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Li-Fi: Internet aus der Schreibtischlampe – 100 Mal schneller als WLAN

Vergesst WLAN – Li-Fi ist 100 Mal schneller

Zwar nicht ganz so schnell wie das Licht, aber erheblich schneller als unser herkömmliches WLAN soll die neue Technologie Light Fidelity, kurz Li-Fi sein. Die optische Datenübertragungstechnologie, die unter anderem vom estnischen Startup Velmenni entwickelt wird, hat die Entwicklungslabore hinter sich gelassen und wird in Büros und Industriegebäuden in Talinn umfassend getestet.

Vergesst WLAN – Li-Fi ist 100 Mal schneller

Li-Fi (Bild: Shutterstock)

Li-Fi: High-Definition-Filme in Sekundenschnelle herunterladen

Bei Li-Fi handelt es sich um eine Technologie, die vom deutschen Informatiker Harald Haas entwickelt wurde. Im Unterschied zu WLAN, bei der Daten per Funkwellen gesendet werden, funktioniert die Datenübertragung bei Li-Fi über Visible-Light-Communication (VLC), also einer optischen Übermittlung von Daten – kurz gesagt: Datenübertragung per Licht.

Li-Fi – 100 Mal schneller als WLAN. (Bild: Velmenni)
Li-Fi – 100 Mal schneller als WLAN. (Bild: Velmenni)

Realisiert wird die Datenübertragung über das Flackern einer LED-Lampe. Die Flacker-Frequenz kann vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden, ist aber dazu in der Lage, höhere Übertragungsraten als WLAN zu erreichen. Unter Laborbedingungen konnten schon Datenraten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde erzielt werden, unter realen Bedingungen konnte Velmenni in einem Test mit seinen selbst entwickelten LED-Lampen eine Übertragungsrate von einem Gigabit pro Sekunde erzielen, was auch nicht zu verachten ist. Mit diesem Speed ist es möglich, einen Film in HD-Qualität in wenigen Sekunden herunterzuladen.

Was wäre, wenn jede Glühbirne auf der Welt in der Lage wäre, Daten zu übertragen?

Abgesehen von den schnellen Übertragungsraten hat Li-Fi weitere Vorteile: Aufgrund der optischen Methode der Datenübertragung ist Li-Fi sicherer als WLAN, da es nicht durch Wände dringen und von außen weniger leicht angezapft werden kann. Außerdem kommt es nicht zu Interferenzen wie bei WLAN. Aufgrund dessen, dass es sich um eine optische Datenübertragungstechnologie handelt, dürfte Li-Fi WLAN nicht komplett ersetzen, aber komplementär zum Einsatz kommen, um effizientere Netzwerke zu entwickeln.

Im Interview mit der International Business Times gibt Velmenni-CEO Deepak Solanki eine Einschätzung zur Marktreife von Li-Fi: Seiner Ansicht nach könne die neue Technologie in drei bis vier Jahren für Konsumenten zur Verfügung stehen, sofern die Testphase erfolgreich abgeschlossen wird.

Jede Glühbirne soll künftig auch ein Li-Fi-Hotspot sein

Bevor Li-Fi massenkompatibel wird, müssen noch Wege entwickelt werden, die Technologie in existierende Produkte zu integrieren. Denn, so Solanki, sei es äußerst schwierig eine komplett neue Infrastruktur für Li-Fi aufzubauen.

Geht es nach dem Entwickler der Technologie, ist es möglich, Li-Fi in bestehende Infrastrukturen zu integrieren. Seiner Vision zufolge soll in der Zukunft jede Glühlampe einen ultraschnellen Internetzugang bieten. Laut Haas müsse man nur jeder potenziellen Lichtquelle einen kleinen Mikrochip verpassen. Dafür müssen allerdings die Hersteller von Endgeräten die Technologie auch adaptieren.

Sehenswert der TED-Talk von Harald Haas zu seiner Li-Fi-Technologie: 

via www.mobilegeeks.de

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3 Antworten
  1. von ThomsonIT am 26.11.2015 (15:13 Uhr)

    Wenn mein Nachbar von Gegenüber ein passendes Gerät hat und mit einer optischen Verstärkung auf mein Wohnzimmerfenster hält, kann er aus nahezu beliebiger Entfernung mein Li-Fi-Signal mitschneiden... Genau so wie WLAN sich nicht von Wänden bremsen lässt, lässt sich Licht nämlich auch nicht von Fenstern bremsen.

    Wenn ich dann in Zukunft in jeder Lampe einen Hotspot habe und das Licht dieser auf meine Terasse fällt, dann kann man aus einem Flugzeug oder gar mit einem Satellit das Flackern auf meiner Terasse aufnehmen und so das Li-Fi-Signal mitschneiden...

