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Digitale Gesellschaft

Streit um Leistungsschutzrecht eskaliert weiter: T-Online nimmt Tochterfirmen der Verlage aus dem Suchindex [Update]

    Streit um Leistungsschutzrecht eskaliert weiter: T-Online nimmt Tochterfirmen der Verlage aus dem Suchindex [Update]

Leistungsschutzrecht. (Foto: János Balázs / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Web.de, GMX und T-Online haben die Internet-Angebote mehrerer großer deutscher Publikationen aus ihren Suchergebnissen verbannt. Der Schritt ist eine Reaktion auf das Vorgehen der VG Media, die mit Hinweis auf das Leistungsschutzrecht Lizenzgelder von verschiedenen Suchmaschinen auf dem Klageweg einfordert.

Leistungsschutzrecht: GMX, Web.de und T-Online verzichten auf die Anzeige von VG-Media-Mitgliedern in ihren Suchergebnissen. (Screenshot: GMX)
Leistungsschutzrecht: GMX, Web.de und T-Online verzichten auf die Anzeige von VG-Media-Mitgliedern in ihren Suchergebnissen. (Screenshot: GMX)
Update vom 19. September 2014: T-Online scheint mittlerweile noch einen Schritt weiter zu gehen. Laut einem Bericht von Sistrix sollen aus dem Suchindex des Anbieters nicht nur die durch die VG Media vertretenen Publikationen entfernt worden sein, sondern auch Websites von Tochterunternehmen und Firmen, die anteilig im Besitz der Verlage sind. So sollen beispielsweise das Karrierenetzwerk XING, das Städteportal meinestadt.de oder die Immobilienplattform immonet.de nicht mehr über Suchmaschine von T-Online auffindbar sein.

Streit um Leistungsschutzrecht eskaliert: Web.de, GMX und T-Online schließen Seiten wie Bild.de, Welt.de oder Morgenpost.de aus dem Index aus

Wer die Suchmaschinen von Web.de, GMX oder T-Online für seine tägliche Nachrichtenbeschaffung nutzt, wird die Artikel einiger großer deutscher Publikationen derzeit nicht finden. Die jeweiligen Online-Ausgaben von Bild, Welt, Berliner Morgenpost, Express sowie dutzender weiterer regionaler und überregionaler Zeitungen und Magazine wurden augenscheinlich aus dem Index der Suchmaschinen entfernt. Dabei handelt es sich um die Publikationen, die in der VG Media organisiert sind.

Die Verwertungsgesellschaft hatte im Juni beziehungsweise im Juli 2014 angekündigt, die Suchanbieter Google, Yahoo und 1&1 zur Zahlung einer „angemessenen Vergütung“ auf Basis des umstrittenen Leistungsschutzrechtes zu verklagen. Im Kern geht es darum, ob Suchmaschinen kurze Auszüge aus den verlinkten Artikeln kostenfrei anzeigen dürfen oder nicht. Publikationen, die nicht der VG Media angehören, und für die Anzeige kurzer Snippets kein Geld von Suchanbietern verlangen, sind von den Maßnahmen auf GMX, Web.de und T-Online nicht betroffen.

Leistungsschutzrecht: VG Media will sich zum Vorgehen der Suchmaschinen nicht äußern

Das Unternehmen 1&1, zu dem unter anderem auch GMX und Web.de gehören, soll mit der Auslistung der VG-Media-Publikationen bereits zum ersten August 2014 begonnen haben. Gegenüber dem Medienjournalisten Stefan Niggemeier sagte ein Unternehmenssprecher, dass 1&1 die Forderungen der VG Media für unbegründet hält, das Unternehmen jedoch vorsorglich mit der Auslistung der betroffenen Angebote begonnen habe. Ein Sprecher der VG Media wollte sich gegenüber t3n.de nicht zu dem Vorgehen von GMX, Web.de und T-Online äußern, und erklärte das mit Hinweis auf das noch laufende Verfahren.

GMX, Web.de und T-Online setzen für ihr Suchangebot auf die Google-Suche. Google selbst listet die Web-Angebote der VG-Media-Mitglieder aber nach wie vor. Aus gutem Grund: Wegen des extrem hohen Marktanteils auf dem deutschen Suchmaschinenmarkt könnte eine Auslistung der Angebote kartellrechtliche Folgen für den Suchgiganten haben. Für die deutlich kleineren Portale GMX, Web.de und T-Online dürfte das allerdings nicht zutreffen.

via www.sistrix.de

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8 Reaktionen
Olli
Olli

Tja, die Antwort ist ganz leicht – sollen sie sich aus dem GEZ Topf bedienen, wenn Sie einen Anspruch auf kulturelle Relevanz erheben. Der ist ohnehin prall gefüllt.

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Nicht überraschend
Nicht überraschend

Wenigstens erinnern sich mehr als nur ich an Belgien:
Belgische Zeitungen fliegen aus Googles Suchmaschine - Golem.de
- 18 Juli 2011

Das war also nicht überraschend.

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kahner
kahner

Einer der Hauptsätze der Verhandlungsführung ist:
An Objection is an Opportunity to Close!

Der Grund, warum die VG Medien diese Karte zieht, hat IMHO zwei Gründe...
Erstens erfüllt sie hier ihre Funktion als Interessensverband, wenn ich in diesem Fall allerdings eher als kontraproduktiv bezeichnen würde.

Zweitens habe ich den Eindruck, dass die VG Medien der Ansicht ist, dass sie als systemrelevant, weil Bollwerk gegen Krake Google, Schutz des Qualitätsjournalismus, blablabla einzustufen ist und von daher gegen alle Vernunft von der Regierung und letztlich auch mit Steuergeldern zu stützen ist.

Aus Sicht der VG Medien ist das sicherlich richtig, zielführend, und sie bietet damit unsere Regierung eine weitere Möglichkeit, regulierend auf Internet-Prozesse Einfluss zu nehmen. Etwas, dass ja gerade schwer in Mode ist!

Letztlich sollte man das aber mal aus Google-Sicht betrachten. Am Beispiel Belgien hat sich vor nicht all zu langer Zeit gezeigt, was passiert, wenn Google die Oder-Option wählt. Die VG Medien scheint in der Beziehung aber den berühmten Schuss (vor den Bug) nicht gehört zu haben oder hören zu wollen.
Außerdem... wie würde die VG Medien ihre Interessen vor einem US-Gericht verargumentieren. Schließlich ist Google zwar Marktführer aber nicht Monopolist - wie man sieht.

Ich bin sehr gespannt und würde mir eine gewisse Schadenfreude nicht verkneifen, sollte das Beispiel der anderen Anbieter Schule machen.

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auweia
auweia

Sehr gut! Weniger Kriegshetze.

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Bibliothekswelt

Das wird die Bundesregierung sicher zum Anlass nehmen, ein Gesetz zu erlassen, das Suchmaschinenbetreiber zwingen wird, diese Seiten trotzdem zu indexieren und natürlich auch eine Vergütung an Bild und Co. zu zahlen (ggf. Schadenersatz für entgangenen Traffic).

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Philipp Blum
Philipp Blum

Mein Reden. Ist denke das ist der urspruengliche Plan.

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Frank
Frank

Eine Beschwerde zu diesem Thema wurde bereits abgewiesen. Man will nicht zulassen, dass jemand gezwungen wird gegen Geld Inhalte zu verbreiten. War erst die Tage in den Nachrichten.

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Hendrik

Selber schuld.. soll' sie sich doch über die kostenlose Traffic-Empfehlung der Suchmaschinen-News freuen.

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