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Leere Welt: Der durchschnittliche Twitter-Account hat 1 Follower

Leere Welt: Der durchschnittliche Twitter-Account hat 1 Follower

Der durchschnittliche Twitter-Account hat nur einen einzigen Follower. Echten Einfluss im Sinne einer großen Leserschaft haben auf dem Netzwerk die Wenigsten.

Leere Welt: Der durchschnittliche Twitter-Account hat 1 Follower
Twitter. (Foto: Marisa Allegra Williams @marisa für Twitter, Inc.)

Ungleiche Freundschaft: Der durchschnittliche Twitter-Account hat nur einen Follower

Die Sängerin Katy Perry hat derzeit über 48 Millionen Follower bei . Die Anzahl der Menschen, die ihre Beiträge auf dem Sozialen Netzwerk verfolgen, übertrifft damit die Einwohnerzahl von Kanada um mehr als zehn Millionen. Der durchschnittliche Twitter-Nutzer muss sich mit weniger zufriedengeben. Viel weniger, wie die Zahlen des amerikanischen Daten-Journalisten Jon Bruner zeigen.

Bruner ermittelte anhand von 400.000 zufällig ausgewählten Accounts, dass der durchschnittliche Twitter-Account nur einen Follower hat. Reduzierte er die Stichprobe auf die Accounts, die in den letzten 30 Tagen einen Tweet verfasst hatten, entsprach die durchschnittliche Anzahl an Followern immerhin 61 Accounts. Aktive Twitter-Nutzer folgen im Schnitt 117 anderen Nutzern. Die überwiegende Mehrheit jedoch – immerhin 76 Prozent – folgt mehr Nutzern als dem Nutzer selbst folgen.

Twitter: Nur wenige Nutzer erreichen viele Nutzer. (Grafik: Jon Bruner / O'Reilly Publishing)
Twitter: Nur wenige Nutzer erreichen viele Nutzer. (Grafik: Jon Bruner / O'Reilly Publishing)

Informationen auf Twitter: Eher Konsum als Austausch

Im Rahmen des Börsengangs des sozialen Netzwerks wurde Twitter nicht müde, die Verbreitung des Dienstes zu betonen und auf die Rolle des Netzerks im arabischen Frühling zu verweisen. Bruner jedoch schließt aus seinen Untersuchungen, dass Twitter eher zum Medienkonsum, als zur Kommunikation genutzt wird. Nur ein Prozent der Twitter-Nutzer hat mehr als 3.000 Follower. Und die meisten Accounts mit vielen Followern scheinen Medienprofis, Stars oder Experten auf einem bestimmten Gebiet zu sein.

Damit, so Bruner, ist Twitter ein nur geringfügig demokratischerer Nachfolger traditioneller Medien wie Zeitungen oder Fernsehsendern. Eine Handvoll Personen haben mit ihren Äußerungen enormen Einfluss auf Millionen von Menschen, während der Rest der Bevölkerung sich im kleinen Kreis austauscht, ohne dabei je viele Menschen jenseits ihrer Kontakte zu erreichen.

via www.theatlantic.com

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6 Antworten
  1. von Henning Stummer am 20.12.2013 (14:28 Uhr)

    Wow, was für eine "Analyse" - die strotzt ja nur so vor logischen Fehlern:

    - Was ist der "durchschnittliche Twitter Account"? Denn wenn er die aktiven Accounts (min. in den letzten 30 Tagen) nimmt, haben die schon über 100 Follower.
    - "Bruner jedoch schließt aus seinen Untersuchungen, dass Twitter eher zum Medienkonsum, als zur Kommunikation genutzt wird. Nur ein Prozent der Twitter-Nutzer hat mehr als 3.000 Follower." - was ist das für ein Maßstab?! Ich kann keine 300 Follower zur Kommunikation(!) erhalten, da ich gar nicht so viel Leute kenne.

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  2. von nk am 20.12.2013 (16:14 Uhr)

    > Damit, so Bruner , ist Twitter ein nur geringfügig demokratischerer Nachfolger traditioneller Medien wie Zeitungen oder Fernsehsendern.

