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Kurioses Usability-Konzept „Der betrunkene Nutzer“

Wenn es darum geht, die zu verbessern, gibt es verschiedene Herangehensweisen und Erklärmodelle. Der Australier Will Dayble hat dafür ein so simples wie kurioses Konzept: Er stellt sich den Nutzer betrunken vor. 

Kurioses Usability-Konzept „Der betrunkene Nutzer“

Eines der bekanntesten Usability-Modelle ist sicherlich „Don't Make Me Think“ von Steve Krug. Sein Ansatz ist dementsprechend, bei allem so eindeutig wie möglich zu sein und lieber auf Standards zu setzen, als sich unbedingt von anderen unterscheiden zu wollen. Nutzer sollten nicht rätselnd vor einer Website sitzen, sondern sofort erkennen können, worum es geht, wo man was findet und was als nächstes zu tun ist.

Will Dayble von Squareweave wiederum hat da eine andere Herangehensweise namens „The User is Drunk“. Im folgenden Video erklärt er seinen Ansatz so kurz wie unterhaltsam:

Die wesentlichen Punkte zusammengefasst:

  • Ein gutes User Interface tritt möglichst weit in den Hintergrund. Es sollte so sein wie ein Gitarrist, der seine Musik sprechen lässt oder Verliebte, die sich ganz ohne Worte verstehen. Der Anwender sollte über die Benutzeroberfläche nicht nachdenken müssen. Wenn ein Betrunker es bedienen kann, ist man auf der Gewinnerstraße.
  • Betrunkene haben nur noch eine verschwommene Wahrnehmung. Selbst wenn man einen Screenshot seiner Website soweit unscharf macht, dass die Schrift nicht mehr lesbar ist, sollte man die wesentlichen Funktionen und ihren Sinn erahnen können. Was ist überhaupt wichtig? Worum geht es eigentlich? Und wo muss ich lang? Das sind so die wesentlichen Fragen, die auch beim flüchtigen (oder eben alkoholisierten) Blick schnell klar werden sollten.
  • Sag es zweimal. Dazu gehört, wichtige Dinge nicht nur einmal auf der Seite zu haben, sondern mehrfach und den Nutzern nie im Unklaren zu lassen, was gerade passiert ist. Beispiel: Erst danach fragen, ob man etwas wirklich löschen möchte, hinterher deutlich machen, dass es gelöscht wurde.
  • Sag es zweimal. Nicht alle haben es schon beim ersten Mal registriert.
  • Der Nutzer ist betrunken, aber nicht dumm. Wer einen IQ von 160 habe und betrunken sei, habe dennoch einen IQ von 160, erklärt Will Dayble. Er meint damit, mit den Nutzern nicht von oben herab zu sprechen oder Dinge übermäßig zu vereinfachen.

Die Idee, sich den Nutzer betrunken vorzustellen, ist bei alldem so witzig wie hilfreich. Denn auch wenn die Nutzer in der Regel nüchtern sein werden, sind sie mit ihrer Aufmerksamkeit eben gleichzeitig woanders und haben viele andere Dinge im Kopf, erklärt Will Dayble. Der Effekt sei ähnlich.

Ob ihr dieses Modell am heutigen Feiertag selbst auf die Probe stellt, überlassen wir dabei euch...

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Eine Antwort
  1. von acid21 am 14.08.2013 (10:25 Uhr)

    Guter Ansatz, gutes Video! Danke dafür :-)

    http://www.acid21.com

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