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Marketing

Kurios: Klingeltöne immer noch ein Milliardengeschäft

Schnuffel, Crazy Frog und wie sie alle heißen - Sie gibt es immer noch und ihr Erfolg will kein Ende nehmen. Einer aktuellen Gartner-Studie zufolge ist der Verkauf von Klingeltönen für Mobiltelefone auch weiterhin ein Geschäft mit einem weltweiten Umsatzvolumen von fast 2,2 Milliarden Dollar. Wann hast du deinen letzten Klingelton runter geladen?

Die CD dominiert auch in vier Jahren noch den Musikumsatz

Seit gut 10 Jahren prophezeien die Fachleute, jetzt bald würden die digitalen Musikverkäufe die realen überholen. Auch Ende 2011 sieht es noch nicht danach aus. Laut Gartner wird zwar der Verkauf physikalischer Tonträger aka CDs von 15 Milliarden Dollar in 2010 bis auf 10 Milliarden Dollar im Jahr 2015 zurückgehen. Jedoch überholt der digitale Musikverkauf, selbst wenn man die eben genannte Prognose glauben will, noch immer nicht die CD-Verkäufe.

Echte Platten werden immer noch am meisten gekauft (Foto: uitdragerij / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Im Jahr 2010 konnte der Sektor, den Gartner als Online Music definiert, einen Gesamtumsatz von 5,9 Milliarden Dollar, also etwas mehr als ein Drittel der CD-Verkäufe erzielen. Für das Jahr 2011 soll eine Steigerung auf 6,3 Milliarden als sicher gelten und bis 2015 sehen die Marktforscher einen Umsatz von rund 7,8 Milliarden Dollar als realistisch an.

Würden sich die Zahlen tatsächlich so entwickeln, läge in 2015 der digitale Vertriebszweig mit 7,8 Milliarden tatsächlich nicht mehr so weit vom CD-Verkauf mit dann 10 Milliarden Dollar entfernt. Allein, mir fehlt der Glaube.

Ganz unabhängig davon hat mich an den Zahlen ein Punkt besonders überrascht. Dazu müssen wir etwas genauer schauen, was laut Gartner zu Online Music gehört, denn darunter subsumieren die Analysten korrekterweise nicht nur den Download von Musikstücken und Alben.

Mit einem verschwindend geringen Anteil vertreten sind im Sektor Online Music auch die Subskriptionsdienste, wie Napster, Spotify, Simfy etc. Diese erreichen in 2011 mit rund 530 Millionen Dollar weltweit nicht einmal einen Anteil von 10 Prozent am Online-Musikumsatz. Gartner prognostiziert eine massive Steigerung auf fast ein Drittel des Online-Umsatzes bis 2015. Skepsis in dieser Frage ist absolut berechtigt...

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Klingeltöne teurer als ganze Musikstücke

Die Überraschung, zumindest für mich, stellt der Umsatzanteil des Teilbereichs "Personalization Services" dar. Denn dabei handelt es sich um nichts anderes als die altbekannte Klingelton-Abomasche mit den überhöhten Preisen für sekundenlange Clipausschnitte. Für 2011 prognostiziert Gartner den Umsatzanteil dieses Segments auf fast 2,2 Milliarden Dollar, während der Download "richtiger" Musik im Vergleich "nur" 3,6 Milliarden Dollar einfahren können soll.

Klingeltöne machen mithin ein Drittel des Umsatzes des Online-Musiksektors aus. Angebote wie das folgende also:

Schlanke 2,49 Euro für den Einzelkauf des Klingeltonclips zu Bendzkos Hit

Auf Jamba lässt sich ein Sekundenclip des Songs "Nur noch kurz die Welt rennen" für einen Einzelpreis von 2,49 € auf das Handy senden. Wer es "billiger" möchte, schließt ein Wochenabo für 4,99 € ab und erhält den Clip so für weniger als die Hälfte, nämlich für 99 Cent. Der ganze Song kostet bei Amazon und anderen Downloaddiensten jedoch ganz ohne Abo und in voller Länge nicht mehr als 99 Cent.

Hier gibt´s für 0,99 Euro das ganze Stück. Welches Geschäft ist wohl besser?

Ich gestehe, dass ich wohl nie verstehen werde, wieso es jemanden dazu drängt, einen kurzen Klingeltonclip teurer zu bezahlen als das Stück in voller Länge. Regelrecht erschreckt bin ich lediglich vom Ausmaß dieser, mindestens unter kaufmännischer Betrachtung so zu bezeichnenden Geldverschwendung.

Übrigens rechnet Gartner den Anteil der Klingelton-Abo-Verschnacker bis 2015 auf erträglichere 1,4 Milliarden Umsatzanteil herunter. Wie sie darauf kommen, ist unklar. Am Ende war eventuell der Wunsch der Vater des Gedankens...

Hättet ihr gedacht, dass der Anteil der Klingeltonindustrie am Online-Musikumsatz bei einem Drittel liegt? Wann habt ihr zuletzt einen Klingelton gekauft?

[Quellenangabe für den Screenshot in der Artikelübersicht: Schnuffel von Jamba (Quelle: Jamba-Website)]

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7 Reaktionen
Janka
Janka

Tipp:

Dann lohnt sich vielleicht Snipsell wo man Klingeltöne verkaufen und bei iTunes hochladen kann.

Vielleicht klappt's ja mit der Million ;)

Pantherpfötchen

Solange es genügend Handy-Nutzer gibt, die nicht wissen wie man eine Sounddatei bsp. über USB zum Handy lädt wird auch dieses Gesch#ft weiterblühen!

Christian

Für ein solches Geschäftsgebaren ist Jamba ja bekannt.

Norman

RTL hat ja auch noch einen Marktanteil von was? 45% am Tag? Keine Ahnung, auf jeden Fall zu viel.. muss man nicht verstehen, kann man nur Überzeugungsarbeit leisten. ;)

Willy
Willy

Eure Rechnung ist genau so, wie die Industrie sich das denkt. Wochenabo abschließen und dann glauben der Song koste nur 99cent.

Hallo ihr zahlt 5 Euro! Dafür darf man sich zwar 5 Items holen, aber tut das einer? Die wenigsten. Und dann habt ihr ein Abo zu 5 € die Woche, macht 20 für den Anbieter. Bis du es merkst oder wieder dran denkst hast Du schon die zweite Rechnung und damit vermutlich 40 Euro für einen Sekundenausschnitt gelöhnt.

Damit macht der Anbieter seinen Schnitt :)

Milliarden Geschäft
Milliarden Geschäft

So lange MP3 nicht die Hälfte von CD (wiederverkaufbar) kostet, sind CDs günstiger zu kriegen.
Schade das niemand die Geschäftsmodelle oder Beweggründe dahinter aufdeckt und erklärt :-( Evtl. Berater- und Vertrags- und Juristen-Kosten.
Bei Filmen, TV-Serien und Musik wird das wohl nichts.
Inzwischen sind teilweise sogar Blurays inclusive Versand billiger als Internet-DRM-Miete oder "Kauf" (bis zum Abschalten der DRM-Server).

Bei Autoren und Büchern, Zeitschriften per Hugendubel 60-Euro-Reader oder News-Stand für kleine Zeitschriften könnte die Preis-Disruption vielleicht schneller stattfinden. Dann erst werden hoffentlich endlich die Kunden sich 1-Euro-Musikstücke nicht mehr bieten lassen und 1-Euro-Serien-Episoden genau so wenig.

René

Das erste und letzte Mal war damals, als man noch via IrDA von einem Handy aufs nächste übertragen hat. ;)

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