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Mit gutem Beispiel voran! Diese Staaten zeigen, wie moderne Digitalpolitik geht

Mit gutem Beispiel voran! Diese Staaten zeigen, wie moderne Digitalpolitik geht

Wirtschaft und Gesellschaft sind im Wandel. Der technologische Fortschritt verändert den Alltag der Menschen so sehr, dass auch die Politik ihre Gesetze und Initiativen den Lebensrealitäten anpassen muss. Einige Staaten überzeugen da mehr als andere.

Ein altes chinesisches Sprichwort besagt, dass wenn der Wind der Veränderung weht, die einen Mauern und die anderen Windmühlen errichten. Das lässt sich auch heute überall auf der Welt beobachten. Durch den technologischen Fortschritt, der die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft seit einigen Jahren einläutet, sehen sich viele Politiker vor einer Mammutaufgabe stehen: Wie reguliert man etwas in eine positive Richtung, das man noch gar nicht so recht verstanden hat?

Eine weitere Frage ist zudem: Welche Initiativen brauchen wir, um Fortschritt zuzulassen und um neuen Impulsen nicht sofort den Deckel über zu stülpen. Betroffen sind vor allem Bereiche der Bildungs-, Arbeits- und Wirtschaftspolitik. Nicht jeder antwortet mit klugen Ansätzen oder gar der richtigen Motivation.

Die innovativsten Vorstöße zur Gestaltung der Zukunft, kommen derzeit unter anderem aus Staaten wie Brasilien, Südkorea, Finnland oder der Schweiz. Länder, die sicher nicht zu den größten Industrienationen zählen, die aber zumindest versuchen, große Fragen zu beantworten.

Erste Internet-Verfassung der Welt kommt aus Brasilien

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff unterzeichnet den Marco Civil. (Foto: Net Mundial. Lizenz: Creative Commons BY-NC 2.0)
Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff unterzeichnet den Marco Civil, das Fundament für eine moderne Digitalpolitik. (Foto: Net Mundial. Lizenz: Creative Commons BY-NC 2.0)

Sehr fortschrittlich zeigte sich beispielsweise Brasilien zu Beginn des Jahres, als der Kongress den „Marco Civil da Internet“, quasi einen Netz-Grundrechtekatalog für die eigenen Bürger beschlossen hat. Darin enthalten sind sinnvolle Regeln und Prinzipien zur Rede- und Kommunikationsfreiheit, der Privatsphäre und dem Datenschutz sowie dem freien Zugang zum Internet enthalten. Unter Experten wird der Marco Civil als erste „Internet-Verfassung der Welt“ gehandelt und hat sogar seine Signalwirkung nach Europa entfaltet, wo auch Italien kürzlich eine ähnliche Grundrechtecharta aufgesetzt hat.

„Der Marco Civil definiert erstmals Grundrechte in der digitalen Welt!“

Der brasilianische Vorstoß regelt viele umstrittene Themen. Zum Schutz persönlicher Daten heißt es beispielsweise, dass sie nicht einfach weitergegeben werden dürfen, dass vor allem auch Provider ihre Nutzer darüber informieren müssen, welche Daten sie für welche Zwecke sammeln und das nach Vertragsende alle Daten grundsätzlich gelöscht werden müssen. Auf viele Leser wirken diese Punkte wie eine Selbstverständlichkeit, jedoch ist ein derartiger Standard in Staaten wie beispielsweise den USA oder Irland nicht ansatzweise gegeben.

Der Marco Civil gilt als Rahmen für alle Gesetze, die aktuell und künftig eingereicht und verabschiedet werden. Einzig die Punkte Netzneutralität und Vorratsdatenspeicherung sind kritikwürdig. Obwohl Brasilien sich klar zur Netzneutralität bekannt hat, haben Telko-Riesen einen Absatz zur „Priorisierung von Notdiensten“ durchgesetzt – also ein Äquivalent zu den in Europa hitzig diskutierten „Spezialdiensten“. In Sachen Vorratsdatenspeicherung hat man sich ebenfalls von der Grundrechte-Idee entfernt und beispielsweise Unternehmen dazu angehalten, Verbindungsdaten für ein Jahr zu speichern.

