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Analyse

Ein Mode-Geschäft ohne Kleidung: Hat Nordstrom das Ladenkonzept der Zukunft entdeckt?

Die Nordstrom-Filiale in Los Angeles bekommt Konkurrenz aus dem eigenen Haus: Nordstrom Local, ein experimentelles Ladenkonzept. (Michael Gordon / Shutterstock)

Die US-Kette Nordstrom eröffnet jetzt etwas völlig Neues: einen Laden, der keinen Warenbestand mehr führt. t3n-Redakteur Jochen G. Fuchs analysiert, ob hier das Konzept der Zukunft kommt.

Wie soll denn bitte ein Mode-Kaufhaus ohne Mode funktionieren? Am dritten Oktober öffnen sich die Türen zum neuen „Nordstrom Local“ in West Hollywood, einem völlig neuen Einkaufskonzept, das diese Frage beantworten kann. Die experimentelle Boutique soll eine Kreuzung aus Bar, Beauty-Salon und Personal-Shopping-Erlebnis sein, wie das Wall Street Journal berichtet. Ein spannendes Konzept, das Zukunft haben könnte.

Nordstrom Local: Der Laden ohne Ware

Statt Dutzender Kleiderständer, Warentische und Hängeregale findet der Kunde hier auf rund 280 Quadratmetern eine reine Beratungsfläche mit acht Ankleidezimmern vor, so beschreibt das Wall Street Journal das Konzept von Nordstrom. Dort wird der Kunde von Stylisten persönlich beraten, das gewünschte Outfit lassen die Mitarbeiter dann zur Anprobe in den Laden anliefern. Zur Beratung greifen die Stylisten auf eine App namens „Style Board“ zurück.

Die Ware kommt aus den aktuell neun, im Oktober zehn Mode-Kaufhäusern der US-Kette. Alle Filialen befinden sich im Großraum Los Angeles. Sollte es nötig sein, können die Mitarbeiter auch auf das E-Commerce-Fulfilment der Nordstrom-Website zurückgreifen, um Outfits in den Laden liefern zu lassen.

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Statt Kleiderstress: Wein oder Bier und Maniküre

Nordstrom schweigt noch zu den Details, wie schnell nach der Zusammenstellung der Outfits die Ware in dem Laden landen wird ist unklar. Dass Kunden es akzeptieren würden, das Outfit am nächsten Tag auszuprobieren, ist aber sehr unwahrscheinlich. Für eine schnelle Lieferung in Minuten- oder Stundenfrist spricht das Wohlfühl-Konzept, dass sich Nordstrom für das experimentelle Ladenkonzept ausgedacht hat.

Eine direkt in das Geschäft integrierte Bar serviert Wein, Bier, Kaffee oder Säfte, um die Aufenthaltszeit möglichst angenehm zu gestalten.

Abgerundet wird das Konzept durch eine Änderungsschneiderei sowie verschiedene Dienste für Online-Kunden. Mitglieder des hauseigenen Curated-Shopping-Startups Trunk Club bekommen Support, Online-Bestellungen können abgeholt und zurückgegeben werden.

Intelligentes Konzept, dessen Akzeptanz gut beobachtet werden sollte

Nordstrom experimentiert hier mit etwas, das gut zum generischen Konzept für den Laden der Zukunft gehören kann. Durch Warenregale zu Lustwandeln entspricht nicht mehr dem gelernten Standard der neuen Kunden-Generationen, ebenso wenig das verzweifelte Suchen nach passenden Artikeln.

Der Berater kann hier die Funktion der Suchmaschine und der Suchfilter mit abdecken und statt aus dem üblichen begrenzten Sortiment einer Filiale auf einen großen Teil des kompletten Longtails aus dem Sortiment des jeweiligen Einzelhändlers zugreifen.

Damit reduziert sich das Einkaufen auf ein kleines Freizeitevent, die lästige Suche übernimmt der Mitarbeiter, und das Sortiment ist dasselbe wie im Onlineshop. Das kommt den Kunden entgegen, die beim Einkaufen noch ein haptisches Erlebnis möchten – und trotzdem nicht auf die Segnungen des Onlineshoppings verzichten wollen.

Das könnte eine grobe Blaupause für das Shopping-Konzept der Zukunft sein: Kleine Läden mit Freizeit-Ausgeh-Charakter, intensiver Beratung und (fast) unendlichem Lagerbestand. Nach einer akzeptablen Wartefrist im Laden nimmt der Kunde seinen Einkauf dann mit – geliefert aus dem Onlineshop. Clever, wenn es denn genauso intelligent umgesetzt und ausgeführt wird.

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Eine Reaktion
lola
lola

Wunderbare Idee nettes Konzept : endlich finden die Damenoberbekleidungsverkäufer der 80er wieder einen Job.

Amazon will in LA auch einen Einzelhandelsgeschäft eröffnen. Nach dem Amazon die alle Platt gemacht hat, lohnt das ja wieder.

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