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Exklusiv: LaterPay für alle! WordPress-Plugin für Paid-Content ab sofort kostenlos verfügbar [Update]

Exklusiv: LaterPay für alle! WordPress-Plugin für Paid-Content ab sofort kostenlos verfügbar [Update]

Das WordPress-Plugin des Münchener LaterPay gilt als deutsche Hoffnung für die Finanzierung journalistischer Inhalte im Netz. Nach einer geschlossenen Testphase ist der Bezahldienst jetzt für alle kostenlos nutzbar.

Exklusiv: LaterPay für alle! WordPress-Plugin für Paid-Content ab sofort kostenlos verfügbar [Update]

LaterPay ab sofort für alle kostenlos verfügbar. (Screenshot: LaterPay)

Update vom 19. August 2014: Das LaterPay-Plugin ist ab sofort im offiziellen Plugin-Release-Channel von WordPress.org zum Download erhältlich. Die Installation des Plugins zur Monetarisierung von Content auf Blogs und Webseiten sowie digitalen Gütern wird damit noch einmal erleichtert. Mit der aktuellen Versionsnummer 0.9.7.2 befindet sich das Plugin allerdings noch immer in einer offenen Testphase. Die Macher empfehlen weiterhin, LaterPay vor der kommerziellen Integration in einer separaten Testumgebung zu installieren.

LaterPay: WordPress-Plugin auf Github zum Download

Es ist soweit: Nach mehreren Monaten in der geschlossenen Testphase stellt das Münchner Startup LaterPay ab heute sein WordPress-Plugin zur Monetarisierung von digitalen Inhalten kostenlos zum Testen zur Verfügung. Alle Interessenten – ob Blogger, Journalisten oder Webseitenbetreiber – können sich das LaterPay-Plugin für WordPress über Github kostenlos runterladen und installieren.

Hinter dem Plugin steht die Idee, Leser und Konsumenten nur für jene digitalen Inhalte im Netz zahlen zu lassen, die sie auch tatsächlich gelesen haben. Der Preis für jeden Text wird individuell vom Urheber bestimmt, soll gemäß der Philosophie aber im Bereich einiger Cents bis hin zu wenigen Euro liegen. Die Zahlung wird erst dann veranlasst, wenn Leser Inhalte für insgesamt fünf Euro konsumiert haben. Neben der Möglichkeit, Paid-Content mit nur einem Klick einzusehen und zu bezahlen, können Nutzer die Zahlung für einen Text bei Nichtgefallen auch revidieren. Autoren, Verleger und Urheber wiederum werden mit einem Algorithmus vor Missbrauch dieser Funktion geschützt.

LaterPay-Nutzer wählen zwischen zwei Bezahlmodellen: dem Pay-per-use auf der einen, und dem Freemium-Modell auf der anderen Seite. Beim ersten Modell zahlen Leser beispielsweise für einen kompletten Artikel, beim zweiten Modell können kostenpflichtige und kostenlose Inhalte in Kombination angeboten werden – zum Beispiel kann ein Blogpost kostenlos, eine dazugehörige Infografik oder ein Video aber kostenpflichtig angeboten werden. Über die Preisstruktur bestimmen dabei die Seitenbetreiber.

LaterPay: Das WordPress-Plugin des gleichnamigen Münchener Startups ermöglicht das einfache Bezahlen journalistischer Inhalte im Netz. (Bild: LaterPay)
LaterPay: Das WordPress-Plugin des gleichnamigen Münchener Startups ermöglicht das einfache Bezahlen journalistischer Inhalte im Netz. (Grafik: LaterPay)

Das LaterPay-Plugin mit der aktuellen Versionsnummer 0.9.5.1 beinhaltet schon alle zum Verkauf von Content notwendigen Funktionen. Derzeit arbeite man aber beispielsweise noch an Videotutorials, Integrationsbeispielen und Testumgebungen, um die Nutzbarkeit des Bezahldienstes weiter zu verbessern. Als eine der wichtigsten Neuerungen als Ergebnis der geschlossenen Testphase preist LaterPay eine automatisierte Rechnungsstellung inklusive Umsatzsteuerausweis an. „Wir wissen aus viel Feedback, dass dies eine bei Bloggern, Journalisten und Content-Anbietern immer sehr wichtige Funktion ist“, sagt Daniel Raumer, verantwortlicher Produktmanager bei LaterPay.