Der Marco Civil ist somit noch ausbaufähig, aber als Fundament einer moderne Digitalpolitik dennoch ein Glanzstück. Denn es werden darin, um es mit den Worten von Andre Meister von Netzpolitik.org zu halten, erstmals „Grundrechte in der digitalen Welt definiert, statt sie immer nur einzuschränken.“

Breitband im Grundversorgungskatalog – die Schweiz macht's vor

Saal des Nationalrats im Bundeshaus in Bern: Hier wurde über die Breitband-Infrastruktur im Versorgungskatalog abgestimmt. (Foto: John Doe-Wikipedia / CC BY-SA 3.0)
Saal des Nationalrats im Bundeshaus in Bern: Hier wurde über die Breitband-Infrastruktur im Versorgungskatalog abgestimmt. (Foto: John Doe-Wikipedia / CC BY-SA 3.0)

Überhaupt sind fehlende Gesetze viel zu oft Grund für digitale Missstände – und dabei geht es nicht immer nur um marktwirtschaftliche und gesellschaftliche Verhaltensregeln im Netz, sondern bisweilen auch darum, überhaupt einen adäquaten Zugang zum Internet für alle Bürger bereitzustellen. Eine fehlende oder mangelhafte Internet-Infrastruktur ist nämlich häufig darin begründet, dass sich a) niemand verantwortlich fühlt, die Netze auszubauen und b) es auch keine vordefinierten Ziele gibt, wie eine leistungsfähige Netzlandschaft auszusehen hat.

„Breitband ist genauso wichtig, wie der Zugang zu Gas, Wasser und Elektrizität!“

Spannend ist diesbezüglich ein Blick in die Schweiz, wo man die flächendeckende Breitbandversorgung zum festen Bestandteil des Grundversorgungskatalogs erklärt hat. Schon 2008 hat das Parlament einen Zugang von mindestens 600 kBit/s in Empfangs- und 100 kBit/s in Senderichtung als Standard definiert. 2012 entschied man sich Up- und Download-Geschwindigkeit auf 1.000 kBit/s und 100 kBit/s zu erhöhen. In diesem Jahr wurden beide Werte dann noch einmal verdoppelt – und zwar bei gleichbleibenden Preisen für die Endkunden.

Verglichen mit Staaten wie Südkorea sind diese Werte sicherlich immer noch nicht rekordverdächtig, dennoch muss man ganz klar den Ansatz loben, dass die Internetversorgung der Menschen als mindestens genauso wichtig anerkannt wird, wie der Zugang zu Gas, Wasser und Elektrizität sowie zu Krankenhäusern und Bildungseinrichtungen – und daran gibt es auch nichts mehr zu wackeln!

Schulbuch adé! Südkorea will das computerunterstützte Lernen um jeden Preis

(Foto: Shutterstock-violetblue)
(Foto: Shutterstock-violetblue)

Wer an der Bildung spart, wird in der Zukunft verarmen, heißt es. Vielleicht ist das der Grund, warum Südkorea seit Jahren etliche Milliarden in das Thema E-Learning, also das computerunterstützte Lernen, investiert. Im Jahr 2011 hat man sich entschieden das Ende des gedruckten Schulbuches einzuleiten. Die Motivation, sämtliche Lehrbücher durch Smartphones oder Tablet-PCs zu ersetzen, ist größer als sonst wo auf der Welt. Und die Vorteile des Umrüstens dürften schon mittelfristig Auswirkungen auf das Bildungsniveau haben.

Während beispielsweise deutsche Schüler im Unterricht mit teilweise bis zu zehn Jahre alten Büchern arbeiten, sollen die Sprösslinge im fernen Asien immer das Neueste lernen, da sich ihre digitalen Bücher auf den mobilen Endgeräten bei Bedarf per Knopfdruck aktualisieren. Die Überarbeitung der Lehrbücher passiert dann quasi wie ein Software-Update. Das ist vor allem in den Fächern wichtig, wo die Lehrpläne und Studieninhalte häufiger überarbeitet werden müssen – beispielsweise im IT-Unterricht.

