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Lifestyle vs. Nerd-Chique: Wieso ich mir eine Pebble Time und keine Apple Watch kaufe

    Lifestyle vs. Nerd-Chique: Wieso ich mir eine Pebble Time und keine Apple Watch kaufe

Pebble Time vs. Apple Watch: Lifestyle gegen Nerd-Chique. (Bild: Pebble)

2015 wird ein entscheidendes Jahr für Smartwatches. Die Uhren von Apple und Google kommen im Massenmarkt an und werden sich millionenfach verkaufen. Die nächste Smartwatch unseres Autors wird aber trotzdem eine Pebble Time.

Gestern hat Pebble seine neue Smartwatch Pebble Time vorgestellt. Ohne Zweifel hätte Pebble die neue Uhr auch ganz klassisch produzieren können: Die erste Charge aus eigener Tasche und mithilfe des eigenen Kapitals finanzieren, anschließend verkaufen und darauf hoffen, dass der Verkauf schnell genug anläuft und das vorgestreckte Geld wieder einspielt.

Kickstarter-Taktik von Pebble: Verkommt die Plattform zum reinen Online-Shop?

Stattdessen wendete sich Pebble wieder an die Crowdfunding-Plattform Kickstarter und bittet die potenziellen Kunden um die Vorauszahlung des Kaufpreises. Diese Maßnahme ist nicht unumstritten: Damit würde der Charme von Kickstarter als Plattform für unbekannte und mittellose Projekte verloren gehen. Kickstarter würde zum reinen Online-Shop verkommen, so die Kritiker.

Ob man diese These unterstützt oder nicht – man muss in jedem Fall einsehen, dass es eine großartige Verkaufsstrategie ist. Kickstarter hilft Pebble dabei, ihre Produktion optimal dimensionieren und den Bedarf einzuschätzen zu können, bevor eine einzige Uhr produziert wird. Außerdem ist es kostenloses und langanhaltendes Marketing, besonders, weil die Pebble Time auf dem besten Weg ist, alle Kickstarter-Rekorde zu brechen.

Wie viele Uhren verkauft Pebble in 30 Tagen?

Am Ende der Kampagne dürfte Pebble mit Sicherheit einige hunderttausend Exemplare verkauft haben. Das schafft sonst noch kein anderer Hersteller in dieser kurzen Zeit (Samsung behauptete zwar, 800.000 Galaxy Gears verkauft zu haben, die Zahlen waren aber höchst zweifelhaft). Spätestens im April zum Verkaufsstart der Apple Watch wird dieser Erfolg aber schnell verblassen. Apple wird von seiner Watch garantiert einige Millionen Exemplare verkaufen. Dafür sorgt schon der Firmenname Apple – ganz unabhängig von der Qualität des Produkts.

Apple Watch (links) vs. Pebble Time (rechts): Eine Frage der Prioritäten. (Quelle: t3n)
Apple Watch (links) vs. Pebble Time (rechts): Eine Frage der Prioritäten. (Bild: t3n)

Ich bin Smartwatch-Fan der ersten Stunde. Ich liebe den Gedanken, einen kleinen nützlichen Assistenten und ein Display am Arm zu tragen, ohne mein Smartphone aus der Tasche holen zu müssen. Deswegen habe ich vor zwei Jahren die erste Pebble und letztes Jahr auch die Pebble Steel gekauft. Weil es die erste Uhr war, deren Konzept mich überzeugt hat. In der Zwischenzeit habe ich auch Produkte von anderen Herstellern ausprobiert: einige Galaxy-Gear-Modelle von Samsung, die LG G Watch, Sonys Smartwatch und auch Motorolas Moto 360. Keine dieser Uhren hat mich so überzeugt wie die Pebble. Und obwohl ich überzeugter Apple-Fan bin, glaube ich auch nicht, dass mich die Apple Watch überzeugen wird. Ich werde also auch die neue Pebble-Kampagne unterstützen.

Die Gretchen-Frage bei Smartwatches: LCD/OLED- oder E-Ink-Display?

Die Pebble und Pebble Steel haben mich nicht durch ihre elegante Optik, die feinen Materialien oder ihre Rechenleistung überzeugt, sondern schlicht und einfach wegen ihres Displays. Das E-Ink-Display, das viele Interessenten eher abschreckt („Voll pixelig!“ oder „Wie, nur schwarz-weiss?“) ist der größte Vorteil von Pebble.

