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Kolumne: Die fast wahre Geschichte, wozu es das Internet wirklich gibt

Okay. Jetzt, wo diese Woche mit ihren vielen spannenden News beinahe hinter uns liegt, ist die Zeit für eine ganz grundsätzliche Frage gekommen: Wozu ist es eigentlich da, dieses „Internet“? Damit jemand „Erster!“ schreiben kann? Um auf Facebook einen virtuellen Bauernhof zu betreiben? Für den Vertrieb von Produkten rund um die menschliche Sexualität? Könnte man leicht denken. Aber, nein: alles falsch. Es gibt nur einen Grund, warum das Internet überhaupt existiert. Und das ist: Katzencontent. Wirklich.

Denn als Tim Berners-Lee in einer Phase vorübergehender Langeweile im Genfer Kernforschungszentrum CERN das World Wide Web erfand, saß eine Katze auf seinem Schoß und schnurrte. Eine Sammlung Katzenfotos lag auf Tims Rechner bereit, damit er sie sofort ins Netz stellen konnte, sobald er das WWW zu Ende erfunden hatte.

Gut, das ist gelogen. Aber wenn man sich das Netz heute anschaut, muss es so gewesen sein. Man denke nur an das „Infinite Cat Project“ – die unendliche Katze. Es begann einigermaßen harmlos mit dem Foto von einer Katze, die das Foto von einer anderen Katze auf einem Computermonitor ansieht. Es setzte sich fort mit dem Foto von einer weiteren Katze, die sich dieses Foto auf einem Computermonitor ansieht, auf dem sich eine Katze das Foto von einer Katze auf einem Computermonitor ansieht. Es setzte sich fort mit dem Foto einer Katze, die... Und so geht es immer weiter und weiter. Die Reihe umfasst inzwischen über 1.600 Katzen, die sich praktisch durch Raum und Zeit winden, um sich jeweils anzusehen. Man mag es sich kaum vorstellen.

Wie in anderen Bereichen auch, gibt es inzwischen spezialisierte Webprojekte für besondere Geschmäcker. Zum Beispiel Fotos von Katzen, auf denen Dinge liegen oder Katzen in Waschbecken.

Beispiel einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema Raumfahrt.
Beispiel einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema Raumfahrt. (Quelle: Women, Fire and Dangerous Things - flickr.com)

Das Google des Cat Content ist allerdings ganz eindeutig ICanHasCheezburger.com, Heimat der „LOLcats“. Die Stars wie „Monorail Cat“ oder „Emo Kitteh“ muss man einfach selbst sehen. Jeder Versuch der Erklärung ist zum sofortigen Scheitern verurteilt. Aber man sollte Zeit mitbringen. Es sind hunderte von Katzenbildern. Und wenn man meint, man hätte schon viele gesehen, stellt man fest, dass es noch eine „Warteschlange“ von bislang nicht im Blog veröffentlichten Bildern gibt.

Das Prinzip der LOLcats ist simpel: Man nehme ein sowieso bereits ungewöhnliches Katzenfoto und drehe es mit einem absurden Text noch einen Tick weiter. Das Ganze dann aber bitte auch noch in „LOLspeak“, einer sprachwissenschaftlich interessanten Abwandlung dessen, was wir als „Englisch“ kennen. LOLspeak tritt inzwischen einen eigenen Siegeszug an. Es gibt eine Seite für passende Übersetzungen und ein Projekt, das die Bibel komplett in LOLspeak umschreibt. Sie beginnt wie folgt: „Oh hai. In teh beginnin Ceiling Cat maded teh skiez An da Urfs, but he did not eated dem.“

Nach einer Weile liest man sich ein...

Aber damit kein falscher Eindruck entsteht: Nicht das ganze Internet dreht sich um Katzen. Nein. Das wäre übertrieben. Weite Teile drehen sich auch um Hamster, Hunde oder Koalas – bevorzugt dann, wenn sie klein und puschlig sind, Knopfaugen haben und gerade sooo niedlich aussehen. Wer einmal ausprobieren will, was er an süßer Niedlichkeit gerade noch aushält, dem sei Cuteoverload.com empfohlen. Aber, Vorsicht: Das ist die zuverlässige Überdosis.

P.S.: Noch mehr zu entdecken gibt es in Sven Dietrichs Cat-Content-Präsentation vom BarCamp Hamburg.

The Internet was made for cat content – kann es daran noch Zweifel geben?
The Internet was made for cat content – kann es daran noch Zweifel geben? (Quelle: JIJY - flickr.com)

Diese Kolumne erschien ursprünglich in t3n Magazin Nr. 15. Weitere Informationen, viele kostenlose Artikel und eine Bestellmöglichkeit für die gedruckte Ausgabe findet ihr hier in unserem Heftarchiv.

Dominga

Ich bin eben zufaellig auf die Seite gekommen. Gefaellt mir bis jetzt sehr.

Antworten
Jan Tißler

Hehe, nicht schlecht ;-) Ich war aber neun Monate schneller :-P

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