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Kreative Bewerbung: 6 kleine Tricks, die jeden Personaler verblüffen

Kreative Bewerbung: 6 kleine Tricks, die jeden Personaler verblüffen

Du willst eine kreative schreiben und aus der Masse herausstechen? Dann solltest du diese Tricks anwenden.

Kreative Bewerbung: 6 kleine Tricks, die jeden Personaler verblüffen

Kreative Bewerbung. (Grafik: Shutterstock)

Warum eine kreative Bewerbung sinnvoll ist

Beginnen wir mit einer kleinen Schätzfrage, lieber Bewerber: Wie lange, glaubst du, nehmen sich Personaler Zeit für die Sichtung deiner Bewerbung? 20, zehn oder fünf Minuten? Alles falsch. Deutlich weniger! Im Durchschnitt sind es gerade mal 60 bis 120 Sekunden, die wie eine Umfrage des Institute for Competive Recruiting unter mehr als 250 Personalern ergab. Die Zahlen zeigen: Für Bewerber ist es enorm wichtig, aus der Masse an Bewerbungen herauszustechen.

Innerhalb weniger Sekunden gilt es zu überzeugen. Selbst wer über das passende Profil verfügt, Berufserfahrung vorweisen kann und mehrere Jahre im Ausland gewesen ist, hat die Einladung zum Vorstellungsgespräch noch lange nicht sicher. Entscheidend ist vor allem die Kreativität, die man als Bewerber bei der Formulierung und Gestaltung der Bewerbungsmappe an den Tag legt. Wie das funktioniert? Wir haben sechs nützliche Tipps zusammengetragen.

1. Schreib auf, was du NICHT kannst

Es ist kein Geheimnis, dass wir uns in der Bewerbung nur von unserer Schokoladenseite zeigen wollen. Kein Wunder: und Karriereberater predigen schließlich immer wieder, im Lebenslauf ausschließlich seine fachlichen wie persönlichen Stärken in den Vordergrund zu stellen. Statt „Ich bekomme keinen geraden Satz auf Englisch raus“ schreiben wir brav „Ich verfüge über gute Englischkenntnisse“. Nur: Platz für Schwächen, Mut und Ehrlichkeit ist da kaum.

Im Lebenslauf darf auch stehen, was Bewerber nicht können. (Foto: Shutterstock)
Im Lebenslauf darf auch stehen, was Bewerber nicht können. (Foto: Shutterstock)

Wie das Beispiel der Karriereberaterin Svenja Hofert zeigt, kann aber gerade die Angabe von Schwächen manchmal das entscheidende Salz in der Suppe sein. Zusammen mit einem Klienten, einem kaufmännischen Leiter Mitte 40, führte Hofert ein Experiment durch: Die im Lebenslauf dargestellte Rubrik "Was ich kann“, in der er seine Stärken aufzählte, wurde vom Bewerber zusätzlich um den Abschnitt "Was ich nicht kann" ergänzt. "Selbstdarstellerisch präsentieren, programmieren, verhandlungssicher Französisch sprechen", gab er dort an.

Das Ergebnis: Rund 25 Prozent der insgesamt 50 adressierten Personaler luden den Klienten von Hofer zum Vorstellungsgespräch ein. Im Vergleich mehr als bei klassischen Bewerbungen mit der alleinigen Angabe von Stärken (15 bis 20 Prozent). Zudem habe es im späteren Gespräch durchweg positive Reaktionen gegeben, so Hofert: „Die Personaler waren über so viel Ehrlichkeit überrascht.“

2. Setze Cliffhanger im Anschreiben ein

Cliffhanger kennen wir normalerweise aus Kriminalromanen oder journalistischen Online-Artikeln: Mit ein oder zwei kurzen, aber knackigen Sätzen wecken wir die Neugier beim Leser und nötigen ihn quasi dazu, umzublättern. Aber in einer Bewerbung? Was hat der Unfug dort bitte verloren? Immerhin wird uns immer wieder vorgebetet, uns an formale Standards und eine für jeden verständliche, sachlich korrekte Schreibweise halten zu müssen.