    Und was ist mit der Störung? Was sollte jemanden davon abhalten ein Laser-ähnliches Gerät zu bauen, vielleicht sogar im nicht sichtbaren Spektrum, und dieses auf meine Fensterfront zu richten, was meine Verbindung eventuell stört oder gar ganz unterbricht?

    Das sind jetzt nur drei, möglicherweise vollkommen überzogene, Szenarien die mir auf Anhieb einfallen. Da dürften sicher genug andere Kluge Köpfe viele weitere Nachteile finden.

    Was ist mit dem Stromanbieter? Angeblich kann man anhand der Stromschwankungen in meinem Haushalt erkennen welcher Sender auf einem Fernseher läuft. Kann man dann auch grob erkennen welche Seite ich gerade übertragen habe, weil die Lampe entsprechende Muster übertragen hat die man erkennen kann?

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    • von kar3 am 26.11.2015 (16:01 Uhr)

      Beim Lesen bin ich davon ausgegegangen, dass es verschlüsslt sein wird. Was spricht dagegen etwas wie wpa2 zu implementieren?

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  2. von Schöne Sache am 26.11.2015 (17:11 Uhr)

    Die Technik ist nicht neu. Im Prinzip Glasfasern ohne Glasfasern sondern nur Luft.
    google: site:www.golem.de licht fraunhofer led
    2011 waren sie bei 800 Mbit. 2014 waren sie bei 3 Gbit. @Redaktion: Moores Law lässt grüßen: Bei Moores Law mit 18 Monaten also 1.5 Jahren sind 2011-2014 etwa drei Jahre. D.h. 1.5 Jahre wäre man bei 2*800=1600 MBit/sek. Weitere 1.5 Jahre später wäre 2014 und es wären 2*1600=3200 MBit/sek. Tja. Passt doch perfekt zu den News-Datums-Angaben und den Speeds. Nur Iphone-Preise sind vielleicht vorhersagbarer als Moores Law welches recht trivial für Chips also SSDs, RAMs, CPUs usw. gelten dürfte. Ob Display-Dichten/Auflösungen betroffen sind, müsste man mal sehen.

    Im Gegensatz zu Elektro-Magnetismus (Wifi, Funk, Bluetooth) auf den zum Nachteil aller Bürger mikroskopisch verwendbaren (2,4GHz, 5GHz ) Frequenzbereichen stören sich Optische Strahlen wohl "nicht" oder "praktisch" gar nicht. Die 9,81m/s^2 stimmen ja auch nur theoretisch und die Praxis setzt den Luftwiderstand entgegen so das die meisten Fallschirm-Öffnet-Sich-Nicht-Betroffenen wohl oft doch "nur" mit Achzig Kilometer pro Stunde aufprallen und 1-2 mal pro Jahr einer überlebt weil er in Wasser gefallen (das tut auch weh und bricht vermutlich Knochen bei 80 km/h) oder im Wald in dichteres Laub gefallen ist.
    Aber theoretisch sind Lichtstrahlen oder Photonen oder beides oder eins von beiden oder wenn eines dann auch das andere oder eben nicht (Fragt Sheldon und seine Kollegen) wohl vollkommen unabhängig und beeinflussen sich eigentlich nicht. Der Empfänger muss viele Quellen die ihn potentiell anleuchten aber auseinanderhalten oder schlau auseinander-Rechnen(1). Pinguin(oder andere Vögel)-Babies und Eltern schaffen das auf Felsen mit tausend Brutpaaren die dichter besiedelt sind als manche asiatischen Großstädte und erkennen sich am Klang der Stimme. Ha. Besser als Wifi und LTE-Antennen die ganz stolz auf Wave-Beaming usw. sind.
    PMD/PhasenMischDetektion als Empfänger-Optimierung wird vielleicht auch günstiger wenn die Patente auslaufen. Vielleicht ist es auch egal für das vorgestellte Produkt. Die CMOS-Kameras kamen aber evtl. auch heraus als die Patente ausgelaufen waren...
    (1) Low-Density-FEC(Forward-Error-Correction) kam in Verbindung mit Kabel-TV und evtl UHD/4k/6k/... neulich mehrmals ins Gespräch. parity-Archive gabs schon früher aber LowDensity-FEC ist vielleicht noch mal eine Stufe besser.


    httpS: erzwingt glaube ich immer gzip.
    Viele Mainstream-Websites schalten automatisch auf httpS: um wenn man HTTP: ohne S: aufruft. Emails kann man oft nur noch per SSL abrufen.
    D.h. schon die Ursprungsdaten noch vor der Verschlüsselung haben recht hohe Entropie.

