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Weniger ist mehr: Diese Angaben haben im Lebenslauf nichts zu suchen

Weniger ist mehr: Diese Angaben haben im Lebenslauf nichts zu suchen

Viele Informationen in unserem Lebenslauf geben wir nur aus Gewohnheit an oder „weil man das halt so macht“. Das ist nicht immer gut: Wir sagen euch, welche Angaben ihr besser weglasst.

Weniger ist mehr: Diese Angaben haben im Lebenslauf nichts zu suchen

Der Lebenslauf. (Grafik: Shutterstock.com)

Lebenslauf: Viele Angaben sind überflüssig

„Der Wunsch nach dem perfekten Lebenslauf sollte nicht zum Information-Overload führen.“

Der Wunsch, sich vor dem potenziellen neuen Arbeitgeber perfekt präsentieren zu wollen, ist verständlich. Trotzdem sollte er nicht dazu führen, dass wir jede Erfahrung und Fähigkeit, auf die wir verweisen können, unreflektiert in unseren Lebenslauf packen. Denn auch in Sachen Lebenslauf gilt manchmal: Weniger ist mehr. Personaler haben in der Regel nicht viel Zeit. Beim Scannen der sollten sie nicht von den wirklich wichtigen Aussagen abgelenkt werden: Je mehr vorteilhafte und aussagekräftige Informationen „hängen bleiben“, desto besser.

Ein schlauer Lebenslauf konzentriert sich also auf die wichtigsten Angaben: Die, die zeigen, dass ihr die optimale Besetzung für die ausgeschriebene Stelle seid. Zudem sollte er möglichst wenig Angriffsfläche für unbewusste Benachteiligungen bieten, zum Beispiel aufgrund eures Alters oder Geschlechts, die zwar offiziell nicht vorkommen dürfen, die sich aber kaum vollends abstellen lassen.

5 Angaben, die euer Lebenslauf nicht braucht

Folgende Informationen könnt oder sollt ihr in eurem Lebenslauf also ruhig weglassen:

1. Das Alter

Jugend wird manchmal unbewusst mit Unerfahrenheit gleichgesetzt. (Foto: Shutterstock.com)
Jugend wird manchmal unbewusst mit Unerfahrenheit gleichgesetzt. (Foto: Shutterstock.com)

Offiziell ist es natürlich kein Problem, das Alter im Lebenslauf anzugeben. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet Arbeitgebern schließlich, Angestellte und Bewerber aufgrund von Rasse und ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion und Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Identität zu benachteiligen.

Trotzdem können auch Recruiter nicht immer vermeiden, dass sie unterbewusst Schlüsse aus den in der Bewerbung angegebenen Informationen ziehen. Besonders junge Bewerber sollten sich daher eher auf ihre Fähigkeiten konzentrieren, ältere Bewerber die Berufserfahrung in den relevanten Feldern hervorheben.

2. Referenzen

Es ist schön, wenn ehemalige Kollegen und Kunden etwas Positives über die gemeinsame Zeit formulieren und Stärken des Bewerbers beschreiben. Trotzdem stellt sich die Frage, ob solche Privat-Testimonials wirklich etwas in der Bewerbung zu suchen haben. Statt alle möglichen Fähigkeiten schon im Vorhinein durch Referenzen belegen zu wollen, sollten Bewerber vielmehr gezielt reagieren können, wenn ein Recruiter zusätzliche Informationen anfordert, schreibt Michelle Joseph von PeopleFoundry. Eine gute Methode: Sammelt mit der Zeit mehr und mehr Referenzen auf eurem LinkedIn-Profil und verweist auf geeignete Testimonials, wenn ihr gefragt werdet.

3. Veraltete Berufserfahrung

Je schnelllebiger die moderne Arbeitswelt wird, desto weniger wichtig ist es, was ein Bewerber von zehn oder mehr Jahren gemacht hat. Auch der Grundschulabschluss und selbst die Abiturnote zählen – so hart das für den einen oder anderen sein mag – irgendwann nicht mehr. Kurze, befristete Beschäftigungen, Nebenjobs und Praktika sollten nur dann angegeben werden, wenn Tätigkeit und Erfahrungen für die aktuelle Stellenausschreibung relevant sind. Sonst fressen sie unnötig die Zeit und Aufmerksamkeit der Personaler.