Zum Glück hat sich Pebble entschieden, diese Technologie weiterzuentwickeln und verwendet bei der Pebble Time jetzt ein farbiges E-Ink-Display. Eine gute Wahl, weil es so unglaublich stromsparend ist. Nur damit lässt sich eine theoretische Akkulaufzeit von sieben Tagen realisieren (in der Praxis sind es meistens vier). Deswegen bin ich davon überzeugt, dass LCD- und OLED-Displays (wie bei der Apple Watch) bei der aktuellen Akku-Technologie nicht die richtige Wahl für Smartwatches sind. Egal, was mir die Marketing-Abteilungen erzählen: Ich will meine Uhr nicht jede Nacht laden müssen.

Das neue E-Ink-Display der Pebble Time: Keine Schwäche, sondern die größte Stärke der Uhr. (Quelle: Pebble)
Das neue E-Ink-Display der Pebble Time: Keine Schwäche, sondern die größte Stärke der Uhr. (Foto: Pebble)

Pebble Time: Eine Plattform für Modder, Hacker und Entwickler

Ein weiterer Grund, wieso die Pebble Steel auch nach dem Erscheinen von Apples Uhr weiterhin erfolgreich sein wird, ist die Modder-/Hacker-/Bastler-/Homebrew-Szene. An der Apple-Hardware können Nutzer nichts verändern. Der Kunde muss sich anfangs für eine Größe, ein Material und eine Armbandfarbe entscheiden und kann all das danach nicht mehr so leicht veränden. Nach vielen Beschwerden bei der Pebble Steel verwendet die Pebble Time Standard-Armbänder, die vom Nutzer in Sekunden (ohne Werkzeug) gewechselt werden können.

Auch wenn man nicht immer das passende Armband zum Outfit tragen will hat der Gedanke, alle paar Jahre mal ein neues Band zu verwenden, definitiv seinen Reiz. Aber auch bei der Software wählt Pebble einen sehr vielversprechenden Weg. Mit einer neuen API könne Entwickler Inhalte und Nachrichten direkt an die Uhr schicken, ohne eine eigene Uhren-App zu verwenden. Denkbar wären damit zum Beispiel „Send-to-Pebble“-Schaltflächen auf Webseiten, mit denen man Eintrittskarten, Tickets oder Fahrscheine mit einem Klick direkt an die Uhr schicken kann.

Mach dir deine Uhr, wie sie dir gefällt: Modifizierbarkeit ist eines der besten Argumente für die Pebble Time. (Quelle: Pebble)
Mach dir deine Uhr, wie sie dir gefällt: Modifizierbarkeit ist eines der besten Argumente für die Pebble Time. (Bild: Pebble)

Außerdem ist ein interessanter Punkt bei der Vorstellung gestern vollkommen untergegangen: Weit unten auf der Kickstarter-Seite findet sich die Formulierung „Smart accessory port for hardware hackers“. Es ist noch nicht ganz klar, was damit gemeint ist. Wahrscheinlich wäre aber, dass der Stromanschluss der Pebble Time auch als Schnittstelle funktionieren kann. Es wäre möglich, die Pebble Time „zu erweitern“. Es fällt schwer sich vorzustellen, wie das Ergebnis davon aussehen könnte. Vielleicht kann man andere Wearables mit der Pebble verknüpfen. In jedem Fall sind das spannende Maßnahmen, die Pebble eher zu einer Plattform und einem Ökosystem machen. Ganz so wie es Apple in der Vergangenheit oft getan hat.

Mich überzeugt darüber hinaus aber auch das einfache Bedienkonzept der Pebble Time. Eine Uhr will ich auch bedienen können, wenn ich gerade die Hände voll habe oder Handschuhe trage oder meine Hände dreckig sind. Das wird alles schwer mit Apples Touchscreen und der feinfühligen „digitalen Krone“, mit der die Apple Watch bedient werden soll. Und dann wäre da ja auch noch die Sache mit der Plattform-Zugehörigkeit: Ich verwende zwar im Alltag ein iPhone, habe aber auch ein Zweitgerät auf Android-Basis und schließe es nicht aus, mal auf ein Android-Hauptgerät zu wechseln. Dabei würde eine Apple Watch für mich wertlos werden, da sie nur mit iOS funktioniert. Die Pebble funktioniert plattformunabhängig auf beiden großen Betriebssystemen.

Preisfrage: Wo liegt der Sweet Spot für Smartwatches?

