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Software & Infrastruktur

Kolumne: Augmented Love – Wie die „erweiterte Realität“ unser Liebesleben revolutioniert

Die Augmented Reality (AR) ist das LSD der Internet-Nerds – oder das könnte sie jedenfalls werden, irgendwann, in ferner Zukunft. Noch sieht diese „erweiterte Realität“ allerdings eher hakelig und albern aus. Aber das kennen wir ja schon: Wir warten einfach noch einige Jahre, dann bringt uns der Fortschritt die richtig interessanten Sachen. Vor allem das Paarungsverhalten geschlechtsreifer Großstädter wird ein seit Jahrhunderten herbeigesehntes Upgrade erleben.

Augmented Reality ist das Hype-Schlagwort der vergangenen Wochen und Monate. Und wie so oft: Bejubelt wird es bevorzugt von denen, die es selbst nie gesehen haben.

Die erweiterte Realität gibt es heute vor allem in zwei Formen: In der einen Variante hält man etwas in eine Kamera und das Bild davon auf dem Computer-Display ist um weitere Inhalte ergänzt. Beispielsweise können Kinder im Spielzeugladen die Packung mit dem Lego-Piratenschiff in die Kamera halten und sehen ganz genau, wie es fertig aussieht – weshalb sie es sofort haben müssen. Ein technischer Fortschritt, den vielleicht nicht alle Eltern im ersten Moment als Verbesserung begreifen werden. Es gibt noch mehr Anwendungen, zum Beispiel Visitenkarten, die ein Video abspielen oder Lehrbücher, die 3D-Abbildungen erscheinen lassen. Toll.

Studie für ein Augmented Reality Handy von 2006: Infos aus dem Internet jederzeit im Blickfeld. Foto: The Lightworks. Lizenz: CC BY

Ganz vorn dabei

In der zweiten Variante hält man sein Smartphone in die Höhe und bekommt durch die eingebaute Kamera die Umgebung auf dem Display angezeigt. Eine Augmented-Reality-App ergänzt nun dieses Live-Bild um Informationen aus dem Internet.

Will man in London zum Beispiel wissen, wo die nächste „Underground“-Station ist, hält man sein schlaues Handy mit der AR-App hoch und dreht sich dabei um sich selbst. Ja, das klingt jetzt vielleicht so, als sähe man dabei ziemlich dämlich aus. Und, ja, genau so ist das auch. Aber man ist eben vorn dabei. Avantgarde. Dafür muss man Opfer bringen.

Allerdings nützt einem eine Angabe wie „in dieser Richtung ist dies und das“ wenig, wenn auf dem Weg zu diesem Ziel dauernd Häuser im Weg stehen, was nebenbei bemerkt in unseren modernen Großstädten erschreckend oft vorkommt. Aber das sind Detailfragen.

Die feuchten Nerd-Träume gehen unterdessen schon viel weiter. Viel, viel weiter.

Man stelle sich einmal vor, man bekäme solche Zusatzinfos in direkt das eigene Blickfeld eingeblendet. Es wird beispielsweise an einer Kontaktline geforscht, die genau das leisten soll.

Aber auch das wäre noch nicht cool genug. Man müsste darüber hinaus auf Geräte wie Handys zum Empfang und zur Verarbeitung der Informationen verzichten können. Entsprechende Technik könnte stattdessen problemlos in unserer Kleidung eingewebt sein.

Und schon wäre unser Alltag „augmented“.

Liebe suchen, Zeit sparen

Solche Technologien werden vor allem unser Liebesleben verbessern – bevorzugt das des durchschnittlichen Großstadt-Singles. Nehmen wir eine typische Situation am Samstag abend: In einer Bar treffen sich die Blicke zweier Menschen, die sich interessant finden. Normalerweise würde jetzt ein mühsamer und langwieriger Prozess starten, bekannt unter dem euphemistischen Begriff „Kennenlernen“. Total überflüssig! Extrem langwierig! Viel zu umständlich!

Stattdessen könnte doch eine Software das Gesicht der anvisierten Person vom Abbild auf der Netzhaut extrahieren und an einen Webdienst für Gesichtserkennung durchreichen. Im Nu ließe sich herausfinden, wen man dort wahrscheinlich gerade sieht. Alles Weitere wäre so einfach wie googeln: Millisekunden später würden wir jede mit diesem Namen verknüpfte Information im Netz sehen – vom Geburtsdatum über den Job bis hin zur Amazon-Wunschliste.

Erschreckend? Nein, nein: praktisch, zeitsparend, effektiv. Der aufwändige Teil des Kennenlernens wird mit High Tech auf diese Weise auf das allernötigste Maß reduziert. Man erspart sich viele Bekanntschaften, die am Ende doch wieder zu nichts führen. Schreckliche Musikvorlieben, seltsame politische Ansichten, religiöse Inkompatibilität, modische Entgleisungen – alles auf einen Blick. Und schon können wir die Augen schnell weiterschweifen lassen, anstatt diese Wahrheiten erst Tage später mühsam selbst herauszufinden.

Letztlich bleibt uns dann vor allem mehr Zeit für die wichtigen Dinge. Zum Beispiel können wir uns intensiver um unsere Freunde kümmern. Die sind schließlich alle schon seit vielen Jahren Singles und ganz schrecklich einsam.

Dass dagegen noch keiner was erfunden hat...

Diese Kolumne erschien ursprünglich in t3n Magazin Nr. 18, das man hier in unserem Shop für 9,80 Euro inklusive Versand bestellen kann.

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2 Reaktionen
Azundris

Eigentlich musst Du nur das Gesicht vor Dir auf das im Eintrag bei OKCupid matchen.

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Peter
Peter

Super Idee, ich bau gleich mal einen Webservice, der dafür die Infos aus den Social Networks aggegiert und diese dann mit meinen abgleicht und dann einen Kompatibilitätsfaktor ausgibt: "Sorry, du bist scharf, aber mein Handy sagt, wir passen nur zur 20% zusammen".

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