t3n News E-Commerce

Payment: Wie 5 Startups den Kreditkartensektor aufmischen wollen

Payment: Wie 5 Startups den Kreditkartensektor aufmischen wollen

Schaut man sich die Welt der Banken an, scheint die Innovationskurve schon vor Jahren an ihrem Höhepunkt angekommen zu sein – bis auf gibt es wenig neue Entwicklungen. Das es auch anders geht, zeigen einige spannende Projekte auf dem Markt der Kreditkartenzahlungen. Fernab von technischen Diskussionen, strategischem Taktieren oder der x-ten Copycat wollen einige die Kreditkartenzahlung revolutionieren. Eine Übersicht.

Payment: Wie 5 Startups den Kreditkartensektor aufmischen wollen

Aktuell beschäftigt sich das Gros der Anbieter mit den gleichen Thema: Mobile . Entweder will man das Bargeld und EC- beziehungsweise Kreditkarten ablösen und die Geldbörse durch eine digitale Variante mit verschiedenen Mehrwertdiensten ersetzen oder man fokussiert sich auf kontaktlose Bezahlverfahren. Drumherum gibt es verschiedene Ausbaustufen, aber die Themen sind die gleichen. Sowohl die ganz großen wie Google oder Paypal, als auch eine Vielzahl von Startups tummeln sich in diesem Konglomerat. Man probiert alles mögliche aus.

Auch hierzulande gibt es eine Reihe von Startups, die sich dem Mobile Payment angenommen haben, aber auch Konzerne wie die Telekom wollen lieber heute als morgen in diesen Markt einsteigen. Es muss aber nicht immer Mobile Payment sein, wie die folgenden Beispiele zeigen. Auch beim klassischem Bezahlen mit der EC- und Kreditkarte gibt es Innovationspotential.

kreditkarte
Kreditkartenzahlungen sollen revolutioniert werden. (Foto: © Klaus Eppele – Fotolia.com)

Kreditkartenzahlungen – Aktuelle Entwicklungen am Markt

coin

Das amerikanische Unternehmen „coin“ bietet Anwendern mit dem gleichnamigen Produkt die Möglichkeit, bis zu acht Kreditkarten zu einer einzigen Karte zusammenzufassen. Der Nutzer bekommt dazu eine spezielle Karte, die sich optisch nicht von einer Kreditkarte unterscheidet, die technischen Unterschiede aber sind riesig. Die coin-Karte kommt mit einem Display und einem Button daher, über den der Nutzer eine der hinterlegten Kreditkarten auswählen und so bestimmen kann, mit welcher Karte er zahlen will. Mit Hilfe einer App und einem Kartenleser können sich Nutzer die Karten selbst auf die coin-Karte spielen. Unglücklicherweise funktioniert coin nicht mit dem in Europa üblichen EMV-Verfahren, was bedeutet, dass die coin-Kreditkarte in Europa nur sehr eingeschränkt funktioniert.

Mit einem Druck auf den Knopf kann der Nutzer zwischen acht verschiedenen Kredit- und Bonuskarten hin- und herwechseln. (Screenshot: onlycoin.com)
Kreditkartenzahlungen mit coin: mit einem Druck auf den Knopf kann der Nutzer zwischen verschiedenen Kreditkarten wechseln. (Screenshot: onlycoin.com)

walla.by

Einen ähnlichen Weg geht „walla.by“, ebenfalls mit Sitz in den USA. Auch walla.by aggregiert schon vorhandene Kreditkarten. Der Unterschied zu coin besteht vor allem darin, dass walla.by eine Cloud-basierte Lösung ist. Anders als bei coin sind die Kreditkarten des Nutzers nicht auf der walla.by-Karte gespeichert, sondern in der Cloud. Der Nutzer bekommt eine eigene walla.by-Kreditkarte mit eigener Kreditkartennummer, mit der er künftig online und im Handel zahlen kann. Alle Zahlungen, die auf dieser Karte eingehen, werden im Hintergrund auf die anderen Karten gelenkt. Die walla.by-Kreditkarte funktioniert dabei als eine Art Proxy.