Dabei lassen sich Personaler mit einem Cliffhanger garantiert verblüffen. Wie wäre es mit: „Sie möchten lesen, wie ich mein China-Projekt in einer kritischen Phase doch noch zum Erfolg gelenkt habe? In meiner anhängenden Projektliste erfahren Sie mehr.“ Der Clou: Vor allem im Anschreiben, wo auf wenig Platz möglichst viel Informationen untergebracht werden müssen, kann das Goldwert sein. Zudem stärkt man so sein Profil und macht Lust auf mehr.

3. Beginne mit einem furiosen ersten Satz

Auch sonst kann man sich in der Bewerbung prima an journalistischen Handwerkszeugen bedienen. Idealerweise gleich im ersten Satz des Anschreibens: Schon der Journalist und Sprachkritiker Wolf Schneider sagte: Beginne furios!

Statt den Personaler mit ausgelutschten Floskeln wie „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige im Wittlager Kreisblatt gelesen“ oder „Hiermit bewerbe ich mich um eine Stelle als Schlafforscher“ zu torpedieren, sollte man lieber direkt mit der Tür ins Haus fallen: Mach sofort deutlich, dass du dich über das Unternehmen informiert hast und überzeugt bist, genau auf diese eine Stelle zu passen!

Ein tolles Beispiel liefert Nora Feist von der PR-Agentur Mashup Communications auf ihrem Blog: Auf eine Stellenausschreibung antwortete eine Bewerberin im ersten Satz des Anschreibens so: „Facebook-Junkie? Head of Headlines? Social-Media-Addict? Bingo! Begeisterungsfähig und neugierig wie ich bin, fühle ich mich vom innovativen und wegweisenden Profil von Mashup magisch angezogen und bin hochmotiviert ein Teil Ihres Teams zu werden.“ Achja: Wichtig ist natürlich, dass du bei allem authentisch bleibst und deine in der Bewerbung präsentierte Motivation auch überzeugend im Vorstellungsgespräch untermauern kannst.

4. Nutze eine horizontale Timeline als Lebenslauf

Eine verblüffende Bewerbung geht natürlich auch über Cliffhanger und furiose erste Sätze hinaus. Insbesondere der sonst so standardisierte Lebenslauf bietet dank unzähliger Vorlagen und Templates viele Möglichkeiten zur kreativen Gestaltung. Statt einer schlichten Tabelle kann man das persönliche Profil zum Beispiel mithilfe einer Infografik optisch aufpeppen.

Eine kreative Bewerbung lässt sich zum Beispiel mit einem horizontalen Lebenslauf erzielen. (Foto: Resume.up)
Eine kreative Bewerbung lässt sich zum Beispiel mit einem horizontalen Lebenslauf erzielen. (Foto: Resume.up)

Der Dienst Resume.up verwandelt den Lebenslauf in einen horizontalen Zeitstrahl. Einmal mit dem Facebook- oder LinkedIn-Account verknüpft, werden die einzelnen Stationen und Fähigkeiten als bunte Balken illustriert. Gerade in der Kreativbranche lassen sich so Pluspunkte sammeln. Der Bewerbungsexperte Branko Woischwill rät aber dazu, einen solchen Zeitstrahl nur bei Iniativbewerbungen zu nutzen, um sich eine erste Tür zu öffnen. Der Hinweis, dass man die klassischen Unterlagen gerne noch nachreiche, sollte nicht fehlen.

5. Verpasse Dir einen eigenen Slogan

Bewerben ist Werben lautet ein unter Karriereberatern verbreitetes Leitsatz. Und das stimmt: Immerhin will man den künftigen Arbeitgeber mit seiner Bewerbung bestmöglich davon überzeugen, nur die eigene und keine andere Arbeitskraft für die ausgeschriebene Stelle zu bezahlen. Insofern sollten Bewerber nicht davor zurückschrecken, sich in der Bewerbungsmappe als Personenmarke zu präsentieren – mit entsprechendem Slogan.