„Die SMART-Education-Initiative soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.“

Hohe Druckkosten verhindern, dass kleinteilige Aktualisierungen, die jedoch nicht weniger wichtig sind, durchgeführt werden. Neuauflagen wurden bis dahin oft nur dann freigegeben, wenn die Menge an Informationen die Druckkosten rechtfertigten. Das ist kein besonders innovativer Ansatz mit der Vermittlung von Wissen umzugehen.

Und so bekommen sogar Kinder von einkommensschwachen Eltern das Tablet kostenfrei von der Schule gestellt. Auch die Lehrer wurden seit 2012 auf diesen Wandel mit Fortbildungen vorbereitet. Südkoreas „SMART-Education“-Initiative soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Man ist zweifelsohne auf dem richtigen Weg, selbst wenn das Ziel erst ein oder zwei Jahre später erreicht werden sollte.

Die Schweiz antwortet auf die Automatisierung mit dem bedingungslosen Grundeinkommen

Aktion zur Einreichung der Grundeinkommen-Initiative. (Foto: Flickr-Stefan Bohrer / CC BY-SA 2.0)
Aktion zur Einreichung der Grundeinkommen-Initiative. (Foto: Flickr-Stefan Bohrer / CC BY-SA 2.0)

Der Umstand, dass einfache Arbeiten – beispielsweise am Fließband – immer mehr von Maschinen gleistet werden, führt leider auch dazu, dass Phänomene wie Massenarbeitslosigkeit und ein fortschreitender Trend zur billigen Lohnarbeit zu beobachten sind. Doch wenn der Mensch in der Wertschöpfungskette künftig kaum noch eine Rolle spielen wird, welche Möglichkeiten hat er dann, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten? Eine mögliche Antwort versucht das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) zu liefern.

„Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein radikales Konzept, das die Geister scheidet!“

Dabei soll ein Teil des Geldes, das von Unternehmen durch Maschinen erwirtschaftet wird, vom Staat über Steuern in die Kassen geholt und an die Bevölkerung zu gleichen Teilen ausgeschüttet werden – und zwar ohne, dass der Einzelne dafür etwas tun muss.

Das ist ein radikales Konzept, das die Geister scheidet: Während Befürworter darin die Lösung für das oben beschriebene Problem sehen, glauben Kritiker, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen vor allem dazu führen wird, dass kaum ein Mensch mehr arbeiten gehen wird.

Doch nicht jeder sieht das so pessimistisch, wie die Kritiker. Während in Finnland derzeit ein Testlauf in kleinem Kreise von der Regierung angekündigt wurde – man möchte vor allem prüfen, wie das BGE mit den vorhandenen Steuergesetzen harmonisiert –, wurde in der Schweiz ein Entwurf von verschiedenen Bürgerinitiativen vorgelegt, der schon 2016 durch einen Volksentscheid in ein waschechtes Gesetz umgewandelt werden könnte. Selbst Schwergewichte aus der Wirtschaft, wie der Gründer der Drogeriemarkt-Kette dm, Götz Werner, unterstützen diese visionäre Idee – er hat die größte Schweizer Initiative mit auf den Weg gebracht.

Estland führt die digitale Staatsbürgerschaft ein

Mit dieser E-Residency-ID können ausländische Unternehmen ihre Geschäfte einfach und effizient abwickeln. (Foto: e-estonia.com)
Mit dieser E-Residency-ID können ausländische Unternehmen ihre Geschäfte einfach und effizient abwickeln. (Foto: e-estonia.com)

Über einige Jahre hinweg hat Estland es angekündigt und schlussendlich im Dezember vergangenen Jahres auch Wort gehalten. Interessierten Menschen aus der ganzen Welt ist es seitdem möglich, eine elektronische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Elektronischer Staatsbürger zu sein bedeutet jedoch nicht, dass man auch tatsächlicher Staatsbürger ist – dennoch bringt die E-Residency große Vorteile mit sich. So erlaubt das System dahinter, die digitale Authentifizierung und das Unterschreiben offizieller Dokumente.

Digitale Staatsbürger bekommen auf Anfrage eine ausweisähnliche Karte mit eingebautem Microchip. Darauf sind biometrische Daten hinterlegt, die zur sicheren Identifizierung im Netz genutzt werden können – etwa um beispielsweise von Deutschland aus eine Unternehmensgründung in Estland vorzunehmen oder in dem baltischen Staat ein Bankkonto zu eröffnen. Interessierte können so beispielsweise eine Auswanderung oder einen längeren Aufenthalt nicht nur ganz bequem von zu Hause aus planen, sondern vieles auch schon vorab erledigen.