Kreditkartenzahlungen
Kreditkartenzahlungen bei walla.by laufen über die Cloud. (Screenshot: walla.by)

Protean

Protean“ will mit der Echo-Card eine ähnliche Lösung wie coin anbieten. Zwar soll die Echo-Card nur Platz für drei Kreditkarten bieten, dafür kommt sie mit BLE (Bluetooth Low Energie), was auch kontaktlose Zahlverfahren ermöglichen soll. Die Echo-Card verfügt über sogenannte Touch-Points, über die dann die jeweilige Kreditkarte ausgewählt werden kann. Mit Hilfe eines Dongles kann man auf der Echo-Card  seine Kreditkarten hinterlegen. Allerdings verzögert sich das Projekt schon seit einiger Zeit – im nächsten Jahr aber soll es endlich an den Start gehen.

Kreditkartenzahlungen mit der Echo-Card (Screenshot: getprotean.com)
Kreditkartenzahlungen mit der Echo-Card. (Screenshot: getprotean.com)

Loop

Während coin und walla.by ohne Smartphone auskommen, geht Loop einen anderen Weg. Hier wird das Smartphone mit einer speziellen Schutzhülle oder einem Dongle ausgestattet, um so in der App hinterlegte Kreditkarten zu emulieren. Die Loop-Schutzhüllen erzeugen ein starkes magnetisches Signal, das vom Kartenterminal akzeptiert werden soll. Nachteil dieser Variante, wie bei coin auch: In Europa funktionieren diese Lösungen nur sehr eingeschränkt. Auch sind Schutzhülle und Dongle alles andere als komfortabel in der Handhabung.

Kreditkartenzahlungen mit Loop: nur mit zusätzlicher Hardware
Kreditkartenzahlungen mit Loop: nur mit zusätzlicher Hardware.

 

Kreditkartenzahlungen in Deutschland – noch wenig beackert

Und Deutschland? Deutschland ist kein Kreditkartenland. Dazu kommen technische Herausforderungen, die bei den oben genannten Beispielen in den USA keine Rolle spielen. Auch regulatorische Schranken machen es neuen Unternehmen nicht leicht, den Bankenmarkt in Deutschland zu erkennbar zu stören. Man beschränkt sich lieber auf Bezahlverfahren, da die Hürden hier deutlich niedriger sind. Erwähnenswert ist Papayer, die eine spezielle Kreditkarte für Jugendliche anbieten.

Papayer

Papayer fokussiert sich auf Teenager. Sie bekommen eine Prepaid-Kreditkarte, die von den Eltern per App aufgeladen werden kann. Für die Teenager gibt es ebenfalls eine eigene App. Das Zusammenspiel zwischen Prepaid-Kreditkarte und der App soll den Jugendlichen helfen eigenes Finanzmanagement zu betreiben. Wer sich für das Projekt interessiert, findet hier ein Interview mit den Machern.

Alle genannten Beispiele befinden sich noch in einer sehr frühen Phase und sind bis auf Papayer nicht oder nur eingeschränkt in Deutschland nutzbar.

Newsletter

Bleibe immer up-to-date. Sichere dir deinen Wissensvorsprung!

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
Keine Antwort
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Startups
Facebook Messenger: Kostenlose Online-Payment-Funktion freigeschaltet
Facebook Messenger: Kostenlose Online-Payment-Funktion freigeschaltet

Im Herbst 2014 wurde sie entdeckt, nun wird sie freigeschaltet: die kostenlose Online-Payment-Funktion im Facebook-Messenger. Freunde können damit untereinander einfach Geld transferieren – … » weiterlesen

Facebook-Messenger: Hacker findet versteckten Online-Payment-Service
Facebook-Messenger: Hacker findet versteckten Online-Payment-Service

Im Facebook-Messenger wurden Hinweise auf einen Bezahlservice entdeckt. Online-Payment zwischen Freunden könnte damit so einfach möglich sein, wie das Anhängen eines Bildes an einen Chat. » weiterlesen

Mobile Payment: Tausende unterstützen Petition für Apple Pay in Deutschland
Mobile Payment: Tausende unterstützen Petition für Apple Pay in Deutschland

In den USA und Großbritannien können Nutzer schon mit Apple Pay zahlen. In Deutschland ist der mobile Bezahldienst noch Zukunftsmusik. Eine Petition will das jetzt ändern – und Tausende haben … » weiterlesen

Alle Hefte Jetzt abonnieren – für nur 35 €

Kennst Du schon unser t3n Magazin?