4. Veraltete Technologien

Du hast mal einen PowerPoint-Grundkurs gemacht? Super! Aber lass das auf deinem Lebenslauf lieber weg. (Foto: p_a_h / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Vor ein paar Jahren war es enorm wichtig, bei der Bewerbung anzugeben, wie gut man sich mit Microsoft Word, PowerPoint oder Excel auskennt. Das solltet ihr heute lieber sein lassen. In der IT- und Medienbranche wird vorausgesetzt, dass ihr hinreichend gut mit Text- und Datenverarbeitungsprogrammen umgehen und euch in unbekannte Tools gegebenenfalls schnell einarbeiten könnt. Auch die vor zehn Jahren in der Volkshochschule belegte „Einführung in das Webseiten-Design“ wird Recruiter nur bedingt von euren Fähigkeiten überzeugen. Spezialkenntnisse oder Programmiersprachen, die für den ausgeschriebenen Job unmittelbar relevant sind oder dies noch werden könnten, solltet ihr natürlich unbedingt angeben – und zwar so, dass sie nicht zwischen euren Windows-XP und Mac-OS-Kenntnissen untergehen.

5. Langweilige Hobbys

Hobbys müssen nicht grundsätzlich ein überflüssiges Element im Lebenslauf sein. Eine außergewöhnliche Freizeitbeschäftigung kann ein Anknüpfungspunkt für das Bewerbungsgespräch sein und soziale Talente des Kandidaten verdeutlichen.

„Schwimmen, Laufen, Lesen. Gähn.“

Wer aber das typische „Schwimmen, Laufen, Lesen“ in die unterste Zeile der Aufstellung packt, ohne sich große Gedanken zu machen, schneidet sich ins eigene Fleisch. Gerade passive Hobbies wie Fernsehen oder Kino werfen kein gutes Licht auf den Kandidaten. „Im Zweifel: weglassen“, urteilt auch Jochen Mai von karrierebibel.de, der sich ansonsten für das Nennen weniger, aussagekräftiger Hobbys im Lebenslauf ausspricht. Eine sehr gute Alternative ist es übrigens, soziales oder ehrenamtliches Engagement im Lebenslauf zu nennen: So könnt ihr eure Soft Skills in das richtige Licht rücken und mit besonders hoher Motivation punkten.

Angaben im Lebenslauf: Wie steht es mit dem Foto?

Selfies haben im Lebenslauf nichts zu suchen. Aber auch professionelle Bewerberfotos stehen in der Diskussion. (Foto: Shutterstock.com)
Selfies haben im Lebenslauf nichts zu suchen. Aber auch professionelle Bewerberfotos stehen in der Diskussion. (Foto: Shutterstock.com)

Uneinig sind sich die Experten darüber, ob ein Foto heute noch fester Bestandteil der Bewerbung sein sollte. Immerhin ist das Aussehen des Bewerbers kein Grund, um eine Bewerbung anzunehmen oder abzulehnen. Seit das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz 2006 in Kraft getreten ist, verzichten die meisten Unternehmen darauf, überhaupt Bewerberfotos anzufordern und auch in den USA und in anderen Ländern ist es nicht üblich, sich mit Foto zu bewerben. Das Bild lenke vom Wesentlichen ab, schreibt etwa das Magazin CIO: „Wenn sie wissen wollen wie du aussiehst, nachdem sie alles über deine wahnsinnig guten Tech-Skills und überzeugende Persönlichkeit gelesen haben, werden sie im Social Web nachsehen.“

Andererseits lässt sich auch nicht bestreiten, dass ein Foto einen deutlich aussagekräftigeren ersten Eindruck hinterlässt als bloßer Text. „In Deutschland ist das immer noch sehr wichtig. Das Gesicht zu den Fakten macht die Bewerbung erst rund“, schreibt etwa Helene Endres vom KarriereSPIEGEL. Und so lange nicht alle Bewerber auf ein Foto verzichten, könnte das Weglassen des Bildes dazu führen, dass anderen Kandidaten der Vorzug gegeben wird. Wenn ihr euch wohl damit fühlt, solltet ihr also vorerst weiterhin Fotos beilegen.