    Wundert jetzt nicht, dass ein Journalist so etwas schreibt. Nur scheint es ja gute Gründe zu geben, dass die Leute eben keine Pressemeldungen ÜBER, sondern Meldungen VON Menschen lesen wollen. Twitter suggeriert da zumindest noch Authentizität, während sich die Magazin und Boulevardspalten der Tagesblätter in genau die gegenteilige Richtung zu bewegen scheinen: Immer mehr Hörensagen, immer mehr Mutmaßungen, immer mehr (!): „Wie er auf Twitter schrieb“.
    Dass Social media heute auch von Profis gemacht wird und längst nicht die „Stars“ selbst schreiben, muss halt noch gelernt werden. Andererseits schreiben viele Netzgrößen durchaus selbst und antworten auch auf einer niedrigschwelligen Art, wie es kein andere Medium (allenfalls ein Blog) heute noch bietet.
    Zum Dritten wird mal wieder ausgeklammert, dass Twitter nie ein reines Direktnachrichtenmedium wie E-Mail war, sondern auch die Nutzung als reiner Lesekanal immer Teil des Konzepts war (Follower- statt Freundesprinzip).

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  3. von huckley am 21.12.2013 (14:25 Uhr)

    Diese sozialen Medien sind gar nicht immer so "sozial" in dem Sinne dass jeder mit jedem auf Augenhöhen immer kommunizieren könne etc. Es geht eher um Aufmerksamkeitsökonomie. Das ist vielleicht, achtung böste Stereotypen, ein amerikanischer Ansatz von "sozial"...

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  4. von E-Zeitschriften verbessern am 21.12.2013 (17:34 Uhr)

    Der Unterschied zur Tageszeitung oder t3n-Magazin in der Altpapier-Tonne ist ja auch, das man interessante Artikel gezielt weiterleiten kann.
    Das ist schon mal sehr viel demokratischer als wenn man von Politikern in der Talkshow was vorgeschrieben bekommt und akzeptieren muss.
    Da viele Talkshows wohl aufgezeichnet werden, gibts bisher leider auch kein Direct-Feedback durchs Volk.

    Man müsste in der E-Version von Zeitschriften und Zeitungen Kommentare machen und bevoten können. Leider macht das keiner. Die Artikel wären besser und Feedback würde die Weisheit der Masse bringen. Speziell Fachzeitschriften die keine politische Meinung der Herausgeberfamilie vertreten muss, würden massivst profitieren.

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  5. von Basar Seven am 22.12.2013 (17:35 Uhr)

    Die Antwort auf die Frage ist in der Studie wohl richtig. Die Frage ist jedoch nicht angebracht bzw. irrelevant für die Netzwerke und Systeme. Eine der relevanten Fragen wäre:
    Welches Medium ist eher für die Bildung von gemeinsamen Reaktionen und/oder gesellschaftlichen Meinungen geeignet. A) Die klassischen Medien, auf das die Bevölkerung keinen Einfluss hat. B) Ein soziales Netzwerk, dass die Menschen in vielen Punkten vernetzt und zusammenführt und so gemeinsam agieren können.
    Auf die Antwort wäre ich gespannter als auf so eine Durchschnittsbetrachtung, die für dumme geeigneter ist.

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  6. von Basar Seven am 22.12.2013 (17:50 Uhr)

    Noch wichtigere Fragen wären:
    1)Welche kollektive Verblödung ist für die Nutzung von unsicheren Kommunikationstools verantwortlich?
    2) Welche göttlichen Beweggründe haben Menschen, wenn Sie über Datenschutz reden und kritisieren aber zeitgleich ein "kostenloses" Netzwerk nutzen, dass hunderte von Mio. im Jahr für die Aufrechterhaltung der Systeme braucht. Ob Sie bspw. davon ausgehen, dass der liebe Gott die Kosten übernimmt, damit seine Menschen sich zum teil die Farben Ihrer Unterwäsche mitteilen.

    Das wären doch mal Fragen:)

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