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Marketing

Der alte Traum von der lukrativen Nischenseite – wirklich ausgeträumt?

    Der alte Traum von der lukrativen Nischenseite – wirklich ausgeträumt?

(Bild: Shutterstock-Marian Weyo)

Nischenseiten brachten vor ein paar Jahren oft einen netten Nebenverdienst. Aber kann man heute noch mit SEO, Affiliate und AdSense ordentlich Geld verdienen?

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In Geld baden? Vor ein paar Jahren konnten Betreiber einer Nischenseite das noch.

Vor sechs oder sieben Jahren zu den besten Zeiten des schnellen SEO-Affiliate-Adsense-Geldes, als jeder zweite Online-Marketing-Macher eine eigene Seite hatte und über gutes Google-Ranking plus Werbeeinbindung dazu verdiente, gab es viele Erfolgsgeschichten, in denen findige Online Marketing-Leute sich Urlaube oder sogar schöne Häuschen verdient haben. In den letzten Jahren hat sich die Welt für „Made for Adsense“-Seiten (MfA) oder andere SEO-Projekte spürbar verändert. Der Wettbewerb ist in vielen Bereichen härter geworden, Google-Optimierung folgt heute bekanntlich anderen Mustern und erfordert meist andere Tiefe.

Dennoch waren wir angetan, als wir über Peer Wandigers Webseite nischenseiten-guide.de gestolpert sind. Es gibt einfach viele witzige Projekt-Ideen, selbst wenn es häufig um Kleingeld geht. Das Muster ist ja immer gleich: Idee, Recherche nach dem Suchvolumen, Blick auf die Konkurrenz und los. Wandiger hat spaßeshalber sogar eine Challenge ins Leben gerufen. Innerhalb von drei Monaten müssen die Teilnehmer eine Domain registrieren und die Seite aufbauen – wer am Ende das meiste Geld verdient hat, gewinnt. Die Ergebnisse zeigen, dass bei cleverer Vermarktung schon zum Start nette Nebenverdienste drin sind – selbst mit den verrücktesten Domains.

Peer Wandiger
Peer Wandiger

Peer Wandiger kam 2012 auf die Idee zu einer Nischenseiten-Challenge: „Ich war auf der Suche nach einer Artikelserie oder etwas ähnlichem, um Einblicke in die Umsetzung einer kleinen Website zu geben“, sagt er gegenüber Online Marketing Rockstars. „Wir haben dann die erste Challenge ins Leben gerufen, um transparent zu zeigen, wie wir Nischenwebsites umsetzen.“

Er und der befreundete Blogger Sebastian Czypionka begleiten ihr Vorgehen öffentlich mit mehreren Artikeln. Czypionka ist in die Nischen-Welt übrigens mit seinem ersten Projekt „Disco Tanzen Lernen“ gestartet. Wandiger tritt mit poolheizung-solar.de gegen schnell-gesund-zunehmen.de (kein Witz) von Czypionka an. Nach drei Monaten hat er über 224 Euro verdient und viele Leser gewonnen.

Aus zwei Teilnehmern werden 2015 dann 200 und damit steigt auch das Potenzial für kuriose Ideen. Beim Blick auf die Projekte wird klar, dass das meiste Geld von AdSense und vor allem Amazon-Affiliate kommt. So auch bei Peer Wandiger, der mit seiner Seite luftentfeuchter-und-bautrockner.de angetreten war. Er landet mit einem Verdienst von etwa 36 Euro auf den hinteren Rängen. Das bestätigt wohl auch die Meinung des Nischenexperten, der selbst schreibt: „Grundsätzlich kann man von Nischen-Websites leben, aber nicht jeder schafft das.“

Kuriose Sieger verdienen gar nicht schlecht

Jetzt kommen wir aber zu den umsatzstärkeren Projekten. Auf Platz eins landet poolsauger-test.de mit einem Gesamtumsatz von 388,46 Euro in den ersten drei Monaten. Gute Projekte bestehen natürlich über die Challenge hinaus weiter und dürften meistens wachsen. Auf den weiteren Plätzen folgen haengesessel-abc.de und hornhautentferner-test.de – alle mit Einnahmen von über 200 Euro in den ersten Monaten.

Weitere Highlights der Redaktion sind der-richtige-kratzbaum.com (Einnahmen: 70 Euro), waschbeckenunterschrank24.com (35 Euro), ziehharmonika24.de (2,30 Euro) und papierschneidemaschine.info (22 Euro). Bei den Beträgen handelt es sich um Umsätze. Nach Abzug der Ausgaben, sieht es für manche Teilnehmer der Challenge düster aus: Die Seite esspressomaschinen-vergleich.net hat nach eigenen Angaben 6,38 Euro eingenommen und über 480 Euro ausgegeben. Hoffentlich kommt in den nächsten Wochen endlich Geld rein.