„In Estland lassen sich Geschäfte am einfachsten und effizientesten abwickeln!“

In erster Linie soll die E-Staatsbürgerschaft aber ausländische Unternehmen ansprechen und den Standort „Estland“ attraktiver machen, um dort Handelspartnerschaften einzugehen.

„Estland wird von Weltbank und Weltwirtschaftsforum regelmäßig als einer derjenigen Orte eingestuft, in denen sich Geschäfte am einfachsten und effizientesten abwickeln lassen,“ heißt es im Strategiepapier zur E-Residency. Unternehmer genießen in dem baltischen Land zahlreiche Vorteile: weniger Bürokratie durch die ID-Card, einen einfachen Zugriff auf Bankgeschäfte und die Nichtbesteuerung von reinvestierten Gewinnen. Die Zahl der Firmen soll sich bis 2025 verdoppeln und damit mehr potenzielle Kunden für einheimische Firmen und Dienstleister ins Land holen.

Die Anfrage geschieht anfangs online und ist in nicht einmal zehn Minuten abgeschlossen. Anschließend muss der Antragsteller sich in einer estnischen Botschaft einfinden, um beispielsweise die notwendigen Fingerabdrücke abzugeben und die Gebühr von 50 Euro zu bezahlen.

Eine moderne Digitalpolitik: Mit guten Beispiel voran!

Der digitale Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft bedarf eines besonderen Managements durch Politiker. Ihre Landesgesetze müssen zwangsläufig entlang der Lebensrealtitäten der Bevölkerung angepasst werden. Die große Herausforderung ist dabei, den Fortschritt nicht als Störer sondern als Chancenbringer zu verstehen – egal ob in der Arbeitswelt oder im Privaten.

Ob ein Staat den Wind der Veränderung mit einer Mauer oder einer Windmühle begrüßt, wird schon bald entscheiden, wie wettbewerbsfähig er gegenüber anderen Volkswirtschaften ist, aber auch, wie sich der Wohlstand und die Zufriedenheit der Menschen in eben dieser Gesellschaft entwickelt. Wie immer heißt es: Mit guten Beispiel voran!

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2 Antworten
  1. von sebs am 16.08.2015 (08:01 Uhr)

    Puh, irgendwie müsste Deutschland ja dann die führende digitale Nation sein, wenn man so Digitalpolitik definiert.

    1.) In Deutschland ist das Grundgesetzt doch schon lange im Internet angekommen und es wird bei den gesellschaftlichen Rechten kein Unterschied zwischen dem Internet und dem Real-Life gemacht. Das ist doch mal Fortschritt

    2.) Dank der LTE Initiative hat es Deutschland eigentlich geschafft jedem Haushalt 6 Mbit zu verschaffen, bloß darüber redet keiner. Da werden dann eher die Traffic-Limits angesprochen und miserable Politik / Wirtschaft kritisiert. Aber dieser potentielle "Kundenkreis" von Kleinunternehmern in ländlichen Regionen hat doch gerade diese Forderungen an Bandbreite gehabt: Im Peak eine höhere Bandbreite für besondere Ereignisse wie Dateienaustausch, Kunden-Emails und sonst kann alles so bleiben wie in 56 Kbits Zeiten. Es geht bei der Bandbreite in Deutschland nicht mehr um den schaffenden Wirtschaftsfaktor, sondern um den konsumierenden Wirtschaftsfaktor - also Privatleute die Youtube, Netflix und Co. konsumieren wollen. Ja da hängen wir hinterher, haben aber wirtschaftlich keine großen Einbußen dadurch, da das Geld der Kunden größtenteils nur an US-Unternehmen gehen würde.

