Vorheriger Artikel Nächster Artikel

LG kauft webOS für den Einsatz auf Smart-TVs

Hewlett-Packard verkauft sein totgesagtes Betriebssystem webOS an . Das südkoreanische Elektronikunternehmen will der Software durch den Einsatz in Fernsehgeräten wieder Leben einhauchen. Das sagte LG-Präsident und Technologiechef Skott Ahn. Auch einige Mitarbeiter wechseln im Zuge der Transaktion von zu LG. Über den Kaufpreis schweigen sich die beiden Unternehmen aus.

LG ist damit das bislang letzte von mehreren Unternehmen, das auf die Software setzt. webOS war ursprünglich von Palm Inc zum Betrieb von Smartphones entwickelt worden und sollte mit iOS von Apple konkurrieren. Die Technologie wurde bei ihrer Markteinführung allgemein gelobt, doch bei den Entwicklern von Mobilfunk-Apps entwickelte sie wenig Zugkraft.

Hewlett-Packard verkauft das Betriebssystem webOS an den Konkurrenten LG Electronics. Das südkoreanische Elektronikunternehmen will der Software durch den Einsatz in Fernsehgeräten wieder Leben einhauchen. Damit nicht genug. Bei der Transaktion sollen auch Mitarbeiter die Seiten wechseln. (Foto: Lisa Brewster / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

HP hatte Palm 2010 für 1,2 Milliarden US-Dollar übernommen. Im Jahr darauf verwendete der Computerkonzern webOS für den Betrieb eines Tablets und seiner eigene Smartphone-Reihe. Doch trotz einer großen Werbekampagne verkauften sich die Geräte nicht sonderlich gut. Bereits sechs Wochen nach der Markteinführung zog HP die Reißleine.

Der Konzern entschied später, webOS als Open-Source-Software freizugeben. Er hoffte darauf, dass andere das Betriebssystem in ihren Geräten verwenden würden und es sich dadurch vielleicht doch noch durchsetzen könnte. Doch die Ergebnisse blieben bescheiden.

Anders als bei Smartphones und Tablets, wo es für die Betriebssysteme von Apple oder Google unzählige Apps gibt, hat sich bei Smart-TVs bislang noch kein Betriebssystem durchgesetzt. Die Entwickler könnten sich hier genauso gut entscheiden, Programme für webOS zu schreiben, sagte Bill Veghte, Chief Operating Officer bei HP.

Im Zuge der Transaktion erhält LG die Rechte an dem Betriebssystem und übernimmt die Ingenieure, die daran arbeiten. Ingenieure, die an einigen anderen Aspekten von webOS arbeiten, bleiben bei HP.

LG erhält zudem eine Lizenz, um die webOS-Technologie zu verwenden, denn HP behält die Patente, die der Konzern im Zuge der Palm-Übernahme gekauft hatte.

Nach Einschätzung vieler Unternehmen dürften Fernseher die nächste Geräte-Kategorie sein, die eine "smarte" Überarbeitung verpasst bekommt. LG wolle das erste webOS-basierten TV-Gerät "sehr bald" auf den Markt bringen, sagte Ahn.

Mehr zu HP

von Ben Worthen

ursprünglich publiziert bei wsj.de

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
Keine Antwort
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema LG Electronics
LG: Leak zeigt neuen SmartTV mit webOS
LG: Leak zeigt neuen SmartTV mit webOS

Seit einigen Wochen halten sich Gerüchte, dass LG auf der CES im Januar 2014 einen SmartTV auf webOS-Basis vorstellen wird. Jetzt ist das erste Bild eines solchen Gerätes aufgetaucht. » weiterlesen

Requiem auf einen Giganten: Wie Hewlett-Packard zum Meister der verpassten Chancen wurde
Requiem auf einen Giganten: Wie Hewlett-Packard zum Meister der verpassten Chancen wurde

Hewlett-Packard hat in der Vergangenheit Chance um Chance verpasst und auf dem Weg in die Gegenwart sein Erfolgsrezept verloren: Der Geist von HP ist tot. Ein Kommentar von Jochen G. Fuchs. » weiterlesen

Nachhaltigkeit in IT-Konzernen: Wie Apple, Hewlett Packard, Samsung und Lenovo abschneiden
Nachhaltigkeit in IT-Konzernen: Wie Apple, Hewlett Packard, Samsung und Lenovo abschneiden

Nachhaltigkeit ist kein Lieblingsthema der IT-Branche. Oekom Research analysiert für Anleger die sozialen und ökologischen Leistungen von IT-Unternehmen. » weiterlesen

Kennst Du schon unser t3n Magazin?

t3n-Newsletter t3n-Newsletter
Top-Themen der Woche für Web-Pioniere
Jetzt kostenlos
anmelden
Diesen Hinweis verbergen