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Lizenzstreit: 62% der Top-YouTube-Videos mit Sperrhinweis, GEMA reicht Klage ein

Der Streit zwischen und der geht in die nächste Runde. Nun hat die GEMA Unterlassungsklage eingereicht, und fordert somit YouTube auf, den berüchtigten Hinweis bei gesperrten Videos zu entfernen. Gleichzeitig ist eine neue, interaktive Statistik aufgetaucht, die das Ausmaß der Sperrungen demonstriert: 61,5% der 1.000 weltweit meistgeklickten Videos sind in Deutschland gesperrt.

Lizenzstreit: 62% der Top-YouTube-Videos mit Sperrhinweis, GEMA reicht Klage ein

Verhandlungen gescheitert, GEMA reicht Klage ein

Dass sich die Google-Tochter YouTube und die deutsche Verwertungsgesellchaft GEMA nicht leiden können ist nichts Neues. Schon seit Jahren liegen die beiden Parteien im Clinch miteinander. Bisher hielt sich die GEMA in ihrem Vorgehen wohl zugunsten laufender Verhandlungen zurück. Die Verhandlungen sind jedoch ohne ein Ergebnis gescheitert. Finanziell können sich die GEMA und YouTube einfach nicht einigen und so geht die GEMA nun den nächsten Schritt und hat eine Unterlassungsklage beim Landgericht München eingereicht.

Die GEMA klagt jetzt gegen YouTube, um die Änderung des Wortlauts zu erwirken.

Nicht alle „Sperrtafeln“ werden durch die GEMA initiiert

Gegenstand des Verfahrens sind die sogenannten „Sperrtafeln“ auf YouTube, die deutsche User darauf hinweisen, dass Videos mit urheberrechtlich geschützter Musik in Deutschland nicht verfügbar sind. Laut der GEMA ist YouTube nämlich in vielen Fällen selbst der Auslöser für die Einblendung der Tafeln. YouTube greift der GEMA anscheinend vor, und sperrt großzügig Videos, wohl auch um der GEMA weniger Angriffsfläche zu bieten, vielleicht aber auch um die negative Stimmungsmache gegen die GEMA weiter anzukurbeln.

Eine neue Homepage zeigt das Ausmaß der Rechtsstreitigkeiten: Rund 62% der Top-1.000-Videos sind in Deutschland gesperrt.

MyVideo möchte mitmischen

Gleichzeitig versucht die Konkurrenz in Deutschland den Fall „GEMA vs. YouTube“ zum eigenen Vorteil auszunutzen. So ist nun eine neue Internetseite aufgetaucht, die unter anderem vom Videohoster MyVideo unterstützt wird. Darauf sieht man verkleinert die Vorschaubilder der 1.000 beliebtesten Videos auf YouTube. Dabei sind alle nicht verfügbaren Videos mit einem roten Overlay gekennzeichnet. Erschreckenderweise sind ganze 61,5% dieser Videos in Deutschland nicht erreichbar. Abhilfe versprechen Browser-Plugins, wie etwa ProxTube.

Weiterführende Links:

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4 Antworten
  1. von Bernd am 28.01.2013 (15:58Uhr)

    Anstatt ProxTube empfehle ich einen Proxyserver (als Standalone. keinen Browserproxy). Hidemyass bietet so etwas für einige Dollar im Jahr an.

    http://www.hidemyass.com

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  2. von hanshafner am 29.01.2013 (09:32Uhr)

    Wir haben zum Thema GEMA und die Sperren von YouTube ein kleines Video produziert:

    http://www.hanshafner.de/sl/74

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  3. von begs am 29.01.2013 (10:21Uhr)

    Ich finde es richtig, dass die GEMA hier einen Wortwahlwechsel erzwingen will. Wenn da steht, dass die Rechte EVENTUELL nicht von der GEMA eingeräumt wurden, muss man die GEMA an dieser Stelle gar nicht nennen.
    Was ich aber gut fände wäre ein GEMA neutraler Text, dazu aber ein Link, der mögliche Ursachen der Sperrung erklärt. In diesem könnte die GEMA dann wiederum als MÖGLICHE Ursache aufgelistet werden und keiner kann sich mehr beschweren.

    Was ich weiterhin nicht richtig von Youtube finde ist, Videos von vornherein zu sperren und auf die GEMA zu verweisen, obwohl diese damit (noch) nichts zu tun hat.

    Ich bin der Meinung, dass Youtube doch ganz genau wissen sollte, welche Videos genau von der GEMA gesperrt sind, und auch nur diese sollten dann mit diesem Aufleger versehen werden.
    Eine Diskrepanz von 8% (wirklich GEMA) zu über 60% erscheint mir schon ein bisschen komisch..

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  4. von hanshafner am 29.01.2013 (18:23Uhr)

    @Sven Finke

    Zunächst muss ich wieder mal dran erinnern, dass Musiker != Komponisten.

    Es gibt auch Komponisten, die Werke erstellen, die zur Lizensierung gedacht sind (Filme, Imagefilme, Werbung). Diese Komponisten haben keine "persönliche Künstlerkarriere".

    Die geben keine Konzerte.

    Die können keine T-Shirts verkaufen.

    Oder was ist mit Musik, die in einer Serie war, dort rausgeschnitten wird, unter ein anderes Video gelegt wird vor dem dann wiederum Werbung läuft? Wenn die Musik so unwichtig war, warum hat der Videoeinsteller sie dann nicht einfach weg gelassen?

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