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LG Düsseldorf erklärt Like-Button für rechtswidrig

LG Düsseldorf erklärt Like-Button für rechtswidrig

Das LG Düsseldorf hat den Like-Button von in einem aktuellen Urteil für rechtswidrig erklärt. Noch ist das Urteil nicht in Kraft getreten, für Website-Betreiber könnte es aber unangenehme Folgen haben.

LG Düsseldorf erklärt Like-Button für rechtswidrig

Like-Button rechtswidrig. (Foto: Shutterstock)

Das LG Düsseldorf erklärt den Like-Button von Facebook für rechtswidrig. (Grafik: Shutterstock)
Das LG Düsseldorf erklärt den Like-Button von Facebook für rechtswidrig. (Grafik: Shutterstock)

Facebook-Plugin: LG Düsseldorf verbietet Like-Button

Das Düsseldorf hat in einem aktuellen Urteil den Einsatz des Like-Buttons von Facebook für rechtswidrig erklärt. Das Gericht ist der Ansicht, dass Nutzer von dem Betreiber einer Website darüber aufgeklärt werden müssen, welche Daten der Like-Button an Facebook überträgt. Es geht konkret um die Übertragung der IP-Adressen der Nutzer, die eine Website aufrufen, auf der das entsprechende Facebook-Plugin eingebunden ist. Für das LG Düsseldorf handelt es sich dabei um personenbezogene Daten, daher reiche auch ein Hinweis in der Datenschutzerklärung nicht aus.

Konkret ging es in dem Fall um eine Klage der Verbraucherzentrale NRW gegen die Website Fashion ID, die zum Bekleidungshersteller Peek & Cloppenburg gehört. Die hatte über das Page-Plugin die Anzahl der Facebook-Fans der Website eingeblendet. Da es dem Gericht aber vornehmlich um die Sammlung personenbezogener Daten ohne Einwilligung der Nutzer ging, dürfte auch der reguläre Like-Button rechtswidrig sein.

Social-Plugins: Website-Betreiber müssen zukünftig wohl auf eine 2-Klick-Lösung setzen. (Screenshot: Fashion ID)
Social-Plugins: Website-Betreiber müssen zukünftig wohl auf eine 2-Klick-Lösung setzen. (Screenshot: Fashion ID)

2-Klick-Lösung: Wie sich Seitenbetreiber in Zukunft gegen Abmahnungen schützen können

Noch ist das Urteil des LG Düsseldorf nicht rechtskräftig. Der beklagte kann das Urteil noch anfechten. Dennoch hat Fashion ID bereits reagiert und eine sogenannte 2-Klick-Lösung für ihre Social-Plugin in die Website integriert. Dabei wird das eigentliche Facebook-Plugin erst durch Zutun des Nutzers aktiviert, so das auch erst dann Daten von ihm an Facebook übertragen werden.

Nach Einschätzung des Rechtsanwalts Thomas Schwenke dürfte das Urteil Vorbildcharakter haben. Sprich: Es ist wahrscheinlich, dass sich andere Gerichte an ihm orientieren werden. Website-Betreiber tun also gut daran, dem Vorbild von Fashion ID zu folgen und eine 2-Klick-Lösung für ihre Social-Plugins einzubauen.

Wie ihr eine solche 2-Klick-Lösung in eure Website integriert, erfahrt ihr in unserem Artikel „Sharing-Plugins: Skriptfreie Alternativen für mehr Performance“.

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12 Antworten
  1. von Janos Köpek am 10.03.2016 (11:45 Uhr)

    Oder Shariff nutzen.

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  2. von DiesDas am 10.03.2016 (12:00 Uhr)

    Die 2-Klick-Variante wurde aber nicht abgesegnet und ist daher auch nicht zu empfehlen. Der Verbraucher wird vorher nicht genug über den Umfang der Weitergabe informiert, weshalb diese Variante nicht (abmahn)sicher ist.

    Wie mein Vorposter schon schreib: Shariff scheint eine Alternative zu sein.

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  3. von Stefan am 10.03.2016 (15:05 Uhr)

    Ich weiß man sollte alles kritisch sehen usw. aber ich finde es dennoch ein bisschen kleinkariert.
    Wenn jemand Anonym im Netz sein will, dann geh nicht rein.

    Jede Website heut zu Tage die nicht zum Spaß betrieben wird benutz Analyse-Tools um zu sehen wie viele Besucher sie hat.

    Es sind mehr als 28 Millionen Facebooknutzer in Deutschland.
    Facebook hat wahrscheinlich eh schon deine Daten also was bringt es jetzt so ein Gesetz zu verabschieden?

