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Leo Grand: Wie ein obdachloser New Yorker eine eigene App auf die Beine stellte

Leo Grand: Wie ein obdachloser New Yorker eine eigene App auf die Beine stellte

Im September 2013 haben wir über den obdachlosen Leo Grand berichtet, dem ein kostenfreie Programmierkurse angeboten hatte. Anscheinend mit Erfolg: Seine erste ist jetzt für und erhältlich.

Leo Grand: Wie ein obdachloser New Yorker eine eigene App auf die Beine stellte

Leo Grand. (Screenshot: YouTube)

Leo Grand und Patrick McConlogue bei ihrem täglichen JavaScript-Unterricht. (Quelle: journeymancourse.com)
Leo Grand und Patrick McConlogue bei ihrem täglichen JavaScript-Unterricht. (Quelle: journeymancourse.com)

Leo Grand: Der New Yorker Obdachlose, der zum Programmierer wurde

Der Fall Leo Grand hat Ende September 2013 die Gemüter erhitzt. Ein New Yorker Programmierer hatte den obdachlosen Grand vor die Wahl gestellt: Entweder er bekommt 100 US-Dollar auf die Hand oder ein altes Chromebook mit 3G, ein Solar-Ladegerät, drei JavaScript-Bücher und eine Stunde Programmierunterricht am Tag. Grand entschied sich für die zweite Option und wurde innerhalb kürzester Zeit nicht nur zu einem begeisterten Coder, sondern auch zu einem weltweiten Medienphänomen.

Ein Blog-Beitrag des Entwickler Patrick McConlogue über seinen obdachlosen Lehrling Grand schlug hohe Wellen im Netz und wurde letztlich von Medien auf der ganzen Welt aufgegriffen. Von einem Beitrag unseres Kollegen Moritz Stückler für t3n.de über Leo Grand bis hin zu Business Week und CNN – das Medienecho war enorm und die Kommentare zu McConlogues „Experiment“ waren ähnlich vielfältig. Wo manche sich über die Hilfe zur Selbsthilfe begeistert zeigten, hinterfragten andere kritisch die Motivation von McConlogue und sahen in der Angelegenheit nicht mehr als einen Promostunt zur Vermarktung der eigenen Person oder des eigenen Produktes.

Wie auch immer eure Meinung zu diesem Fall aussehen mag, fest steht immerhin eins: Leo Grand hat jetzt seine erste eigene App für iOS und Android entwickelt. Dabei entpuppt sich der New Yorker als wahrer Naturfreund. Seine App „Trees for Cars“ bietet Nutzern die Möglichkeit, eine Fahrgemeinschaft zu bilden. So sollen Menschen, die eine ähnliche Route vor sich haben, gemeinsam an ihr Ziel kommen. Die App zeigt den Nutzern anschließend an, um welche Menge der CO2-Ausstoß verringert wurde – im Vergleich zu einem Szenario, bei dem alle Mitfahrer ein eigenes Auto genutzt hätten.

Leo Grands „Trees for Cars“ steht zum kostenpflichtigen Download bereit

Die App von Leo Grand steht für 0,99 US-Dollar in Googles Play-Store und Apples App-Store zum Download bereit. Allerdings richtet sie sich vorerst nur an amerikanische Nutzer. Der offenbar mittlerweile recht wirtschaftlich denkende Amerikaner bietet auch eigene T-Shirts mit dem Logo der App an – allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum. Wer eins will, muss also schnell sein.

Natürlich wird der eine oder andere wieder seine Zweifel an der Geschichte äußern und einen gigantischen Marketing-Hack vermuten, während wieder andere sich vermutlich zu Recht fragen, warum so offensichtlich talentierten Menschen wie Leo Grand nur durch einen solchen Zufall geholfen wird, und dass Obdachlose, die kein Interesse am Programmieren haben, trotzdem denselben Grad an Hilfe verdienen würden.

Ich werde meinen Zynismus im Geiste der Vorweihnachtszeit an dieser Stelle jedoch zügeln und wünsche Mr. Grand viel Erfolg mit seiner App. Ich finde, den hat er verdient.

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