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Klon-Könige “Samwer Brothers”: In Deutschland gehasst, in den USA respektiert?

Erste Grenzen bei meiner Startup-Recherche in San Francisco tun sich auf: Gründer verzichten auf ein Interview, weil sie Angst vor den Klon-Künsten der deutschen „Samwer-Brothers“ haben. Mindestens genauso interessant ist aber die Tatsache, dass man hier mit sehr viel Respekt von dem deutschen Trio spricht – ganz anders als in Deutschland. Plädoyer für etwas mehr Differenzierung in der Debatte.

Klon-Könige “Samwer Brothers”: In Deutschland gehasst, in den USA respektiert?

"Es ist unglaublich was sie schaffen - und wie gut sie darin sind"

Kürzlich auf einer Launch-Party in San Francisco: Ich schnappe mir den Gründer eines vielversprechenden und will ihn für ein für t3n.de gewinnen. Mit entsetzten Augen macht er mir klar, dass dies das Schlimmste sei, was ich ihm antun könne. Er wolle unbedingt vermeiden, dass die deutschen Samwer-Brüder auf seine Idee aufmerksam werden. Deren Bekanntheit schätzt er innerhalb der US-amerikanischen Startup-Szene als ziemlich groß ein, was mich überrascht.

Für ihre bis ins Detail gehenden Klone - wie hier die Pinterest-Kopie Pinspire - sind die Samwers international bekannt.

Das Startup, um das es hier geht, befindet sich gerade am Anfang seiner Wachstumsphase. Der Gründer steht in Investorengesprächen, ein Mini-Investor hat angebissen, einem größeren Investor musste er absagen, weil dieser das kleine Unternehmen komplett übernehmen wollte - „zu einem wirklich schlechten Preis“, was in diesem Fall 400.000 US-Dollar bedeutete. Eine Kopie, so die Ansicht des Gründers, könnte ihnen schnell das Wasser abgraben, vor allem wenn sie mit dem finanziellen Background und der Schnelligkeit der Samwer-Brüder hochgezogen würde.

Mich interessierte, was er und andere Gründer in der San Francisco Bay Area über die drei Deutschen denken. „Wir bewundern und respektieren sie. Es ist unglaublich, was sie schaffen – und wie gut sie darin sind, besser als alle anderen. Aber ich habe eben auch Angst davor, zum jetzigen Zeitpunkt kopiert zu werden.“ Natürlich lässt sich diese Antwort leicht auf die allgemeine Höflichkeit der Amerikaner schieben, was auf die betreffende Person aber nicht zutrifft.

Letztendlich passt diese Einschätzung in das Bild, das ich auch über die US-Medien bekomme: Die deutschen Samwer-Brüder sind immer öfter Thema der internationalen (Startup-)Presse, TechCrunch bezeichnete sie bereits als "Phänomen". Insgesamt wird im Ausland aber wesentlich respektvoller - und differenzierter - über die Samwers gesprochen als hierzulande. Dies betrifft nicht nur die Artikel und Blogeinträge selbst, sondern vor allem auch die Kommentare innerhalb der Gründerszene.

Kommentare unter einem Techcrunch-Artikel zu Zenpay, einem Square-Klon der Samwer Brothers.

Deutschland: Einseitiges Eindreschen auf herausragende Köpfe

In Deutschland wird oft einseitig auf die Köpfe eingeschlagen, die aus aus der Masse herausragen, brachte es ein befreundeter Blogger auf den Punkt. Mit dieser seltsamen Eigenart sehen sich auch andere erfolgreiche Gründer wie zum Beispiel Ibrahim Evsan und Christian Vollmann konfrontiert, die die Öffentlichkeit nicht scheuen, was innerhalb der deutschen Gründerszene oftmals mit äußerst emotionalen, unsachlichen und beschämenden Kommentaren quittiert wird (worauf hier nicht verlinkt werden soll).

In Bezug auf die Samwer-Brüder nehme ich es so wahr: Die US-amerikanische Gründerszene wird mehr und mehr auf die Jungs aufmerksam - mit einer Mischung aus Respekt, Irritiertheit und dem Wunsch, ihnen nicht selbst vor die Flinte zu laufen. Aber die aggressive Grundhaltung gegenüber der Herangehensweise, funktionierende Ideen und Geschäftsmodelle in andere Märkte zu bringen, gibt es so hier nicht. Die ewige Klon-Debatte ist wohl eine rein deutsche Spezialität - auch wenn sich zunehmend Stimmen melden, die auch in Deutschland mehr Differenzierung fordern, zum Beispiel bei Gründerszene oder bei Netzwertig.com.

