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Mehr Analoges wagen: Studie rät von unreflektierter Nutzung digitaler Tools ab

    Mehr Analoges wagen: Studie rät von unreflektierter Nutzung digitaler Tools ab

Auch der gesunde Menschenverstand sagt uns: Entspannung und Face-to-Face-Kommunikation fördern eher unsere Kreativität als der ständige Blick aufs Smartphone. (Foto: Shutterstock)

Eine Befragung der Beratungsfirma EY legt Unternehmen nahe, zur Motivation von Mitarbeitern auf analoge Formate wie Abteilungsbrainstormings und Innovationsworkshops zu setzen. Aber auch bei diesen sei Vorsicht geboten.

Dass der ständige Blick aufs Smartphone uns nicht notwendigerweise kreativer werden lässt, ist anzunehmen. Und in regelmäßigen Abständen gibt es auch Studien, die diese Annahme zu bestätigen scheinen.

Mit dem Fokus auf die gesamte digitale Kommunikation etwas breiter angelegt ist nun die Befragung „Renaissance des Analogen“ der Unternehmensberatung EY. Die vielfältigen modernen Formen der Erreichbarkeit, heißt es dort, hätten das Arbeitsleben ja ursprünglich einmal erleichtern sollen. Doch würden sich ebendiese „zunehmend vom Segen zum Fluch“ entwickeln, schreiben die Autoren.

800 Fach- und Führungskräfte befragt

800 Fach- und Führungskräfte deutscher Unternehmen haben sie im Juli befragt, ganze 47 Prozent unter ihnen seien der Ansicht, dass die beständig fortschreitende Digitalisierung in der Arbeitswelt für sie „eher Stress als Bereicherung“ sei. Vor diesem Hintergrund würden analoge Kommunikationsformen wieder „immens“ an Bedeutung gewinnen, heißt es in der Studie.

So hätten die befragten Fach- und Führungskräfte physische Meetings und gemeinsame Brainstormings als das wichtigste Format (32 Prozent) benannt, um innovative Ideen zu entwickeln, gefolgt vom schnellen Austausch auf dem Flur beziehungsweise im Großraumbüro (17 Prozent). Das Nutzen von Internetforen oder digitalen Innovationsplattformen, die das Unternehmen eingerichtet hat, werde mit acht beziehungsweise sechs Prozent hingegen als „kaum hilfreich“ eingeschätzt.

Dennoch hätten volle 50 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte im vergangenen Jahr kein einziges Mal an einem analogen Format zur Ideenfindung wie einem Abteilungsbrainstorming, Innovationsworkshop oder Hackathon teilgenommen, heißt es.

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Analoge Treffen „keine Selbstläufer“

Allerdings, mahnen die Autoren vorsorglich, seien auch solche wichtigen analogen Treffen „keine Selbstläufer“. So erklärten nach Angaben der Studie ganze 63 Prozent der Befragten, Meetings seien „Zeitfresser, die meine Arbeit unnötig unterbrechen“. 59 Prozent hätten bestätigt, dass viele Mitarbeiter Meetings nicht ernstnehmen würden, schlecht vorbereitet seien oder zu spät kämen. Gewünscht seien deshalb „klare Kommunikationsregeln“, eine strikte Zeitbegrenzung sowie die bessere Auswahl der Teilnehmer und der Einsatz von Moderatoren.

An dieser Stelle, sagen die Studienautoren, seien insbesondere die Führungskräfte gefordert, die Qualität der Meetings zu erhöhen. Gefragt würde zudem eine weitere analoge Disziplin, die Face-to-Face-Kommunikation der Chefs mit ihren Mitarbeitern. Hier legt die Umfrage Interessantes nahe: Geht es um den Austausch mit dem Vorgesetzten, bevorzugen angeblich auch im digitalen Zeitalter 51 Prozent der Fach- und Führungskräfte die direkte Kommunikation („gehen spontan vorbei oder vereinbaren einen Termin“), die von 91 Prozent der Befragten als „Zeichen besonderer Wertschätzung“ betrachtet werde.

Silicon Valley: Räumliche Nähe wieder „in“

Schon deshalb rät Nelson Taapken, Partner und HR-Experte bei EY, dass Unternehmen sich wieder stärker um die erfolgreiche analoge Kommunikation kümmern sollten, „statt permanent neue digitale Tools einzuführen“. Dabei handele es sich um eine Erkenntnis, die laut Taapken im Silicon Valley bereits um sich gegriffen hätte.

Dort nämlich würden „gerade hochinnovative Startups“, die den klassischen Firmen in Sachen Digitalisierung weit voraus sind, „extremen Wert“ auf die räumliche Nähe und den persönlichen Austausch unter ihrer Mitarbeitern legen, heißt es von EY.

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