Die Sieger der Nischenseiten-Challenge 2015
Die Sieger der Nischenseiten-Challenge 2015

Doch was macht der Gewinner mit seinen Poolsaugern (Gewinn: 328,97 Euro) besser als der Espresso-Mann? Die Nische des Verlierers ist einfach schon besetzt. Selbst Chip.de widmet sich Espressomaschinen und landet bei Google vor der Nischenseite. Neben den schwierigen SEO-Voraussetzungen ist auch die Monetarisierung mit Affiliate hier nicht einfach. Amazon-Cookies haben eine relativ kurze Laufzeit von 24 Stunden und Espressomaschinen sind eine teure Anschaffung, die sich viele Kunden lieber länger überlegen.

Zu vielen Verkäufen dürfte die Webseite während der Nischenseiten-Challenge nicht beigetragen haben. Ganz anders beim Gewinner: Die Seite poolsauger-test.de liegt bei der Google-Suche nach „Poolsauger“ und „Poolsauger Test“ auf Platz eins. Die Geräte kosten meist deutlich unter 100 Euro – perfekt für Amazon-Affiliate. AdSense scheint gar nicht eingebunden zu sein.

Die Zukunft der Nischenseiten

Nischenseiten-Experte Wandiger macht selbst kaum etwas in Richtung SEO und sieht für die Zukunft der Branche andere Schwerpunkte: „Viel wichtiger sind die Inhalte, die gerade in kleinen Nischen oft reichen, um weit nach vorn zu kommen. Und natürlich gibt es da auch in Zukunft weiter viel Potenzial, auch wenn sich Nischenseiten ebenfalls weiterentwickeln.“ Bei der Entwicklung einer Nischenseite habe SEO Grenzen, die mit Kreativität überwunden werden könnten. „Deshalb denke ich, dass man aktuellen SEO-Trends nicht hinterherlaufen sollte. Die kommen und gehen“, sagt Wandiger.

Sein Lieblings-Projekt miniteich-ratgeber.de bei der diesjährigen Challenge zeigt wohl, wohin sich Nischen-Webseiten entwickeln sollten, wenn sie Erfolg haben wollen. Dabei handele es sich schon kaum mehr um eine Nischenseite: „Da steckt viel Liebe drin, auch wenn ich manches anders gemacht hätte“, sagt er zu uns. Die Macher der Seite haben ein eigenes kleines Maskottchen (einen Frosch natürlich) entworfen und verkaufen T-Shirts und Tassen. Außerdem gibt es eine Geschenke-Tipps-Unterseite und viel Hintergrundwissen zum Thema.

Typische Nische: Der Miniteich Ratgeber
Typische Nische: Der Miniteich Ratgeber

SEO ist Grundlage, aber nicht entscheidend – Amazon-Affiliate und Inhalte zählen. So könnte die Erfolgsgleichung von Nischenseiten lauten. Um wirklich viel Geld nebenher zu verdienen, solltet ihr entweder ein paar Webseiten gleichzeitig betreiben (Tipp von Peer Wandiger: nicht zu viele, lieber gut pflegen) oder eine Menge Zeit für das große Ding aufwenden, wobei es auch da Glück braucht.

Eine von Peer Wandigers Webseiten bringt ihm nach eigenen Angaben im Monat zwischen 500 und 700 Euro ein, fünf dieser Sorte bräuchte es also zum Leben. Er weist allerdings darauf hin, dass Einnahmen nicht planbar sind. An Nischen wird es aber nicht mangeln. Die Welt entwickelt sich weiter und letztlich ist jeder neue Trend, jede neue Produktinnovation potenziell eine neue Nische. Wir sind gespannt auf welche Seiten und cleveren Nischen es uns demnächst ungeahnt spült und drücken allen Nischen-Hustlern die Daumen!

Dieser Beitrag erschien zuerst auf OnlineMarketingRockstars Daily

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12 Reaktionen
Paul

Durch die Informationsreichweite des Internets sind Nischenseiten mittlerweile kein unbekanntes Thema mehr.
Besonders durch Affiliate-Themes und massenhaft Tutorials kann gelinde gesagt jeder Grünschnabel eine Seite aufbauen.

Das Problem ist, dass sich das auch bei den Suchenden und Google herumsprechen wird! Ich denke, diese ganzen ohne jegliches Know-how zum Produkt erstellten Seiten werden auf kurz oder lang scheitern.