Differenzierung in Bezug auf die Samwers bedeutet für mich:

  • Der Versuch, gute Geschäftsmodelle zu kopieren, ist an sich nicht verwerflich - die Dreistigkeit, dies bis in Detail zu tun und auch gleich das komplette Design zu kopieren, hingegen schon.
  • Das Vorgehen der Samwers ist äußerst aggressiv - es bringt aber auch viel Dynamik in den Markt, weil es Unternehmen zwingt, auch den deutschen/europäischen Markt in Angriff zu nehmen und nicht nur den US-amerikanischen/englischsprachigen Markt im Blick zu behalten.
  • Die Samwers sind weder kreativ noch bereichern sie die Welt mit neuen Ideen - aber ihre Stärke liegt darin, Geschäftsmodelle für die unterschiedlichsten Märkte zu adaptieren und in atemberaubendem Tempo hochzuziehen. Dabei sind sie nicht die einzigen, die das versuchen, aber eben mit Abstand die Besten.
  • Die Art der Samwerschen Unternehmens- und Mitarbeiterführung darf zurecht hinterfragt und kritisiert werden - ein Punkt, der in den USA zu kurz kommt. Vielleicht fehlen hier die Einblicke, die wir in Deutschland haben, da unsere eigenen Arbeitsplätze - und viele deutsche Mitarbeiter - davon betroffen sind. Vielleicht findet man in den USA rüdes Geschäftsgebahren auch nicht so ungewöhnlich und verwerflich wie im deutschen Sozialstaat.
  • Innovation und Adaption gehören zusammen. Es gibt kaum Ideen, die aus dem Nichts entstanden sind, kaum "echte" Innovation. Fast immer handelt es sich um Weiterentwicklung schon bestehender Ideen.

Natürlich wäre es schön, wenn Deutschland nicht nur für die Fähigkeit, bestehende Geschäftsmodelle zu kopieren, weltweit bekannt würde. Aber in Deutschland wird manchmal so getan, als läge die Verantwortung dafür allein bei den drei Samwer-Brüdern. Sie machen eben das, was sie können! Im Ausland findet man das nicht schlimm. Hierzulande schon - gerade so, als würde unser gesamtes Startup-Ökosystem mit diesen drei Jungs stehen und fallen.

Wie ist eure Sichtweise auf die Samwers?

Weiterführende Links

 

Foto (Marc Samwer): Caterina / flickr.com (CC BY 2.0)

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40 Antworten
  1. von iCoco am 09.10.2012 (08:30Uhr)

    Dazu passt ein Zitat, das ich mal gelesen habe: "Wenn ein Unternehmen floriert, dann mag das kritische Deutschland es nicht. Ist es aber vom Untergang bedroht, dann wachsen ihm breite Sympathien zu." (WAMS, 27.12.09, damals zum Untergang von Quelle)

  2. von Ich am 09.10.2012 (08:40Uhr)

    Deutschland ist nun mal das Land der Ingenieure. Da wird halt (mMn zurecht) der bewundert der eigene Ideen hat und durchsetzt. Copycats machen Geld mit Ideen anderer, die Samwers sind die Chinesen des Internets ;-) Im realen Leben schimpfen wir darauf, daß chinesiche Firmen "unsere" Produkte kopieren, warum sollte ich im Internet Leute loben die fremde Ideen klauen? Wenn sie fremde Produkte als Idee nehmen und noch was besseres drumherum bauen ist das löblich, aber reine Kopien? Andererseits: Wenn ich mein Bankkonto mit denen tauschen könnte würde ich das auch tun :-) Sie sind halt clever und kopierten als Erste, da kommt das Geld her. Aber dafür würde ich sie nicht respektieren....

  3. von Hagen Fisbeck via facebook am 09.10.2012 (08:49Uhr)

    Vielleicht sollten somit deutsche Unternehmen auch die Produktpiraterie bspw. der Chinesen ebenso ein wenig differenzierter sehen und nicht darauf schimpfen. Die Argumente lassen sich ja 1:1 übertragen ;-)

  4. von John-Sebastian Komander via facebook am 09.10.2012 (09:18Uhr)

    Sam wer?

  5. von Jürgen Vielmeier am 09.10.2012 (09:24Uhr)

    Wer etliche Millionen, vielleicht sogar Milliarden auf dem Konto hat und seine Mitarbeiter trotzdem wie Dreck behandelt (Beispiel deutsches Groupon), wer nur klont, statt eigene Ideen einzubringen (wo bitte ist denn das Problem? Ein Modell überdenken, verbessern, verändern - und alles wäre okay. Das wäre weder Hexerei noch besonders teuer, macht man aber trotzdem nicht.), wer große Reichtümer angehäuft hat, indem er Jugendliche mit Klingelton-Abos abzockt - der hat in meinen Augen keinen Respekt verdient. Punkt, aus. Es wäre nur ein kleiner Schritt mehr, aber man geht ihn nicht, obwohl man es könnte. Und das ist in meinen Augen schlicht asozial.

    Ferner sehe ich es auch nicht, dass man den Unternehmen den Erfolg missgönnt, die oben stehen und den zujubelt, die unten stehen. Daimler und Siemens wird zugejubelt. Bei StudiVZ konnte es die deutschen Webszene gar nicht erwarten, dass dem dahinsiechenden Portal endlich der Todesstoß versetzt wurde.

