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Porträt

Diese Gründer treten gegen das Eis-Imperium von Ben & Jerry’s an

Die Luicellas-Gründer Markus Deibler und Luise Mentele. (Foto: Luicellas)

 Mit einem Mischpulver wollen die Luicellas-Gründer die Eismaschine überflüssig machen. Schon jetzt erzielt das Hamburger Startup beachtliche Umsätze. Doch die Konkurrenz ist gewaltig.

Eigentlich wollten Markus Deibler und Luisa Mentele nur eine Eisdiele im Hamburger Stadtteil St. Pauli eröffnen. Doch dann – so erzählen sie es am Dienstagabend bei „Die Höhle der Löwen“ – wurden nicht nur die Schlangen immer größer, sondern auch der Bedarf, die hipp klingenden Eissorten wie Heidelbeer-Lavendel oder Karamell-Salz Zuhause zubereiten zu können. So kam den beiden Gründern die Idee: Ein spezielles Pulver, das die Herstellung ihrer Sorten ohne Eismaschine ermöglicht.

Luicellas: Hipster-Eis zum Selbermachen

Das analog zur Eisdiele auf „Luicella’s Ice Cream“ getaufte Pulver funktioniert dabei wie eine normale Backmischung. Nutzer geben den Doseninhalt einfach in eine Schüssel, schütten wahlweise Kuh- oder Sojamilch hinzu und verrühren die Zutaten zu einer festen Masse. Anschließend muss das Eis für mehrere Stunden ins Kühlfach gestellt werden – danach können Nutzer sofort loslöffeln. Die Besonderheit: Das Eis kommt angeblich ohne Zusatzstoffe und künstliche Aromen aus.

So sehen die Eismischungen zum Selbermachen aus. (Foto: Luicellas)

Das notwendige Know-how für die Eisproduktion steuert Mitgründerin Luisa Mentele bei. Die studierte Medien- und Informationswissenschaftlerin hegt nach eigenen Angaben eine große Leidenschaft für Eis und dessen Herstellung, während eines Auslandssemesters in Bologna vertiefte sie ihr Wissen. Markus Deibler – ehemaliger Profischwimmer – kümmert sich dagegen ums Geschäftliche. Er setzte unter anderem den Businessplan auf und steuert den Vertrieb. Verkauft werden die Produkte von Luicellas in Supermärkten sowie neuerdings auch in einem eigenen Onlineshop. Dort bieten Deibler und Mentele inzwischen auch fertige Eisbecher an.

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Die Konkurrenz könnte kaum größer sein

Allerdings haben sich die Gründer mit ihrem Eis-Business ein schwer umkämpftes Terrain ausgesucht. Der Wettbewerb könnte kaum größer sein. „Für das fertige Eis konkurrieren wir mit Ben & Jerrys und Häagen Dazs“, sagt Deibler im Gespräch mit t3n.de. Beide Marken dominieren  das Premium-Segment im Kühlregal und verfügen in den sozialen Netzwerken über eine millionenschwere Fangemeinde.

Einen Platz in der Nische sieht Deibler dagegen beim Eispulver. „Dafür gibt es keinen breit im Markt verfügbaren Anbieter in ähnlicher Qualität“, sagt er. Zwar biete seit Anfang des Jahres auch Dr. Oetker ein Mischpulver an. „Aber in Inhalt, Packaging und Story sind wir diesem überlegen“, so Deibler auf Nachfrage. Konkret seien etwa die „Zutaten zu 100 Prozent natürlich“, außerdem finde man im Deckel der Luicellas-Becher ein kleines Booklet mit Rezeptideen.

Luicellas-Gründer peilen Millionenumsatz an

Immerhin: Der geschäftliche Erfolg lässt sich den Jungunternehmern nicht absprechen. Erwirtschafteten Deibler und Menteles 2015 bei einem Umsatz von 175.000 Euro noch 85.000 Euro Verlust, konnten sie bereits 2016 eine schwarze Null schreiben – bei einem Umsatz von 450.000 Euro. Für das laufende Jahr rechne man bereits mit einem Umsatz von mehr als einer Million Euro, sagt Deibler. Den prognostizierten Gewinn gibt er mit mindestens 100.000 Euro an.

Die Luicellas-Gründer Markus Deibler und Luise Mentele vor ihrer Eisdiele in Hamburg. (Foto: Luicellas)

Nach eigenen Angaben haben die Gründer bereits 600.000 Euro in ihre Idee investiert. Dazu gehören neben dem Eispulver auch die zwei schon länger bestehenden Eisdielen in Hamburg und sieben festangestellte Mitarbeiter. Das notwendige Kapital zur Finanzierung des Unternehmens kam aus dem Bekanntenkreis. „Es handelte sich um einen guten Freund, der uns sehr großzügig und mit viel Vertrauen unterstützt hat.“

„Wir dachten, wir hätten ein Schnäppchen gemacht“

Trotzdem lief auch bei dieser Gründung zunächst nicht alles nach Plan. Deibler spricht von einem „ständigen Auf und Ab“. So hätten er und Mitgründerin Mentele mal eine Produktionsstätte in der Nähe von Hamburg übernommen. Der Schritt stellte sich jedoch schnell als Fehlinvestition heraus.

„Anfangs dachten wir, wir hätten ein Schnäppchen gemacht. Mit der Zeit fiel uns aber auf, warum es so günstig war. Inzwischen haben wir die Produktion geschlossen und das Geld abgeschrieben“, sagt Deibler. Auch deswegen suchen die Gründer am Abend bei „Die Höhle der Löwen“ nach einem Investor mit entsprechendem Know-how. Langfristig schließen sie auch die Expansion ins Ausland nicht aus. Bisher ist das Startup in mehr als 1.300 Supermärkten in Deutschland vertreten.

20.000 Bestellungen erwartet

Am Dienstagabend, wenn Markus Deibler und Luisa Mentele in der Gründershow auftreten, wird es allerdings erstmal auf die Stabilität ihres Onlineshops ankommen. „Nach den Erfahrungen aus den vorherigen Staffeln dürfen wir mit annähernd 20.000 Bestellungen rechnen“, sagt Deibler. Auf den erwarteten Andrang haben sich die Gründer deshalb vorbereitet. Gehostet werde der Onlineshop bei Amazon-Web-Services, verteilt über 20 verschiedene Servereinheiten. Auch der Lagerbestand reiche aus, sofern nicht alle dieselbe Eissorte bestellen. Das wäre aber auch kein Horrorszenario. „Wir können schnell nachproduzieren“, sagt Deibler.

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2 Reaktionen
Manni.M
Manni.M

Ich finde es wunderbar wenn junge Unternehmer aus einer kleinen Idee so etwas großes machen. Ich hoffe es ist auch bald in meinem Supermarkt erhältlich. Sobald ich es sehe werde ich mir natürlich eins kaufen.

Lars
Lars

Bis dahin kann man die Mischung von Dr. Oetker nehmen. Gibt es sogar in Läden wie Norma und Penny.

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