    3.) Ich denke das 10 Jahre alte Schulbücher nicht das Problem sind, sondern eher die Erwartung an Unterrichtsinhalten. Und gerade im Informatikunterricht wird doch zur Zeit eher Medienunterricht verlangt. Daher ist gerade Informatik ein schlechtes Beispiel. Und auch sonst ist das digitale Buch auch noch etwas verbesserungswürdig. Ich hatte zur meiner Schulzeit das Glück, dass alle meine Bücher von meinen Eltern gekauft werden konnten. Und dort konnte ich reinkritzeln, mir Notizen machen usw., wie ich wollte - mit Erlaubnis meiner Eltern. Diese freie Interaktion fällt bei den heutigen digitalen Inhalten aufgrund von Hardware- und Softwarebeschränkungen leider noch weg. Anderseits habe ich nun die Möglichkeit Inhalte schneller zur Durchsuchen und auch, je nach Verlag in Südkorea, mir Inhalte selbst zu ordnen. Letzteres ermöglicht das gezieltere Lernen von Schwächen.
    Daher ist für mich das Lernbuch gerade im digitalen Umbruch. Und wenn man das analoge oder digitale Buch falsch verwendet, hat man mehr Schmerzen als Erfolgserlebnis. Im Moment wäre meiner Ansicht nach eine Zwischenlösung angebracht. In bestimmten Fächern kann man digitale Inhalte sehr gut verwenden, wie z.B. in Naturwissenschaften Abläufe zu verdeutlichen. Aber das Nachlesen und verstehen kann noch immer aus dem analogen Buch erfolgen.

    4.) Das bedingungslose Einkommen wurde in Deutschland schon in der industriellen Revolution gefordert, weil diese direkt mehr Arbeitsplätze forderte, als die digitale Revolution. Und in der Schweiz gibt es 5-10 größere Bürgerentscheide im Jahr. Davon schaffe es aber nur 1-2 dann auch bis zur Umsetzung. Also wird es in der Schweiz auch nicht mehr als eine Idee bleiben, die es in Deutschland schon vor mehr als 100 Jahren gab. Ich sehe eher die Chancen, das Arbeitnehmer aus der analogen Welt, deren Beruf vermeintlich auf der Kippe steht, ihr Wissen in den digitalen Umbruch mitbringen und bei der Transformation helfen. Sie schaffen also für zukünftige Generationen ihren Job ab, können selbst davon aber noch leben.

    5.) Wenn sich das E-Goverment in Deutschland mal durchsetzt, sind die Bundesbürger wenigstens darauf vorbereitet. Mit dem "neuem" Personalausweis steht jeden Bürger eigentlich die digitale Verifikation zur Verfügung. Im schlimmsten Fall muss man für 6 Euro diese Funktionen noch mal freischalten lassen.

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  2. von Nur Einzelbeispiele am 16.08.2015 (15:57 Uhr)

    Florida unter Schwarzenegger hat das Schulbuch digitalisiert. M.W. hat dort keiner Milliarden-Förderungen und 30jährige Steuer-Erlass gefordert.
    Abo-Schulbücher ("Textbook"=Schulbuch, ist in TV-Serien und TV-Berichten ein beliebter False-Friend(siehe Wikipedia)) gibts inzwischen auch...

    Als ausgebaut gelten auch UMTS-Gebiete. 6 MBit hat also doch wohl nicht jeder und wozu auch mit einer 500MB-Tape ? Und Spotify und Netflix gehen damit wohl auch nur, wenn man seinen Tarif gestellt bekommt und wir sehen täglich im TV wer am Handy Netflix machen oder ICE fahren kann während wir es finanzieren... LTE wird evtl dort zuerst ausgebaut wo die Boni-Manager durch die kleinen Bürger bei UMTS gestört werden:
    http://www.golem.de/1009/78030.html

    Obama hat erst vor wenigen Jahren die Zwangsversteigerungen ins Internet gestellt statt Aushänge irgendwo im Gericht oder Grundbuchamt.
    Deutschland hatte Immobilienzwangsversteigerungen evtl schon seit rot-grün im Internet. Leider wohl keine normalen Zwangsversteigerungen von Geschäfts-Besitz bei Insolvenz oder lange nicht so bequem.