Übrigens: Bei einem richtig guten Lebenslauf zählt auch die Typografie: Times New Roman kommt in etwa genauso gut rüber wie eine Jogginghose im Bewerbungsgespräch. Lasst euch also lieber von unseren Beispielen für beeindruckende Online-Lebensläufe oder von diesen besonders kreativen Bewerbungen inspirieren!

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5 Antworten
  1. von eltuctuc am 04.10.2015 (10:27 Uhr)

    Danke für die guten Artikel.

    Schön wäre auch, wenn ihr den Recruitern mal einen Artikel spendet, wie sie ihrer Bewerbungs-Worddokumente so erstellen, dass man sie nicht ständig neu und anders ausfüllen muss.

    Oder auch mal Firmen zeigen, das ihre "Was dich erwartet"-Angaben nicht genauso langweilig sein sollten wie unsere Hobbys ;-) Angaben wie: motiviertes Team, flache Hierarchien, helle Büroräume, abwechslungsreiche Arbeit, attraktive Vergütung sind erstens eh in fast jeder Ausschreibung drin und deshalb schon fast belanglos und zweitens setze ich sie persönlich irgendwie schon voraus.

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  2. von Überall Fachkräftemangel am 04.10.2015 (14:54 Uhr)

    Der erste Teaser um den Personal-Chef zu ködern der 500 Bewerbungen auf dem Tisch hat ist das Anschreiben. Da muss man halt zum Weiterlesen animieren.
    Auch Personaler aus der HR-Abteilung brauchen dafür normalerweise angeblich einen halben Tag warum man genau auf diese Firma passt.
    Je nach Größe, Organisationsform (Großkonzern vs. 10Mann-Startup) sollte man also Anschreiben, Lebenslauf, Skillset-Übersichten genau anpassen. 3 gezielt geplante und durchgeführte Bewerbungen sind besser als 300 automatisierte Zwang-Bewerbungen wo man mit (oft genau so fachlich unpassenden) Zwangsbewerbern "konkurriert" und der KMU-Inhaber sich fragt wofür er und seine Mitarbeiter monatlich bezahlen.

    Skill-Übersichten kann man hinter oder vor dem Lebenslauf separat platzieren und vielleicht Win10 als erstes reinschreiben und Win3.11WfW und DOS3.0 ganz am Schluss im Absatz über die M$-Kenntnisse.
    Das Alter erkennt man recht problemlos z.b. an "Bachelor" vs. "Diplom" oder nur ein paar Jahren vorhandenen Ausbildungen (die DDR hatte sicher auch eigene Bezeichnungen) wie "KFZ-Elektriker" oder halt Studiengänge die inzwischen auf englisch umbenamt wurden oder nicht mehr vorhanden sind. Ob die Schätzung stimmt oder nicht, ist ja egal: Es geht darum 500 Bewerbungen vorzufiltern auf 10 Kandidaten die man einlädt und 10-20 Reserve-Kandidaten. Wieso also gibts keine Skillmatcher-Apps die sowas massiv beschleunigen würden ? Man höre sich die Handwerker auf den Messen an oder man lese Zeitungsberichte. Sowas wäre schnell programmiert. Abmahnungen und Softwarepatente machen es uninteressant...

    Wenn man z.B. schlau ist und auf einer Bewerbermesse mit der Firma in Kontakt kommt ist ein Foto und Erinnerung an das Gespräche vermutlich sinnig damit die sich an einen erinnern. Je nach Name oder Auslands-Aufenthalts-Dauer kann man sich dort vorstellen und einen korrekten Eindruck von Umgangsformen und Sprach-Niveau als native Speaker hinterlassen so das die nachfolgende schriftliche Bewerbung nicht deshalb zurück-geht.