  6. von Lesenswert: Samwer Brothers, Start-ups,… am 09.10.2012 (10:00Uhr)

    [...] Samwer Brothers Klon-Könige “Samwer Brothers”: In Deutschland gehasst, in den USA respektiert? Erste Grenzen bei meiner Startup-Recherche in San Francisco tun sich auf: Gründer verzichten auf ein Interview, weil sie Angst vor den Klon-Künsten der deutschen „Samwer-Brothers“ haben. Mindestens genauso interessant ist aber die Tatsache, dass man hier mit sehr viel Respekt von dem deutschen Trio spricht – ganz anders als in Deutschland. Plädoyer für etwas mehr Differenzierung in der Debatte. t3n [...]

  7. von holyowly am 09.10.2012 (10:28Uhr)

    Es gibt doch einen Unterschied zw. Bewunderung für einen geschäftlichen Erfolg und dem klaren Blick auf die wirtschaftlichen Folgen der Handlungen eines Unternehmens.

    Die Unternehmen der Samwerbrüder sind finanziell nicht erfolgreich. Zalando hat z.B. noch keinen Cent Gewinn ! erbracht. Die entsprechenden Bilanzen werden veröffentlicht und können von jedermann eingesehen werden. Die Folgen dieses rigorosen und aggressiven Geschäftsgebahrens sind für die Gesamtwirtschaft aber verheerend. Solche Firmen zerstören den Einzelhandel durch pures Kapital. Am Ende hinterlassen sie verbrannte Erde und zerstörte Existenzen. Deshalb habe ich keinerlei Respekt vor dieser Art Geschäfte zu führen.

    Für die Samwerbrüder ist das vielleicht alles ein Spiel und im Spielen sind sie wirklich gut. Solange es Menschen gibt, die dieses Spiel mitmachen werden sie natürlich auch weiterhin erfolgreich sein, ebenso wie weitere große Monopolisten. Nur was kommt danach? Wollen wir wirklich einen monopolisierten Markt? Wir werden ALLE die Zeche für das Spielvergnügen der Samwerbrüder zahlen müssen.

  8. von Gomezs am 09.10.2012 (10:30Uhr)

    Wenn die Chinesen etwas kopieren, heißt es immer die ideenlosen Asiaten.
    Wenn die Deutschen etwas kopieren, werden Sie noch hochgejubelt.
    Mit dem nötigen Kleingeld ist das auch keine Kunst was die Samwer Brüder machen.

  9. von Clusterf*ck am 09.10.2012 (10:31Uhr)

    Ich finde es erschreckend, dass Dreistigkeit und viel Kapital jetzt auch noch nett geredet werden soll. Nur weil in Amerika ausschließlich das Geschäft im Fordergrund steht, sollten wir uns nicht davon blenden lassen, dass die Samwers nichts machen, außer dreist zu sein. Klar, verboten ist es nicht, was sie tun, aber einfach nur mit viel Kapital und Dreistigkeit einen Markt erobern zu wollen, sehe ich sehr kritisch, da in solchen Fällen kein positiver Unternehmergeist aufkommen kann und in der Folge die Mitarbeiter immer (!) verschlissen und schlecht behandelt werden. Zudem ist es ja nicht einmal so, dass die Samwers eine Idee aufgreifen und verbessern. Gott bewahre uns vor dem Fortschritt! Einfach 1-zu-1 klauen und einen Teil der Kohle abgreifen. Das ist einfach scheiße und es schön zu reden ist noch viel beschissener.

  10. von Frank am 09.10.2012 (10:35Uhr)

    Es gibt einen alten Spruch der immer gilt: "Das Bessere ist des Guten Feind".
    Das erklärt eigentlich den Erfolg der Samwer Brüder, sie kopieren gute Konzepte und machen es oft besser.
    Ich sehe darin kein Problem, sondern einen Fortschritt.
    Ich sehe eher ein Problem darin, wenn schlechte Produkte mit allen Mitteln erhalten werden und Gute bekämpft werden.

    Spinnt man den Faden weiter: Was könnte z.B. aus Windows werden, wenn fähige Leute es in die Hand nähmen und neu entwickeln würden?

    Aber es gibt etwas, was ihnen mal den Hals brechen könnte: Der Umgang mit den Mitarbeitern. Ich denke, das geht so lange gut so lange es unverbrauchtes Entwicklermaterial gibt, aber irgendwann hat auch der "dümmste" Entwickler gelernt, dass er nicht nur Geld wert ist, sondern auch Respekt.

  11. von Michael am 09.10.2012 (10:43Uhr)

    Also liebe t3n, ich denke Respekt für die Samwer Brüder ist wirklich fehl am Platze. Diese sind die Hedgefonds, die Heuschrecken oder auch die Chinesen des Internets. Dies zeigt doch das oben angeführte eispiel Zalando oder auch die mehr als billige Kopie Amazons für den nahen Osten. Selbst das Logo war geklaut. Ich denke solch' dreiste Diebe ziehen das deutsche Unternehmertum in den Dreck und sollten nicht gelobt werden für ihre Arbeit.
    Noch ein schönes Beispiel ist die Pest namens Jamba - auch ein Samwer Produkt - mit ihren grässlichen nervtötenden Klingeltönen und Abzockabos, die Kinder und Jugendliche schädigen und das Musikfernsehen kaputt gemacht haben.
    Ich denke das einzig wirklich erfolgreiche Projekt von ihnen war ein kleiner Klon namens Allando, heute ebay.de, ein Produkt, welches ich seit Bestehen (ca. 1998) nutze. Also bereits damals wurde das Konzept klar: schnell eine Kopie hochziehen und auf eine kritische Masse bringen, dann an den Urheber der eigentlichen Idee verticken.
    So ähnlich hat es ja anscheinend auch StudiVZ getan, zum Glück gescheitert,

