Geld, Geld, Geld
Der Facebook Börsengang wird etliche Leute unfassbar reich werden lassen – vorerst nur auf Papier, aber immerhin. Ich glaube zwar eigentlich nicht an Trickle-Down Economics, aber in diesem Fall gehe ich davon aus, dass nach dem Börsengang von Facebook viel Geld in die Internet-Wirtschaft gespült wird.
Zum einen benötigt Facebook auch weiterhin viele, viele Mitarbeiter, vor allem Entwickler - und wir wissen alle, was das für eine rare Ressource auf dem derzeitigen Markt ist. Daher werden Startups als so genannte Aq-hires geschluckt werden: also Akquisitionen, die primär dazu dienen, gute Mitarbeiter zu Facebook zu holen.
Hinzu kommt sicherlich, dass viele junge Menschen bei Facebook nach dem Börsengang ein dickes finanzielles Polster haben werden und selbst als Business Angels aktiv werden oder direkt eigene Startups hochziehen. Davon profitieren dann viele Startups, die schon etwas erreicht haben, aber noch nicht auf eigenen Beinen stehen können. Ich glaube auch nicht, dass das Silicon Valley alleine den Sog kompensieren wird, sondern das regionale Zentren wie London oder Berlin massiv profitieren.
Eine neue Art der Zuliefer-Industrie
Spätestens jetzt wird vielen Dienstleistern klar sein, dass das Ökosystem Facebook ähnlich lukrativ sein kann wie das von Google oder Apple. Zwar gibt es schon länger Firmen wie Wildfire oder Buddymedia, aber die naheliegenden Themen Werbung und Fan-Generierung werden künftig von vielen, vielen Firmen aufgegriffen. Hinzu kommen Dienstleister, die Apps und Games für Facebook entwickeln und Agenturen, die sich auf Kampagnen-Führung auf Facebook spezialisieren. In diesem Bereich werden massiv Jobs entstehen, da jetzt klar sein dürfte, dass Facebook für die nächsten Jahre gesetzt ist. Erfahrene Web-Developer dürften 2012 die allerbesten Aussichten auf dem Job-Markt haben, denn es gibt einfach viel zu wenige davon.
Normalität kehrt ein
Mit dem Börsengang von Facebook kehrt Normalität ein im Bereich Web 2.0: Es wird künftig einfach nicht mehr danach gefragt, ob oder wieso es Sinn ergibt, es wird einfach akzeptiert, dass 800 Millionen Menschen Facebook für die Kommunikation nutzen und eine ganze Branche davon profitiert. Normalität ist gut, weil es die Aufregung verringert und hilft, dass sich die Branche festigt. Facebook wird als Rückgrat für unzählige Anwendungen fungieren und damit seine wichtige Stellung im Netz festigen.
2012 wird das Boom-Jahr, denn Facebook bringt der gesamten Branche einen massiven Push. Allerdings kann so ein Boom auch eine Blase nachziehen. Das analysieren wir dann 2013...
Über den Autor
Nico Lumma ist Chief Operating Officer (COO) der Digital Pioneers N.V. in Hamburg, stolzer Vater zweier Kinder, glücklich verheiratet, bloggt seit etlichen Jahren auf lumma.de und hat den Verein D64 - Zentrum für digitalen Fortschritt mitgegründet. Er ist Ständiger Sachverständiger der Enquete Kommission „Verantwortung in der medialen Welt“ am Landtag Rheinland-Pfalz und wurde 2007 von der Zeitschrift Tomorrow zu den Top 20 Web 2.0 Pionieren in Deutschland gewählt.
Weiterführende Links zum Thema:
- Bestätigt: Facebook reicht Börsengang ein und peilt 5 Milliarden an - t3n News
- Facebook: Zahlen und Fakten zum vielleicht größten Internet-Börsengang [Infografik] - t3n News









von Vincent 02.02.2012 (16:24Uhr) 1.
Ich werde wahrscheinlich meine EON und Adidas Aktien gegen Facebook Aktien verkaufen. Könnte mir nämlich vorstellen das die Aktie gut läuft!
von Facebooks Börsengang: Die Internetwirts… 03.02.2012 (13:12Uhr) 2.
[...] entstehen, da jetzt klar sein dürfte, dass Facebook für die nächsten Jahre gesetzt ist”, prognostiziert Nico Lumma bei t3n.Viele potenzielle neue GründerUnd nicht zuletzt wird ein gewisser Teil derjenigen, die nach der [...]
von meinbrennpunkt 03.02.2012 (18:13Uhr) 3.
Als Betroffener habe ich mir mal die Mühe gemacht, auch einen Kommenar darüber zu schreiben, mir gefällt die Entwicklung Facebooks nicht so wirklich...bei Interesse ruhig anklicken:
http://meinbrennpunkt.wordpress.com/2012/02/03/kommentar-wie-facebook-die-welt-veranderte/