    DVB-T1 war vielleicht auch nicht schlecht. DVB-T2 mit h.265/HEVC führt evtl auch zur schnelleren Durchsetzung des Formates als damals h.264.
    720p/50fps war natürlich ein Fail. Sogar Shopping-Sender haben echtes FullHD und brauchen keine jährlichen 50-Euro.
    Übrigens sind auf Astra1(19Ost) mehr (deutsche) FreeTV-FullHD-Sender als auf Astra2(Digital-Astra) als FreeSat-FullHD für England wenn man Doppelsender (BBC London, BBC Shottland, BBC Festland, BBC NordIrland, BBC Wales, BBC Nord, BBC Ost, BBC West,...) rausfiltert. (Siehe Tabellen bei lyngsat und ähnlichen Listen weil es data-wiki wohl immer noch nicht gibt)

    In Spanien gibts fast keine DVB-T-Receiver ohne USB-Aufnahme-Möglichkeit im Shop.
    Hier hingegen ist Aufnehmen wohl verpönt oder wird nicht gewünscht.

    Auch stellt sich die Frage ob Internet alles ist. Dank Aldi und Lidl haben wir mehr im Einkaufswagen als sonstwo. Siehe Auswanderer-Dokus.

    Island hat wohl per Internet die Verfassung geplant. Als Deutscher durfte man dort evtl keine Vorschläge machen.

    Crowdfunding war eine deutsche Idee um Linux-Treiber zu finanzieren.
    Digitale Schulen will ich schon ewig und ich bin auch in der Lage, es ohne Geldmittel zu realisieren. Zum Dank wurde man gemobbed.

    Die Beispiele sind also nur selektiv und woanders gibts auch viele tollere Projekte als hier oder die Ideen gabs dort früher.



    "also ein Äquivalent zu den in Europa hitzig diskutierten „Spezialdiensten“."
    Notfalldienste sind was sehr anderes als Spezialdienste für Reiche Leute welche die Datenautobahnen der kleinen armen UMTS-Kunden benutzen und dann auch noch Sonderspuren bekommen ohne das die Betroffenen entschädigt werden was ja wohl gerecht wäre aber kein Internet-Lobbyist fordert sondern nur ich.


    Statt Grundeinkommen gibts Lebensmittelgutscheine wie in USA. Die einflussreiche Atlantik-Brücke ist vielleicht auch dafür und die Bilderberger (ja, die gibts, siehe Wikipedia aber natürlich verschiedene Sprachen lesen) auch.
    Dann kann man TTIP-Gen-Food aus dem Automaten ziehen...

    Die greatest Nation-Uberization ist seit Uber ein Thema im US-Präsidenten-Wahlkampf und im US-Börsen-TV genau so oft gebraucht wie hier "Rentner-Armut" oder "Hartz4". Die wissen was bevorsteht... und was z.B. die Taz mit Artikeln z.B zu "Werkverträgen" schon vor Jahren oder ich mit "Zwangs-Freiberufler" noch früher beschrieben.

    Der Fachkräftemangel ist vorbei. Die Wirtschaft wächst langsam und M$ streicht jetzt schon vierzehn-tausend 14*1000 Jobs und nicht erst im Crash der fast alle 2-6 Jahre kommt wie man am DowJones seit 100-120 Jahren erkennen kann.


    In Frankreich gabs übrigens schon vor Jahren Regeln das mindestens 100 Mbit angeschlossen werden muss. Da wohl 70-80% der Bevölkerung in Paris wohnt, gilt das vielleicht erst für Häuser ab 10 Wohnungen oder so.

    In Südkorea darf man wohl Youtube oder sonstwas-Serien für offline-Gucken runterladen!
    http://www.golem.de/news/youtube-videos-fuer-48-stunden-auf-dem-smartphone-speicherbar-1412-111138.html


    Wenn man länger dabei ist erkennt man das Politik meist der völlig falsche Hebel ist sondern Firmen die wahre Verbesserung bringen.
    - Dank Netflix sind Mediatheken_Verträge bezahlbar und monatlich kündbar und keine 10jährigen Knebel-Hochpreis-Verträge.
    - Dank Whatsapp (nicht dank Skype und ICQ die das auch hätten erreichen können) haben die SMS (oder die Umsätze damit) sich halbiert
    - Dank Kabel-TV und deutschem Docsis2 sind DSL-Tarife schnell und bezahlbar.
    - Dank Teslas Power-Battery-Packs hat ich glaube Daimler jetzt auch sowas angekündigt.

