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t3n-Expertencheck: Wo liegt die Zukunft von Local SEO?

    t3n-Expertencheck: Wo liegt die Zukunft von Local SEO?

Die Zukunft von Local SEO. (Bild: peshkova – Fotolia.com)

SEO-Experte David Mihm hat sie miterlebt: die frühen Anfänge lokaler Suchmaschinenoptimierung. Im Gespräch mit t3n.de schaut er sowohl zurück als auch nach vorn – auf das, was schon bald wichtig werden dürfte im Bereich Local SEO.

Der frühe Start von Google Local

Am 17. März 2004 hat Google erstmals Google Local und damit einhergehend die Darstellung lokaler Resultate innerhalb normaler Suchergebnisse präsentiert. Nutzer können ab sofort „relevante, lokale Informationen über Unternehmen ihrer Nachbarschaft“ abrufen, hieß es damals. Ein absolutes Novum mit großer Tragweite – vor allem für kleine Unternehmen.

Schon damals kündigte sich auch an, welcher Branche dieses Feature schaden würde. Im entsprechenden Blogpost bezeichnet Google die neue Funktion als Alternative zu „traditionellen Quellen lokaler Informationen wie beispielsweise den Gelben Seiten und anderen Verzeichnissen“. Eine Einschätzung, die sich bewahrheiten sollte.

Das erste Design von Google Local. (Quelle: googlepress.blogspot.de)
Das erste Design von Google Local. (Quelle: googlepress.blogspot.de)

Nicht nur das Design von Google Local hat sich im Laufe der Jahre verändert. Google hat den Namen geändert, neue Funktionen integriert und einflussnehmende Rankingfaktoren  verändert. Nach dem finalen Rollout der sogenannten „10-Packs“ im Januar 2006, einer Auflistung von zehn lokalen Unternehmen innerhalb der normalen Suchergebnisse, entwickelte sich deshalb eine völlig neue Disziplin der Suchmaschinenoptimierung: Local SEO.

David Mihm war von Anfang an dabei und hat diese Entwicklung begleitet. Als selbstständiger Marketeer hat er Unternehmen bei der Optimierung für Google Local unterstützt, den Webdienst Getlisted.org entwickelt und eine jährlich erscheinende Studie mit dem Titel „Local SEO Search Ranking Factors“ gestartet, die nach der Übernahme von Getlisted.org im vergangenen Jahr erstmals bei seinem neuen Arbeitgeber Moz erschienen ist.

Local SEO: Die Entwicklung der wichtigsten Rankingfaktoren

Fragt man Mihm nach den Anfängen von Google Local, erklärt er: „Ich war immer der Meinung, Google habe die lokalen Resultate voreilig veröffentlicht. In einigen Branchen gab es damals jede Menge Spam.“ Erst im Laufe der Jahre habe sich Google dagegen zur Wehr gesetzt, vor allem mit neuen, ganz speziellen Rankingfaktoren.

Wer anfangs einen gut optimierten Eintrag hatte, stand vorne. Wer dort nicht zu finden war, musste in den meisten Fällen nur Keywords zum Standort oder den Produkten hinterlegen. Nach Einführung des 10-Packs drehte sich laut Mihm auf einmal alles um Citations, „dem lokalen Equivalent zum klassischen Hyperlink“. Im Prinzip die Erwähnung eines Unternehmens ohne direkten Querverweis.

Das deutsche Ökosystem in Sachen „Citations“. (Quelle: Moz.com)
Local SEO: Das deutsche Ökosystem in Sachen „Citations“. (Quelle: Moz.com)

Wenige Jahre später entdeckte Google dann Bewertungen. „Sie waren das nächste große Ding“, so Mihm. Sie wurden wichtiger, „weil sie nicht nur Google gefallen, sondern auch den Suchenden“. Durch die jüngste Kopplung von Bewertungen an Google+ sind sie außerdem konkreten Nutzern zugeordnet und lassen sich deshalb schwieriger fälschen – ein wichtiger Schritt in der für Spam anfälligen Branche.

Neben der tatsächlichen Bewertung in Form von Sternchen könne Google das Ranking auch auf Basis der darin verwendeten Begriffe ausrichten. Für Mihm ist deshalb klar: „Bewertungen wurden wichtiger und werden es noch immer.“ Gleicher Meinung ist auch Sebastian Socha von Winlocal, einer deutschen Agentur mit Fokus auf Local SEO. Er fügt jedoch hinzu: „Bewertungen bieten einerseits die Chance, aus den lokalen SERPs herauszustechen, andererseits ist es niemals sinnvoll, sich auf eine fremdbestimmte Bewertungsplattform zu konzentrieren.“ Unternehmen sollten deshalb auch Bewertungen außerhalb des Google-Kosmus forcieren.