Der letzte große Punkt auf meiner Liste, der gegen eine Apple Watch und für eine Pebble Time spricht: der Preis. Die günstigste Apple-Uhr wird 349 US-Dollar kosten. Die Pebble Time kostet 199. Allerdings kriege ich für diesen Preis bei Apple nur das kleine Einstiegsmodell. Wähle ich ein Modell mit Metall-Gliederarmband, das mir optisch zusagt, werde ich am Ende bestimmt 500 US-Dollar los. Bei der Pebble zahle ich 20 US-Dollar für ein Armband auf eBay, das ich danach selbst montieren kann. Zugegeben, die Materialqualität ist bei Apple um einiges höher, aber es ist fraglich, ob die Masse der Nutzer diesen Unterschied zu schätzen weiß. Es wird spannend zu sehen, wo der finanzielle „Sweet Spot“ für den Verkaufspreis einer Smartwatch liegt.

Meine Entscheidung ist klar. Die Pebble Time ist für das attraktivere Produkt zum kleineren Preis. Das ist aber natürlich stark abhängig von den Prioritäten jedes Käufers. Lange Akkulaufzeit und Modifizierbarkeit sind mir wichtiger als Prestige, Design und hochwertige Materialien. Dass ich damit zur Minderheit gehöre, ist mir klar. Ich wünsche mir trotzdem, dass sich Pebble etwas mehr von ihrem Nerd-Image entfernen und mehr zum Lifestyle-Produkt werden kann. Mit dem neuen Display, dem bunten und animierten Betriebssystem und vor allem dem neuen Design hat die Firma den Grundstein für diese Entwicklung gelegt.

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14 Reaktionen
MrChucks
MrChucks

Wann lernen es die Autoren enlich die Pebble hat bzw. hatte NIE ein E-ink-Display! Sie besitzt ein sehr stromsparendes LCD Display!

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Alex
Alex

Nein. Lies mal den Wikipedia Artikel ;)

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MrChucks
MrChucks

"Das stromsparende, transflektive LC-Display Sharp LS013B7DH01 mit einer Auflösung von 144 × 168 Pixeln verspricht dabei vergleichsweise lange Akkulaufzeiten"

Lese erstmal selber!

Randall

"Ich finde nahezu alle Smartwatches einfach nur lächerlich." - dazu muss man eventuell mal eine benutzt haben um das wirklich beurteilen zu können. Ich werde mir auf jeden Fall die Pebble 2 holen. Habe jetzt die Pebbe 1 und finde was Pebble leistet wirklich Klasse!

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irgendeinem Spinner
irgendeinem Spinner

Ich finde nahezu alle Smartwatches einfach nur lächerlich. Eine Uhr muss lange durchhalten, ein Tag ist ein Witz, eine Woche lächerlich, ein Monat wäre mal ein Anfang. Auch wenn die Smartwatch dann nur im Zusammenspiel mit dem Smartphone nutzbar ist, ist das meiner Meinung nach ein No-Go, damit ist das Ding zum Joggen & Co wieder unbrauchbar.

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Jbi
Jbi

Mit der Pebble kann man aktuell schon schwimmen gehen, Bahnen und Zeiten tracken und später in der Umkleide syncen. Auch die per Softwareupdate kostenlos nachgelieferte Schrittzählfunktion läuft natürlich auch, wenn das Handy außer Reichweite ist. Mit der Pebble time wird sich das eher noch verbessern (gerade wegen dem accessoire port, an den später GPS und anderes angeschlossen werden kann).

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Early-Adopter
Early-Adopter

Viele Leute haben Geld. Also kaufen sie sie iWatch. Ich glaube die ct meinte im Editorial, das man dort viel updaten könnte. D.h. viele Leute geben regelmäßig die alte iWatch ab weil sie die neue (verbesserte) Version kaufen und streuen sie somit in der Verwandtschaft. Ein 200-Euro-Tablett reicht auch. Das ist das Problem des iPad. Wenn man aber 600 Euro für ein Handy ausgibt ist iPhone eine gute Wahl weil es am wenigsten Ärger macht.
Wichtig sind nützliche Apps um das Leben zu Erleichtern damit man das Handy nicht immer rausziehen muss.

Die BluRay-Player fingen m.W. auch mit 2000 oder 4000 Euro an und fielen schnell auf 300 Euro und liegen jetzt wohl bei ca. 50-100 Euro.
Die Smartwatches werden sich also - dank ARM - auch recht schnell weiterentwickeln und mit vernünftigen Features auch in niedrigen Preisgruppen verfügbar sein. Aktuell sind die Preise und Angebote ja eher "Early-Adopter".