    Aber kleine NAS und Medienserver im Haus hingegen wird man wohl nicht mit httpS ausstatten weil das kompliziert ist das es nur scheitern kann also die Feinde trotzdem an die Daten kommen und man selber nur Ärger hat und nix mehr funktioniert.

    Für Festivals und Messen wäre das auch nett. Den Messeplan, Aussteller-Verzeichnis usw. könnte man auf alle vorbeilaufenden Handies beamen. Wäre schön wenn CCC es beim Weihnachtstreffen oder wie das heisst gleich benutzen würde damit sich in der Presse der praktikable Nutzen festsetzt. Da es Raspi für $5 gibt, sollte es solch Adapter z.b. als "Ethernet"-Auf-USB oder so ähnlich auch geben damit man sie gleich ans Handy, GoproHeroUSB3-Anschluss o.ä. andocken kann.
    Das mit den Glühbirnen usw. wäre halt für später.

    Die Infrastrukturen gibts mit IEEE-... für alles mögliche doch schon ewig. Das Zauberwort lautet MAC-Adressen die von Wifi über Ethernet über Bluetooth alle Connections haben und darüber dann TCP usw. aufbauen. Die Protokolle gibts sicher auch als ASIC-Designs oder lizensierbare ARM-Plugin-Module.
    Wegen der kleinen Entwickler-Power muss man schwer von proprietären Protokollen abraten und alles auf den (leider oft unsicheren:-((() Mainstream-Protokollen aufbauen. Alles andere (Mips, ZigBee, ZWave, Sparc, Alpha, 18 Volt, SCSI, SAS,...) ist so Extrawurst das man viel mehr bezahlt und die Entwicklung oft lange hinterher läuft weil der Milliarden-$-Umsatz/Forschungs&EntwicklungsBudget/Endgeräte/Endkunden/...-Mainstream wie eine Flutwelle jedes halbe Jahr neue Handies oder neue RasPBerries und neue Router mit noch mehr AC-WiFi5-GHz-Bandbreite oder neue NAS, ... jedes Jahr herausbringen kann...


    Das Schöne ist wohl das es nicht reguliert ist. Ich wollte öffentliche Liste von Funk-Frequenzen um BUSINESS-Business-Frequenzen zu definieren wo keine Militär-Station, kein Chemie-Werk-Funk, kein Eisenbahn-Funk, Theater-Mikrofon--Funk (kein Witz) und die zig anderen reservierten aber nur auf unter 1% der Bundesfläche genutzten Frequenzen woanders bequem nutzen zu können. M$ hatte dieselbe Idee, wollte es aber automatisiert erfassen und die Frequenzen dann dort zur Nutzung freigeben lassen.

    Optische Übertragung ist die Befreiung von der Spectrum-Monopolisierung. Das stecken Milliarden für UMTS/LTE/...-Lizenzen dahinter. Wenn es Oppositionelle wären, würde man sie fangen und wie Jesus lebenslang verklagen.

    In guten Neighbourhoods würde man am Grundstück die Optokabel-Laufen lassen und um die Lizenz vermutlich zu vermeiden an das Nachbargrundstück elektrisch entkoppelt per Opto-übertragung connecten. In wahren Demokratien lizenzfreier Quasi-Freifunk per Nachbar-Opto-Connections. Fischertechnik machts im Prinzip vor. Das hat nicht so viele Andockpunkte wie Lego und erklärt das Konzept besser.

