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Mal wieder durchatmen: Tipps für mehr Luftqualität im Büro

    Mal wieder durchatmen: Tipps für mehr Luftqualität im Büro

(Foto: Shutterstock)

Wir reden über Smog, bauen Biogasanlagen und definieren Schadstoffgrenzwerte. Trotzdem bleibt der öffentliche Diskurs um die Luftqualität eher einseitig, weil beschränkt auf Autobahnen und Kuhweiden. Kaum jemand fragt: Was passiert, wenn man die Straße verlässt und das Büro betritt? Antworten liefert Gastautorin Annika Klüpfel vom Hamburger Startup Breeze.

Darum ist die Luftqualität im Büro wichtig

Schon ein paar einfache Überlegungen verdeutlichen, warum die Luftqualität in Büroräumen wichtig ist: 17 Millionen Arbeitnehmer arbeiten in Deutschland in Büros. Das entspricht etwa 40 Prozent aller Erwerbstätigen in den Jahren 2014 und 2015. Aber diese sind bei weitem nicht die einzigen Gefährdeten: Menschen in unseren Breitengraden verbringen 90 Prozent ihrer Lebenszeit in Innenräumen. Raumluft birgt ungeahnte Gesundheitsrisiken, die im besten Fall zu Kopfschmerzen führen können – und im schlechtesten zu ernsthaften Atemwegserkrankungen.

Die Luftqualität im Büro hat erheblichen Einfluss auf die Produktivität der Mitarbeiter. Zudem kann schlechte Luft zu erhöhten Krankheitsfällen sorgen.  (Foto: Shutterstock)
Die Luftqualität im Büro hat erheblichen Einfluss auf die Produktivität der Mitarbeiter. Zudem kann schlechte Luft zu erhöhten Krankheitsfällen sorgen. (Foto: Shutterstock)

Doch nicht nur aus gesundheitlichen Gründen ist die Verbesserung der Luftqualität im Innenraum sinnvoll. Gutes Arbeitsklima im wörtlichen Sinn erhöht nämlich auch Konzentrationsvermögen und Leistungsfähigkeit. Vor allem in den letzten zehn Jahren wurde der Zusammenhang zwischen Arbeitsleistung und Luftqualität erforscht. Ob durchgeführt in Call-Centern, unter Schülern oder Managern – in einem Punkt kamen alle Untersuchungen zu demselben Ergebnis: schon allein eine höhere Luftwechselrate steigert nachweislich die Produktivität.

Eine Studie der TU Dänemark beziffert die Produktivitätssteigerung auf bis zu 15 Prozent. Das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) fand zudem heraus, dass verbesserte Luftqualität krankheitsbedingte Ausfälle (PDF) um mehr als die Hälfte reduziert. Ein gutes Beispiel dafür liefert die Deutsche Bank mit der Kernsanierung ihrer Frankfurter Konzernzentrale. Als sie diese im Februar 2011 wiedereröffnete, war der CO2-Ausstoß um 89% niedriger als zuvor. Diese und weitere Optimierungen führten zu deutlich niedrigeren Energiekosten, besserer Energiebilanz des Gebäudes und höherer Mitarbeiterzufriedenheit. Eine Leistung, die mit zwei Zertifikaten im Bereich Nachhaltiges Bauen ausgezeichnet wurde.

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„Gute Luft“, was ist das eigentlich?

Laut Arbeitsstättenverordnung sollte die Temperatur im Büro zwischen 20 und 24 Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 70 Prozent liegen bei einer maximalen Luftgeschwindigkeit von 0.1 Meter pro Sekunde. In puncto Zusammensetzung existieren mittlerweile nicht nur allgemeine Bestimmungen wie die der WHO oder der EU. Analog haben viele staatliche und private Instanzen Grenzwerte für die Schadstoffkonzentration in Innenräumen definiert. Grundsätzlich gilt: Je länger man einem Stoff ausgesetzt ist, desto geringer sollte die Luft mit ihm belastet sein. Entsprechend liegen manche der für Innenräume empfohlenen Werte noch unter der ohnehin strengen EU-Grenze.

„Es wäre ignorant, das Thema zu bagatellisieren, etwa nach dem Motto: ‚Ein Fenster öffnen kann doch jeder‘.“

SCHER (Scientific Committee on Health and Environmental Risks) zufolge hat die Forschung zum Thema allerdings noch deutlich Luft nach oben. Das gilt besonders für die tatsächliche Schädlichkeit und konkrete Auswirkungen bestimmter Stoffe. Außerdem scheitern letztlich alle Definitionsversuche an der unbequemen Realität:

Allgemeine Idealwerte gibt es nicht, genauso wenig wie typische Werte für Büroluft. Dafür ist die Bandbreite an ausschlaggebenden Variablen einfach zu groß, von subjektivem Empfinden bis hin zu klimatischen Bedingungen. Auch deshalb wäre es ignorant, das Thema zu bagatellisieren, etwa nach dem Motto: „Ein Fenster öffnen kann doch jeder. Wozu das Theater?“. Denn natürlich kann Lüften potentiell Stickigkeit vorbeugen und die Temperatur beeinflussen. Liegt ein Büro aber an einer vielbefahrenen Straße, heißt das Öffnen eines Fensters auch: Abgase ahoi!

Zudem sind Einflussfaktoren nicht nur vielfältig, sondern können sich schnell ändern. Der Lüftungserfolg etwa bleibt auch bei bestimmten Wetterverhältnissen schnell aus. In Innenräumen spielen zudem Aspekte eine Rolle, die draußen gar nicht relevant sind. Wer käme schon auf den Gedanken, das Husten des Kollegen auf die schöne neue Wandfarbe zurückzuführen? Oder darauf, dass die Reinigungskraft jüngst das Putzmittel gewechselt hat?