    Auftrags-Recruiter suchen oft gezielt nach vorgegebenen Keywords und können manchmal auch keine fachlichen Gespräche führen sondern wissen vielleicht grade mal das JAVA und javaSCRIPT unterschiedlich sind. Auf sowas sollte man vorbereitet sein und evtl. unterschiedliche Lebensläufe und Skillsets dabei haben. Auch der zukünftige Vorgesetzte und HR-Mitarbeiter sind oft BWLer. Richtig fachliche Tests gibts normalerweise erst bei der zweiten/dritten Vorstellungs-Gesprächs-Runde im Gespräch mit der Fachabteilung bzw. zukünftigen (Fach-)Vorgesetzen bzw. zukünftigen Kollegen.

    Vermittlern und Zwischenhändlern sollte man besser wohl keine Referenzen nennen weil die sonst mit Werbung der Vermittler genervt werden. "Das kann der End-Kunde mich bei der Vorstellung persönlich fragen" ist bei Freiberuflern-over-Vermittler-Ketten üblich. Aber der zukünftige Arbeitgeber sollte ehemalige Projektleiter oder Ausbilder zumindest fragen können wenn diese damit einverstanden sind.

    Wer zu weit aus der Reihe tanzt, kriegt wohl keine Einladung. Und "langweilige" Großkonzerne haben gute Haus-Tarif-Verträge. Siehe die jährlichen Einstiegs-Gehalts-Übersichten der Gewerkschaft. Die gelten halt für Tarif-Betriebe und nicht die hunderte "kleinen Klitschen" wo der Großteil der Absolventen zum Mindestlohn arbeiten kann. Viele (hier überwiegend positiv berichteten) Cashburner-Startups waren ja auch gegen den Mindestlohn...


    Und dchte gefragte Fachkräfte haben das dank Fachkräftemangel doch sowieso nicht nötig... Es wird ja sogar schneller Zugang für Flüchtlinge in Fachkräfte-Mangel-Branchen wie Hotellerie, Gastronomie und natürlich Logistik gefordert...
    Siehe google-Suche nach diesen Begriffen...

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  3. von denken-handeln am 05.10.2015 (21:44 Uhr)

    Typographie? Design? Habe bislang Dokumente im *.txt- Format versandt, und immer was gefunden.

    Der Partner sieht es in seinem Format was kann besser sein?

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  4. von Philooo am 10.11.2015 (11:02 Uhr)

    Der Personaler schaut sich die Bewerbungen im Skimming Verfahren an und entscheidet innerhalb eines kurzen Augenblicks, ob der Bewerber in Frage kommt. Dafür werden bestimmte Schlüsselbegriffe gesucht, die auf die ausgeschriebene Stelle passen. Kommt der Bewerber in die engere Auswahl, wird die Bewerbung dann natürlich genauer unter die Lupe genommen. Anstatt alle erworbenen Fähigkeiten aufzulisten sollten die Bewerber die Bewerbung so schreiben, dass die wichtigsten Begriffe sofort ins Auge fallen: warum ist man für die Stelle geeignet? Passen die Fachkompetenzen zu den Aufgaben?
    Wenn man sich die Stellenangebot für SAP Jobs hier unter https://duerenhoff.de/sap-jobs mal ansieht, dann sind die Anforderungen auf den ersten Blick recht vielfältig. Doch in der Bewerbung sollte auf die Schnelle ersichtlich sein, ob der Kandidat die Fachkompetenz im jeweiligen Bereich hat oder nicht! Erst dann werden die Kenntnisse und Erfahrungen weiter vertieft.

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  5. von nicoklein am 11.11.2015 (14:12 Uhr)

    Ich soll das Alter weglassen?? Meint Ihr damit das Geburtsdatum? Oder gibt es Menschen die tatsächlich reinschreiben "Alter: 29"? Und selbst wenn ich es weglasse, das Jahr in dem ich Abi gemacht habe, wird das schon verraten. Oder wann ich das erste Studium begann. Außerdem denke ich, weglassen macht eher skeptisch oder? Bei allem anderen stimme ich zu.

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