    Übrigens pushen Schweden, Norwegen, Schweiz usw. DSL damit die Leute überhaupt in die Wallachei-ähnlichen unbesiedelten Gebiete ziehen wo die Fähre einmal die Woche kommt wie man an den TV-Dokus sieht.
    Wer zu viel ist geht in vielen Ländern (Vietnam, China, USA...) in die Großstädte (Hollywood und die bessere oder schlechtere Hälfte der Video-Content-Produzenten) und lebt dort das bekannte Leben... Volkswirte kriegen Nobelpreise und wohl keiner (ausser mir aber ich habe auch keine Fliege und bin kein Volkswirt) kritisiert das Großstädte pro Kopf oft wohl mehr kosten als kleine Dörfer also die versprochenen Synergien nicht erzielen und daher eigentlich bestraft oder zwangsbesteuert gehören bis die Lebenshaltung in der Stadt endlich günstiger ist als auf dem mathematisch gesehen ineffizienteren Dorf. Stattdessen zeigte VOX gestern und heute eine mehrstündige! Doku über Wohnraum-Mangel.


    Es fehlte glaube ich Dänemark wo kleine Shops kein Bargeld (Euro?) mehr annehmen brauchen. Also ein Vorreiter von Digitalen Währungen.

    Nenn mal Länder wo man schikanefrei Startups gründen kann die keine Holding-Ketten oder Geldverwahrstellen für Steuer-Minimierer sind, sondern pure nützliche Programmierleistung für die Nutzer etablieren ? Kuba ist leider entfallen. Singapur macht lieber anders Geschäfte aber 25% der Bevölkerung produzieren Waren. Hongkong, Macau, Monaco, Gibraltar, Luxemburg usw. leider ebenso.

    Neuseeland: Kimble,
    Belize: McAffee und
    Vietnam: Flappy Bird
    entfallen aus bekannten Gründen auch.
    Dort können ja die Holding-Ketten und bekannten und hier gern gefeierten Venture-Finaziers Mindestlohn-Firmen etablieren deren Arbeitsweisen dann durch Team Wallraff bekannt werden.

    Nur um Beispiele zu bringen die man in guten Ländern einfach mal so eben realisieren könnte wenn man nicht zu den IT-Großprojekt-Failern gehört und seine Prüfungen selber bestanden hat:
    - http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wikipedia-Gruender-Zehn-Dinge-die-frei-sein-muessen-120873.html
    - Data-Wiki
    - e-Learning: Schule, Hochschule, Collaborative Vorlesungen für alte Professoren-Vorlesungen, Fortbildung, Kochen, VHS, Handwerker, Fachausbildung, Nachhilfe, teure Studien-Tutoria,... sind großflächig digitalisierbar und ich könnte auskömmlich von der Werbung für Erwachsenenbildung leben. Ein Künstliche-Intelligenz-Professor vom MIT glaubt auch fest daran und bietet 1-2 Vorlesungen "Courses=Kurse" e-Basiert an. Leider schafft er es wohl nicht das es sich durchsetzt. US-Studiengänge gehen inzwischen auch digital und kosten dasselbe wie Präsenz-Universität also ca. 100.000-500.000 $ Schulden nach dem Studium was Hillary Clinton vermindern will: "Schuldenfreies Studium/debt-free College".
    - open-leaks mit zertifizierten Andock-Punkten wie Zeitungen, Gewerkschaften oder Team Wallraff. Das einzige was länger dauern muss weil man Mathematikern die Beweise finanzieren muss.
    - Power-Liquid++: so das jeder Fußballverein und Aktien-Versammlung es benutzt was im Moment nur ansatzweise durch Periscope geht und schon unter rot-grün 2000 hätte etabliert werden müssen. ISDN und getaptes UMTS also 64kbit/sek ist für ein Pressekonferenz-Transkript oder die EZB- und Fed-Rede oder IFA-PR-Vorstellungs-Texte, Fragen und Antworten mehr als schnell genug. Das aktuelle Liquid ist wohl nicht so verbreitet und trotz der überlegenen Idee und des Bedarfes vielleicht ähnlich beliebt wie damals Wave von Google und seine Realisierungen durch Google-Programmierer.

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