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Entwicklung

Klicks sind tot: Upworthy veröffentlicht Code, um Aufmerksamkeit zu messen

    Klicks sind tot: Upworthy veröffentlicht Code, um Aufmerksamkeit zu messen

(Foto: andronicusmax / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Geht es nach Upworthy, dann sind Klicks und Pageviews nicht länger ein ausreichendes Mittel um den Erfolg einer Seite zu messen. Stattdessen will die Viral-Content-Seite die Aufmerksamkeit seiner Besucher erfassen. Wie sie das machen, erklären sie in einem Blog-Beitrag.

„Attention Minutes“: Upworthy will die Aufmerksamkeit seiner Besucher messen

Upworthy hatte bisher vor allem durch seine Headlines für Aufmerksamkeit gesorgt. Die wenig informativen und bisweilen mehrere Sätze umfassenden Überschriften werden zwar gerne kritisiert, bleiben auf den sozialen Netzwerken dennoch äußerst erfolgreich. Im deutschen Sprachraum wurde diese Art von Überschriften hauptsächlich durch Heftig.co populär. Jetzt will Upworthy etwas ganz anderes revolutionieren: Die Art wie wir den Erfolg einer Seite oder eines Artikels messen.

Website-Betreiber aber auch die Werbeindustrie setzten bisher darauf, die Anzahl der Seitenaufrufe auszuwerten und anhand dieser Daten zu ermessen, wie erfolgreich eine Seite ist. Geht es nach Upworthy, dann handelt es sich dabei um ein überholtes Konzept, denn wer eine Seite besucht, liest nicht notwendigerweise deren Inhalt oder interagiert in irgendeiner Weise damit. Die Lösung dafür sollen die sogenannten „Attention Minutes“ sein. Mittels verschiedener Scripte soll genau gemessen werden, ob eine Seite derzeit aktiv ist und wie lange der Besucher sich beispielsweise ein Video auf der Seite anschaut.

Geht es nach Upworthy, dann sind diese Daten deutlich aussagekräftiger für Seitenbetreiber wie auch für deren Werbekunde. Zukünftig, so Upworthy, könnten auch die Kosten für geschaltete Werbung davon abhängig gemacht werden, wie lange sich ein Besucher intensiv mit der Seite beschäftigt. Damit sich das Konzept durchsetzt, hat das Unternehmen einige Beispiel-Code-Snippets inklusive Dokumentation veröffentlicht. Seitenbetreiber sind angehalten, auf Basis des Codes auch auf ihren Websites „Attention Minutes“ zu messen.

Upworthy: „Attention Minutes“ sollen Pageviews ablösen. (Grafik: Upworthy)
Upworthy: „Attention Minutes“ sollen Pageviews ablösen. (Grafik: Upworthy)

Upworthy: Pageviews liefern keine Anhaltspunkte über das Engagement

Die Upworthy-Macher haben insofern recht, dass Pageviews keine echten Anhaltspunkte dafür liefern, ob sich ein Nutzer die Inhalte auf einer Seite tatsächlich angeschaut hat. Auch Social-Shares sind dafür kein geeigneter Indikator. Aufgrund verschiedener Studien wissen wir, dass wissenschaftliche Inhalte beispielsweise enorm gerne geteilt werden. Gelesen werden sie allerdings eher selten.

Die Idee hinter den „Attention Minutes“ ist nicht neu. Die Publishing-Plattform Medium misst ebenfalls, ob Besucher einen Artikel vollständig lesen, was wiederum Einfluss auf das Ranking eines Artikels hat. Auch die Financial Times gab kürzlich bekannt, zukünftig die Werbepreise von der Verweildauer der Besucher abhängig zu machen. Aber ist das der richtige Weg? Und lässt sich die Aufmerksamkeit des Nutzers wirklich messen?

Wenn der Erfolg eines Artikels, und damit in vielen Fällen auch die Höhe der Werbeeinnahmen, davon abhängt, wie lange ein Besucher auf einer Seite bleibt, wird es zweifelsohne auch Auswirkungen auf die Inhalte haben. Während der Nutzer, Seitenbetreiber und Werbeindustrie laut Upworthy von einem solchen System nur profitieren können, gibt es auch kritische Stimmen. Gegenüber BuzzFeed machte der Gawker Chefredakteur Max Read klar, dass ein solches System auch zu negativen Effekten für den Leser führen könnte.

Warum „Attention Minutes“ sinn ergeben, die Gegenargumente dich aber auch umhauen könnten

Schon jetzt sehen wir, wie manipulative Headlines genutzt werden, um aus den sozialen Netzwerken heraus Klicks zu generieren. Es bleibt anzunehmen, dass sich Seitenbetreiber auch im Falle der „Attention Minutes“ schnell Möglichkeiten ausdenken werden, um Besucher länger auf ihrer Seite zu halten, die nicht unbedingt jedem schmecken dürften. Außerdem bleibt es natürlich auch ein technisches Problem.

Anhand des bisher von Upworthy veröffentlichten Codes lässt sich nach wie vor nicht mit absoluter Sicherheit bestimmen, wie aufmerksam einer Seitenbesucher tatsächlich ist. So oder so könnte sich das Konzept bei steigender Akzeptanz von Werbekunden für Upworthy rentieren. Immerhin sank die Anzahl der Unique Visitors der Seite laut Forbes seit November 2013 um bis zu acht Millionen. Jetzt müssen die verbliebenen Besucher nur noch lange genug auf der Seite bleiben, um etwaige Verluste abzufangen.

via www.fastcompany.com

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3 Reaktionen
AnonCoward
AnonCoward

NoScript. Ghostery.

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hansolo
hansolo

es gibt auch schon sichtbarkeits-tkp bzw. evCPM. allerdings wäre diese methode um einiges genauer..

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Thomas
Thomas

Seit November 2014? Wow, das ist ja eine lange Zeit...

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