Deutsches Startup mit dem Segen von Richard Gutjahr

Das Münchner Startup LaterPay unternimmt den Versuch, eine erste Antwort auf die schon seit Jahren schwelende Debatte um die künftige Finanzierung journalistischer Inhalte im Netz zu liefern. Während einige große deutsche Medien nach dem Vorbild von US-Verlagen eine allumfassende Bezahlschranke (Paywall) um ihre Inhalte errichten, hält der Großteil aus Mangel an entsprechenden Alternativen weiterhin an werbefinanzierten Geschäftsmodellen fest. Beide Lösungsansätze sind bei Lesern und Konsumenten jedoch umstritten.

Julian Assange und Richard Gutjahr, ConventionCamp 2012
Prominente Unterstützung bekommt LaterPay von Journalist und Blogger Richard Gutjahr. (Foto: ConventionCamp 2012)

Mit seinem WordPress-Plugin will LaterPay das ändern und weiß bekanntlich um prominente Unterstützung: Der Journalist und Blogger Richard Gutjahr hat bei dem 2010 von Cosmin-Gabriel Ene und Jonas Maurus gegründeten Unternehmen eine Beraterfunktion inne. Entsprechend wirbt Gutjahr für LaterPay, auf seinem Blog nutzt er das Plugin schon von Beginn an für die Monetarisierung seiner Inhalte. Neben Texten kann Laterpay zum Beispiel auch für die vereinfachte Bezahlung von Video-, Audio- und sogar Gaming-Inhalten im Netz genutzt werden.

So installierst du LaterPay auf deinem Blog

Es wird empfohlen, das LaterPay-Plugin zunächst in einer Testumgebung zu installieren, zu nutzen und erst danach in einer Produktivumgebung zu aktivieren. Losgelöst vom eigenen Blog lässt sich eine solche Testumgebung zum Beispiel über den Cloudhoster Digital Ocean fünf US-Dollar (circa 3, 60 Euro) monatlich einrichten. Neben der automatisierten Installation per Mausklick geschieht die anschließende Konfiguration des Plugins in drei Schritten: Zugangsdaten eingeben, Standardpreis festlegen und aktivieren. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findet ihr in der nachfolgenden Bildergalerie.

Was Nutzer noch über LaterPay wissen müssen

Wie aber können Blogger, Journalisten und Content-Anbieter das LaterPay-Plugin zu gewerblichen Zwecken nutzen? Schließlich werden in der Testumgebung nur fiktive Zahlungen simuliert. Um reale Umsätze zu ermöglichen, müssen Nutzer ihre gültigen Live-API-Zugangsdaten im Plugin hinterlegen. Diese Daten erhält man, indem man einen sogenannten LaterPay-Händlervertrag ausfüllt und an das Startup zurückschickt.

Der Vertrag ermöglicht den Einsatz von LaterPay auf der Webseite, er verpflichtet jedoch nicht dazu. Fixkosten entstehen übrigens nicht, weder Registrierungs- noch Setup- oder Grundgebühren fallen bei LaterPay an. Nur für verkaufte Artikel führen Nutzer eine Provision in Höhe von 15 Prozent an Laterpay ab. Der Vertrag ist jederzeit monatlich und ohne Angabe von Gründen kündbar.

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10 Antworten
  1. von Michael Rutsch am 21.07.2014 (09:19 Uhr)

    Ich muss sagen: Endlich, ich hab schon Monate darauf gewartet. Bleibt nur abzuwarten, wie die Konsumenten letztlich LaterPay akzeptieren... Denn DAS wird darüber entscheiden, ob es ein Erfolg wird.