  12. von Martin am 09.10.2012 (11:05Uhr)

    Wo gehobelt wird, fallen Späne... Schade dass in Deutschland der Neid zu unserem Alltag gehört. Ich weiß nicht was daran verwerflich sein soll ein Geschäftsmodell aus den USA zu kopieren und damit in Deutschland Erfolg zu haben.
    Dass sie kein Geld verdienen ist völliger Blödsinn. Klar ist dass Zalando in der Wachstumsphase keine schwarzen Zahlen abwerfen kann bei diesem Marketingbudget. Fakt ist aber auch, dass sie nur den Schalter umlegen brauchen und dann Millionen verdienen. Vorher werden sie wohl wahrscheinlich von Amazon oder sonst wem aufgekauft, dann wäre ihr Plan wohl auch hier aufgegangen.
    Man kann doch wohl nicht allen ernstes hier in den Kommentaren behaupten sie sind schlechte Geschäftsleute. Die Mio oder mittlerweile Mrd die sie von Investoren bekommen erhalten sie nicht von dummen Idioten sondern von erfolgreichen Investoren und diese kaufen sicherlich nicht nur Mist sondern verdienen viel Geld damit indem was sie tun.
    Klar ist auch dass nicht jede Firma oder jeder Plan funktionieren muss. Es reicht wenn 1 von 10 Projekten sehr erfolgreich wird und die anderen nicht völlig für die Katz sind.
    Ich gönne den 3 Brüdern jeden Cent den sie verdienen denn im Gegensatz zu den Leuten die hier über sie meckern LEISTEN sie einiges, sonst wären sie eben nicht da wo sie heute sind.
    Dass man sich mal über Klingeltöne, Arbeitsbedingungen oder sonstiges streiten kann ist das eine, aber das mindert meiner Meinung nach nicht die Erfolge die sie in so kurzer Zeit erzielen.

  13. von x-lisa am 09.10.2012 (11:09Uhr)

    also ich kann die aufregung gar nicht verstehen... die meisten leute wissen doch gar nicht worum es beim klonen geht. ich stimme da @Frank vollkommen zu. wir leben ja in einer freien marktwirthschaft oder so, jeder kann machen was er will solang es gegen kein gesetzte verstößt.

  14. von Clusterf*ck am 09.10.2012 (11:15Uhr)

    @Martin: Schön, dass du uns übrigen Kommentatoren unterstellst, nichts zu leisten, nur weil wir Unternehmertum als mehr ansehen, als nur reine Geldmacherei. Dazu gehört auch Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und - aber das ist meine persönliche Ansicht - ein gewisser Ethik-Codex, den die Samwers schmerzlich vermissen lassen.
    Aus Geld mehr Geld zu machen, indem erfolgreiche Geschäftsmodelle kopiert werden, ist für mich nicht bewundernswert. Dazu gehört weder Unternehmergeist, noch Innovationskraft. Dafür braucht man einfach nur Geld. Was ist daran bitte so toll? Aber was diskutiere ich hier mit jemandem, der Backlinks verkauft...

  15. von Dejan "Business Robin Hood" Novakovic am 09.10.2012 (11:23Uhr)

    Apple hat fast nichts selber erfunden, sondern lediglich besser kopiert. Dabei ist die einzige Differenzierung das Design und die Einfachheit der Funktionen.... Das sagt keiner was.....

    Besser eine gute Kopie als ein schlechtes Original.

  16. von Ich am 09.10.2012 (11:47Uhr)

    @Dejan, welche Produkte haben die Samwer-Brüder denn besser gemacht als das Original? Der Vergleich mit Apple ist echt albern!
    @Martin, es geht nicht darum ob sie gute Geschäftsleute sind oder nicht. Es geht darum wie man ihnen begegnet: Mit Respekt? Ja, vor ihrem Geschäftssinn, aber vor mehr nicht.

  17. von Gomezs am 09.10.2012 (11:53Uhr)

    @Martin
    Hätten die Samwers mit Allando neben eBay bestehen sollen, wären Sie innerhalb ein paar Jahre Pleite gewesen. Die Drei hatten einfach Glück.

    Ich weiß nicht ob ein Lottogewinner genauso hochgejubelt wird, der sein Geld vernünftig vermehrt?

  18. von holyowly am 09.10.2012 (11:55Uhr)

    @ Martin
    Es gibt eben verschiedene Arten von Menschen. Nach deiner Philosophie ist es in Ordnung wenn man geschäftlichen Erfolg über alles andere stellt. Was für Auswirkungen das Geschäft auf Umwelt, Wirtschaft und Menschen hat, ist dir egal.

    Dann gibt es Menschen, die auf genau solche Dinge achten. Leute die weder bei Zalando einkaufen, noch bei McDonalds, noch bei Apple, noch bei Amazon. Es gibt Menschen, die darauf achten was monopolistische Firmen mit unserer Welt anstellen.