    Google ist mit knapp 95% Suchmaschine Nummer 1 in Deutschland.
    Bei jeder Suchanfrage werden Daten von dir erhoben.

    Sorry, aber mich regt das mächtig auf so was immer zu lesen.
    Eine zwei Klicklösung, schön und gut, aber dann geht doch auch bitte gleich eine Lösung mit die auch wirklich rechtskonform ist.
    So muss ich mir jetzt wieder irgendwas suchen oder sogar selber erstellen damit es passt.

    Noch was zum Schluss, da würde mich eine Meinung von einem Experten interessieren.
    Ist es nicht auch so, dass wenn ich nicht in FB eingeloggt bin, diese Plugins eh nichts übertragen. Ich mein klar vielleicht die IP aber es kann ja keinem Profil zugewiesen werden.

    Schöne Grüße
    Stefan

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  4. von Jan am 10.03.2016 (16:03 Uhr)

    @Stefan: Selbst wenn man keinen Facebook-Account hat, könnte anhand der IP ein Bewegungsprofil erstellt werden. Dieses könnte dann auch mit einem später erstellten Account zusammengeführt werden, sofern man wie ich eine weitgehend statische IP nutzt. Shariff ist übrigens aus meiner Sicht derzeit der sinnvollste Weg. Man kann die Like-Zahlen anzeigen, aber den entsprechenden Abruf dieser Information tätigt die Website und nicht der jeweilige Besucher.

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  5. von JenZzz am 10.03.2016 (19:11 Uhr)

    Gut, dass ich von Anfang an so misstrauisch war, hab schön brav bei all unseren erstellten Webseiten immer nur einen Share-Link eingebaut und das Logo auf dem jeweiligen Server gespeichert, so dass Facebook nichts davon mitbekommt. *puh* ;-)

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  6. von Lars Häuser am 10.03.2016 (20:09 Uhr)

    Silbersteinstr. 117

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  7. von Flo am 10.03.2016 (21:52 Uhr)

    Sorry. Aber der Like Button ist nichtmal Bestandteil der Rechtsprechung gewesen. Es ging bei dem Urteil (vorerst) nur um das Page Plugin. Nicht jedoch um einen Like button oder andere social Plugins.

    Es ist richtig, wenn man die Rechtsprechung genau verfolgt es auch dazu fuhren kann, dass auch der Like button und somit ALLE social Plugins verboten werden könnten. Aber das stand nicht zur Debatte.

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  8. von vmk am 11.03.2016 (11:55 Uhr)

    Total bescheuert. Bald darf man gar nichts mehr im www machen.

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    • von Frank am 11.03.2016 (17:42 Uhr)

      Sorry, aber da scheint Ihnen das Gefühl für Freiheit doch gründlich abhanden gekommen zu sein.
      Siedeln Sie mal für eine Weile nach Nordkorea, China oder auch die VAE - dort werden Sie sehr schnell erfahren, wie sich 'nichts mehr im Netz machen dürfen' anfühlt.

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  9. von JohnTC am 11.03.2016 (13:56 Uhr)

    Ist denn davon auch der Share-Button betroffen? Ich habe in verschiedenen Shops Buttons integriert, über die Benutzer den jew. Artikel in ihrem eigenen Stream oder auf ihrer Pinnwand posten können. Facebook, Twitter, Google+ und Pinterest. Sollten diese nun auch entfernt werden?

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  10. von Michael am 15.03.2016 (00:17 Uhr)

    Also ich habe ja großes Verständnis dafür, dass Datenschützer unsere Daten schützen wollen. Allerdings kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass diese preußische Regulierungswut falsche Zeichen setzt.

    Als Websitebetreiber und Unternehmer hat man ohnehin schon genug mit dem deutschen Steuerrecht und Abmahnrechtsanwälten zu tun. und jetzt benachteiligen diese ewig Gestrigen auch noch deutsche Unternehmer mit derartigen innovationsbremsenden urteilen!

    So wird der Standort Deutschland bald zum Deutschlahmt!

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  11. von mretzlaff am 29.03.2016 (09:21 Uhr)

    Als Ersatz für die Like Box habe ich ein kostenloses WordPress-Plugin entwickelt, das über die Facebook API die Daten abfragt und daher die Facebook-Session des Seitenaufrufers nicht trackt. Aus meiner Sicht ist dieses Plugin daher datenschutzkonform.

    Alle Infos dazu gibt es hier: hootproof.de/facebook-like-box-alternative

    Ich würde mich freuen, wenn das dem einen oder anderen hier weiterhilft!

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