    Ich hoffe mal, dass ein paar größere Zeitungen mitziehen werden, denn das würde den Erfolg erleichtern...

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  2. von Michael Rutsch am 21.07.2014 (09:46 Uhr)

    Was mir gerade - als registrierter Kunde - aufgefallen ist: Es gibt noch keine Möglichkeit, eine Zahlungsart zu hinterlegen? Auch die Registrierung für sehr Kunden ist bisher seeeehr knapp gehalten...

    Eine Verifizierung der E-Mail ist nicht vorhanden. Rechtlich etwas bedenklich... Da muss noch ein bisschen was geschehen.. Aber ansonsten: Sieht top aus

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  3. von JUICEDaniel am 21.07.2014 (15:51 Uhr)

    Wir haben bereits seit einigen Wochen Beta-Zugriff zu LaterPay und wollten bereits Ende vorletzter Woche mit LaterPay starten. Leider hat uns die fehlende UStIdNr vorerst einen Strich durch diese Rechnung gemacht - und das Beantragen war umständlicher als erhofft (Behörden, Zuständigkeiten, Urlaub ...).

    Wer also als "kleiner Blogger" sofort loslegen möchte, sollte unbedingt erst einmal sicherstellen, eine UStIdNr (beantragt) zu haben. Das nur als ergänzende Info, damit hier niemand enttäuscht ist.

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    • von Bildrauschen am 21.07.2014 (18:37 Uhr)

      Und was macht der, der nach § 19 UStG keine Umsatzsteuer ausweisen darf? Der bekommt nämlich auch i. d. R. keine, bzw. nur über Umwege eine Umsatzsteueridentifikationsnummer.

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  4. von Tobi7889 am 21.07.2014 (16:28 Uhr)

    Finde ich gut, kann man auch nur gewisse Artikel einbinden? Wäre echt interessant ;)

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  5. von Ralf Ehlert am 21.07.2014 (20:03 Uhr)

    @Tobi7889: Du meinst, ob nur ausgewählte Artikel bezahlpflichtig geschaltet werden können? Ja, so ist das gedacht. Das aktuelle Plugin funktioniert übrigens auch in einer lokalen Testumgebung, Anmietung bei einem Hoster ist nicht nötig.

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  6. von Kristin am 21.07.2014 (21:19 Uhr)

    Ist doch schon lange mit wpShopGermany/AboModul und Groups möglich.

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  7. von Saenic am 19.08.2014 (15:42 Uhr)

    Najaaa ich weiß nich... damit es wirklich funktioniert und die Leute es nutzen, braucht man schon ne recht große Verbreitung. Das wäre gegeben, wenn einige der AxelSpringer Seiten mitziehen. Und natürlich kommts auch drauf an, wie hoch die Preise festgesetzt werden. 5c pro Artikel wäre imho ok, aber bei 20+ cent würde ich es mir zwei mal überlegen, ob ich den Artikel lese.

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  8. von JUICEDaniel am 21.08.2014 (10:04 Uhr)

    Kurzes Update: Mittlerweile haben wir LaterPay auch bei JUICED.de im Einsatz und sind so weit zufrieden. Mal sehen, wie LaterPay sich entwickeln und von den Nutzern angenommen wird.

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  9. von NikolaiShulgin.Bitrix24 am 30.09.2014 (17:42 Uhr)

    Erfreulich wäre, wenn LaterPay im Laufe der Entwicklung auch verschiedene Sprachversion mit Anpassung auf die entsprechenenden rechtlichen Gegebenheiten veröffentlicht (so wie z.B. WooCommerce German Market). Denn einige Eckdaten hören sich für deutsche Standards etwas bedenklich an - z.B. der Algorythmus, der das Widerrufsrecht entweder gewährt oder nicht.

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