Warum? Weil Dreiklänge wie „Freude am Fahren“, "Vorsprung durch Technik" oder „Nichts ist unmöglich“ jedem von uns im Gedächtnis geblieben sind. Diesen Trick können sich auch Bewerber zu Nutze machen. Der Slogan muss widerspiegeln, was du als Bewerber zu verkaufen hast und was du dem Unternehmen bieten kannst.

Er sollte einprägsam, aber keineswegs abgehoben klingen. Beispiele gefällig? „Koch - Hausmannskost – kostenbewusst“ oder „Macher, Leitwolf, Mensch“. Idealerweise platzieren Bewerber den Slogan optisch ansprechend auf dem Deckblatt, und zwar direkt neben einem schicken Foto. Wichtig ist natürlich, dass man die kommunizierten Werte auch vertritt und verkaufen kann.

6. Gestalte die Bewerbung nach dem Corporate Design

Er nannte sie die beste Bewerbung, die er je gesehen habe. Als Brian Chesky, Gründer und CEO von Airbnb die Bewerbung von Nina Mufleh zu Gesicht bekam, kannte seine Begeisterung keine Grenzen. Die Bewerberin hatte sich initiativ für einen Job bei Airbnb beworben und dazu einen Online-Lebenslauf veröffentlicht, der optisch an die Airbnb-Nutzerprofile erinnerte. Dort erklärte sie bis ins kleinste Detail, warum sie für das Zimmervermittlungsportal arbeiten möchte und sollte.

Ninah Mufleh sorgte mit einem Online-Lebenslauf im Corporate Design von Airbnb für Aufsehen. (Screenshot: t3n)
Ninah Mufleh sorgte mit einem Online-Lebenslauf im Corporate Design von Airbnb für Aufsehen. (Screenshot: t3n)

Natürlich muss jetzt nicht jeder eine derart aufwändige Website programmieren. Manchmal genügt es schon, die Bewerbung einfach an das entsprechende Corporate Design anzupassen. Ein Freund von mir bewarb sich kürzlich bei einem Marktforschungsunternehmen und orientierte sich bei der Gestaltung von Deckblatt, Lebenslauf und Anschreiben an der Website des Unternehmens. Die Unternehmensfarben und Teile der Typografie wurden übernommen und sogar der Slogan auf die eigene Person zugeschnitten. Die Einladung zum Vorstellungsgespräch hat er bekommen.

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7 Antworten
  1. von Stefan am 04.12.2015 (07:45 Uhr)

    Hier gibt es auch 7 tolle Bewerbungsvorlagen, die sich extrem aus der Masse abgrenzen: https://shop.psd-tutorials.de/produktdetails/bewerbungsvorlagen-modern-kreativ-und-professionell--209

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  2. von mauwi am 04.12.2015 (08:09 Uhr)

    Eine weitere Möglichkeit ist es, ein "Pre-Project" für das Unternehmen zu machen und so sein Engagement und Arbeitsweise darzustellen. Näheres hier: https://medium.com/p/6f49a65f5491

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  3. von Bernd Burkert am 04.12.2015 (08:35 Uhr)

    Mein Tipp #1 wäre: Versetzt euch in die Lage des Empfängers!
    Das gilt übrigens auch für dieses Kommentarfeld, das praktich mit Tablet kaum zu nutzen ist.
    Merke: Wenn Du willst, dass jemand etwas tut, stell keine Hindernisse in den Weg!

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  4. von Christopher am 04.12.2015 (14:02 Uhr)

    Das sind einige schöne Beispiele, die teilweise sicherlich vor allem durch den damit erzeugten Überraschungseffekt erfolgreich waren. Bei den meisten der genannten Beispiele handelt es sich um Bewerbungen für Jobs in einem kreativen Umfeld. Dadurch lässt sich eine gelungene kreative Bewerbung sowohl optisch als auch inhaltlich problemlos als erste Arbeitsprobe bewerten.