    Schön wäre schnelle Verfügbarkeit um der Spektrum-Monopolisierung zum Nachteil der Kunden das Wasser abzugraben. Kickstarter hat leider eine andere Ausrichtung.
    Oder man kauft seine Technik auf wie Sumly oder auch die vielen Bürger-3D-Drucker-Firmen und macht es (wie vor 10 Jahren die Videobrillen in Dual-FullHD!) Business. D.h. krass hohe Kosten, langsame Weiterentwicklung, teure Wartungsverträge, seltene Updates, keine Verfügbarkeit mehr für den kleinen Bürger...
    ICQ wurde aufgekauft. Erst Jahre später brachte Skype Videotelefonie für preisgünstige Auslandstelefonate.
    Skype wurde aufgekauft. Erst Jahre später brachte Whatsapp den SMS-Ersatz und halbierte im letzen Jahr die deutschen SMS wie es rot-grün 2000 unterm neuen Markt besser mal hätte bringen können.
    Zuckerberg macht Baby-Pause. Die teuren und strom-fressenden (also auch nicht CO2-Freundlichen) Monitore werden noch 5-10 jahre länger verkauft wenn Oculus nicht auf den Markt kommt und sie wie die Schallplattenspieler oder Röhren-monitore in die Nische verdrängt.
    Lampert von LaTeX arbeitet wohl für M$. Daher gibts evtl immer noch kein LaTeX3 als M$-WORD-Ersatz.
    Summly wurde aufgekauft und wir kriegen daher nicht automatisiert produzierte News-Artikel für 1-2 Bildschirmseiten und Font-Größen in unserer lieblings-Wort-Anzahl.
    Kickstarter hat sich gemeinnützig gemacht um nicht Exit zu machen und dann vielleicht als Tocherfirma von Yahoo, Google, Amazon (IMDB gehört denen! und das merkt man leider) aufgekauft und wie alles ausser Youtube und GoogleMail vor sich hin zu stagnieren. Der wahre Pusher von Android ist nicht Google sondern Cyanomodgen.
    Würde die Eisenbahn den Ölscheichs gehören würden diese vermutlich wollen das man lieber mit dem Auto fährt. Die Bahn käme dann fast immer zu spät. Sie wäre dann teuer. Ständig gäbe es dann Streiks und dann auch Ausfälle wegen drei nasser Blätter Laub auf den Schienen oder 3 Millimeter Schnee während Russland und Norwegen die Bahn vielleicht bis 99cm Schnee locker durchfährt und pünktlich ist oder in der Schweiz täglich Berge erklimmt und alle gerne Bahn fahren.
    Verbesserung fürs Volk wird gern verhindert...
    Fintech gibts auch bisher kaum wo Ex-Banker mit Banken-Finanzierung Banken-Alternativen gründen und angeblich durchsetzen wollen aber in Wirklichkeit nur darum geht, die Zukunft zurückzuhalten oder weiter dieselben Kreditkartengebühren wie seit Jahren einzunehmen...
    Linux wurde verklagt... Aber SCO hat zum Glück verloren.

    OptoInternet wäre die Befreiung von den Mobilfunk-Tarifen und DSL-Oligopolen. Hunderttausende/Zigtausende Kilometer dark fiber (unbenutzte Glasfasern) liegen unter Strom-Masten, neben Eisenbahnen und überall herum und könnte jede Landstraße und Autobahn mit Wifi oder OptoInternet versorgen oder nur Broadcasten (Wetter, Wind, Stau,...)... . Fragt QSC. Würde man auf Privatgrundstücken die Darkfiber an dieses Opto-System andocken wären die bisherigen DSL-Oligopole und Kabel-TV-Oligopole bedroht...

    Interessant ist, was den Hebel des Erfolges ausmacht. Apple überlebte damals ja nur wegen Photoshop, Farb-Treue und Grafikern und DTP. OS/2 überlebt wegen der Banken.
    Im TV Doku-Programm sind ständig Fehlinvestments und auch Scheitern ganz passabler oder sogar ganz guter Ideen zu sehen...
    Intels WiMax hat es wohl auch nicht geschafft. Da sollte man also aufpassen wenn Intel einen aufkaufen will. Google-Käufe scheitern wohl fast immer. ABC macht es vielleicht anders und wer nicht leistet (bisher keiner ausser Youtube glaube ich) wird an die Chinesen verkauft und kann dann seine Boni in China einnehmen...
    Schade um die Zukunft :-((( Freie Wifis hätten wir schon 1999 unter rot-grün kriegen müssen...
    Im Gegensatz zu den Meldungen über krass bessere Akkus oder Solarzellen jedes Jahr hier und überall existiert diese Technik ja in real. Hoffentlich geht sie nicht den Weg von Corel-Draw, Ulead usw... die Millionen Deutschen als tägliche Softwarebasis dienten und nach dem Aufkauf langsam in Vergessenheit gerieten...
    Google hatte vor vielen Jahren eine Firma für ganz kleine Router die man heutzutage und ich schon damals an z.b. Ampel-Masten und den vielen Laternen-Masten anbringen würden um Mesh-WiFi dem Volk zu bringen. Wie üblich hat man danach nicht mehr viel vom Projekt gehört...
    Laut Top-Gear hat Belgien das einzige vollständig beleuchtete Autobahn-Netz der Welt. Dort würde das gut reinpassen... Je nach Situations-Lage sind Länder mal mehr mal weniger motiviert, Technologien durchzusetzen und fallen oft auf Snake-Oiler rein oder machen ein IT-Scheiter-Projekt nach dem anderen und die Schulden steigen und dem Bürger gehts von Jahr zu Jahr schlechter...
    Vielleicht ist Belgien ja besser...
    Island, Singapur, Hong-Kong, Dubai, Stadt-Staaten haben teilweise gut Geld dafür und könnten es durchsetzen.
    Speziell für die bei den Providern unbeliebten Broadcasts wäre es eine gute Idee.

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