Besser ist es, Seiten über ganze Branchen zu gestalten. Das dauert vielfach länger, ist aber wesentlich überzeugender und kann langfristig richtig anwachsen. Ich bin daher gespannt, in welche Richtung sich das alles entwickelt...SG Paul

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Seb

Allzu tief gehen die t3n-Artikel ja eher selten, aber für den Link zu einer deutschsprachigen, aktuellen Affiliate-Marketing-Seite lohnt es sich.

P.S.: Es wäre schön, wenn bitte niemand mehr sagt "mit Affiliate", das hört sich extrem nach Kindergartensprache an. Ich sage ja auch nicht "mit Programmierer" oder "mit Designer" oder "mit Manager", sondern "mit Programmier-Tätigkeiten", "mit Designer-Jobs", "mit Manager-Aufgaben".

"mit Affiliate-Marketing" wäre besser und schöner.

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Karl
Karl

Also das Pro­blem bei den meis­ten Nischen­sei­ten, die ich bis­her gese­hen habe, ist das viele eine Nischen­seite star­ten, aber danach nicht mehr oder nur spo­ra­disch dran arbei­tet. Wieso meh­rere Nischen­sei­ten, wenn man mit einer Seite gut ver­die­nen kann? Lie­ber an einer Seite kon­stant arbeiten.
Ich habe mit mei­ner Nischen­seite die ers­ten 6 Monate kaum was ver­dient, danach waren es dann ca. 1.300 EUR pro Monat. In die­sem Monat wer­den es unge­fähr 4.000 EUR (nur Augst) sein, ten­denz steigend.

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Roland

Im Gegensatz zum Originalartikel auf Rocketstars fehlt hier ein Link. Warum auch immer. SEO - Strategie?

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Roland
Roland

Kommando zurück, im Originalartikel ist es auch so, hab ich versehen.

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Marco

Cooler und interessanter Artikel! Sind sicherlich einige Tipps für mein aktuelles Projekt dabei. Ich arbeite mit geilershoppen.de, laut eurem Artikel, wohl eher an "dem großen Ding" :D
Nach meiner Erfahrung mit so einer Page, ist das Aufwendigste der textliche Part da dieser, nicht wie bei einer Nischenpage, einmal geschrieben werden muss sondern kontinuierliche Arbeit erfordert. Bis sich die investierte Zeit auszahlt, wird es bei mir wohl leider etwas mehr als 3 Monate dauern...

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PTEE

Ich kann Marco nur zustimmen. ich betreibe seit kurzem neuwagen-rabatt.info und eines wird deutlich: Die einmalig geschriebenen Texte zu den Anbietern sind wichtig, aber um kontinuierlich Traffic auf die Seite zu bringen und die User auf der Seite zu halten muss regelmäßig nachgelegt werden. Das gilt vor allem bei Fahrzeugen. Die User suchen immer nach den neusten Produkten.

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Markus
Markus

Ich baue gerade selbst meine erste Nischenseite. Hab dazu das Theme von http://affiliatetheme.io verwendet und es geht echt ruck zuck. Nun muss nur noch der Traffic drauf kommen und dann hoffe ich auch auf 3-stelliges Nebeneinkommen.

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Florian
Florian

"Nun muss nur noch der Traffic drauf kommen"
Geile Aussage. Ja, wenns sonst nichts ist. Das ist übrigens das einzige was an der ganzen Sache Hirnschmalz benötigt. Seiten ins Netz stellen kann jeder.

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Markus
Markus

Ja natürlich ist das noch ein riesen Batzen Arbeit, aber der Grundstein ist gelegt. Und es gibt ein unterschied zwischen einem Twenty Twelve Theme mit 3ct Texten online zu stellen oder eine professionell wirkende Seite! :)

Roland
Roland

Im Endeffekt ist es so, dass Google ja auch Futter für Seite 2 und folgende benötigt. :)

Einkauf und Beratung
Einkauf und Beratung

Da Vergleiche und Tests im Artikel recht häufig sind, zeigt das eine Möglichkeit aktuelleren Journalismus auf. Im Prinzip ist das nicht-individelle Einkaufs-Beratung.
Wenn die ct-Artikel (viele Vergleichs-Tests, Produkt-Vorstellungen usw.) oder anderen Zeitschriften die ich abonniert habe, nach 100 Tagen freigeschaltet würden, hätte ich nichts dagegen und würde die Abos trotzdem nicht kündigen.

Bei vielen Zeitschriften kriegt man wohl so 100-200 Euro und macht es für Ruhm und Ehre und um Kunden zu gewinnen. Für Fachbücher gabs früher wohl 800 Euro. Nur um mal die niedrig klingenden Geldmengen in Relation zu setzen.

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