    Leider ist es halt so, dass Menschen wie du überwiegen und deshalb werden Geschäftskonzepte wie die der Samwerbrüder so hoch gelobt.

    Viel Spass dann in einer Samwer Welt..... dir und deinen Kindern.

  19. von hans am 09.10.2012 (12:34Uhr)

    Öhem. Auch in Deutschland ist es übrigens sehr schwer Leute zu finden, die etwas zu dem Samwer-Brüdern sagen. Und dieses Neid-Geschwafel geht mir sowas auf den Sack. Die Samwers machen mit jeder Menge Geld und keinerlei schlechtem Gewissen, platt, was sich bewegt. Ihre Firmenkultur hat den Namen "Kultur" nicht verdient. Ihre Produkte sind nicht besser, sondern geklaut und - mit zugegebener Massen exzelentem Marketing - aufgeblasen.
    Davor habe ich aber keinen Respekt. Respekt habe ich vor Leuten, die wirklich etwas Neues schaffen. Ifsan Bobo Ebrahani ist einfach nur ein Dampfplauderer. Wo ist den der angebliche Neid gegenüber tollen deutschen Firmen, die es eben auch gibt: Jimdo, Plan.io oder Sauspiel (einfach mal die drei ersten, die mir einfallen). Da kann ich nirgends Neid erkennen.

  20. von Henry Ford am 09.10.2012 (13:36Uhr)

    Ich finde es nicht besonders respektabel die Geschäftsideen aus Übersee zu kopieren. Ehrbare Kaufleute würden so etwas bestimmt nicht zu Ihrer Geschäftsgrundlage machen. Das gibt außerdem schlechtes Karma.

    Es ist doch viel schöner mit seiner eigenen Idee Erfolg zu haben!

  21. von blogger am 09.10.2012 (14:49Uhr)

    Das einzige was die Brüder können ist gut "klauen" da werden keine Innovationen mit eingebracht. Deswegen versuchen sie die Projekte auch so schnell wieder weiterzuverkaufen, weil ihnen die Kreativität fehlt es weiterzuentwickeln. Ein herber Schlag für alle Gründer die sich mit viel Mühe etwas entwickelt haben, auf der Suche nach Kapital sind dies weiterzuentwickeln um ihre Ideen fortzuführen und am Schluss müßen sie sich mit einem Konkurrenten messen der mit übermächtigen Kapital ausgestattet ist und ihnen das Wasser abgräbt.
    Ich finde das ein Geschäftsgebaren welches jeglicher Moral entbehrt.
    Ja ich sehe die Brüder als Heuschrecken die ein interessantes Feld abgrasen und wenn sie sich vollgefressen haben zum nächsten fliegen.
    Wären sie von ihren Projekten überzeugt würden sie diese behalten und weiterführen, aber wie weiter oben erwähnt fehlt hier die Kreativität.
    Hier geht es nur darum sehr schnell Geld zu verdienen, das Projekt zu verkaufen bevor der neue Besitzer merkt das man ohne kontinuirliche Weiterentwicklung der Idee auf der Stelle tritt und nicht Marktführer bleiben kann, siehe StudiVZ.
    Mal sehen wann die Brüder "satt" sind...

  22. von Gast am 09.10.2012 (15:20Uhr)

    "Ich gönne den 3 Brüdern jeden Cent den sie verdienen denn im Gegensatz zu den Leuten die hier über sie meckern LEISTEN sie einiges, sonst wären sie eben nicht da wo sie heute sind"

    Ich gönne den Werbern, die die tollen Spots konzipieren und umsetzen, jeden Sawmer-Cent, denn sie sind der Multiplikator und Erfolgsgarant dafür, daß sie die Sawmer-Klons in unsere Verbraucherhirne brennen...

    Unternehmerische Leistung im Sinne von innovativen Ideen haben sie sicher nicht erbracht mit ihren Projekten. Im Falle von Zalando und dem ganzen Internet-Versandhandel bleiben die kleinen Geschäfte und die Arbeitnehmer in der Logistik der Versandhaendler vollends auf der Strecke. Ich wünsche mir, daß die Sawmer-Brüder nach USA weiterziehen, solche Ausbeuter-Arbeitsplätze brauchen wir hierzulande nicht...

  23. von Frank am 09.10.2012 (15:28Uhr)

    Ich glaube, es sind nicht sehr viele Programmierer unter den Kommentatoren?
    Um ein Geschäftsmodell erfolgreicher "kopieren" zu können als der Erste, muss man schon erfolgreicher programmieren können. Eine Idee alleine ist nicht viel wert, sie muss erst umgesetzt werden (können). Eine schlecht umgesetzte Idee ist schlecht und wird nicht dadurch besser, dass man sie gut redet und nur die Idee dahinter gut wäre.

    Bei StudiVZ mangelt es z.B. daran, dass es erstmal nur für Studenten gemacht war (man ist nicht ewig Student). Und dann mangelte es an den News, der Timeline wo man sehen kann, was die anderen machen. Es war auch nicht ersichtlich (als ich damals drin war), wer gerade online war und mit wem man belanglos plaudern konnte. Alle Aktivitäten konnten versteckt werden und so geschah es, dass man gar nicht viel sah von dem was in der StudiVZ-Welt vor sich ging.