    Ich denke im Allgemeinen sollte man als Bewerber(in) aber auch bedenken, dass kreative Bewerbungen nicht ausschließlich positiv bewertet werden müssen - auch wenn diese nach meinem Empfinden durchaus absolut erfrischend sein können.

    Die Bewerbung im Corporate Design (Beispiel 6) ist für mich ein spannender Mittelweg zwischen "langweiligem" Standard und überzogener Kreativität. Mit dem Design macht man dann im Prinzip nichts falsch (ein Unternehmen wird das eigene Corporate Design wohl eher selten kritisieren) und verleiht der Bewerbung rein optisch ein hohes Maß an Individualität. Wenn man dann noch inhaltlich auf die Anforderungen eingeht und mit entsprechenden Qualifikationen und Fähigkeiten punkten kann, dann ist das sicherlich eine spannende Alternative.

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  5. von Sven am 04.12.2015 (15:32 Uhr)

    Zunehmend Sinnlos bei größeren Unternehmen. Aufgrund der zunehmenden Zahl an Online-Bewerbungs-Systemen, ist nicht mehr viel mit Kreativität. Selbst wenn noch "Papierbewerbungen" möglich sind, werden die Daten beispielsweise von einer Praktikantin in einer Datenbank erfasst.
    Die Vorselektion übernimmt dann der Rechner mit den abenteuerlichsten Algorhytmen. ;-)

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  6. von Bewerbungs-Fluten managen am 06.12.2015 (21:27 Uhr)

    In der HR-Vorlesung hiess es, das auch gelernte Personaler einen halben Tag für die Formulierung eines Anschreibens brauchen.
    Lebenslauf usw. müssen einen guten Eindruck machen, aber das Anschreiben ist der erste Haken der das Abrutschen der Bewerbungsmappe in den "Absage"-Stapel verhindert. Man will ja im "unbedingt Einladen" oder "vielleicht Einladen" Stapel landen.
    Wenige Bewerbungen die die wie Faust aufs Auge passen sind also wohl besser als erzwungenermaßen 50 Bewerbungen pro Woche wegschicken zu müssen. Da macht man sich dann natürlich Freunde wenn man 0815 gleich erkennen lässt das man nicht wirklich dort arbeiten will. Arbeitgeber wissen ja das man Abzüge kriegt wenn man sich nicht ständig bewirbt und dadurch bei einfacheren Stellen ein anscheinend gewolltes Rauschen existiert statt mal die Ursachen zu regeln und für Effizienz zu sorgen...

    @Bert Burkert: Genau. Die haben 100-500 Bewerbung auf dem Tisch die sie durchchecken müssen. Oft ja auch nur eine HR-Abteilung die das für die Fachabteilung erledigt welche dann von den Bewerbern überrascht werden... Auf der anderen Seite hat man kleine Firmen wo der Chef noch selber einstellt, dafür (und für vieles andere) leider keine Schulung oder zumindest Checklisten als Unterstützung hat, obwohl der iPad auf dem Tisch liegt. Ohne Abmahnungen hätte ich das längst realisiert damit die Passenden die passenden Stellen besetzen. Erwartet man von der EM/WM-Fußball-Nationalmannschaft oder dem Management des eigenen Arbeitgebers ja auch.


    @Sven: Danke für den Hinweis das die Bewerbungs-Plattformen Vorgänge in vielen Branchen und Teilaspakten der Firma verändern (z.b. bei Autohändlern). Schade das oft kaum Hintergründe berichtet werden :-( Da könnte man ohne viel Arbeit viele Artikel und Berichte wie diese über Studien deutlich aufwerten.
    Aber auch die digitalen Systeme taugen wenig und helfen der HR-Abteilung oft nicht wirklich und Papier wie bisher wäre oft nicht viel langsamer und ist oft haptisch schneller.

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  7. von keramlive am 04.06.2016 (17:31 Uhr)

    ich persönlich finde die Bewerbungsvorlagen auch sehr kreativ und schlicht.
    http://topdesign24.com/bewerbung-deckblatt-2016

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