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Kolumne

Kommunizieren wie in Star Trek: Was wir von Captain Kirk lernen können

    Kommunizieren wie in Star Trek: Was wir von Captain Kirk lernen können

(Foto: dpa)

Kommunikation ist die Grundlage allen Lebens – oder wie mein Biologielehrer früher™ immer sagte: „Sex ist Informationsaustausch“. Felix Schwenzel in seiner Kolumne für Irrelevanz.

Natürlich gibt es auch ungeschlechtliche Fortpflanzung, aber Informationsaustausch ist die Grundlage von Vielfalt, Evolution – und Teamarbeit.

Ohne einen gut geölten, effektiven Informationsaustausch geht gar nichts. Wir beobachten das nicht nur in der Biologie, uns fällt das nicht nur bei Netzstörungen auf, sondern wir sehen es auch täglich in Form von Unterhaltungsdramen, in Fernsehserien oder im Kino. Viele Spannungsbögen in dramatischen Erzählungen basieren entweder auf Missverständnissen, Informationsdefiziten oder stockenden Informationsflüssen.

Der teaminterne Informationsfluss in der Serie Sons of Anarchy war so katastrophal, dass die Serie eigentlich (neben Imponiergehabe) kaum ein anderes Thema als Kommunikationsdesaster, Geheimniskrämerei und Missverständnisse mit Gewalt- oder Todesfolge hatte. Die Serie ließe sich hervorragend als Lehrbeispiel dafür nutzen, was man bei Teamarbeit unbedingt vermeiden sollte.

Ein Positivbeispiel ist das Star-Trek-Universum, auch wenn dort nicht alles glattgeht; eins funktioniert aber fast immer perfekt: die Kommunikation unter den Führungsoffizieren. Selbst die automatischen Schiebetüren scheinen dort zu kommunizieren. Sie öffnen sich nicht, wenn jemand davorsteht, sondern erst genau in dem Moment, in dem der- oder diejenige durch die Tür gehen will.

Leider taugt das Star-Trek-Universum kaum als Fundgrube für Teamorganisationstipps. Die Serie gibt sich wenig Mühe zu erklären, wie die einzelnen Teammitglieder es schaffen, bei den gelegentlich gezeigten Teambesprechungen bis ins kleinste Detail informiert zu sein. Egal was passierte, eine Szene später weiß jeder der Protagonisten genau darüber Bescheid, was vorher geschah.

Wie sich die fiktiven Figuren in Star Trek hinter der Kamera koordinieren, informieren und austauschen, wird immerhin angedeutet: per asynchroner Kommunikation und gelegentlichen, knappen und effizienten Besprechungen. Vermutlich nicht nur aus dramaturgischen Gründen sieht und hört man die Kommandanten oft beim Verfassen von Berichten und Logbüchern. Sämtliche wichtigen Informationen scheinen optimal erfassbar an Konsolen oder auf kleinen handlichen PADDs zugänglich zu sein. Mit diesen iPad-ähnlichen Geräten haben die Star-Trek-Produzenten nicht nur Tabletcomputer antizipiert, sondern wohl auch die Praktikabilität von asynchroner Kommunikation angedeutet.

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Denn so wichtig Kommunikation sein mag, ein Aspekt von Teamarbeit stiehlt erfahrungsgemäß unverhältnismäßig viel Zeit und nervt: Besprechungen.

Meine Vorgängerin in meinem derzeitigen Job (als Projekt- und Teamleiter) hatte für eine Weile die Angewohnheit, jeden Auftrag, jede Kundenmail mit dem Team zu besprechen. Nach einer Weile bat sie einer unserer Entwickler darum, diese Dinge künftig auf den projektbezogenen Mailinglisten oder im Intranet zu dokumentieren und zu diskutieren. Das sei auch viel effizienter als die ständigen Besprechungen.

Nicht nur meine Vorgängerin hat das (leicht) traumatisiert, auch ich versuchte (damals), nach meiner Einarbeitung, die Zahl der Besprechungen niedrig zu halten und alles soweit wie möglich über Mails, unser Wiki und unseren Issue-Tracker abzuwickeln. Diese asynchrone Kommunikation, mit der die Adressaten (meist) selbst entscheiden können, wann sie antworten oder agieren, scheint mir für den allgemeinen Informationsaustausch ideal – und für die Selbstorganisation essenziell.

Meine Erfahrung zeigt, dass bei asynchroner Kommunikation auch nicht unbedingt ein Informationsüberfluss oder -überdruss entsteht. Selbst wenn alle projektbezogenen E-Mails, Arbeitsanweisungen und Abrechnungen prinzipiell für jedes Teammitglied einsehbar sind, lassen sich irrelevante Teile der Kommunikation hervorragend ignorieren, überfliegen oder wegarchivieren. Gut funktionierende und justierte Wahrnehmungsfilter sind nicht nur für die Nutzung digitaler Medien essenziell, sondern eben auch für Teamarbeit in einem digitalen Umfeld. Wichtig bleibt allerdings, diese Filter gelegentlich durch kurze und effiziente Besprechungen zu justieren, um Prioritäten zu setzen und einen Überblick zu verschaffen.

Auch wenn alle Tipps und Erfahrungen in dieser Ausgabe versagen sollten, wenn neue Methoden oder digitale Werkzeuge scheitern oder sich Hindernisse auftürmen – eine Grundvoraussetzung sollte immer gegeben sein: offene, barrierefreie und respektvolle Kommunikation. Dann finden sich im Team auch Wege, um die größten Hindernisse zu überwinden und neue Welten zu entdecken. Wie in der Fiktion von Star Trek.

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