    Dann gab es ein meinVZ, das anfangs recht gut getrennt war von StudiVZ... also Kommunikationstrennung... super :-/ Es ist zwar eine nette Idee, sich einzukapseln aber nicht jeder mag das, denn so wie man bei Facebook sieht, mögen die meisten eigentlich jederzeit mit der ganzen Welt kommunizieren können (auch wenn das nur in der Vorstellungswelt so ist).

    Was Facebook und Twitter gemeinsam haben, sie haben einen Ticker der chronologisch die News auflistet, ob man es nun Tweets oder Likes oder sonstwie nennt. Bei StudiVZ habe ich das nicht gefunden. Es gab zwar Postings aber das ist nicht so zeitnah wie eine Timeline.

    Die altebekannten Foren waren eigentlich die Vorgänger von Twitter und Facebook, weil diese quasi eine Timeline hatten und die Forenthemen als Chat benützt wurden. Man konnte in guten Foren immer schön sehen, was zuletzt geschrieben wurde und ob zum eigenen Absatz etwas dazu geschrieben wurde usw. Wegen der menschlichen Plauderlaune gab es dann oft die ewig langen Plauder-Threads.
    Facebook und Twitter haben das erkannt und eigentlich optimiert.

    Es gäbe zum Beispiel noch Xing zum klonen!
    Warum?
    Xing war einst sehr beliebt und diente als Plauderkommunity für Berufstätige und jene, die es noch werden wollten. Es gab wie in den alten Foren eine Art Timeline, nämlich die "zuletzt geposteten Beiträge". Diese konnte man sich sogar als Ticker in die Startseite einbinden.
    So sah man jederzeit, was alle (!) gerade schrieben und wo sie es schrieben.
    Und man konnte sich jederzeit in eine interessante Diskussion einbringen.
    Man sah auch sehr zeitnah, ob gerade in dem Thread in dem man schrieb, einer etwas neues geschrieben hatte. Es hatte so etwas wie eine Timeline und man konnte auch einfach über eine Liste die eigenen Beiträge verfolgen.

    Statt das auszubauen, baute Xing alles um ("mach neu") und verzichtete auf diese beliebten Funktionen (die in Facebook, Twitter und Google+ das eigentliche Konzept sind). Als der Protest zu groß wurde, kam eine "Timeline" auf die Startseite die nicht wirklich als das bezeichnet werden kann. Man sieht in erster Linie Jobangebote (ich habe aber Arbeit), dann die Werbebotschaften der Leute die man bereits als Kontakt hat und das war's dann. Was andere in anderen Gruppen so schreiben, findet man nur, wenn man gezielt danach sucht. Genauso, wenn man selbst etwas geschrieben hatte :-)
    Würden Twitter, Facebook und Co. das machen, wären sie sofort tot.
    Xing hält sich durch die Job-Geschichten, aber eine Community ist es nicht wirklich mehr. Es ist langweilig geworden und die meisten die ich kannte sind nach Facebook, Twitter und Google+ abgewandert.

    Würden sich welche getrauen, so etwas wie Xing nach zu bauen, wäre das enorm mutig und kostspielig, aber durchaus würden viele zurückkehren weil Facebook ein Kindergarten ist, Twitter mit 120 Zeichen nicht wirklich zur Diskussion taugt und Google+ ... ja was eigentlich?
    DA bräuchte es Samwer-Brüder die viel Geld in die Hand nehmen und mit Manpower etwas entwickeln, was Xing früher einmal war und Anteile aus Facebook, Google+ und Twitter mit einbringt.
    Das Ganze natürlich auch international und schon verlieren alle anderen die Berufstätigen und die es noch werden wollen.

    Idee alleine bringt nichts, man muss es umsetzen können und wenn welche da sind die das können, dann sollen sie es tun. Und wie man sieht, schlecht umgesetzte Ideen gibt es, und es ginge, sie besser zu machen.

  24. von jpinfact am 09.10.2012 (18:21Uhr)

    ein früherer bericht zeigt das problem von einer anderen seite. ein startup ohne venture capital ist nicht überlebensfähig. wer nicht gleich mit dem großen geld einsteigen kann wird von den kapitalstarken läden platt gemacht. schlecht programmiert, die idee nicht ausgearbeitet ist sicher eine seite der medaille. was anderes wäre es wenn die herren den ideebringer mit einbinden würden, aufkaufen oder beteiligen. aber das ist es ja nicht, sondern der initiator ist dann außen vor und kann zusehen wie seine idee sich entwickelt. rechtlicher schutz ist schwierig. also gilt das gesetz des stärkeren. nicht vertrauen erweckend.