Diese Überlegungen und fiktiven Beispiele verdeutlichen zwei Dinge:

Erstens: Natürlich ist interne Luftqualität nicht unabhängig von der externen. Auf gesunde Luft zu achten, liegt daher nicht nur in der Verantwortung von Unternehmen, sondern auch von Städten. Wenn es im Grunde nichts bringt, ein Fenster zu öffnen, bedeutet das für Unternehmer schließlich Mehraufwand und Kosten, um beispielsweise auf Lüftungsanlagen auszuweichen. Zweitens zeigt die Vielfältigkeit der Einflussfaktoren, dass es wichtig ist, die Luftqualität im konkreten Einzelfall zu analysieren und dafür am besten dauerhaft zu überwachen. Nur so kann sie nachhaltig verbessert werden, denn dies ist letztlich kein einmaliger Vorgang, sondern vielmehr ein andauernder Prozess.

Tipps und Tools für mehr Luftqualität am Arbeitsplatz

Unternehmen können den Luftoptimierungsprozess mit Hilfe von außen angehen. Dienstleister wie beispielsweise das Luftanalyse-Zentrum oder die Mier Lufttechnik bieten einmalige Analysen an, Messungsart- und Umfang werden dabei je nach Bedarf festgelegt. Während Mier die Messung selbst durchführt, bekommen Kunden vom Luftanalyse-Zentrum ein Testkit mit Anleitung, um die Konzentration bestimmter Stoffe prüfen zu können.

Nach erfolgter Datenerfassung wird das Kit zur Analyse ins Labor des Unternehmens geschickt. In jedem Fall dauert eine Messungsphase etwa zehn Tage, dann erstellen die Dienstleister einen umfassenden Abschlussbericht mit Datenanalyse und Hinweisen bei problematischen Befunden. Die Kosten richten sich nach Messungsart- und Umfang, für eine standardisierte Raumluftanalyse berechnet das Luftanalyse-Zentrum rund 150 Euro.

Alternativ gibt es auf Langfristigkeit ausgerichtete Lösungen, bei denen keine einmalige Dienstleistung, sondern gleich ein Messgerät erworben wird. Unsere Sensoren etwa werden fest in den Büroräumen des Kunden installiert. Sie messen neben Temperatur und Luftfeuchtigkeit die wichtigsten Werte des Luftqualitätsindex (AQI). Erfasste Daten sind bequem in einer direkt angebundenen Cloud einsehbar. Dort werden sie analysiert und ausgewertet, inklusive Verbesserungsvorschlägen.

Wer als Privatkunde wissen will, ob er auf der Arbeit oder am heimischen Herd frischen Wind braucht, kann zudem auf diverse andere Lösungen zurückgreifen, beispielsweise die Produkte von Withings, AirboxLabAwair oder Voltcrafts Hygrocube 100. Er ist für erschwingliche 60 bis 70 Euro erhältlich. In Größe und Optik einem Wecker ähnlich, misst das Hygrometer Luftgüte, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Bei besorgniserregenden Veränderungen schlägt es sogar Alarm.

Eine mit 169 Euro teurere, aber auch umfangreichere Variante bietet Netatmo mit seiner Wetterstation fürs Zuhause. Diese umfasst je ein Modul für den Außen- und Innenbereich, in der dazugehörigen App werden die Daten in Echtzeit ausgewertet und grafisch anschaulich präsentiert. Für den Außenbereich gibt es Apps, wie Air Now oder Air Quality and Pollution Measurement, die Daten von Messstationen weltweit abrufen.

Die Funkwetterstation von Netatmto wertet Luftdaten in Echtzeit aus und präsentiert sie anschaulich in einer speziellen App. (Foto: Netatmo)
Die Funkwetterstation von Netatmto wertet Luftdaten in Echtzeit aus und präsentiert sie anschaulich in einer speziellen App. (Foto: Netatmo)

Natürlich muss man nicht gleich zur Technik greifen. Sich an ein paar einfache Tipps zu halten, kann schon Verbesserungen erzielen. So ist regelmäßiges Stoßlüften bei einige Minuten lang ganz geöffnetem Fenster oft effektiver, als letzteres dauerhaft zu kippen. Im Büro macht es schon einen Unterschied, das Rauchen zu verbieten und Überbelegung zu vermeiden. Viele Reinigungsmittel sind Chemiekeulen, es kann sich also lohnen, die Inhaltsstoffe genauer zu prüfen. Die Seite des Umweltbundesamtes hält Tipps bereit, auf welche Stoffe man achten oder gar verzichten sollte.

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4 Reaktionen
Max

Ich finde Pflanze nicht nur wegen der besseren Luft ein Muss für das Büro, es schafft auch Atmosphäre. Generell würde ich erst wenn wirklich nichts mehr hilft zu einem elektronischen Gerät greifen, denn das verursacht immer Geräusche, verbraucht natürlich Strom usw...

Viele Grüße
Max

Antworten
Robert

Hej Jonas, schau dir doch mal den letzten Absatz an. ;)

Antworten
Jonas
Jonas

Die Zwischenüberschrift besagt "Tipps und Tools für mehr Luftqualität am Arbeitsplatz". Ich kann den gesamten Artikel hoch und runter lesen, ich finde keinerlei "Tipps und Tools" FÜR mehr Luftqualität, sondern nur für die Analyse der Luftqualität.

Antworten
Thomas

Pflanzen im Büro aufstellen verbessert ebenfalls die Luftqualität.

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