Die geringe Konkurrenz des deutschen Marktes

Aufgrund der geringen Konkurrenz im europäischen Markt rät Mihm, sich bei der Optimierung auf die effizientesten Maßnahmen zu konzentrieren. Die lokalen Suchergebnisse seien hierzulande auf dem US-Niveau aus 2010/11. Einer Einschätzung, der auch Sebastian Socha, als Beobachter der deutschen Szene, uneingeschränkt zustimmt.

„Noch immer schlafen einige Unternehmen und ignorieren sowohl die explizite (beispielsweise 7-Pack, Knowledgegraph, OneBox) als auch implizite Lokalisierung (vergleiche Venice-Update) der Suchergebnisse“, erklärt Socha. Kombiniert man die Empfehlungen der beiden Experten, ergibt sich für lokale Unternehmen in Deutschland ein relativ klarer Maßnahmenkatalog:

  • Die Erstellung und vollständige Optimierung eines Unternehmensprofils auf Google+ Local.
  • Die Optimierung der Citations. Wichtig ist hier auch die Einheitlichkeit von Name, Adresse und Telefonnummer („NAP-Consistency“).
  • Ein guter Prozess – zum Beispiel im Rahmen des Verkaufs –, der Kunden dazu bringt, selbstständig auf verschiedenen Plattformen – bestenfalls positive – Bewertungen zu schreiben

Socha hält die Aufteilung der Bewertungen auf mehrere Portale hierbei für entscheidend: „Der Aspekt Online-Reputation spielt in meinen Augen langfristig eine noch wichtigere Rolle, als stets ganz vorne mitzuspielen.“ Eine größere Vielfalt der Citations sorge außerdem für zusätzliches Vertrauen auf Seiten der Suchenden.

Wohin entwickelt sich Local SEO?

Die Aktivität eines Unternehmens auf Google+ wirke sich laut David Mihm – trotz regelmäßiger Spekulationen – aktuell nicht auf die lokalen Rankings aus. Es gebe hierfür nur „in sehr umkämpften Branchen schwache Indizien“. Aktivität auf Google+ würde erst in Zukunft wichtiger werden, vermutet er.

Großes Potenzial für wirklich relevante Ergebnisse sieht er in den kommenden Jahren in der Analyse des Offline-Verhaltens der Suchenden. Solche Auswertungen machen neue Technologien möglich, allen voran iBeacon von Apple. „Es werde dadurch einfach, herauszufinden, ob jemand der nach einem Unternehmen sucht, dieses anschließend auch besucht.“

Eine Suchmaschine könne darauf aufbauend das Verhalten bestimmter Nutzergruppen filtern. Weiß Google etwa, dass 35-jährige Männer im Umkreis von 15 Kilometern abends regelmäßig bestimmte Locations besuchen, macht es Sinn, diese Locations priorisiert auch anderen Suchenden des gleichen Alters vorzuschlagen.

„Ein kürzlich veröffentlichtes Patent zeigt, dass Google auch Signale von Navigationsdiensten wie Google Maps zur Identifikation des Offline-Verhaltens nutzen könnte“, so Mihm. Social Signals sind also noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Ganz im Gegenteil: Local SEO entwickelt sich zu einem immer komplexer werdenden Betätigungsfeld, irgendwo im Randbereich der klassischen Suchmaschinenoptimierung.

Ob er sich mit Moz Local, dem Relaunch von Getlisted.org, auch dorthin vorwagt, lässt Mihm in unserem Gespräch offen. Aktuell konzentriert sich der Webdienst ganz auf die einheitliche Aufbereitung lokaler Daten innerhalb der großen Verzeichnisse, allerdings nur auf dem US-Markt. „Die mittel- und langfristige Planung ist noch nicht abgeschlossen“, erklärt er – und hält sich damit alles offen.

Ebenfalls interessant: Unser Artikel über die kostenlose Anleitung zum Thema Local SEO aus dem Hause Sistrix.

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3 Reaktionen
THomas
THomas

"Weiß Google etwa, dass 35-jährige Männer im Umkreis von 15 Kilometern abends regelmäßig bestimmte Locations besuchen, macht es Sinn, diese Locations priorisiert auch anderen Suchenden des gleichen Alters vorzuschlagen."

Würde es nicht viel mehr Sinn machen, die Location eher 25-jährigen Frauen zu empfehlen? :)

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gery
gery

Interessanter Artikel für Leute wie mich welche in dem Gebiet noch nicht so aufgeschlossen sind. Die Artikel von Lars Budde sind für mich oft am lesenswertesten.

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Oliver Twardowski
Oliver Twardowski

Bei lokaler Suchmaschinenoptimierung und dem richtigen Umgang mit Bewertungen auf den verschiedenen Plattformen hilft auch http://www.reputami.com weiter. Nur mal so als Tipp. ;)

Frohe Ostern, Oliver

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