  25. von Frank am 09.10.2012 (19:01Uhr)

    Ich sehe das Problem mit guten Ideen und fehlendem Kapital aus der praktischen Erfahrung:
    Es gab welche, die wollten tatsächlich ein Portal individuell mit ein paar Hosenknöpfen entwickelt haben. Da stand nur eine Idee dahinter aber kein vernünftiges Start-Kapital.
    Einer meinte sogar mal zu mir, man könne das quasi am Wochenende nebenbei programmieren...
    Ja wenn er meint, dann soll er es auch so machen, aber nicht ich, denn meine Erfahrung ist eine ganz andere.

    Individuell programmierte Portale kosten ständig und stetig und immer wieder und öfters häufig mal Programmier- und Entwicklungsarbeit!!!

    Das hört meiner Erfahrung nach nie auf und es kostet nicht wenig je besser und umfangreicher es sein soll. Es ist nicht (!) wie bei einem Auto das nach gut 100 Jahren ausgereift ist und als Massenware vom Band läuft und das man kaufen kann und gut ist.
    Entwicklungen sind definitiv keine ausgereifte Produkte, es sind Projekte die sich stetig weiter entwickeln müssen, schon weil die Konkurrenz es tut.

    Ein Entwickler alleine macht am Anfang viel, aber je größer das Projekt wird und je verzahnter es ist, desto schwieriger und aufwändiger wird es, neue Funktionen einzubauen. "Mach mal schnell" geht dann schon gar nicht. So kann es passieren, dass kleinste Änderungen eine Menge Arbeits-Stunden verbraten.

    Spätestens dann wenn es zu langwierig und komplex wird, steht ein Refactoring an. Aber welcher Kunde/Startup weiß schon was Refactoring ist?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Refactoring
    Das macht man bei vielen tausenden oder gar Millionen Zeilen Code nicht mehr eben mal so, das ist dann ein ständiger Prozess der neben der Weiterentwicklung und Pflege einherläuft.

    Pflege?
    Was ist denn das schon wieder für ein fremdes Ding?
    Ja, Pflege! Software will gepflegt werden weil keiner alles gleich von Anfang an genial für alle Fälle lösen kann (selbst Facebook und Google bessern ständig nach) und selten alles auf Anhieb fehlerfrei für alle mäglichen Konstellationen läuft.
    Also entstehen auch Kosten für die Pflege... ständig, solange weiter entwickelt wird.

    Ich sehe es wie ich bei laufenden Projekten ständig einen Spagat zwischen Vorwärtsentwicklung, Pflege und Refactoring machen muss. Oft geht längere Zeit nichts vorwärts weil Pflege und Refactoring die Zeit und das Budget auf fressen.
    Wäre ich mehr als nur einer, ginge es schneller, wäre aber nicht billiger.
    Wäre mehr Kapital vorhanden, könnte ich mit mehreren Entwicklern schneller Ergebnisse liefern. Banal, nicht?

    Samwer haben mehr als nur einen Entwickler und haben viel Geld, folglich geht es voran und es tut sich was an der Front. Google und Facebook entwickeln auch nicht mit Hosenknöpfen, sondern mit viel Geld womit sie die Entwickler bezahlen.
    Und das ist der Knackpunkt, dass bei vielen eine Idee vorhanden sein mag, aber entweder falsche Vorstellungen von den Kosten oder zu große Wünsche oder alles beides.

    Kurzum:
    Wenn man eine wirklich gute Idee hat, braucht man Kapital um das zu verwirklichen. Da Samwer viel Kapital haben, können sie viel verwirklichen. Das ist aber nicht die Schuld von Samwer, sondern eher deren Verdienst.

    Dass es Gerüchte um die Arbeitsbedingungen, bzw. Mitarbeiterführung gibt, ist eine andere Sache und das könnte irgendwann mal Folgen für deren Erfolg haben. Aber das ist Spekulation, denn offensichtlich gibt es genug Leute, die dort arbeiten.

    Wer Ideen hat und sie nicht selbst verwirklichen kann, muss genug Kapital besitzen oder sich welches beschaffen oder Dumme finden. Letztere werden ständig gesucht.

  26. von holyowly am 09.10.2012 (19:24Uhr)

    @ Frank
    Du machst dir das ziemlich leicht, wenn du es nur von dieser Seite betrachtest.
    Im Endeffekt sagst du, dass der mit dem größten Geldbeutel die meisten Chancen hat. Das ist, wie wir alle wissen, wohl richtig.

    Eigentlich hätte ich mir bei den Lesern einer Seite die Social Media, Entwicklung und Startups sowie e-Business zum Thema hat etwas mehr erwartet als die Glorifizierung von ein paar wirklich guten Geschäftsleuten denen gleichzeitig der Begriff 'social' wahrscheinlich überhaupts nichts sagt.

    Einesteils wird sowohl im Entwickler- wie auch im gestalterischen Bereich immer auf so etwas wie Urheberrecht gepocht, anderseits forciert und bejubelt man solche unlauteren Geschäftspraktiken. Ich möchte einmal einen Designer sehen, der sich freut wenn seine Sachen kopiert werden und dann den Weltmarkt überschwemmen ohne das der Designer noch etwas davon hätte. Und das alles nur weil er vielleicht zu arm war um seine Erfindung/sein Werk zu schützen. SO ETWAS wird hier unterstützt und bejubelt? Sorry, aber das ist gerade hier eine Schande.

