu erzielen.

Professionelle Keyword-Recherche und Performance-Bewertung

Der letzte Vortrag des ersten Tages wurde von Stephanie Kanitz von der Hamburger Agentur unique gehalten. Es ging um das Thema „Professionelle Keyword-Recherche und Performance Bewertung“. Stephanie Kanitz hat einen guten Überblick über das Thema gegeben und vor allem gebührend auf die Bedeutung der Keywordrecherche als Basis sämtlicher weiteren SEO-Maßnahmen hingewiesen. Neben den Klassikern wie Suchvolumen und Wettbewerbsintensität wurde auch auf eigene sinnvolle Kennzahlen zur Priorisierung von Keywords eingegangen – wichtig war auch die Erkenntnis, dass Keywordpriorisierung keine rein zahlengetriebene Disziplin ist, sondern immer auch aktives Nachdenken fordert. Im Rahmen der Performance-Bewertung ging es vornehmlich darum, sich nicht auf einzelne KPIs wie Sichtbarkeitsindizes oder den Traffic zu verlassen, sondern die Gesamtziele (

Affiliate Marketing ohne Netzwerk – sei dein eigener Shop

Auch das gibt es auf der Campixx: Matthias Hanske, bekannt als „Content Guru“ und Geschäftsführer der epago GmbH, hielt einen Vortrag über die Evolutionsschritte des Affiliate-Publishers hin zum eigenständigen Shopbetreiber/Unternehmer. Da viele SEOs die eine oder andere Affiliate-Seite betreiben, war es nicht verwunderlich, dass auch diese Session bis auf den letzten Platz besetzt war. Dabei wurden die einzelnen Evolutionsschritte transparent und klar formuliert. Ziel ist die Erhöhung der Marge. Um dieses Ziel zu erreichen, proklamierte Matthias Hanske die Abkehr vom Affiliate-Netzwerk hin zu exklusiven Partnerschaften als ersten Schritt zur Gewinnmaximierung. Unter diesem Gesichtspunkt ist der Aufbau eines eigenen Shops natürlich die logische Konsequenz: Schließlich umgeht man so alle Zwischenhändler und damit alle prozentualen Teilhaber am Verkauf. Ein durchaus praxisnaher und unterhaltsamer Einblick abseits vom SEO-Business.

SEO Potentialprognosen – Vom Glaskugelblick zur Wissenschaft

Die Vorteile, die eine exakte Prognose von Platzierungen in den Google-Suchergebnissen0 mit sich bringen, liegen auf der Hand. Insbesondere für SEO-Agenturen ergibt sich neben den ermittelbaren Kennzahlen ein weiterer, besonders wertvoller Mehrwert: Eine einmal erstellte und sich bewahrheitende Prognose schafft ein großes Vertrauen des Kunden in die Agentur und wirkt sich somit nachhaltig auf die Geschäftstätigkeit aus. Siwen Zhang und Johannes Reimann von der Internetagentur explido haben sich aus diesem Grund seit einiger Zeit intensiv mit dem Problem „SEO-Prognose“ beschäftigt und ihre Erkenntnisse auf der SEO Campixx vorgetragen. Aufgrund des durchaus komplexen und diskussionswürdigen Ansatzes wurde die Session auch schon bald ein interessanter Mix aus Vortrag und Meinungsaustausch. Als vorläufiges Fazit bleibt festzuhalten, das Beobachtungen und Erfahrungswerte mehr sind als der berühmte Blick in die Glaskugel - und es gleichzeitig ein weiter Weg ist, bis man den Ansprüchen der Wissenschaft im Bereich der SEO-Prognosen gerecht werden kann. Ein erster Schritt ist getan.

Der Autor

Andre Alpar ist seit über 10 Jahren Unternehmerisch im Bereich Online Marketing tätig. Seit 2008 war er als strategischer Online-Marketing-Berater in leitender Funktion bei der Rocket Internet (eDarling, Zalando, Groupon, etc.) tätig. Sein Online Marketing Podcast erscheint unregelmäßig unter omreport.de. Darüber hinaus ist er Herausgeber unterschiedlicher Open Source Software wie Mozilla Firefox Addons, Google Chrome Erweiterungen und Wordpress Plugins. Als Veranstalter rief er 2010 die Online-Marketing-Konferenz OMCap ins Leben, Im Laufe des Jahres wird sein erstes Onlinemarketing Buch veröffentlicht. Seit dem Frühjahr 2012 ist er Partner bei der Online-Marketing-Agentur AKM3 GmbH, die unter anderem auf nachhaltiges SEO und internationales Linkmarketing spezialisiert ist.

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Eine Antwort
  1. von Mark am 17.03.2012 (09:10 Uhr)

    Ich kann Plugins nicht ausstehen, die 25.000 Funktionen mitbringen, die nichts mit dem eigentlichen Schwerpunkt zu tun haben und mein WordPress nur ausbremsen. Wenn ich ein Plugin zum Schutz meines Feeds brauche, dann installiere ich mir ein solches. Aber den ganzen Mist in ein SEO Plugin zu stecken, Hauptsache die Anzahl der Features steigt, ist 'ne falsche Denkweise.

    Scheint aber zu ziehen, siehe den Werbevortrag auf der Campixx.

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