Da man sie zur Schlaf-Überwachung nutzen will, ist nächtliches Aufladen etwas doof. Eine billige Docking-Station für an der Arbeit wäre ganz nett. Oder Akku-Platten die man auflädt und unten draufdreht oder reinschiebt. Dann hat man 2-3 Akku-Platten in Größe 5DM/2Euro-Stück und eine geladene Platte ist unten an der Watch und die anderen laden grade. Bei Apple gibts das natürlich eher nicht.
Aber "BL-5C" der bauartgleich auch in GPS-Mäusen usw. verbaut wurde zeigt auf, das einheitliche Akku-Formen existieren können. Und für viele Geräte (Kameras, Smartphones,...) bekommt man Akkus von diversen Herstellern.
2032 u.ä. sind zu klein aber haben 3 Volt. Aber vielleicht gibts bald sowas wie eine 2-Euro-Münze als Akku/Batterien-Bauform für solche Uhren. Es sollte allerdings schneller und einfacher zu wechseln sein als die kleinen Knopfzellen in den Digital-Uhren, Waagen, Thermometern usw. Bei Digitalkameras oder vielen Handies geht das ja ziemlich schnell.

Hoffentlich kommen die chinesischen Anbieter auf nützliche Ideen.

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Bernhard Prawer
Bernhard Prawer

Ich gehe stark davon aus, das sich Leute zwischen 18 und 28 Jahren eher die Pebble Watch kaufen, mit Ausnahme von eingefleischten Apple Fans, so wie ich einer bin. Die Apple Watch spricht eher eine Zielgruppe an, denen es nichts ausmacht, wenn die Apple Watch nur 2,5 Stunden Akkuleistung bei intensiver Nutzung hat. Die Pebble Watch hält sogar eine Woche durch. Wer auch immer sich eine Apple Watch kauft, der wird nach 2,5 Stunden feststellen, Oh Gott der Akku ist schon leer. Wer das gerne möchte, ist bei der Apple Watch genau richtig, und braucht sich die Pebble Watch nicht zu kaufen.

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IRM89
IRM89

Wenn ich 2,5 Stunden permanent am Smartphone rumspiele sieht es auch nicht viel besser mit den Akku aus. Bei normaler Nutzung soll die Watch aber 19 Stunden halten. Genug für mich über den Tag zu kommen. Wem das nicht reicht der wartet einfach auf die 2. Generation. Schließlich werden die Komponenten immer stromsparender.

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macpat
macpat

Ballmer hat auch über das iPhone gelacht. No Keyboard. Und???

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IRM89
IRM89

Netter Kommentar. Ich sehe es nicht schlimm sie jeden Abend aufzuladen, das mache ich schließlich mit meinen Smartphone auch. Im Prinzip wird die Pepple Time niemals an die perfekte Integration mit der Apple Watch mithalten können. Diese beiden Smartwatches daher überhaupt miteinander zu vergleichen halte ich für Schwachsinnig. Und die Preisfrage ist halt eine Preisfrage und da bist du nunmal bei Apple falsch wenn du sparen möchtest. Das ist aber seit jeher kein Geheimnis. Da ich auf perfekte Integration stehe und deine aufgezählten negativen Punkte für mich keine sind warte ich mal lieber auf die Apple Watch. Denn schließlich sollte man ein Produkt vorher ausprobieren bevor man ein Fazit zieht was nun tatsächlich besser und schlechter für einen ist.

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Donngal
Donngal

Also ich erwarte etwas völlig anderes von so einer Smartwatch als du, glaube ich, perfekte Integration heisst auch immer kaum modifizierbarkeit. Was ist denn, wenn ich die Uhr für etwas völlig anderes als vorgesehen benutzen möchte? Die Apple Uhr wird doch wieder so geschlosse sein, dass ich da kaum Einfluss habe. Die Pebble werde ich viel besser umprogrammieren und zum basteln verwenden können. Dafür würde ich dann sogar mehr zahlen als für eine Apple Uhr. Alles eine Frage der Prioritäten.

Aber mein größtes Problem ist, ich hasse es Armbanduhren zu tragen aber mir gefällt das Konzept. Blödes Dilemma.

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Marian
Marian

Wie viele Käufer von elektronischen Geräten sind scharf darauf, es umzuprogrammieren? Und die Modifizierbarkeit einer normalen Armbanduhr beschränkt sich auch nur auf das Armband.

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