    Das man hier vielen nicht mehr beibringen kann auch als Einzelner eine Verantwortung für eine Entwicklung zu übernehmen, die im gesamten der Bevölkerung schadet, ist bedauerlich. Nun ich bin schon etwas älter und muss das Ergebnis bzw. die Folgen dieser unsozialen Handlungsweisen nicht mehr miterleben. Die Jüngeren aber sollten sich fragen ob sie in so einer Welt leben und solche Praktiken bewundern wollen oder vielleicht doch noch einmal nachdenken und konsequent dagegen handeln.

  27. von Frank am 09.10.2012 (19:58Uhr)

    @holyowly
    Ja mache ich es mir leicht, ich muss keine deren Probleme lösen und ich bin kein Startup.
    Aber ich bin auch in einigen Dingen sicher anderer Meinung als die Samwer Brüder, schon was Mitarbeiterführung anbelangt (das hatte ich mal anders gelernt).
    Auch dachte ich früher mal blauäugiger als heute.
    Aber keinem Startup hilft das.

    Schon das Projektmanagement Seminar vermittelte mir damals ganz klar die Botschaft, plane deinen zu erwartenden Geldbedarf großzügiger als du denkst!
    Keiner bekommt (vernünftiges) Startkapital, wenn er z.B. ein Ding wie Zalando aufziehen will aber beim Geldbedarf klein-klein denkt.
    Webshops kosten richtig Geld und in Deutschland mehr als anderswo.
    Werbung kostet auch richtig Geld und wer nicht wirbt der stirbt.
    Leute die den Shop bedienen, kosten auch Geld, denn Shops machen Arbeit.
    Rechtsanwälte für den Betrieb des Ganzen kosten auch Geld (und oft nicht wenig).
    Server kosten Geld, je mehr und besser, desto mehr.
    Ware einkaufen damit etwas zu liefern vorhanden ist, kostet richtiges Geld, kein virtuelles.
    Startups die so etwas in der Größe wie Zalando aufziehen wollen, sollten sich darüber sehr gründliche Gedanken machen und mit 100.000 Euro fängt man am besten gar nicht erst an.

    Und ich glaube nicht, dass die Samwer Brüder Urheberrechte missachten, denn es gibt Gott sei Danke nicht auf alles Urheberrechte. Man stelle sich nur vor, auf Autos mit vier Rädern bestünde ein ausschließliches Urheberrecht, das es jedem anderen verbietet, Autos mit vier Rädern zu bauen (aber solcher Quatsch wird in der Softwarebranche geschützt).
    Man stelle sich vor, ein anderer hätte das Recht auf Autos mit drei Rädern... und würde alle Abmahnen die dreirädrige Fahrzeige bauen. Arme Kinder...
    Oder man stelle sich vor, einer hätte das Patent auf runde Räder... und alle müssten es teuer lizensieren, dass sie Räder ohne Ecken bauen dürften (das mit den Runden Ecken war doch neulich irgendwo ein Streitpunkt).
    Oder Google hätte das alleine Recht auf Suchmaschinen oder Mirosoft auf Windows-Betirebssysteme und Apple auf Smartphones?

    Natürlich mag es für manche ärgerlich sein, dass Samwer einfach einen Webshop wie Zalando aufzieht. Aber noch ärgerlicher würde es für jedes Startup sein, wenn Samwer mit Zalando das alleinige Recht auf Webshops für Schuhe und Anderes hätte.
    So kann jeder Geld auftreiben und versuchen es noch besser zu machen als Zalando.
    Bei Groupon zeichnet sich ja schon ab, dass es besser zu machen wäre und StudiVZ ist definitiv besser zu machen (meiner Meinung nach).

    Nur weil man die Praktiken von Samwer nicht gut findet, ist nicht alles schlecht was sie machen.

  28. von Sascha Pallenberg am 10.10.2012 (11:06Uhr)

    Die Frage ist die Definition von Respekt. Ich kenne niemanden im Valley, der die Kopierei der Samwers nicht peinlich findet.

  29. von jpinfact am 10.10.2012 (11:13Uhr)

    @sascha
    diese frage ist sehr treffend. respekt vor dem monetären erfolg haben wir alle. respekt vor der unglaublichen energie mit der gehandelt wird auch. trotzdem bleibt ein nachgeschmack hängen. vielleicht sollten mal die zu wort kommen, die von der urgewalt an die wand gedrückt wurden.

  30. von Frank am 10.10.2012 (12:13Uhr)

    @Sascha
    Das sehe ich auch so, dass es peinlich wirkt.
    Die Chinesen aber kennen keine Peinlichkeit beim Kopieren, die haben eine andere Mentalität. Die werden uns mal an die Wand drücken... sofern deren Staatsform es zu lässt.

  31. von Bolle am 10.10.2012 (17:28Uhr)

    Nicht jede Kopie ist gut. Ihr solltet Euch mal Pinspire ansehen. Bescheidene Navigation und lage Ladezeiten bzw. Fehler HTTP-Fehler 503. Da muss noch viel nachgebessert werden. Mal abgesehen davon, dass das Origiginal hierzulande schon sehr bekannt ist.

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